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Welche Eigenschaften wohnen dem "Disco Beat" inne, das es zu solchen "Auswüchsen" wie Minimal (Techno/House) kommen kann!?

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  • Erstellt am Erstellt am
  • #91
aber für meinen Humor zu dämlich

Der Witz mit dem Brot ist ganz nett, aber er verwechselt Beschreibungsebene und Alltagspraxis.

Neben Keith Potter wäre auch Jonathan D. Kramer interessant. Seine Betrachtung musikalischer Zeit zeigt, dass Wiederholung nicht einfach Stillstand bedeutet, sondern eine andere Form von Zeitwahrnehmung erzeugt.
Gerade weil der Disco-Beat durch seine klare Wiederholung ein stabiles Zeitfeld erzeugt, kann er in minimalistischen Formen weiterleben.
 
  • #92
Da bin ich doch gerade woanders über den Begriff Auditory Rhythmic Entrainment gestolpert.
Das erklärt eigentlich ganz gut, warum uns (unser Gehirn) der 4 to the floor beat so packt.
 
  • #93
dass Wiederholung nicht einfach Stillstand bedeutet, sondern eine andere Form von Zeitwahrnehmung erzeugt.
Siehe auch "Differenz und Wiederholung" von Gilles Deleuze
(ab)’ ist nicht gleich (ab)² - und dazwischen! passiert so viel das man ein ganzes buch damit füllen kann.

Gerade weil der Disco-Beat durch seine klare Wiederholung ein stabiles Zeitfeld erzeugt, kann er in minimalistischen Formen weiterleben.
Zustimmung

Für mich ist es aber nicht nur die wiederholung.
4 on the floor und ganz wichtig die offbeat open HH - diese macht erst daraus die folklore( siehe gospel).
Und die open HH macht erst den typischen groove - der ja irgenbwie erdig schwingt und wenn man ihn schlecht macht dann wackelt der nur ohne groove...

Auditory Rhythmic Entrainment
"When you hear a repetitive rhythmic sound, the brain's neural networks naturally phase-lock or synchronize to that frequency—a phenomenon known as neural entrainment"

Nah, dann viel spass mit deinem cellphone! (Das bezieht sich ja nicht nur auf den hörbaren bereich)

---

Mich regt eine 42thefloor alleine nicht zum tanzen an, erst wenn die HH dazukommt.

Ne gute prgrammierte BD ist auch nie nur: "Kick kick kick kick" - sie ist eher "laKick laKick laKick laKick"
Wenn ne kick "yang" ist hat sie immer auch noch einen "ying" anteil ( hier mit "la" makiert ): wenn der bd-schlegel zu seinem ausgangspunkt zurückgeht - das hört man - auch in samples
 
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M.i.a.u.: Koude und Akai
  • #95
Ok.
 
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M.i.a.u.: TommNoise
  • #97
Siehe auch "Differenz und Wiederholung" von Gilles Deleuze
(ab)’ ist nicht gleich (ab)² - und dazwischen! passiert so viel das man ein ganzes buch damit füllen kann.


Zustimmung

Für mich ist es aber nicht nur die wiederholung.
4 on the floor und ganz wichtig die offbeat open HH - diese macht erst daraus die folklore( siehe gospel).
Und die open HH macht erst den typischen groove - der ja irgenbwie erdig schwingt und wenn man ihn schlecht macht dann wackelt der nur ohne groove...


"When you hear a repetitive rhythmic sound, the brain's neural networks naturally phase-lock or synchronize to that frequency—a phenomenon known as neural entrainment"

Nah, dann viel spass mit deinem cellphone! (Das bezieht sich ja nicht nur auf den hörbaren bereich)

---

Mich regt eine 42thefloor alleine nicht zum tanzen an, erst wenn die HH dazukommt.

Ne gute prgrammierte BD ist auch nie nur: "Kick kick kick kick" - sie ist eher "laKick laKick laKick laKick"
Wenn ne kick "yang" ist hat sie immer auch noch einen "ying" anteil ( hier mit "la" makiert ): wenn der bd-schlegel zu seinem ausgangspunkt zurückgeht - das hört man - auch in samples
Ich muss für mich konstatieren ohne eine, wie auch immer geartete, "Bassline" als drittes Element zuckt meine Hüfte bei reinem BumTschak nur so semi. BD+Bassline als Einheit zu formen ist bei fast allen "schwarzen" Musikstilen (ja, ich finde wir weißen Kartoffeln hab uns durchaus auch ein kleines bisschen total harmlose, augenzwinkernde Diskriminierungen mehr als retlich verdient) durchaus Standard. Das eine funktioniert nicht wirklich ohne das andere.

