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Crumar Performer Restaurierung

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Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 03.01.2016 00:58

Hallo Forum,

ich habe mir vor kurzem zwei Abenteuer bzw. Baustellen zugelegt. Ein Crumar DS2 und ein Performer.

Beide sind defekt und waren deshalb sehr billig. Die zwei Italiener sind aber sonst optisch ok und bieten m.M. nach genügend Substanz für eine Restaurierung.

In diesem Thread geht es, wie in der Überschrift schon angegeben, exklusiv um den Performer, der DS2 bekommt bei Gelegenheit seinen eigenen Bereich.

Hier möchte ich alle meine Fragen, Informationen und Erfahrungen bündeln, auch im Hinblick auf zukünftige Interessenten.

Istzustand: Ich habe den Performer mit einem angeblich "defekten Tongenerator" gekauft, fünf der Fader sind abgebrochen, wie so oft bei diesen Geräten, da sie aus Plastik sind. Die Klaviatur hat etwas abbekommen, d.h. eine Taste hängt etwas tiefer. Das Gehäuse hat Gebrauchsspuren aber kein Rost bzw. Oxidation.

Hier ein Foto:

image.jpg


Einer erster Test ergab, dass der Performer "Töne" von sich gab, er klang ungefähr so nur leiser. :mrgreen:

http://youtu.be/8_7RYgAzs8M

Meine Schlussfolgerung war, es fehlen Teile der Betriebsspannungen, was eine kurze Überprüfung bestättigt hat. Die -24V und die daran hängende -12V Schiene waren tot. Die Hauptverdächtigen waren die verbauten blauen Tantalkondensatoren C2, C3, C10 und C11 auf der Platine P-553.

Die Service Unterlagen inkl. Schaltpläne befinden sich hier: http://www.studio250.fr/docs/Crumar/cru ... manual.pdf

Mein Verdacht war richtig, C3 war defekt und hat wie das Tantal Kondensatoren gerne machen, den Ausgang von dem 79M24 und somit auch den 79M12 auf Masse gezogen. Nach dem Austausch der Tantals spielte der Performer wieder, die Brass Sektion und die Strings waren scheinbar wieder vollumfänglich am Start. (Foto der Änderungen im Dateianhang)

Leider war dies nur für kurze Zeit der Fall, nach einer Weile waren alle G und H defekt, sie machten entweder Geräusche oder gar nichts mehr. Das ganze scheint Temperaturabhängig zu sein. Nach Ausschalten und einer längeren Pause sind alle Noten wieder da, nach ca. 5 Minuten taucht das Problem wieder auf, erst sterben die H, dann danach die G.

Leider mußte ich dann bedingt durch die Feiertage und Urlaub meine Tests verschieben. Das Ganze interessiert mich aber brennend.

Deshalb hier meine Fragen:

1. Woran könnte das Verschwinden der genannten Noten liegen? Das Netzteil hält anscheinend die benötigten Spannungen aufrecht, das scheint es nicht zu sein. Wie gesagt, das Problem scheint temperatur-abhängig zu sein. Hat jemand eine Idee?

2. Ist es normal, dass die String Abteilung merklich mehr rauscht als die Brass Sektion? Wenn ja, kann man da was dagegen machen, eventuell rauschärmere Ops benutzen?

3. Wo bekomme ich bezahlbare passende Fader-Kappen? Die Fader, also die Schiebepotentiometer sind von Piher, ich glaube ich habe eine preiswerte Quelle dafür aufgetan, so dass ich nicht Second Hand Fader per ebay aus den Staaten zu Mondpreisen importieren muss. Wenn das klappt, werde ich meine Quelle hier benennen.

4. Hat jemand eine Idee wie ich die etwas durchhängende Taste heilen kann? Kann man das zurechtbiegen oder besser die Taste austauschen? Geht das einfach?

5. Ich habe auch festgestellt, dass wenn ich stark die Tasten drücke anscheind mechanisch eine weitere Taste gedrückt wird. Was passiert da, wie funktioniert das Ganze und wie stelle ich das ab?

