Musikmesse Bericht 2014 – Final Musikmesse 2014 Images Collection

Here we go – the super long’ish Imagery Gallery from the Messery including my own booth – SynMag / Synthesizer-Magazin featuring a lot of vintage synths but also the Magazine of the present & future SynMag ..

ja, dann mal vom Stand des SynMag mit alten Synthesizern zum Heft über neue Synthesizer und das Beste von Heute von der Messe in Bildwerk.

Controller – Software und Kurioses..

Rack Version von den neuen Clavias, Step Sequencer von M-audio und Akai – in letzterem Fall ein vollständiger analoge Drumcomputer, der jedoch nicht hörbar war – Das Gerät war offenbar kurz vor der Messe versackt. Auch der (das) Streichfett war nicht sofort da, aber – etwas später kam Herr Stenzel und brachte ihn mit. Überall rennen Kamerateams rum – Non Eric, Nick Batt und die Typen von irgendwelchen Stores und Sites – daher war wohl auch GoPro da, um mal zu zeigen, dass man damit Gigs prima filmen kann. Ein neues Fireface 802 gibt es auch – aber im alten technischen Bahnen, bei Motu gabs das Firefiace mit Thunderbolt (828x) und die Info, dass man wohl die ältere Serie langsam einmottet.

Tja und noch viel mehr, inkl einem Controller der 5 “dBeams” in sich birgt aus Frankreich und jede Menge Module, einem speicherbaren Easel und viele Termine und Gespräche für den Schreiber dieser Zeilen.. Na, dann..

DER BERICHT – eigentlich für das SynMag vorgesehen, aber wir hatten Platzmangel, also habe ich den Bericht rausgeworfen und hier frei untergebracht:

Musikmesse 2014 – Frankfurt

Digital ist das neue analog und die Rückkehr des Drum-Sequencings

 

Nach der intensiven PR für Rolands Aira und dem ersten öffentlichen Zugriff durch die freundliche Zielgruppe scheint Neues eher bei den Klassikern den Ursprung zu haben. So erklärt sich wohl auch Korgs nicht gezeigter ARP Odyssey mit kleinen Tasten und vermuteten Oktav- und Filter-Umschaltern. Wir waren unten in der Orgelhölle mit unseren klassischen Synthesizern und zeigten unser neues Modular-Sonderheft mit Buchla / Serge / Wiard Special und fanden uns mit 2 anderen verirrten Herstellern dort – Bastl (LoFi Granular Sampler) und ROLI (Seaboard Controller). Der Rest tummelte sich „oben“ (Halle 5.1) und teilte sich in DJ, Outboard-Gear und „irgendwas mit Synthesizern“ auf. Lediglich Korg muss leider unbedingt in der Halle 3 residieren, da der Vertrieb ebenfalls dort sitzt. Der Kontakt zur Welt ist hier offensichtlich etwas kleiner geworden. Neu für Europäer waren die beiden Triton Taktile Controller, welche tatsächlich eine Mischung aus dem Triton Synthesizer-Kern, dem Kaoss-Pad und einem Controller sind in den Größen 2 und 4 Oktaven. Die NAMM war dieses Mal zeitlich sehr nahe, dennoch gab es eine kleine Ladung Neues. Darunter natürlich die gut besuchten Aira-Vorführungen und der Schneider-Stand – „Alex4“ sowie der EMC Stand (Moog, Schmidt, neues mechanisches Rhodes, Mellotron, Radikal). Neu war dort allerdings „nur“ der Moog Sub37 und der finale „18k€-Schmidt“. Ersterer erfreute sich großen Interesses und Bewertung. Zu Recht.

