Welches aktuelle Stereo USB-Audiointerface für 170-230€?

DanReed

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Benutze seit 10 Jahren zwei "Focusrite Saffire 6 USB Version 2". Damit habe ich eigentlich alles, was ich brauche:
1) Guter Kopfhörer-Out mit Lautstärkeregler
2) Class-compliant (läuft sogar unter Android)
3) 2 XLR/Line-Eingänge
4) Getrennter Monitor-Out-Regler mit symmetrischen Ausgängen
(MIDI IN-Out, Input/Playback-Mix-Regler und das 2. Stereo-Out-Paar sind nett, aber kein Kriterium für mich)

Seit einiger Zeit treibt es mich um, weil die gute neue Wandler-Technologie in bezahlbare Regionen gerutscht ist. Dummerweise habe ich mir vor kurzem noch ein "Focusrite Scarlett 2i2 3.Gen" geholt, finde gegenüber meinen Saffire 6 allerdings keine deutlichen Verbesserungen (braucht jemand eins mit voller Garantie - 3 Tage?). Im Nachhinein wundert mich das auch nicht so sehr, nutzen beide doch tatsächlich den mittlerweile ziemlich betagten "CIRRUS LOGIC CS4272", der auch im "UAD Volt 2" steckt oder im "Behringer U-Phoria UMC204HD". Im "M-Audio AIR 192|6", das mir eigentlich sehr zusagt, weil ich die Pultform oder wenigstens eine angeschrägte Front besser finde) steckt sogar nur der Vorgänger CS4270, wie auch z.B. im alten "Steinberg UR22mkII".

OK, warum kommen die alle nicht mehr für mich in Frage? Weil ich in letzter Zeit sehr dynamisches Material mit extrem leisen Passagen abhöre und da schlägt plötzlich hörbar der "eingeschränkte" Dynamikbereich und vor allem THD+Noise zu buche. Alle erwähnten Interfaces liegen bei letzterem unter 100dB, also nicht einmal 17 Bit.

Nun gibt es aber eine Generation von Geräten mit deutlich moderneren Wandlern:
1) "Focusrite Scarlett 2i2 4.Gen"
2) "Motu M2"
3) "Topping E2x2"
(aber ein Interface, das es exklusiv nur bei AliExpress gibt, kann man eigentlich nicht ernst nehmen)
4) "Audient ID14 MkII"

Und natürlich das RME Babyface Pro FS (das mit >800€ bei zwei anzuschaffenden Geräten leider nicht in Frage kommt).

Alle diese Geräte eint, dass sie bessere Wandler und einen deutlich besseren Kopfhörer-Verstärker mit um die 110dB Dynamik haben. Das scheint mir tatsächlich mein wichtigstes Kriterium zu sein.
Außerdem class-compliant, aber da bin ich mir bei keinem der drei Geräte sicher. Wisst Ihr da was?

Vielleicht habe ich noch ein Gerät übersehen, das alle meine Probleme löst? Oder ist es bereits in der Liste, das die meisten hier mir empfehlen würden?
Ich bin für jeden Tipp dankbar...
 
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Wenn du dir eine echte Verbesserung des Klanges wünscht, dann wirst du die nicht mit einem neuen Interface erreichen. Die Unterschiede sind so minimal, dass man sie zwar messer kann aber hörbar sind sie nur unter Extrembedingungen (sofern du mit 24 Bit aufnimmst).

Die Kopfhörerverstärker in den Interfaces taugen meist nicht viel. Würde da auf einen externen KHV wie den Topping L30 II oder sowas in der Richtung ausweichen ausweichen. Beim Motu M2 und M4 haben zwar gute Verstärker für die Kopfhörer eingebaut, weil sie eine sehr niedrige Ausgangsimpedanz aufweisen (nur ein bisschen über null Ohm), dafür haben sie aber wenig Saft. Kann man hier auch sehen: https://www.audiosciencereview.com/forum/index.php?threads/motu-m4-audio-interface-review.15757/

Ich hatte das M2 und war mit der Lautstärke noch zufrieden, selbst mit einem Sennheiser HD650. Aber da sind die eigenen Anforderungen an die Lautstärke auch sehr unterschiedlich. Die Motus sind auch class compliant, hatte aber immer ein bisschen Ärger unter Linux mit dem M2. Konnte nie so richtig rausfinden woran es lag. Andere scheinen unter Linux keine Probleme zu haben.
 
