16.1.2018 Köln, Studio 672: Ströme (Modular Act), Karl Koch (Korg Volca only) @ Modularfield

Desmond Denker als DJ und die Acts Ströme (auch als Strøme zu finden) und Karl Koch sind angekündigt, also ein komplett elektronischer Abend in freundlicher Atmosphäre bietet sich an. Die Ströme hatte ich bereits bei Schneiders Superbooth 17 sehen können. Aber warum nicht mal ein volles Set sehen.

Den Anfang macht Karl Koch mit einem Set aus 5 Korg Volcas  und lieferte ein schönes und abwechslungsreiches Electro-Set ab. Das ganze mit Humor und ein bisschen unter dem Versteck des Keystep, der wohl den meisten Acts als MIDI-Keyboard dient, weil die Herren Hersteller es nicht mehr schaffen, Geräte mit MIDI auszustatten und Arturias Sequencer damit auch als Keyboard gut geeignet ist für alles. In diesem Falle für einen TX81Z, ein 4OP-FM Synth, der unter dem Keystep versteckt lag. Dabei drückt der Sound und wenn ich noch irgendeinen bei dem miesen Begriff “Spielzeug” erwische, den schicke ich hier her und sage – es geht, es ging immer – die Demokratisierung der Mittel ist durch und deshalb klappt das. Irgendwo Detroit’isch, Elektro und leicht Breakbeatig war das Spectrum. Wer will, der kann. Wer kann der kann. Korg wäre froh, so einen Vorführer zu haben, wenn sie ihn denn hätten. Also – wenn ihr jemanden sucht, Karl kann das!

Ströme kommen auf die Bühne nach etwas Zwischenspiel und Freunde und abgefahrene Nicht-Tanz-Auflegemusik machen die Wartezeit sehr kurz, danke dafür.

also – nun die Augen weiter rechts, zwei reich bestückte Monsterkoffer, ein Cwejman S1 und ein JP08 zusammen mit einem Kompressor und zwei Hauptsequencer (Circlon von Sequentix) warten auf Performance der beiden Ströme-Menschen Mario Schönhofer und Tobias Weber. Es muss irgendwie komisch sein, mit dem Rücken zum Menschwerk im Studio 672 zu spielen, denn die Modulsystem sind hoch und groß, also bleibt kaum eine andere Alternative, dennoch haben sie die Leute schnell erfasst mit ihren Melodiebögen und Bässen, alles wird live aus dem Sequencer gezogen und verarbeitet. Man kann sagen, dass sie sich wirklich Zeit genommen haben und Zugaben abgeliefert haben, bis einige schon wegen ihrer Bahn nicht mehr da sein durften. Für einen Wochentag war es gut gefüllt und vielleicht hat die Cologne Music Week 2018 auch dazu beigetragen. Wie auch immer – die vielen Module sind reich bestückt. Offenbar kamen die Beats aber eher von der rechten Maschine, der Bass aus dem Cwejman und alles wurde durch die Module geschoben, Akkorde konnte man auch hören, welche vielleicht auch vom JP08 kamen oder teilweise. Kurzweilig war das.

Danke an Stefan Liehr! (Für alles!)