 

Man sagt wieder „Sequencer“

Da waren viele Informationen vorher aus dem Netz durchgesickert. Akai hat neue Controller und -bä’am- eine analoge Drummachine namens Rhythm Wolf. Sie gab kurz vor der Messe auf. Sie hat klanglich Anleihen bei TR808 und CR78 und erinnert an die minimale Jomox Xbase, denn es gibt 3 Schlaginstrumente und Hihats. Dazu eine Bassline, die jedoch nicht (schon wieder) nach 303 klingt. Eher kann sie auch mal böse werden, was auch EBM-Menschen freuen könnte. Allerdings sind sowohl Rolands TR8 wie auch der Rhythm Wolf mit maximal 32 Steps gesegnet. Bei Akai war die Überraschung größer als bei Roland, dass man wirklich analoges baut. Der Preis ist mit 249€ ebenfalls sensationell. Gate Ein- und Ausgänge sind auch vorhanden. Akai gehört zu inMusic, so wie Numark, Alesis und M-Audio. Letztere haben den 64-Step Sequencer des Trigger Finger in einer Form zu bieten, die an die alten MPCs erinnert aber eben mit Lauflicht-TR-Sequencer. Trigger Finger ist nicht neu aber sollte durchaus Erwähnung finden. M-Audio gehörte noch vor kurzer Zeit zu Avid und ist ebenfalls zu inMusic gewechselt. Akai legt auch nach bei den APCs und reagiert auf Novations Launchpad-Serie unter 99€ (Mini und Mini Keyboard) und stellt dem die APC Mini mit und ohne Tastatur an die Seite und als „Launchpad-Konkurrent“ punktet es mit 9 griffigen Fadern. Dies hat 8×8 (nicht dynamische) aber farbige Pads, welche stark nach Live/Max- und Bitwig-Sequencing riechen, dann kaskadieren kann man sie auch. Die Version mit Keyboard hat 5×8 Pad-Reihen wie die neue APC40, welche schöner, flacher und solide gebaut ist. Sie ist jetzt logischer aufgebaut (Potis über den Kanalzügen) und ent-klobigt. Der Preis liegt allerdings bei 439€ – dafür bekommt man fast einen Push, während die „kleinen“ mit 119€ (Mini) und 159€ (Key25) mindestens genau so ein Kampfpreis sind wie die Novation-Launch-Serie.

Und neben dem einzigen verbliebenen polyphon-analogen Hersteller Studio Electronics und DSI geht Elektron nach dem AnalogKeys nun auch bei Drums den analogen Weg weiter: Analog Rytm mit dynamischen Pads und Lauflicht im klassischen Elektron-Stil. Auch Sampler können eingebaut werden, nicht endlos viele was den Speicher betrifft. Hier wird man sich für Lieblingssounds entscheiden, die analog verarbeitet werden sollen. Die Hauptanwendung ist jedoch mit dem gewohnten Basissequencer dynamisch analoge Drums zu spielen. Diese sind ein wenig wie die Machines der Machinedrum aufgebaut, jedoch handelt es sich um analoge Komponenten, die digital verbunden werden. Dabei wird man irgendwie nervös, könnte das nicht auch der Beginn für ein Modularsystem sein im Stile des Nord Modular G2 – nur dieses Mal auch analog. Clavia ist leider offenbar nicht mehr bereit einen Modular-Synth zu bauen. Elektron stellten auch eine Total Integration im Stile des Virus TI aller Elektron-Maschinen vor, was ebenfalls sehr nach mehr solcher Analog-Komponenten-Synthesizern riecht! DAW und Groovebox möchten näher zusammen rücken.

 

Arturia überraschte mit einem silbernen Minibrute SE mit dem Sequencer des Microbrute mit 6 Speichern für Noten-Sequenzen. Er hat nun Holzseiten und ist „limitiert“ auf 3000 Stück, was für ein Gerät dieser Art eher „viel“ ist. Sequencer in Synthesizern einbauen um zu jammen war schon im SH101 eine gute Idee, in der Bass Station 2 und jetzt auch hier. Ansonsten zeigte Arturia den funktionierenden Beatstep mit CV und Gate-Ausgängen. Ein 16faches Pad-Poti Controller-Gerät mit starker Ähnlichkeit zum Spark LE. Auch ohne Computer kann er einen einfachen 16-Step-Sequencer mit Strom über den USB Stecker anbieten und sowohl iPad, Computer als auch Analog-Synthesizer steuern. MIDI gibt es nicht. Dafür wäre er auch zu flach. Alle rudimentären Funktionen, Transposition und Richtung (inkl. Random) sind genau so wählbar wie die Skalierung. Die Potis erlauben das Tuning jeder Tonhöhe. Diese sind quantisiert, weshalb es wohl keine Steuerung von anderen Werten als Tonhöhen geben wird. Für 99€ ist das kein schlechtes Angebot. Sync mit mehreren Beatsteps oder ähnliches wird nicht funktionieren. Eigentlich ist dies sogar nur ein Nebeneffekt eines neuen Controllers, der „zufällig“ CV/Gate-Anschlüsse hat. Netter Zufall. Ein neues 88-Tasten Keyboard gibt es übrigens auch. Arturia spielt klar mit beim Controller-Markt auf allen Segmenten.