Wenn du dir eine echte Verbesserung des Klanges wünscht, dann wirst du die nicht mit einem neuen Interface erreichen.
Das ist ja nicht das Ziel, sondern weniger Grundrauschen und weniger Verzerrungen. Ich habe teilweise so leise Passagen, dass ich bei meinen Focusrites das Grundrauschen des Wandlers höre. Das will ich nicht!

Die Motus sind auch class compliant, hatte aber immer ein bisschen Ärger unter Linux mit dem M2. Konnte nie so richtig rausfinden woran es lag. Andere scheinen unter Linux keine Probleme zu haben.
Linux ist für mich tatsächlich auch eine wichtige Anwendung. Vielleicht liegt es ja bei Dir an der gewählten Distri?

Das eben gerade leider nicht, wie oben erwähnt.

Mir ist selber noch eins aufgefallen, von dem nicht viel gesprochen wird:

4) Audient ID14 MkII

Ich editiere das mal im Start-Thread hinzu, scheint es doch in der selben Liga zu spielen.
 
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Meine Empfehlung: Motu M2 ... ist definitiv class-compliant und hat - wenn man den Treiber verwendet - einen superpraktischen Loopback-Modus, über den man alle Audiosignale des Rechners aufnehmen kann. MIDI taugt auch für SysEx. Was will man mehr?
 
Ich würde nächstes Mal direkt zum Motu M4 greifen. Gerade, wenn man Synths aufnimmt, dann sind die Line Level Buchsen an der Rückseite doch angenehmer, weil die Kabel nach hinten weggehen (zumindest für mich...) und einen Gain-Regler braucht man da ja meistens ebenfalls nicht. Für gerade mal 60 Euro mehr gibt es noch etwas bessere Messwerte und eben zwei Eingänge mehr.

PS: Hier noch eine nette Übersicht über die Kopfhörerausgänge vieler Interfaces: https://www.audiosciencereview.com/...focusrite-scarlett-4th-gen.47544/post-1707603
 
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Du solltest ein bisschen mehr ausgeben, wenn es um echte Verbesserungen gehen soll.

Zum Beispiel ein Arturia AudioFuse (das „richtige“, nicht eine der Mini-Varianten) wirkt recht teuer, lohnt sich aber wirklich:

Das ist ein Audio-Interface ohne Kompromisse und durch ADAT auch immer noch erweiterbar.
 
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Du solltest ein bisschen mehr ausgeben
Wenn ich "ein bischen" mehr ausgeben wollte, würde ich das Babyface nehmen. Ich denke aber, dass in der 200€-Abteilung richtig gut Geräte zu finden sind. Ich hatte oben geschrieben, dass es wirklich nur um Stereo In und Out geht, alles darüber hinaus ist gut und schön, aber verursacht viele viele Knöpfe und Buchsen und Gedöhns, was ich nicht wirklich brauche. Mir sind schon die "Air"-Knöpfe des Scarlett zuviel.
 
Bin dabei, mir meine eigene Meinung zu bilden: Hab mir folgende beide besorgt:
2) "Motu M2"
4) "Audient ID14 MkII"

Das "Topping E2x2" ist nicht erhältlich (scheint noch ziemlich in der Entwicklung zu sein und hat wohl noch Schwächen). Und den Preis des "Focusrite Scarlett 2i2 4.Gen" finde ich in Anbetracht der Features und technischen Daten im Vergleich zu den anderen etwas überzogen. Gehört m.M.n. eher in die Region 160€ in Anbetracht von Ausstattung, Verarbeitung und Hardware.

Mein Review

"Motu M2": Was es mehr hat als das Audient

Gleich vorweg: Die Aussteuerunganzeigen des Motu sind einfach sehr gut gemacht und ein Hingucker, auch wenn sie keine Skala besitzen und daher genaugenommen wenig aussagekräftig sind. Negativ fällt mir eine deutlich sichtbare Latenz auf: Die Anzeige hinkt hinterher! Das fällt vor allem dann auf, wenn danaben noch eine Aussteuerungsanzeige ohne Latenz arbeitet.

Die beiden Monitor-Schalter des Motu legen die Eingänge in Mono oder nach Langdrücken in Stereo auf den Ausgang. (danke @Dr. Lämmerbein )
Monitoreinstellungen (on/off, mono/stereo) merkt sich das Motu, wenn es aus- und wieder angeschaltet wird.

