Virsyn Cube Additive Re-Synthesizer

virsyn cube
spectral morping additive (re)synthesizer

 

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Ein Cubus kommt geflogen..
virsyn cube synthesizer
preview / Test Additiver Synthesizer CUBE

nachtrag für 2.0: cube hat einige updates bekommen und netterweise immernoch ein einfaches “nummer von der CD eintippen” schutzsystem, kein nerviges challenge system oder gar dongle, hier wird also kein user beim nutzen bestraft!

die sample analyse ist genauer und es gibt einige algorithmen um verschiedenes material entsprechend zu meistenr.. dazu kann man per “reinmal”-aktion kammfilter und resonanz-effekte erzeugen.. einfach durchs anzeigen und reinklecksen.. die herumfahr-hüllkurve (time warp) ist neben dem modwheel alternativ da, um im sample-analysat herumzufahren und das ohne zusätzliche artefakte..

dazu sind die envs jetzt unabhängig voneinander .. (vector hüllkurven) mehr im eigentlich test, der auf 1.0 und 1.5 basiert..:

Liebe Borg, Liebe Musikanten!
Heute geht es um Virsyns neuem Wurf, dem Cube.
Diese Software läuft auf Mac und PC (alle WIN Betriebsysteme, OS 9 und OS X audio units)
Alles bestens. Als Anforderung wäre es schon nicht falsch, nicht unter einem 400MHZ Mac (G4) oder 600Mhz PC (P3) zu nutzen.. besser mehr.
nachtrag 1.5: cube kann nun auch audiofiles analysieren und resynthetisieren.. was dabei rauskommt und seine konkurrenz findet sich hier

auch neu: warp möglichkeit: das modulieren per controller,wo in der zeit abgespielt werden soll.. also eher mit vsynth oder wavetables vergleichbar: das fahren (beliebig) in der zeitachse in dem resynthetisierten sound!.. audioschnipsel dazu soon und in keys 3/2004
Additiv?
Na,das klingelt doch im Kopf oder? Schliesslich gab es noch nicht so viele Synthesizer, die additiv arbeiten. Der KAWAI K5000 und sein Vorgänger, der K5 sind auch garnicht so weit weg. Das klingt interessant? Jawoll! Klingt es. Daher nun die Feinheiten..

Es finden sich 4 Sektionen mit Buchstaben A-D benannt.
Das sieht doch streng nach Vektorsynthese aus und die Erinnerungen an den Sequential Prophet VS werden wach.

In der Tat ist hier auch eine gewisse Inspiration zu spüren. Damit haben wir zwei Kultgeräte der Digitalgeneration und nun gibts erstmal einige Infos,was hier passiert.

Vectra gegen Gozilla

Zunächst handelt es sich um bis zu 512 Sinusgeneratoren, die man hier einsetzen kann. Wieviele man haben will kann man einstellen und sogar einen “auto” mode wählen,der die Bänder ein bisschen ausdünnt, damit der Prozessor ein bisschen geschont wird, denn natürlich ist natürlich ein hoher Wert auch rechenintensiver als wenn man alles mit nur 16 oberteiltönen erledigen würde.
virsyn cube synthesizer
Additive Synthese heisst ja: Im Gegensatz zur sehr gängigen subraktiven Synthese wird hier nicht ein obertonreiches Signal gefiltert, sondern genau umgekehrt wird ein Cube draus! Jeder Ton ist eine Ansammlung von Sinustönen, welche ein Vielfaches des Grundtones ist. Wenn ich also genügen Sinusoszillatoren auf den entsprechenden Frequenzen steuern kann, habe ich einen Verlauf über die Zeit hergestellt,der seinen KLANG verändert.

Hier speziell findet sich für jedes Band eine Möglichkeit Attack und Decay einzustellen, als eine einfache Hüllkurve der einzelnen Lautstärken. Natürlich kann auch für jeden Teilton eine Amplitude eingestellt werden. Mein: Ab jetzt kann man gezielt jede Frequenz (genauer nicht JEDE -aber 512 Sinus-Oszillatoren-) kann man einstellen!

Wer sowas mal an einem Nord Modular nachgebaut hat,weiss, wie schnell da die Rechenpower zuende ist. Und zwar bei einem zweistelligen Betrag.

Aber zurück zu den Grundlagen. Denn pro Teilton kann auch ein Panorama eingestellt werden.