 

Sampler und iPads

Ha, es gibt wieder Sampler im Rack? Und zwar von Alesis. Der ist ein sehr einfaches Drum-Sampling-System mit Card, ein wenig wie ein moderner D4 mit eigenen Samples. Der Clou sind die 8 Trigger-Eingänge auf der Rückseite. Dafür musste man früher noch einen Akai S950 bereit halten. Akai stellt ein 16fach Pad – Sampler zur Seite, ebenfalls mit SD-Schacht. Beides ist für Live-Trommler oder die Ansteuerung gedacht. Sequencer aus dem iPad wie B-Step http://b-step.monoplugs.com – den es auch in Kürze fürs iPad gibt können das tun. Für das gibt’s jetzt die ersten Lightning-Docks. Alesis erneuert sein IODock II mit Dockanschluss auf der „offenen Seite“ dahingehend (mit MIDI) und Focusrite ebenso (ohne MIDI) , aber auch fürs iPad Mini geeignet durch einen verschiebbaren Lightning-Anschlusspin für Air und Mini 2. Alte (dickere) iPads könnten mit Plastikeinsatz laufen, gemacht sind die neuen Docks jedoch für die neuen Geräte. Auf das iPad von Android wegen unüberwindbarer Latenzprobleme umgestiegen sind Miselu. Auf der Messe gezeigt wurde mir ein 2-Oktaven-Keyboard, welches man über einen optischen Sensor durch danebenstellen um je 2 Oktaven verlängern kann. Um das Teil eine Oktave weiter zu schalten, muss man den Finger links an der Tastatur nach „hinten“ oder „vorn“ vorbei führen. Das Ganze lässt sich zusammenklappen und mit dem iPad oder als Paket mit 2 Tastaturen wie ein iPad-Cover zusammenklappen. Dazu gehören zwei Ribbon-Controller und einige beleuchtete Vielfarb-Taster, die man herausnehmen kann. Das Gerät ist mit dem iPad über Bluetooth 4 verbunden. Die Einheit mit dem Ribbon und den LED-Tastern ist wie eine kleine Fernbedienung herausnehmbar. Miselu statete einst als Kickstarter-Projekt.

 

Aus der Audio Ecke gibt das RME Fireface 802 mit technisch weitgehend den Möglichkeiten des alten Fireface 800 – aber mit dem neuerer Mixersoftware, kürzerer Latenz wegen neuer Wandlertechnik und Class Compliance für iOS. Kein Thunderbolt, aber USB – ist leicht verwunderlich, da heute im Mac-Sektor alles auf Thunderbolt umsteigt und Firewire an Bedeutung verlieren wird. Dem Motu 828x, welches vollkommen dem alten 828 entspricht ist der Thunderboltanschluss zusammen mit USB 2.0 hingegen gegönnt worden. USB 3 sieht man noch immer nicht – nirgends! Es gibt auch keine Interfaces mit 16 oder 24 analogen Eingängen und 8 Ausgängen. Etwas was die Gemeinde der Elektroniker sicher gern hätten. Eine Anfrage bei RME verwunderte den Entwickler, wurde jedoch dankbar aufgenommen. Offenbar ist man so verliebt in das ADAT-Wandler System, dass man auf diese wundervolle Idee wohl grundlegend nicht kommt. Wandler gibt es jedoch ausreichend in der Anzahl. Ein neues Pult-System namens uMix lässt Kontrolle über Browser zu. Somit auch über alle Betriebssysteme und Tablets und hat einen WLAN Router eingebaut. Das größte uMix bietet 24 Eingänge und Effekte (999€). Vorteil – Man spart sich die Oberfläche. 8 Auxwege, EQ, Kompression und die Preise sind für alle Modelle sehr gering. 8Kanal-Version kostet 199€.

