Auf jeden Fall ein sehr interessanter Artikel, den Du da verlinkt hast, aber was ich jetzt nicht ganz verstehe - warum kommt es hier im Thread so rueber, als wuerdest Du es in Frage stellen, ob "wir" analoge Sounds gut finden usw, wenn Du nun einen Artikel verlinkst, in dem es sehr wohl darum geht, wie der Titel schon sagt, "digitale Filter analog klingen" zu lassen, und der mit dem Satz beginnt "Immer wieder wird der Versuch unternommen, das Klangverhalten analoger Filter digital zu emulieren"?
Fuer mich ist der Artikel und auch das was Du sonst geschrieben hast auf jeden Fall ein weiterer Beleg in die Richtung, dass "analoge", oder meinetwegen gesaettigte, nichtlineare Klaenge objektiv gefaelliger wirken als reine, perfekte, lineare Klaenge, und dass dies eben nicht auf nostalgische Erklaerung zurueckzufuehren ist. Im Artikel wird auch immer wieder von natuerlich und unnatuerlich klingend gesprochen.
EDIT: Oder verstehe ich Dich falsch, und Du sagst sofern die Abtast-Frequenzen usw alle hoch genug sind, klingen auch die digital erzeugten Klaenge automatisch gefaelliger, ohne dabei noch irgendetwas nachahmen zu muessen, was derzeit die Kompetenz der analogen Schaltkreise ist?
Das Vorbild für Filter ist und war schon immer die analoge Schaltung, aber wie gesagt ich bin da kein Spezialist weil ich zwar die Sounds aber nicht die Synths programmiere, ich neige doch eher dazu mir den nötigen Charakter mit 2 Filtern und 'ne Waveshaper nach eigenen Vorlieben zu gestalten, lebendig ja - aber nicht unbedingt nach irgend einem real exisitierenden analogen Vorbild, sondern eher sich auf die eigenen Gefühle verlassend - zumindest wenn ich den Sound nur für mich selbst mache. Soundbau ist bei mir nicht ganz so viel Mathe wie mein Nickname vielleicht erahnen lässt, sondern zum großen Teil intuitiv, idealerweise muss der Sound - genau wie die Musik - Gefühle auslösen. Das ist meine Zielsetzung, die zugrunde liegende Synthese Methode spielt nur in so fern eine Rolle, dass ich weiß welche Kombinationen funktionieren.
Zurück zu den Filtern - ich hab' mir sagen lassen - Es gibt div. fertige Algorithmen für div. Filter typen Ladder (
Moog) , Tschebyscheff, SEM etc. mit div. Parametern, die man nach Geschmack anpassen kann. Wahrscheinlich ganz ähnlich frühere Schaltungen, die die Filter Chips unterschiedlich angesteuert haben und aus dem Grund gab es auch so ein paar Unterschiede zwischen den Synths, obwohl sie die selben Chips verwendet haben.
Die Genauigkeit, Abtastfrequenz etc. sind Parameter die man je nach Bedarf wie man diese Algorithmen/Formeln je nach Leistung umsetzen kann, ob das nun besser wird ist auch eine Geschmacksfrage. Viele lieben ja den Sound der alte DSP basierten VAs, deren Filtersättigung zum Teil nicht vorhanden war oder nicht sonderlich angenehm (Aliasing in den Höhen etc.) geklungen hat, wahrscheinlich weil die Leistung einfach nicht für mehr gereicht hat.
Natürlich orientiert man sich immer an dem was man kennt, viele Erfindung der Menschheit wurden von der Natur inspiriert. Aber ich denke auch bei Synths wird die Zeit wieder kommen wo das den Leuten einfach zu wenig ist, sie nochmal deutlich mehr Kontrolle über den Sound wollen, z.B. weil
Behringer alle mit div. Spielzeugen gesättigt hat
Linear hat nichts mit Perfektion zu tun, Nonlinear hat man auch bei Phase Modulation/Waveshaping, FM, etc. Das hat - wenn man es genau nimmt - auch alles analoge Vorbilder, es lässt sich nicht so trennen und kategorisieren. Man muss (afair) halt einen großen Aufwand ITB betreiben um die Fehler aus dem hörbaren Bereich zu schieben.