Das ist was ich als dein "la" einordnen würde, egal wie man es technisch erreicht.
Oft spielt sich das auch im Subbass Bereich ab. Ich hab mich früher oft gewundert warum ein vermeintlich simpler Beat so viel besser grooved als mein Nachbau. Bis ich ihn mal auf einem grossen System oder anständigen KHs analysiert habe.
Jomox BD LFO kann das "la" auch liefern. Klassischer Techno "Rumple" ist auch so ein "la", wenn auch in meinen Ohren kein besonders grooviges.

Wenn man von alten Vinyls sampled, hat ein bewusst unsauber geschnittenes File oft mehr Groove als das saubere (was mich wieder zu meiner DrumDing Diskussion drüben führt).

Isch liebe Beatzzzz... :D
 
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  • #98
Ich hab mich früher oft gewundert warum ein vermeintlich simpler Beat so viel besser grooved als mein Nachbau.
Ich mich auch :-)
Hab für mich herausgefunden das es die kleinen unscheinbaren sachen sind, die man leicht übersieht.
zb auch ghostnotes die man im mix nicht mehr hört - aber wenn sie fehlen hört man es...

Aber ja - bass ist grossartig!
Und obwohl ich gelernter bassist bin ein problem bei mir...
 
  • #99
Was bass angeht im techno/house ist das mein held:
muss mal darauf achten wie schön der mit der HH reinkommt in dem er teile des bassmotivs betont...
 
  • hilfreich
M.i.a.u.: Akai
  • #100
Gute Basslines sind Endgegner... :D

"Ghostnotes" erreicht man ja auch durch "unsauberes" Schneiden. Empfinde ich deutlich grooviger als statische Schläge setzen mit niedriger Velocity.
Auch cool, der DJ Shadows Approach; kleinste Hallfahnen oder "Anatmer" rauscutten und einzubauen.

Isch liebe Sample Beatzzzzz.... :D
 
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M.i.a.u.: Formfaktor
  • #102
Ich habs mal in einem Interview zu seinem ersten Album gelesen.
Auch wenn er es frickelmässig und nur mit MPC 60 auf die Spitze getrieben hat, sind solche Techniken gang und gäbe in den unterschiedlichsten Stilen.
Im musikalischen Kontext das bewusst rauszuhören, ist vermutlich oft schwer.

In meinem Track, den du neulich gehört hast, hab ich damit auch (ich glaube auf BD und HH) gespielt, wenn auch lange nicht so komplex.

Diese ganzen Microcut Techniken schließen ja dann auch wieder den Kreis zu deinem Startpost. :)
 
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M.i.a.u.: Formfaktor
  • #103
Vergehensweise stammt vom Hip Hop, genauso wie das unsaubere Schneiden. Lässt die Beats realistischer wirken.
 
  • #104
Was bass angeht im techno/house ist das mein held:
muss mal darauf achten wie schön der mit der HH reinkommt in dem er teile des bassmotivs betont...

Ich bitte zu beachten, dass die Sequenz unter dem Hihat einen mörderischen Swingfaktor gesetz hat, ggf sind das sogar 16tel-Triolen. Wäre der Swing nicht, dann wär das Ganze ein komplett langweilige Veranstaltung - da ist das Hihat als solche komplett irrelevant, bzw es ist nur der gerade Marker wichtig, der Orientierung für die Wahrnehmung des Swings liefert
 
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M.i.a.u.: Nylon
  • #105
für die Wahrnehmung des Swings liefert


genau
der Swing oder Shuffle ist bei HH oft gar nicht das entscheidende für einen Groove, eher die Dynamik von HH liefert das
gerade Minimal Techno Sachen wollen gar nicht diesen housigen Arschwackel-Shuffle der HHs


wie hier .. die HH sind eigentlich sehr gerade, variieren in Lautstärke und länge



 
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M.i.a.u.: Formfaktor und Akai
  • #107
Da bin ich doch gerade woanders über den Begriff Auditory Rhythmic Entrainment gestolpert.
Das erklärt eigentlich ganz gut, warum uns (unser Gehirn) der 4 to the floor beat so packt.
Eigentlich auch erstaunlich wo man ja auch weiss das die menschliche wahrnehmung extrem auf "veränderungen/unterschiede/differenz" reagiert.
 
  • #108
Wäre der Swing nicht, dann wär das Ganze ein komplett langweilige Veranstaltung
Ja - sehe ich auch so - weiss ich aus eigener erfahrung.

Und nein - weil die basslinie viel zu komplex ist und eine herausfordung für das gedächnis darstellt - oder? Das hat seinen reitz.
Daher wird es nie langweilig, weil man ständig versucht das "ereignis" zu catchen und dabei erwischt man sich beim tanzen!!
- oder geht es mir nur so!?