 

Frickel-Ecke

Das was früher Schneiderstand hieß, ist nun wiederholt „Alex 4“. Dort traf Ken Macbeth ein und zeigte seinen Elements-Synthesizer. Er erinnert stark an den EMS AKS mit Metallflächen-Keyboard und Spindelpotis für 3 Oszillatoren. Das sehr nach Moog klingende Filter und eine spezielle Struktur bieten allerdings einen anderen Klang als die EMS-Geräte. Was jedoch den EMS erinnert, ist der im Prototypen noch externe Hall-Tank und Delay-Bereich mit einem schönen superaltschulischen Spiralensound. Sowas hat natürlich seinen Preis – 5.6k€ Kraftbonbons werden dafür fällig. Beherrscht aber OSC- und Filter FM und klingt einhellig beschlossen sehr hochwertig.

 

Manfred Fricke zeigte den MFB Dominion 1 nun in einer deutlich seriennäheren Fassung, welche wohl um Juni produziert werden wird. Das Design wird bei den weissen Ribbons noch in der Form leicht geändert und einige kleinerer Details ebenso. Seine Form erinnert an den Odyssey, der Klang eher in Richtung des Dominion X. Ziemlich massiv im Sound.

 

Unzählige Module sind neu, unter anderem die in Sequencer.de gelisteten neuen Systeme wie das Buchla-artige und seit 30.3. im Schneider-Vertrieb ist Verbos mit einer Reihe von Fadern für die Bestimmung der ersten 8 Obertonreihen nebst Spannungssteuerung im neuen Oszillator-Modul in Eurorack Größe. Auch die Obertonverteilung kann in 2 „Richtungen“ gesteuert werden- ein hochinteressantes Modul, ebenso eine Art Sequencer-Hüllkurve (Mehrsegment) im Casio CZ-Stil gibt es im System. Auch Buchla selbst stellten mit einer WLAN-Karte für den „neuen“ Easel aus. Mit dieser Karte in Easels „User Port-Schacht“ verbindet dieser sich mit dem iPad und kann dort sämtliche Patches speichern – die App ist freilich nur ein Speicher und kein Softsynth und deshalb kostenlos, die Karte liegt bei $1.6k. Außerdem gibt es eine neue „halbe Bauhöhe“ für Module im Buchla-Universum. Dort sind Übergänge auf alle Formen von Modulsysteme vorgesehen, da Buchla selbst sehr ungewöhnliche Normen verwendet (1.2 Volt / Oktave und Ganzmetall-Stecker mit Klinkenform für Trigger/Gate-Signale). Zu Buchla, Serge und Co. gibt es mehr in der superaktuellen Sonderausgabe 2 des SynMag (siehe Synmag.de Shop oder Zeitschriftenhandel). Endorphin.es kommendes System aus 3 Buchla’esquen Modulen in einer speziellen „Kiste“ bildet ein eigenes kleines System mit vielen Möglichkeiten, welche sich als komplettes System für New-Style Systeme begeistern und live mit wenig Menge aber sehr hoher Integration interessanter Funktionen arbeiten möchte – quasi erinnernd an Konzepte wie Aalto der Softsynth – aber als Hardware. Es ist leider unmöglich alle neuen Module zu nennen. Der Alex 4 Stand geht nun auch strategisch etwas andere Wege, welche auch zu einem Split mit Studio Electronics geführt haben (die wiederum mit Pittsburgh kooperieren). Doepfer baut inszwischen den auf dem letzten Modular Meeting Happy Knobbing gezeigten Prototypen eines 3HE Schaltwerk-ähnlichen 8×16 Step Trigger-Sequencers, der auch als „Dark Flow“ erhältlich sein wird.

 

Synthesizer aus Schweden

Der Clavia A1 fand im Forum extrem kontroverse Diskussionen. Die Rack-Versionen des NordRack 4 und A1R gab es in einer Vitrine zu sehen. Den A1 könnte man nun selbst antesten. Er bietet viel Sound für ein bewusst reduziertes Knopf-Set für Freunde der Effektivität, eine Menge Wellenformen und Synthese von FM bis Sync – so stellt sich die neue A-Serie dar, leider aber auch ohne Aftertouch. Auch Live-Effekte sind an Bord. Den sehr hochauflösenden Grundklang des Lead 4 hat er geerbt. Der Kern liegt offenbar im Verstehen des Systems welches wohl auch einfach weniger Schraubarbeit sein möchte ohne an Vielfaltsmangel zu leiden.

