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Willkommen in 2026 - (Musikalische) Utopie gesucht.

  • #181
Ich freue mich sehr, wenn ich über schöne, positive Entwicklungen und Selbstfindungen lesen darf.
Einige Dinge möchte ich allgemein anmerken:
Ein Ortswechsel kann das komplette Leben ändern. Auch wenn es heißt, man kann vor Problemen nicht weglaufen, können sich durch neue Eindrücke und Möglichkeiten (und neue Menschen) unbekannte Welten und Interessen auf tuen.
„Man ist was man isst“. Gute, gesunde Ernährung beeinflussen einen Menschen auf Dauer zum Positiven. Schlechte Ernährung kann das Gegenteil bewirken. Das ist fast schon einen eigenen Thread wert (Superfood für Supermusiker 🤭).
Ich bin vor ca. 10 Jahren aus der Innenstadt in einen Randbezirk gezogen. Ich wurde ein völlig anderer Mensch. Ich habe ein ganz anderes Verhältnis zum Leben, zur Natur und zu meinen Mitmenschen entwickelt.
Um zurück zum Thread-Thema zu kommen: Ich habe das Gefühl, dass ich bereits in einer Utopie lebe. Ich habe so viele fantastische Möglichkeiten (Auch durch das Internet) in einem der freiesten Länder der Erde (Ja, ich meine Deutschland). Ich kann mir quasi jeden Scheiß innerhalb eines Tages kaufen/besorgen, den ich will (#GAS #Internetshopping). Ich kann sehr angenehm auf Konzerte reisen + Unterkunft (AirBnB, Booking.com, Ticketkauf per Internet).
Und als Sahnehäubchen gibt es die tollen Internet-Communities, wie Sequencer.de, wo man sehr einfach weltweit Gleichgesinnte findet.
Alles das war vor 30 Jahren für mich eine Utopie.
 
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M.i.a.u.: Moogulator, Rolo und Randow
  • #182
einem der freiesten Länder der Erde (Ja, ich meine Deutschland).
und da setze ich jetzt noch einen drauf, ich finde in Europa haben wir so ziemlich von allem etwas und alles was wir brauchen und man
kann sich in Europa eigentlich so ziemlich sicher fühlen als Europäer.
Ich finde man kann ruhig immer ein bißchen größer denken. Das vergessen viele in anbetracht daß sich früher die Europäischen Nationen
gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben. Ich sehe da schon viel Einigkeit auch wenn es immer Stimmen gibt die das anzweifeln.
Auch wenn ich mein Hessenland und auch Deutschland als ganzes wirklich Super finde (man muß sich mal klar werden was wir für schöne Städte haben)
finde ich daß Europa als ein Raum in dem man sich frei bewegen kann und arbeiten und leben kann wirklich eine sehr schöne Sache. Den die unterschiedlichen Länder haben wirklich sehr viel zu bieten und sind meiner Meinung nach Kult.
 
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M.i.a.u.: Lumm
  • #183
Okay, jetzt verstehe ich besser, worauf Du zielst.

Jeder durchlebt ja eine andere Evolution, ein anderes Leben. Ich habe mich frühzeitig mit der Gesellschaft beschäftigt, weil ich "den Menschen" verstehen wollte. Obwohl ich augenscheinlich zu dieser Spezies gehör, empfinde ich weniger ein Gefühl der Zugehörigkeit, als eher jemand Außenstehendes. Die Dynamik "vieler Menschen" unterscheidet sich allerdings deutlich von der Einzelner.

Wie dem auch sein: Meine Utopie war es immer mir ein Kleinod zu schaffen, das nach eigenen Regeln funktioniert. Wir Menschen sind in höchstem Maße fremdbestimmt und das erfüllt mich mit Machtlosigkeit, manchmal auch Zorn. Mit dem Umzug in unser Haus und den vielen damit verbundenen Freiheiten, hatte ich tatsächlich das Gefühl einige Fesseln abzulegen. Die grauen Briefe liegen trotzdem im Briefkasten und völlig vogelfrei ist man nirgends.

Diese "Landflucht" bedeutet andererseits nicht, dass ich künstlerisch irgendwas einstampfe. Im Gegenteil: Wie ich das bereits in einem Thread beschrieben habe, möchte ich mein neues Studio dazu nutzen, um beispielsweise andere Musiker/innen zu coachen. Ich denke, dass ich mit 35 Jahren Studioerfahrung einiges vermitteln kann und möchte das gern auch - nicht als Lehrende, sondern ganz normal auf Augenhöhe. Das hier bei mir ist ein bewusster Gegenpol zum Mainstream-Angebot. Ich bin sozusagen der Hofladen im Studiobereich.