Für Monitore und Kopfhörer existieren getrennte Lautstärkeregler, die sehr schön griffig sind, so dass man sie mit einem Finger bedienen kann. Und sie sind digital: Keine Gleichlauffehler, die bei Stereopotis ja sehr häufig bei niedrigen Lautstärken auffallen. Aber sowohl bei den Monitoren wie auch beim Kopfhörer ploppt am Linksanschlag die Lautstärke von absoluter Silence auf die kleinstmögliche Lautstärke von -60dBFS, die ich mir mindestens 10dB geringer gewünscht hätte. Und die Links- und Rechsanschläge aller Potis sind ziemlich schwammig.

Das Motu hat einen D/A-Wandler ESS ES9026PRO mit 124dB Dynamik (110dB THD+N), wovon aber immerhin 121.5dB bleiben.

Dann hat das Motu noch MIDI In und Out.

XLR- und Line-Inputs (die auch beide hochohmig sein können) vorne, sehr schön finde ich.

Eingeschaltete Monitore knacken nicht beim Ein- oder Ausschalten des Interfaces.


"Audient ID14 MkII": Was es mehr hat als das Motu

Die Aussteuerunganzeigen bestehen immerhin aus 8 LEDs, die korrekt beschriftet sind, aber dennoch allenfalls ein grobes Hilfsmittel sind. Sie werden auch genutzt, um die Stellung des Endlosreglers bei Bewegungen anzuzeigen. Drücken auf den Endlosregler mutet den jeweils selektierten Ausgang.

Ein Instrumenteneingang extra mit JFET vorne.

Zwei Kopfhörerausgänge, wenn auch deren Lautstärke nur gemeinsam geregelt werden kann.

(Ein Kritikpunkt am Audient ist sein mit 22Ohm großer Ausgangswiderstand. Und da ich den DT900PRO-X nutze, der nur 48Ohm hat und bei dem die 1/8tel-Regel verletzt würde (bei meinem DT770PRO mit 32 Ohm natürlich erst recht), habe ich die Kopfhörerverstärker-Schaltung reverse-engineered und den Augangswiderstand für den 3.5mm-Ausgang auf 5.7 Ohm verkleinert. Ich kann also jetzt wählen, welche Ausgangsimpedanz ich haben will. Effekt beim DT900PRO-X: etwa 1dB weniger der zuviel Energie im Bereich von 20-250Hz und insgesamt 2.3dB mehr Pegel.)

Der Encoder ist ein wesentlicher Unterschied und gewöhnungsbedürftig. Jede Stufe verändert die Lautstärke um 2dB bis -64dBFS, darunter um 4dB und man kann das Signal sogar kaum hörbar leise machen.

Das Besondere am Audient ist, dass tatsächlich drei getrennte Stereo-D/A-Wandler existieren: je einer für Kopfhörer, Monitore A und z.B Monitore B oder etwa einen Kopfhörer-Mix für die Musiker. Und alle Wandler sind identisch und vom Typ "CIRRUS LOGIC CS 43198", einem Profiwandler mit 130dB Dynamik (115dB THD+N), von denen gemessene 125.5dB übrigbleiben. Das ist nicht nur auf dem Datenblatt bei weitem genug.

Hinzu kommt der beachtliche Kopfhörerverstärker mit vier diskreten Transistoren BC807-40/BC817-40 als Endstufe, die von einem TI OP1678 getrieben werden, und mit +-6.5V bei USB2 und sogar +-12V bei USB3 versorgt werden, sehr potent und wesentlich aufwändiger als beim Motu M2, das nur einen TI OP1688 nutzt, der zudem nur mit +-5V versorgt wird. Bei entsprechend geringeren Lautstärken (ca. 7dB weniger, Regler auf ca. 2Uhr) fängt das Moto beim Kopfhörer an, hörbar zu verzerren. Beide Kopfhörerverstärker sind am DT900PRO-X auch in ruhiger Umgebung bei jeder Reglerstellung absolut rauschfrei.

Auch auf der Input-Seite hat das Audient einen besseren Stereo-Wandler: ESS ES9822QPRO mit 125dB Dynamik (117dB THD+N) statt eines AKM AK5552VN mit 115dB Dynamik (106dB THD+N). Beide verwenden als Eingangsverstärker TI OPA1678, die Schaltungen sind dennoch recht unterschiedlich, da Motu zusätzlich einen programmierbaren Vorverstärker-Chip von That verwendet (T6263), der digital gesteuert wird, während Audient auf analoge Gain-Regler setzt. Im Endeffekt liefert das Audient gemessene -130.4dBA und das Motu -128.7dBA.