 

Und anderswo…

Der neue Moog Sub 37 befand sich in liebender Aura. Hier wurde offenbar vieles richtig gemacht. Die LFOs benötigen kein Modulationsrad mehr, um überhaupt in einem Klang eingesetzt zu werden. Moog wird erwachsen. Ein Sequencer im Stile Pro One, Bass Station 2 und Arturia Micro/Minibrute SE ist auch an Bord. Die Duophonie funktioniert und alle Bedienelemente sind da wo sie hin gehören, auf dem Panel – nicht in ein Menü, inklusive Flankensteilheiten. Übrigens gab es auch ein neues Rhodes am EMC Stand. Ebenso fand man den großen Schmidt-Synthesizer dort. Im Diskussionsfokus: er kostet jetzt wohl 18 statt 25k€ und Hans Zimmer hat ihn schon. Hier hat sich mal jemand wirklich seinen Traum erfüllt.

 

Software

gab es durchaus zu sehen. So standen hier und da Mac Pro „Tönnchen“ aber sonst weitgehend iMacs und Mac Pros bereit. U-HE hatte keinen Stand, kündigte aber persönlich den schon bekannten Bazille-Synthesizer an. Er ist grundlegend eine Art Cwejman-Modular-Synth in Software, der ein Facelifting erhielt und auch eine neue FM Art implementiert bekommt. Er wird nicht DIVA-Technologie bekommen, da der Chef hier noch einmal grundsätzlich Hand anlegen möchte, um Unzufriedenheiten anzugehen. Der neue Synth scheint wie geschaffen für die Freunde übersichtlicher Modulsysteme. Bazille wird sehr ausgereift sein und im Sommer 2014 zu uns Menschen herunter gereicht werden.

 

Die bekannte Idee, dass nur Startups und bestimmte Firmen Messestände aufbauen, wenn sie definitiv neue Produkte haben stimmt. Etwas obskur ist dann noch ein Standard Max Patch welches einen Gaming-Joystick in Musik einbinden soll.

 

Bitwig Startschuss und Controller, die zu Sequencern werden

Richtig seltsam wurde das Forendauergerücht, dass es mal wieder ein neues Akkordeon gäbe dieses Jahr manifestiert. Ein kleiner umschnallbarer Controller „Dualo“ aus Frankreich mit entsprechendem Griffmuster auf zwei Seiten mit Körperneigungssensor wurde durch Oberkörperbeugen in das Bremsen eines MIDI-Abspielers eingesetzt. Wir wissen nicht, wie ernst es den Jungs ist, aber die Optik eines sich vor und zurück beugenden Musikers mit einer Knopfleiste erscheint dem Uneingeweihten zumindest weihevoll genug, um die Kreativität anzuregen.

Controller gab es sicher viele, die meisten jedoch eher konventionell. Die Drumpad-Welle ist auch bei den Clonern angekommen, welche faktisch dasselbe in wackelig anbieten und durch geringes Interesse gestraft wurden. Solide Alltagscontroller wie die APCs und Launchpads sind in die zweite Generation gekommen, neu ist jedoch die häufigeren Sonderfälle von Analog-Anschlüssen oder Sequencern, explizit hier und da auch Lauflicht-Ideen und farbigen Status-LEDs. Dies ist ein Start, denn in Teilen müssen diese von der jetzt existierenden Software noch vernünftig eingebunden werden – das ist besser geworden aber noch nicht traumhaft-perfekt. Elektron, Electribes und Co. sind deshalb noch nicht arbeitslos geworden. Nicht zuletzt, weil die Konzepte nicht zu Ende gedacht sind oder mit 16-32 Steps sicher nicht der letzte Schluss sein kann, so es sich nicht um reine Modulations-Sequencer handelt. Das passiert heute faktisch durch Max in Live, in Form eines eigenen Controllers für genau eine DAW oder er ist selbst ein einfacher Sequencer wie Beatstep oder auch mal ein Plugin. Neu ist das lang erwartete Bitwig, welches wir auch bereits einige Wochen ausprobieren dürfen – Test in diesem Heft. Es arbeitet mit Livid und Nektar Controllern zusammen wie Ableton mit Akai und Novation (Launchpad, Push und APC). Livid präsentierte einen speziellen Controller, den man in die „Knieaussparung“ einer E-Gitarre klemmen kann. 5 druckempfindliche Tastensensoren, 3 Ribbons sowie einige normale Taster mit Anzeige des „Pegels“ durch die Ribbons scheinen eine intelligente Lösung für Saitenspieler zu bieten, die nun das Instrument nicht umbauen oder zumindest verändern müssen. Nektar hat übrigens inzwischen ebenso einen durchaus komplexen Sequencer in ihre Controller eingebaut. Man kann 8-Step-weise auf die Sequenz zugreifen. Endlich wird das Mainstream. Als nächstes – Synchronisation und komplexere Strukturen – aber als Motiv-Geber ist soetwas nie schlecht, was man am Spielspaß mit Microbrute und Bass Station 2 sieht.