Vielen Dank im Vorraus für jede Antwort und Idee. Fortsetzung folgt... :nihao:
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon RetroSound » 03.01.2016 09:05

Wow, da hast du dich aber auf ein Abenteuer eingelassen. :supi:

Ist es ein Performer A mit LadderFilter oder Rev. B mit SSM Filter? Meiner hat das weicher klingende SSM Filter drin.

Die Faderkappen gab es bei syntaur, hab aber keine Ahnung ob der noch welche vorrätig hat. Vielleicht hat einer in der Nähe einen 3D Drucker?

Die Strings rauschen in der Tat mehr als die Brass Sektion.

Das Problem mit den Tasten habe ich bei mir noch nicht beobachtet.

Viel Erfolg weiterhin!
Ich werde deinen Bericht sehr aufmerksam verfolgen. :nihao:
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon ppg360 » 03.01.2016 12:20

Oha, mein Beileid. Gerade der DS-2 dürfte, dank der hervorragenden Dokumentation, ein Klacks zu reparieren sein.

Sarkasmus aus.

Dass beim Verformer einzelne Töne ausfallen, dürfte entweder auf Probleme in der Teilerstufe oder auf den Top Octave Generator für den jeweiligen Ton zurückzuführen sein. Hast Du mal geschaut, ob der jeweils höchste Ton zu hören ist, nur nicht die, die weiter unten liegen auf der Tastatur? Dann dürfte es höchstwahrscheinlich ein Teiler-IC sein. Keine Ahnung, wie die das bei Crumar geregelt haben. Ich hatte Ähnliches mal bei einer Farfisa Compact -- da war ein Transistor defekt, die Sperrschicht, wie man es mir erklärte: War die Orgel kalt, funktionierte der Transistor nicht, war die Orgel aber auf Betriebstemperatur, verschwand das Problem auf mystische Weise. Das machte die Fehlersuche nicht gerade leichter...

Wenn auch die höchste Noten von G und H auf der Tastatur nicht zu hören sind, dürfte es der TOG sein -- ich weiß auch hier nicht, was Crumar verbaut hat, aber ich habe hier einen Restbestand an Ersatzteilen aus einem geschlachteten Trilogy, vielleicht ist da ja was bei, was Dir nützen kann.

Schiebepotis dürften ebenfalls schwer zu finden sein -- vielleicht habe ich auch da noch welche übrig aus dem Trilogy. Was für Werte brauchst Du?

Tastaturen sind, gerade bei italienischen Geräten, im Prinzip nicht reparabel, ohne das Risiko einzugehen, einen noch größeren Schaden anzurichten. Wahrscheinlich sind entweder Tasten mechanisch verzogen (durch einen Schlag z. B.) oder irgendwelche Weichmacher fällen aus, die die Mechanik verkleben. Die Tastatur von meinem PPG Wave 2 ist aus Italien -- und sie ist der allerletzte Billigranz.

Viel Glück,

Stephen.
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 03.01.2016 21:45

Hallo ppg und RS , vielen Dank für euer Mitgefühl :D und eure sachdienlichen Hinweise!

Ich habe auch schon mal einen Blick auf den DS2 geworfen, dessen Probleme sind gehaltvoller und es stimmt, es gibt keine richtige Dokumentation des Digitalteils, das wird lustig!

Zürück zum Thema, ich bin guter Dinge das ich die Probleme meines Performers finden werde. Ich habe die frühe Version mit dem Moog-Style Ladder Filter und (leider) ohne die Transpose Tasten. Der Vorteil ist, mein Gerät entspricht dem in dem Service Manual beschriebenen Modell.