Andererseits haben wir alle Internet und da geht ja heute extrem viel. Nach meinem letzten Livegig wurde ich oft nach meinen Visuals gefragt - das hat echt einige Leute beeindruckt. Die Idee Musik und Visuals möglichst verschmelzen zu lassen, ist seit Jahrzehnten Teil meiner Auftritte und daran arbeite ich weiter. Ich stehe in engem Kontakt zu Blastromen aus Finnland und da kommen echt nerdige Sachen bei heraus. Das Thema verfolge ich definitiv weiter - auch diese Live-Coding-Sachen sind echt spannend.

Auf der anderen Seite habe wir hier unseren riesigen Garten - ich bauen Gemüse an und probiere viel. Dieses Jahr wollte ich Pflanzen selbst anzüchten, weil die einfach resilienter sind als gekaufte. Ich braue unser eigenes Bier in unserer kleinen Hausbrauerei. Wir wohnen nicht, wir leben. Ich denke, dass das ganz wichtig ist.
Das klingt spannend & richtig - Ein sehr schönes Beispiel von Zielen und ja - sehr im Sinne der Frage! (war gar nicht schwer das zu sagen). Weil es Dorf ist, nutzt du die Vorteile. Meist ist dort mehr Platz und das wichtigste ist - es gibt 50mBit/s oder besser Internet ;). Ein schönes Ziel.
 
  • #184
und da setze ich jetzt noch einen drauf, ich finde in Europa haben wir so ziemlich von allem etwas und alles was wir brauchen und man
kann sich in Europa eigentlich so ziemlich sicher fühlen als Europäer.
Ich finde man kann ruhig immer ein bißchen größer denken. Das vergessen viele in anbetracht daß sich früher die Europäischen Nationen
gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben. Ich sehe da schon viel Einigkeit auch wenn es immer Stimmen gibt die das anzweifeln.
Auch wenn ich mein Hessenland und auch Deutschland als ganzes wirklich Super finde (man muß sich mal klar werden was wir für schöne Städte haben)
finde ich daß Europa als ein Raum in dem man sich frei bewegen kann und arbeiten und leben kann wirklich eine sehr schöne Sache. Den die unterschiedlichen Länder haben wirklich sehr viel zu bieten und sind meiner Meinung nach Kult.
Hatte gestern noch über sowas wie eine politische Nutzung der eigenen Auftritte gesprochen, wo dies ja ein Thema ist.
Recht interessant. Eine tagespolitische Message verändert schon, ich will das mal positiv sagen:
Das wir hier viel und alles sagen kann ist richtig, dennoch kann bei aktiv kontroversen Themen schon sehr umhergewürfelt werden, ggf. auch in manchen Locations eher spielen. Es gibt dann viele Gleichgesinnte. Blasen. Ich weiss nicht, ob die Protestsänger der 60er etwa nur vor Leuten gespielt haben die das auch so fühlen wie sie oder ob es nicht eher so war, dass man auf Leute die auf Bühnen stehen als Gesamthörerschaft eher wegen der Musik hört und dann hört und sieht - ah, das ist dem wichtig. Dann denkt man drüber nach und bildet ggf. eine Meinung, hört aber einfach die Musik.
Idealerweise.
Das kann sich teilweise vorher schon abzweigen, je nach dem, was man erreichen möchte.
Warum Politik raus?
Ich kenne nur eine kleine Hand von Musikern, die sehr klar entscheiden, warum sie da oder da spielen oder nicht spielen und entscheiden das nach Ideal. Das kann von vielem Abhängen, ich meine damit nicht man nur rein politische sondern alle möglichen Vorstellungen. Das KANN hot werden, wenn wir darüber reden. Ist aber ganz interessant.

Ich habe da mal einen Schluss gefasst und in Interviews würde ich sowas klar auch beantworten - wenn man mich "tagespolitische "Dinge fragte. Ich finde das ziemlich aktuell und interessant, allerdings gehöre ich eher nicht zu denen, die interviewt werden, was sicher auch daran liegt, dass ich ein Magazin initiiert habe und so weiter - solche Leute werden idR nicht eingeladen. Dh - man hat ein Sprachrohr, könnte es nutzen. Es ist aber eine Frage, ob und wie man das tut.