 

Spezialcontroller und Bastlwastl

Aus Frankreich stammt auch der Chrystall-Ball-Controller (mit doppel-L). Er besteht aus einer blau beleuchteten Halbkugel mit 5 Sensoren, die mit den Roland dBeams vergleichbar sind und 32 Taster für die Steuerung von Ableton Live und der Speicherung und Steuerung der Controller – Das Gerät spricht USB und MIDI. Auch ohne USB kann Synthesizer-Hardware angesprochen werden. Die MIDI Buchsen befinden sich in einer Vertiefung an der Ball-Unterseite zusammen mit USB und einem Anschluss für einen weiteren Sensor der Wahl über eine Klinkenbuchse. Die Handabstands-Sensoren sind weit genug auseinander, um der Hand zwischen den 5 Sensoren genug Platz zu bieten. Es ist auch möglich mit einer Hand durch Neigung zwei Sensoren zu „spielen“. Das Gerät von Naonext kostet etwa 500€, es wird von Frankreich aus über deren Shop angeboten. Die erste Tasterreihe dient der Speicherung von aktuell „erspielten“ Werten (Hold).

Die anderen Buttons sind für Clip-Launching und Auswahl der Art der Steuerung da. So kann der Arpeggiator durch die dBeam-artigen Sensoren ausgelöst oder ein Beat-Delay gesteuert werden. Der Controller ist nicht an Live gebunden, er wird aber mit entsprechender Anpassung geliefert.

 

Neben unserem SynMag-Stand befanden sich im unteren Hallenbereich zwei „verirrte“ Aussteller mit Nerdhintergrund. Der erste machte seinem Namen alle Ehre – Bastl. Sie präsentierten eine kleine Granular-Sample-Kiste, die aber auch hier im Heft getestet werden wird. Die armen waren allerdings an der schlechtesten Stelle, die so ein Stand haben kann, weshalb sie vielleicht nicht jeder entdeckt hat.

Zum anderen hatte Roli aus London einen Stand unweit vom SynMag, ein Controller welcher eine Art Gummi-Klaviatur zu erkennen gibt. Als Konkurrent zum Haken Continuum Fingerboard oder dem Madrona Soundplane lässt es sich am besten beschreiben. Er reagiert auf Druck individuell pro Stimme, gemeinhin auch als Polypressure bekannt. Die Spezialität ist es jedoch Tonhöhen und -Beugungen ebenfalls pro Ton unabhängig mit Fingerbewegungen driften zu lassen. Mit Handrädern geht dies nicht. Auch Vibratos können „gespielt“ werden. Längere Tonbeugungen kann man durch ziehen des Fingers unter oder oberhalb der Tastatur-Profile erreichen. Das Gerät hat eine eigene Klangerzeugung, welche noch in der Entwicklung ist. Sie kann FM, Wavetables und andere Syntheseformen anwenden. Mit USB wird das Seaboard an den Computer angeschlossen. Mehrere Größen von 3 bis 5 Oktaven stehen zur Verfügung und liegen leicht unter den Preisen für ein Continuum.

 

Coole Bandnamen e.V.