Ich habe heute die Schaltpläne studiert und schon einige Ideen wie ich die Sache angehe. Starten werde ich bei dem Mostek 50240 Top Frequenz Generator welches man als IC2 auf der Platine P-555 findet. Die Beine des ICs sind schwarz angelaufen, es sieht so aus als ob der Silberanteil heftig oxidiert ist. Das ist nicht gut und führt vielleicht durch Erwärmung zu schlechten Kontakten an den Materialübergänge. Hier ist eine Putzaktion gefragt.
Datenblatt Mostek 50240 http://pdf.datasheetcatalog.com/datasheet_pdf/mostek/MK50240N_to_MK50242P.pdf

image.jpeg


Falls ich da nichts bewirken kann, sind die Hüllkurven und Waveform Generatoren dran, die zwölf TDA 1008 finden man unübersehbar auf der Platine P-554. Hier findet man auch die beiden Ausgangs-OP auf der rechten Seite, mit dehnen man vielleicht das Rauschen der Stringabteilung durch Upgrade verbessern kann??

image.jpeg
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 03.01.2016 22:04

Hier werde ich spätestens den Fehler durch messen oder schlichtes Ausprobieren finden, indem ich versuche durch Umstecken der TDA 1008 den Fehler zu verschieben. #think positiv on#

Dann kann ich mich um den Attack und Decay von der Brass-Sektion kümmern, hier gibt es auch Handlungsbedarf, wie ich gestern endeckt habe. :selfhammer: Die beiden Fader zeigen keine richtige Wirkung vielleicht sind sie wirklich defekt oder das Problem liegt auf der Platine P-557.

Thema Fader, danke Stephen für das Angebot, ich muss aber erstmal alle benötigten Werte aufnehmen, auch für den DS2. Da wird einiges zusammen kommen...ich hoffe auf meine Quelle mit Neumaterial.

Gruß

thorsten

PS: Das Foto zeigt mein Tastatur Problem, die rechte schwarze Taste hängt etwas durch und lößt wohl manchmal auch aus, wenn sie nicht gedrückt wird.

image.jpg
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon swissdoc » 03.01.2016 23:24

Spannendes Projekt und wie ich sehe, hast Du schon den rechten Dreh raus. Ich vermute auch Kontaktprobleme wegen des Alters. Deoxit hast Du schon im Hause?

Es sind ja noch jede Menge Tantals verbaut, die kannst Du mit dem Durchgangsprüfer Deines DVM mal schnell auf Kurzschlüsse prüfen.

Wenn Du ein Oszi hast, miss die Spannungen ab Netzteil. Wenn die Elkos dort ein wenig gealtert sind, so kann das zu Rippeln und sonstigem Dreck auf der Spannungsversorgung führen.

Die String Section geht ja permanent durch einen Ensemble Effekt mit TCA350Z 185-stage BBDs. Dort kommt das Rauschen her. Die Op-Amps dort und vor allem auch Transistoren gegen "moderne" mit weniger Rauschen zu tauschen könnte noch spannend werden. Hier gibt es noch Info zum Ensemble Effekt: http://www.lenham.clara.net/sound/crumar_rack.html

Die Probleme mit Attack und Decay von der Brass-Sektion könnten von den Elkos in der Schaltung kommen. Wenn dort das Elektrolyt verdampft ist, so wird Attack und Decay immer sehr kurz sein, egal wie die Potis stehen.

Cool sind ja die letzten paar Seiten des Service Manuals, gute Info um am Ende alles gegen die Specs zu vermessen.

Nachtrag:
Hier noch ein paar Links zum TCA350:
viewtopic.php?f=13&t=27845
viewtopic.php?p=220661
http://www.semicon-data.com/pdf/ITT/TC/TCA350.pdf
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 04.01.2016 12:25

Hallo swissdoc, vielen Dank für die Infos und Links! :supi:

Ich benutze Teslanol Oszillin T6, Deoxit scheint aber sehr gut geeignet zu sein, da gibt es für die unterschiedlichen Anwendungen jeweils ein spezielles Produkt. Interessant!

Heute abend habe ich wieder Zeit für die Fehlersuche, die Tantals habe ich schon mal kurz gecheckt vor zwei Tagen, da gab es keine Auffälligkeiten.

An das Netzteil gehe ich noch einmal ran, das wird grundsätzlich recht warm und die Spannungsregler sind die kleinen M Typen, die würde ich gerne gegen reguläre 78xx und 79xx austauschen. Die Elkos auch, wenn man schonmal dran ist.
Was mir auch nicht gefällt ist das der 79M12 mit seiner Kühlfläche auf einem Elko direkt aufliegt, quasi als Heizung (siehe Netzteil Foto), das will ich ändern. Ich glaube diese Änderungen werden den Crumar für die Zukunft betriebsicherer machen.