Schließlich ist da noch der optische Eingang des Audient, der SPDIF oder ADAT sein kann und entweder 2, 4 oder 8 weitere Eingänge bietet.

Beide Geräte sind class-compliant.

Und der Preis? Das Audient ID14 MkII hat die teurere Hardware und ist trotzdem wesentlich günstiger (gerade 189€ zu 233€).

PS.: Ich habe bewusst kein Wort zum Klang gesagt.
 
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Ich habe sie ja nun beide hier seit ein paar Tagen stehen und sehe sehr genau hin. Ich will schon ganz genau wissen, womit ich es die nächsten Jahre zu tun habe, sonst hätte ich nicht beide Geräte aufgeschraubt. Aber class-compliant sind beide: mein Test: An Linux anstecken, läuft out of the box. An verschiedene Android-Geräte anstecken: läuft out of the box. Apple könnte ich auch testen, da ist aber schon in allen Foren der Welt gut dokumentiert, dass beide ohne Treiber laufen.

@ganje Du redest in Deinem Thread vom Audient iD4. War es ein Mk2? Windows bietet keine Möglichkeit, class-compliance zu testen. Interfaces laufen oder laufen nicht, die definitiv class-compliant sind. Mein Focusrite Saffire 6 mit usb 2 lief unter Windows 7 auch nicht out-of-the-box, aber sonst immer und überall!

PS.: Ich habe hier auch ein Audient id14 mkI stehen und das ist deutlich anders, aber unter Linux: anstecken läuft!
 
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Die beiden Monitor-Schalter des Motu legen die Eingänge leider nur in Mono auf den Ausgang, für mich daher auch nicht so oft nutzbar, da ich meistens Stereo aufnehme.
Halt mal einen der beiden MON Buttons für eine Weile gedrückt, dann schaltet der um auf Stereo!
 
Ich bewundere ja Leute die bei Audiointerfaces irgendeinen Unterschied hören.

Was ist eigentlich mit diesem Interface, das ist irgendwie gefühlt öfters in irgendwelchen Medien zu sehen?
 
Ich bewundere ja Leute die bei Audiointerfaces irgendeinen Unterschied hören.
Für mich war es schon unglaublich schwierig, diesen 1 dB geringeren Bassbereich (durch meine Kopfhörerverstärker-Modifikation) überhaupt wahrzunehmen, 1/2 dB hätte ich glaube ich nur noch mit speziellen Diskriminationstests geschafft. Daher war mir dann der letzte verbleibende Fehler von <0.1dB bei 5.7Ohm vs. 0Ohm Ausgangsimpedanz auch nicht mehr wichtig.
 
Ja, es war die mk2.
Das meldet sich wohl, um class-compliant zu sein, als SB-Headset an. Vielleicht schaltet bei Deiner Installation dann aus irgendeinem Grund ein Hochpass? Naja, nun ist es ja auch egal, aber das könnte damals der Grund gewesen sein, denn das Motu macht was anderes, um class-compliant zu sein (gibt verschiedene Tricks).
 
Ja, es war die mk2.
Das war das Problem dass das Teil innerhalb der DAW gut funktioniert aber unter Windows den Sounds schlecht ausgegeben hat? Der Thread geht noch was länger, hab' das irgendwann aber nicht mehr vefolgt weil ich dachte das Problem wär gelöst :dunno:
 
Das war das Problem dass das Teil innerhalb der DAW gut funktioniert aber unter Windows den Sounds schlecht ausgegeben hat? Der Thread geht noch was länger, hab' das irgendwann aber nicht mehr vefolgt weil ich dachte das Problem wär gelöst :dunno:
Die Lösung war, dass ich mir das UA Volt 176 holte. Wunderbares Interface. Mittlerweile bin ich auf das 476 umgestiegen.

Das meldet sich wohl, um class-compliant zu sein, als SB-Headset an. Vielleicht schaltet bei Deiner Installation dann aus irgendeinem Grund ein Hochpass? Naja, nun ist es ja auch egal, aber das könnte damals der Grund gewesen sein, denn das Motu macht was anderes, um class-compliant zu sein (gibt verschiedene Tricks).
Was auch immer das Interface machte, es machte mich verrückt. Genauso wie der Kundenservice von Audient.
 


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