Und ja - die Off HH ist einfach der curry wo die mahlzeit fast aufgegessen ist - aber bringt nochmal etwas schwung und aufmerksamkeit.

- Für mich ein lehrstück für Minimal und das was es leissten kann in reinstform!

edit 30.6.26:
offtopic: Was mir noch aufgefallen ist bei dem track, dass das hauptmotiv hier nicht nur komplex sonder auch mehrdeutig ist
oder nicht eindeutig - es ist eigentlich nicht klar womit man es zu tun hat: Ist das jetzt ne bass-line mit zu wenig bassanteil oder ist das ne schlecht ausgeführt lead-melodie oder teilstück einer jazz-phrase.
 
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M.i.a.u.: fanwander
  • #109
der Swing oder Shuffle ist bei HH oft gar nicht das entscheidende für einen Groove, eher die Dynamik von HH liefert das
gerade Minimal Techno Sachen wollen gar nicht diesen housigen Arschwackel-Shuffle der HHs
Die Off HHs sind immer gerade - da ist das decay entscheident und auch die lautstärke und auch microtiming.
Shuffeln tun immer nur die closed HHs - wenn diese wegfallen shuffelt da nix.

Hört man ja auch in dem beispiel von Terrence Dixon.
 
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  • #110
Die Off HHs sind immer gerade

von denen rede ich ja auch nicht
ausserdem stimmt das nicht
die Off HH verschiebt man ganz gerne nach hinten , auch unregelmässig

- da ist das decay entscheident und auch die lautstärke

ehm..., habe ich was anderes gesagt? 🤔
V
eher die Dynamik von HH liefert das


und auch mircotiming.

das wäre dann shuffle
 
  • #111
Shuffle ist bei HH oft gar nicht das entscheidende für einen Groove, eher die Dynamik
Ich höre in deinem beispiel keine dynamik der closed HHs - dein eindruck kommt eher durch ähnlichkeit der klänge auf gleichen zählzeiten.

Kommt darauf an was du mit "gerade" meinst: ICh würde meinen die sind nicht gerade auf die zählzeiten gesetzt -
sonst würde das nicht so rollen - Die erfahrung hat ja auch AKAI gemacht: Wenn man es nachbaut grooved da nichts
 
  • #114
die Off HH verschiebt man ganz gerne nach hinten , auch unregelmässig
Ich dachte das nennt man microtiming...

Ja, ich mach das auch gerne - aber nicht aus prinzip sondern wenn etas nicht gooven will oder die CL HH nicht hörbar sind...
 
  • #115
Ich meine damit das versetzen des "hit" gegen die zählzeit( metrum?) (Zustimmung, man kann damit auch swing erzeugen)
keine Anhung was du damit meinst
Microtiming ist generell das verschieben aus dem Grit / aus der 16tel Quantisierung ...dadurch entsteht Human Feeling, was man auch Swing o. Shuffle nennt
die Dynamik ist die Lautstärke /Anschlagsdynamik /Velocity...
Variation in der Länge der Noten bringt noch mehr Human Feeling
 
  • #116
ich höre die schon,
die leiseren zwischen den lauteren OFFs
Ich habe mir mal die mühe gemacht die dynamik zu programmieren bzw auch einzuspielen
und zu weisst vielleicht wieviel arbeit das auf ner alten MPC ist...

Ich hab damit tage verbracht - und am ende musste ich alles wieder rausnehmen...

edit: Akzent ist mir viel wichtiger als dynamik

- Wenn das bei Dir funktioniert ist das doch klasse.
 
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  • #117
Human Feeling, was man auch Swing o. Shuffle nennt
Da liegst du falsch - das sind zwei unterschiedlich dinge mit überschneidungspunkte.
Ich denke das der Florian das klären kann!?

Ist aber auch egal - jeder macht es so wie er es hören will am ende und das ergebnis stimmt
 
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  • #118
nd zu weisst vielleicht wieviel arbeit das auf ner alten MPC ist...

ja
am Digitakt nicht ganz so viel

entweder schalte ich die Quantisierung aus und nehme auf ...und quantisiere nach ...was von 0-100% tight stufenlos geht,

oder ich nutze die Funktion einzelne Steps aus dem Raster zu schieben

das geht an der Kiste wunderbar und einfach
 
  • #119
Hach, wie komfortabel geht das doch in der DAW, mit Midi-Transformer & co. ;-)
 
  • #120
Ich denke das der Florian das klären kann!?

also es gibt bestimmte Swing Muster , ja die kann man extra Spielen
und das natürliche Human Feeling , was durch unpräzises Spielen kommt, ist das, nur etwas abgeschwächt... und das kann auch schlecht sein

aber letztendlich kommt das eine doch vom Anderen

was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei?
 
  • Hmm
M.i.a.u.: Formfaktor
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