Ich habe mir im Schaltplan den BBD Ensemble Effekt angeschaut, da wird das Rauschen herkommen! Alles diskret m.E., das erfordert etwas Mut da was zu ändern. Ich kenne mich nicht aus mit solchen Schaltungen, ist das Rauschen nicht der eigentliche Grund gewesen, das man später dann BBD Effekte mit Kompander Schaltungen ergänzt hat um das SNR zu verbessern? Was sich direkt aufdrängt ist ein Mod, dass man die Brass Section auch dadurch laufen läßt, oder? Na ja, erstmal Original Funktion herstellen. :mrgreen:

Das Attack Decay Problem ist gerade umgekehrt, ich habe nur lange Zeiten!

Das Service Manual ist klasse, der Performer ist gut beschrieben und wie ich finde auch wartungsfreundlich aufgebaut! Macht Spaß, das geht auch wesentlich schlechter...

Grüße
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon ppg360 » 04.01.2016 15:08

soderstrom hat geschrieben: [...] Ich habe mir im Schaltplan den BBD Ensemble Effekt angeschaut, da wird das Rauschen herkommen! Alles diskret m.E., das erfordert etwas Mut da was zu ändern. Ich kenne mich nicht aus mit solchen Schaltungen, ist das Rauschen nicht der eigentliche Grund gewesen, das man später dann BBD Effekte mit Kompander Schaltungen ergänzt hat um das SNR zu verbessern? Was sich direkt aufdrängt ist ein Mod, dass man die Brass Section auch dadurch laufen läßt, oder? Na ja, erstmal Original Funktion herstellen. [...]


Man kann bestimmt an der Schaltung rumfrickeln und hier und da was austauschen, aber meistens gibt es dann erdrutschartig andere, unerwünschte Nebeneffekte -- das Rauschen ist jetzt weniger, dafür kommt die Modulationsclock plötzlich durch in den Audiopfad und solche Geschichten. Ich kenne eigentlich keinen Verformer, der nicht irgendwie rauscht.

TDA 1008 habe ich auch noch ein paar hier liegen.

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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon mink99 » 04.01.2016 15:49

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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon swissdoc » 04.01.2016 20:59

soderstrom hat geschrieben:Ich habe mir im Schaltplan den BBD Ensemble Effekt angeschaut, da wird das Rauschen herkommen! Alles diskret m.E., das erfordert etwas Mut da was zu ändern. Ich kenne mich nicht aus mit solchen Schaltungen, ist das Rauschen nicht der eigentliche Grund gewesen, das man später dann BBD Effekte mit Kompander Schaltungen ergänzt hat um das SNR zu verbessern? Was sich direkt aufdrängt ist ein Mod, dass man die Brass Section auch dadurch laufen läßt, oder? Na ja, erstmal Original Funktion herstellen. :mrgreen:

Sage ich ja. Das Rauschen kommt aber eher aus dem BBD als aus den Transistoren. Du könntest mal die 3 BBDs aus den Fassugen ziehen und den Audio In mit Out brücken, dann hörst Du das Rauschen der Restschaltung. Was aber genau In und Out beim TCA350 in DIL sind, müsstest Du selber ausmessen. Vom Schaltplan her ist das nicht ganz klar. Das Teil hat ja 8 Beinchen, im Schaltplan sind nur 6 eingezeichnet. Warum dort eine 14 Pol Fassung drinnen ist, auch im Gerät?
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 04.01.2016 21:57

swissdoc hat geschrieben:
soderstrom hat geschrieben:Ich habe mir im Schaltplan den BBD Ensemble Effekt angeschaut, da wird das Rauschen herkommen! Alles diskret m.E., das erfordert etwas Mut da was zu ändern. Ich kenne mich nicht aus mit solchen Schaltungen, ist das Rauschen nicht der eigentliche Grund gewesen, das man später dann BBD Effekte mit Kompander Schaltungen ergänzt hat um das SNR zu verbessern? Was sich direkt aufdrängt ist ein Mod, dass man die Brass Section auch dadurch laufen läßt, oder? Na ja, erstmal Original Funktion herstellen. :mrgreen:

Sage ich ja. Das Rauschen kommt aber eher aus dem BBD als aus den Transistoren. Du könntest mal die 3 BBDs aus den Fassugen ziehen und den Audio In mit Out brücken, dann hörst Du das Rauschen der Restschaltung. Was aber genau In und Out beim TCA350 in DIL sind, müsstest Du selber ausmessen. Vom Schaltplan her ist das nicht ganz klar. Das Teil hat ja 8 Beinchen, im Schaltplan sind nur 6 eingezeichnet. Warum dort eine 14 Pol Fassung drinnen ist, auch im Gerät?


Du hast Recht, ich geh der Sache nach und werde versuchen auszumessen wo das Rauschen herkommt. Gute Idee.
Im Gerät sind auch die 14 Pol Sockel, ich meine in einer deiner verlinkten Quellen gelesen zu haben, dass dadurch eine Kompatibilität mit größeren Bauformen erhalten bleibt, wenn man den TCA350 in eine bestimmte Position steckt!

image.jpeg


Im Augenblick kämpfe ich gerade mit dem 50240, hoffentlich ist der nicht im Eimer! :roll:
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 04.01.2016 22:00

ppg360 hat geschrieben:
soderstrom hat geschrieben: [...] Ich habe mir im Schaltplan den BBD Ensemble Effekt angeschaut, da wird das Rauschen herkommen! Alles diskret m.E., das erfordert etwas Mut da was zu ändern. Ich kenne mich nicht aus mit solchen Schaltungen, ist das Rauschen nicht der eigentliche Grund gewesen, das man später dann BBD Effekte mit Kompander Schaltungen ergänzt hat um das SNR zu verbessern? Was sich direkt aufdrängt ist ein Mod, dass man die Brass Section auch dadurch laufen läßt, oder? Na ja, erstmal Original Funktion herstellen. [...]


Man kann bestimmt an der Schaltung rumfrickeln und hier und da was austauschen, aber meistens gibt es dann erdrutschartig andere, unerwünschte Nebeneffekte -- das Rauschen ist jetzt weniger, dafür kommt die Modulationsclock plötzlich durch in den Audiopfad und solche Geschichten. Ich kenne eigentlich keinen Verformer, der nicht irgendwie rauscht.

TDA 1008 habe ich auch noch ein paar hier liegen.

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Da ist was dran, im Zweifel würde ich mich für das Rauschen entscheiden, so schlimm ist es ja auch nicht...ich werde trotzdem versuchen die Rauschquelle erstmal zu bestimmen.Danke für das Angebot. :supi:
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 04.01.2016 22:05

mink99 hat geschrieben:Könnte jemand mir zwei Caps mitbestellen ? Zahle natürlich Porto & Material ...


Wenn ich genügend finde, gerne. Sonst gilt harte Konkurrenz... :mrgreen:
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon fanwander » 04.01.2016 22:18

Hab jetzt nicht alles durchgelesen, aber kurzer Kommentar zum Rauschen: das sind die TCA350. Ich hatte bei meinem Hohner Logan String das gleiche Problem. Die BBDs haben schon noch funktioniert, aber haben gerauscht wie die Sau und einer hat sogar ein Lagerfeuerknistern von sich gegeben.

Ich hab dann new old stock 305er bei Wutierson gekauft (http://wutierson.com/en/home/parts/tca350-14-2-detail). War teuer und hat aus Spanien ewig gedauert.

Aber das Rauschen ist jetzt mit den neuen 350ern fast weg, und die Strings klingen auch deutlich präsenter!