Für eine gute Sache will ich das - für heute-so-morgen-so würde ich das nicht tun. Ich finde interessant, wenn Acts eine echte Message haben und sie wirklich zeigen, ohne großes Trara, also künstlerisch. Das ist, wo eine Hochkultur sein sollte. Und richtig erwachsen ist es das anzuhören, nicht überall gleicher Ansicht zu sein und die Musik und Kunst trotzdem zu mögen.

Spannende Sache, kann ggf. kontrovers werden wenn man es wirklich durchspricht. Denkt man an zB die alte Industrial Szene oder Hiphop bis hin zu gerade aktuellen Sachen.
Auch eine Vision - von Zielen.

Ich selbst habe diese meist eher in der Musik versteckt und erschließt sich nicht automatisch. Umso spannender, wenn es jemand findet. Das kann sich ändern. Mit dem Alter gehen viele davon eher weg, dennoch würde ich es offen halten.

Ich weiss, ich gieße ggf. Öl ins eigene Feuer, dennoch - ist das Gebot positiv und der Umgang kann da auch entspannt sein, kontrovers wie eine Diskussion mit Künstlern wie Beuys in den 60ern im TV, wer Lust hat, kann sich das mal ansehen, was man damals so dabei empfand. Heute ist heute, ich bin ja eher an Zukunft und Gegenwart interessiert. Musikalisch.
 
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M.i.a.u.: ecaep
  • #185
Also, das ist doch im Grunde dann wirklich ganz einfach, oder?

Musikalisch gibt und gab es ja, zumindest vom Können her, mehr als genug echte Größen (im Sinne von Können, nicht zwangsläufig Bekanntheit, wobei ich immer noch der Meinung bin, dass Letztere aus Ersterem entsteht, wenn man am Ball bleibt, vielleicht nicht immer, aber oft genug, bei ausreichender Konsequenz), an denen man sich zumindest orientieren kann. Ich selbst habe immer wieder Leute genannt, die ich als hervorhebenswert empfunden habe (zum Beispiel Kinga G. als lebendes Beispiel, Keith Emmerson als totes Beispiel etc.). Es müssen nicht zwangsläufig Tasten sein, aber das Gefühl der tanzenden Finger ist schon unabdingbar für mich beim guten Spiel, egal ob Klavier, Synth oder Bassgitarre.

Also: Keith Emmerson, Lisa Bella Donna etc. Das sind meine Ziele an den Tasten. Kinga G, Jacko Pastorius etc. meine Ziele an den Saiten.
Inhaltlich eher nach oben bissig und provokant, Veränderungen anstrebend, aber auch mal entspannt und genießend. Black and White.



Ja oder nein? Das ist mir ein wenig zu wischiwaschi.

Und überhaupt: Warum Politik raus? Ich finde, gute Kunst muss auch Kritik an schlechter Politik üben können, ohne verkrampft zu wirken. (M.-U. Kling ist für mich pure Buchkunst nach dieser Definition. Da klingt nichts verkrampft, und dennoch ist sehr viel berechtigte Kritik enthalten, die viele Leute nachvollziehen können, sonst wäre der Mann vermutlich nicht so erfolgreich. Erfolg, wo er hingehört. Der Umkehrschluss ist unzulässig.)

Dann beiß doch mal zurück, wenn die bellen. Ich habe mir über die Jahre ein einfaches Prinzip angewöhnt (das ich manchmal selbst vergessen habe, aber insgesamt passt es dennoch): einmal bellen, beim zweiten Mal Todesbiss. Gebe Ratschläge gern privat im Austausch gegen Anderes (alles, was irgendwie mit Musik zu tun hat).



Dann benenne doch vielleicht zuallererst mal deine persönlichen Ziele, bevor du andere fragst?
Vielleicht verstehen dann manche Leute den Sinn eines Threads auch viel besser? ;-)
Das Streben nach Perfektion, las ich auch schon weiter oben beim ersten Post heraus, ist ein sehr hohes Ziel für dich. Und viele hier sind Perfektionisten. Das ist ein ziemlich edles Ziel. Hier ist jedes Ziel mindestens legitim, weil du es hast alleine reicht! So provokant ist das nicht, glaube hier im Forum allein sind einige, die ähnlich denken!

Wegen Politik, siehe voriges Post, als Anreiz, klar hat Kunst auch politische Aspekte, siehe eben letztes Posts - dazu. Weil wir als Menschen eben auch über reinen Klang hinaus gehen. Logisch.

Alles ist erlaubt. Bis hin zur Diktatur der Kunst. Ziel darf alles sein als Künstler, inkl Vorstellung. Das ist wie ein Computerspiel bauen, einen Film machen, eine Musik.
 
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