Waldorfs Namensagenten auf gleicher Höhe mit dem Tanzbär die Namenwelt polarisiert. Das (eigentlich sogar DER) Streichfett ist eine digitale String-Machine (SynMag Special dazu in 32, 33, 37, 38) mit Vollpolyphonie im Gehäuse des Rocket. Ein einziger Knopf erlaubt eine Art Morphing durch verschiedenste Basiseinstellungen. Im gleichen Gehäusetyp schwebt der 2Pole Filter und die anderen „Kisten-Waldorfs“ in einer Preisregion unter 280€ und sind damit sehr günstig. 12 Speicher und eine Sektion für perkussive Beiklänge mit Crossfader und Phaser, Hall oder Animate-Effekte machen den Streichfett interessant für sehr schnellen Zugriff auf klassisch-analoge 70er-Jahre-Streicherklänge. Eine originelle Idee ohne Entsprechung in der aktuellen Landschaft.

 

Was kommt jetzt? Was kommt morgen?

Brutale Überraschungen gab es „nicht“, denn die Firmen schicken ihre Infos oft vorher und versorgen auch Nichtbesucher. Softwarehersteller sind ebenso oft nicht dort, aber eine kleine Software als Bindeglied zwischen Controllern und Sequencern fehlt noch und liegt schon vor. Liquid Rhythm von WaveDNA wurde an einem Touchscreen vorgeführt an dem Push hing mit Ableton Live. Test dazu in diesem Heft. Alles was als Sequenz möglich ist lässt sich auf dem Push als Lauflicht spezieller Art darstellen, aber mit speziellen Timing-Eingaben, die auch andere Muster einfacher und schneller zugänglich machen. Ähnlich wird das auch mit Dynamik umgegangen. Schneller ans Ziel.

Was fehlt?

Die Erweiterung der zu kurzen Stepsequencer und der generell gute Ansatz wirklich Songs zu bauen, die komplexer sind als 16-32 Steps mit 1/16 Auflösung. Dazu zeitgleich analoge und digitale Annäherung aber auch ein Blick zurück. We design the future? Nun, man kann nicht wissen ob diese Orientierung neuere Konzepte vorerst verdrängt. Beispielsweise lebendige FM-Weiterführungen oder rein digitale oder ganz andere Konzepte. Man schaut viel bei anderen und viel zurück – nicht nur bei Synthesizern. Bei den Sequencern kann es nur bergauf gehen, aber es wird auch „billiger“, dem ist wohl der Zustand geschuldet, dass Komposition mit einer Groovebox nicht immer machbar ist. Ah, da war doch was. Rolands System 1 kommt im Juni und wird vielleicht Simulationen des System 700, 100 oder 100m enthalten, fest stand das jedoch nicht. Das bedeutet, dass möglicherweise eine Software vorgeschaltet sein könnte, die die Zuweisung der Regler am System 1 zuweist oder man lässt die Struktur wie einfach und übernimmt nur den Klang oder man bringt auch digitale abgefahrenere Modelle – Eine Art G2 Modular durch die Hintertür wäre gar nicht schlecht. Dies wäre von Elektron analog und von Roland digital theoretisch möglich und als Blick nicht nur ins „Einfache“ und „Minimale“ der Blick ins Licht. Hinter der dynamiklosen System 1 Tastatur steckt offenbar die Bauhöhe, die keine „richtige“ Tastatur zulässt. Schnappig genug sind Hüllkurven und LFO jedoch – damit hat Roland die schlimmsten Fehler entweder eingesehen oder unwissentlich mitkopiert. Die Diskussion ist extrem bunt und so wird es wohl bleiben. Performer werden sich in jedem Falle freuen können. Klanglich oder im Handling ist über TB und TR schon fast mehr geschrieben worden, das verschieben wir dann mal auf den regulären Test. Ob nach der Paraphonie und Duophonie (Pulse 2, Moog Sub 37) einmal ein analoger polyphoner Synthesizer kommt oder Korg jetzt alle Klassiker cloned bis zur Messe 2015? Oder doch neue Sampler auf den Markt kommen, die auch Spaß machen – Knöpfe? Wirklich sicher ist eigentlich nur, dass heute viel genauer geschaut und gesucht wird, was zum eigenen Verwirklichen passt. Sei es auch noch so günstig, es wird geprüft.

 

Moogulator