Gruß
Florian
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 04.01.2016 23:00

Danke Florian für den Tip und die Bezugsquelle! :supi: Grüße
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon swissdoc » 05.01.2016 00:03

Alles klar. Da gibt es wohl verschiedene Gehäusevarianten:

boerge (aus dem alten Thread) hat geschrieben:Danke für die Infos. Das mit den Spannungen ist schon korrekt: Udd ist negativ, und das mit Ucc beim TO-77-Gehaeuse ist ein Fipptehler. Auf jeden Fall deckt sich das mit dem, was ich auf der SyntDIY-Mailingliste erfahren habe: der DIL-8-Typ kann direkt in eine DIL-14-Fassung gestöpselt werden, wenn man Pin1 von 8 auf Pin2 von 14 platziert.
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 05.01.2016 13:23

swissdoc hat geschrieben:Alles klar. Da gibt es wohl verschiedene Gehäusevarianten:

boerge (aus dem alten Thread) hat geschrieben:Danke für die Infos. Das mit den Spannungen ist schon korrekt: Udd ist negativ, und das mit Ucc beim TO-77-Gehaeuse ist ein Fipptehler. Auf jeden Fall deckt sich das mit dem, was ich auf der SyntDIY-Mailingliste erfahren habe: der DIL-8-Typ kann direkt in eine DIL-14-Fassung gestöpselt werden, wenn man Pin1 von 8 auf Pin2 von 14 platziert.


Komisch bleibt, dass ich bisher keinen TCA350 in DIL-14 Ausgabe gesehen habe. Ich kenne nur den DIL 8 und den in der TO Bauform. Egal, ich muss nicht alles verstehen... :selfhammer:
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 05.01.2016 14:00

Erfolg!

Manchmal sind die Dinge nicht so wie sie erscheinen, unabhängig davon wie stark man das auch möchte!

Ich hatte ja das Problem mit den nach einer Weile verschwindenden Noten. Es sah sehr schnell nach einem Kontaktproblem am Mostek 50240 Frequenzgenerator aus, man konnte durch Drücken und Rumfummeln an dem IC bzw. Sockel die fehlenden Frequenzen manchmal kurzzeitig reanimieren.

Das sah nach einem leicht zu lösenenden Problem aus, ich habe das IC ausgebaut und gründlich gereinigt genauso wie den Sockel und dann alles wieder zurück gebaut. Das Ergebnis war das Gleiche, das Problem war immer noch da, nichts hatte sich verändert. Also, das Ganze nocheinmal, ich ginig immer noch von einem schlechten Kontakt zwischen IC und Sockel aus. Dann habe ich zusätzlich, nach Ausbau der Platine, die Lötstellen des Sockels kontrolliert. Hier sah auch alles gut aus, trotzdem war das Problem immer noch da, ich wollte schon den Sockel austauschen.Ich war mir sehr sicher, dass es ein Kontaktproblem war...

Dann habe ich doch das Oszi geholt und den 50240 durch gemessen und er war natürlich defekt, die betreffende Frequenzen waren schlicht nicht vorhanden nach einer gewissen Aufwärmzeit, ouchhh! :selfhammer:
Ich brauchte eine Weile um darauf zu kommen, dass in dem DS2 (der zweiten Baustelle) in der Stringabteilung auch ein gesockelter 50240 steckt. Mein Abenteuer konnte weitergehen und nach kurzem Umstecken hatte ich den vollen Sound, alle Noten waren dauerhaft zurück!

Sehr geil, jetzt gehts weiter!

Btw, ich suche jetzt nach einem bezahlbaren 50240 für meinen DS2, gerne auch im Tausch gegen eine Flasche guten Wein! (in Richtung Stephen schauend... :agent: )
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon ppg360 » 05.01.2016 17:44

soderstrom hat geschrieben:[...] Btw, ich suche jetzt nach einem bezahlbaren 50240 für meinen DS2, gerne auch im Tausch gegen eine Flasche guten Wein! (in Richtung Stephen schauend... :agent: )


Einen 50240 habe ich auf den Platinen nicht entdecken können. Das wäre mir auch vorher aufgefallen, wenn alle ICs dieses Typs diese große Aufschrift haben.

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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 05.01.2016 19:24

ppg360 hat geschrieben:
soderstrom hat geschrieben:[...] Btw, ich suche jetzt nach einem bezahlbaren 50240 für meinen DS2, gerne auch im Tausch gegen eine Flasche guten Wein! (in Richtung Stephen schauend... :agent: )


Einen 50240 habe ich auf den Platinen nicht entdecken können. Das wäre mir auch vorher aufgefallen, wenn alle ICs dieses Typs diese große Aufschrift haben.

Stephen


Der Trilogy wurde bei einem ebay Verkäufer als einer der Synthies mit Mostek 50240 Chip gelistet, ich kann aber in den Schaltplänen den auch nicht entdecken, also eine Internet-Ente! Der Trilogy hat aber sonst interessante Chips z.B Cem, 3080er, TCA350 usw.
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon swissdoc » 06.01.2016 00:48

soderstrom hat geschrieben:Sehr geil, jetzt gehts weiter!

Sehr schön. May the force be with you.

soderstrom hat geschrieben:Btw, ich suche jetzt nach einem bezahlbaren 50240 für meinen DS2, gerne auch im Tausch gegen eine Flasche guten Wein! (in Richtung Stephen schauend... :agent: )

M083B1 sei ein Austauschtyp zum 50240:
http://www.ebay.ch/itm/M083B1-MK-50240- ... 56807cccbc

Oder hier:
http://www.ebay.ch/itm/MK50240N-Integra ... 5d5b6441d5

Mal bei Lutz Würker anfragen:
http://www.ebay.de/itm/IC-NOS-TOP-Oktav ... 1623887346
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon ppg360 » 06.01.2016 01:56

swissdoc hat geschrieben: [...] M083B1 sei ein Austauschtyp zum 50240: [...]


Nach dem kann ich auch mal schauen.

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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 10.01.2016 19:23

Vielen Dank swissdoc und Stephen für die Infos und Hilfe.

Ich habe weiter an meinem Performer gearbeitet, meine Erkenntnisse möchte ich hier kurz dokumentieren.

Ich hatte ja die Probleme mit den fehlenden Notem was ich glaubte durch den Austausch des 50240 gelöst zu haben.
Das war nur zum Teil richtig, die As waren jetzt stabil da, die Hs waren aber nach kurzer Zeit wieder weg!

Ich konnte durch Drücken des ICs kurzzeitig die Töne zurückbringen, was mich erneut darüber nachdenken lies, den IC Sockel auszutauschen. Nach genauem Hinschauen wurde mir aber klar, was da wirklich los ist.

Auf der Rückseite der Platine des 50240 sah man, dass einige Bauteile sehr lange Anschlussdrähte hatte, die entweder durch die dahinterliegende metallische Gehäusekonstruktion kurzgeschlossen wurde oder mechanisch durch die Drahtenden Leiterbahnen kurzgeschlossen hatte. Nach einer "Rasur" der zu langen Drahtenden war das Problem tatsachlich beseitigt!

image.jpeg


Für das Protokol, die fehlenden Töne hatten also zwei Gründe, einmal der Teildefekte 50240 ( auch im DS2 geprüft) und die eben genannte mechnische Situation.

Danach habe ich mich noch einmal um das Netzteil gekümmert. Ich hatte schon vorher die Tantals gegen Folien Kondensatoren getauscht. Diesmal habe ich alle 1000uF Elkos gegen neue F&Ts ausgetauscht, was ein wenig die sporadisch auftauchenden Geräusche reduziert hat und sicheren Betrieb für lange Zeit garantiert.
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon soderstrom » 10.01.2016 19:37

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Beim Austausch der Elkos ist mir folgendes aufgefallen. Die Elkos sind festgeklebt, man muss sie mit dem Schraubendreher raushebeln, der Kleber hält erstaunlich gut! Der Spannungsregler für die negative 12Volt Schiene, wie auch zum Teil die Lastwiderstände müssen gegen über der Gehäusekonstruktion isoliert werden, was im Originalzustand durch einen dunkelgrauen Karton realisiert wurde. Dieser war bei mir lose im Gehäuse zu finden, hier hat der Kleber nicht mehr gehalten. Ohne diese Isolierung treten komische Effekte auf, zum Teil erklingen willkürliche Töne. Der 7912 muss abgewinkelt werden, so dass alles schon passt!
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Re: Crumar Performer Restaurierung

Beitragvon ppg360 » 10.01.2016 19:49

Super Verarbeitung!

Michelangelo, Leonardo, Geotto oder Donatello wären stolz darauf.

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