Als Besonderheit ist es möglich einen FILTERVERLAUF einzuzeichnen, dieser ähnelt ein bisschen dem “Formantfilter” des K5000. Denn hier kann man nichts anderes als die Filtercharakteristik einzeichnen,die dynamisch moduliert wird. Wie? virsyn cube synthesizer additiver filter
Dazu komm ich noch..
Aber das Geheimnis ist: Es gibt ja 4 von diesen Einzeloszillatoren.
Nu sollte ich vorher erwähnen: Es kann auch RAUSCHEN Spektral eingezeichnet werden. Das ist also schonmal eine enorme Möglichkeit sehr gezielt einen Klang zu erzeugen, der auch nicht zwingend “harmonisch” ist. Im K5000 bediente man sich für manchen Klang einfach dem verstimmen eines weiteren ADD Oscs und verstimmt sie ein bisschen gegeneinander. Natürlich kann man auch hier die Tonhöhe beeinflussen. Einfach so oder auch mittels eines LFOs, der wirklich schnell sein kann. Wohlgemerkt die alles für JEDEN der 4 Oszillatorenbatterien. Der vollständigkeit halber sei auch der Ensemble Knopf erwähnt, welcher per (nicht explizit steuerbaren) LFOs jedes einzelne Band moduliert, um nichts steriles im Klang auffinden zu können. Auch eine Phasenstartsteuerung gibt es (global für alle),welche ebenfalls diesem Zeck dient: Denn starten alle Sinusoscs gleichzeitig, kann das nunmal mitunter recht steril “digital” klingen.. Aber hier kann man das justieren.
SOWAS KANN SO KLINGEN: (achtung, das ist ein Moogulator Noise Melodie sound, man kanns auch normaler haben).. digiflux sound (mp3, 170kb)

Dabei bekommt man eine Art Schwebung bzw. “chorusartigen” Klang. Es “dickt also etwas an”.
Um den einzelnen Teiltonoszillatorerzeuger noch zu erweitern, es gibt noch einen Parameter (der Hersteller nennt diese Teiltonoszillatorerzeuger übrigens “sound source”, wie erwähnt von A bis D bezeichnet und in jeweils 4 Ecken eines Quadrates (eigentlich einer Ellipse) dargestellt).
Der Parameter ist Spread. Hiermit kann man Die Verhältnisse der einzelnen Teiltöne zueinander verändern.. Klanglich äussert sich das in einer Form, die an ein langsames in Metall eingiessen erinnert. Natürlich kann man diesen metalisierenden Effekt auch fein dosieren. Spektrale veränderungen sagt der eine. Ein ordentliches geschwurbel der andere.. oder auch: Die metallisch wirkenden Klanganteile sind einstellbar? Schwer hier korrekt zu bleiben. Aber der Musiker freut sich vielleicht über diese Worte.

Jetzt wo das Grobe oben steht. Man stelle sich natürlich noch ein paar schnell einstellbare “Presets” vor, in denen zB ein “analoger Sägezahn” oder Menschliche Vokale oder auch Kammfilter oder auch Strings als Grundwellen eingestellt werden können. Das ist sehr hilfreich, denn hier ist wirklich sehr viel möglich, man muss es aber auch erstmal wissen.

Aber das geht jetzt ein bisschen schnell,oder?

Wie geht “das mit dem Filter”?

Nun, hier kommt das weitere Element ins Spiel. Denn man kann innerhalb eines Quadrates nun Verläufe von einer zu einer anderen SOUND SOURCE fliessen lassen. Alle Parameter werden dabei langsam in den Zustand im Ziel ummorphen. Also zB eine Wellenform mit einer sägezahnähnlichen Klangstruktur und Filterverlauf, der einem Resonanzfilter ähnlich sieht, wird so mit diesem Filtereffekt in den anderen Klang übergehen. Diese Bewegungen sind nichts anderes als von der Vektorsynthese bekannten Bahnen, die mit einem Joystick zwischen 4 Ecken “malbar” wären. Dies ist also kein reines überblenden,sondern ein Parametermorphing (interpolation).
virsyn cube synthesizer vector quadrat
Da ein Pfeilsammelsurium keine exakten Verläufe darstellen können,sondern nur Richtungen, gibt es für die X und Y Richtung eine 64 stufige Hüllkurve,die unterhalb dargestellt wird. dazu kommt eine allgemeine Lautstärkehüllkurve. Diese 3 Hüllkurvenfreunde sind also im wesentlichen für den Klangverlauf zuständig. Nicht nur,das mit 64Stufen irre Rhymusakrobatik möglich wäre, denn die Skalierung der Kurven ist wahlweise in Sekunden oder auch in BPM Teilung ablesbar. Die Midiclock kann also als Basis für ein sehr bewegliches Spektakel mit JEDER der 3 Kurven EXAKT eingestellt werden. Dabei ist natürlich loopen mit mehreren Segmenten kein Problem.
Hatte ich schon gesagt: Hie Hüllkurven sind schnell?! nicht? dann jetzt ;)

Vector? Additiv?.. Wie? the incredible Zusammenfassung.
Also, ein schwarm von kontrollierten Sinuswellen kann kontrolliert werden. Dieser hat bereits einen gewissen Klangcharakter durch einstellen der Einzellautstärken und Noiseanteilen etc. Dazu kann man mit diesen 4 Quellen mittels zweier Hüllkurven 2-dimensional arbeiten. Heisst: In jeder Ecke eines Quadrates gibt es einen Oszillator,der sich mittels Richtungspfeile in einen der 4 Sound Sources wie von Geisterhand verwandeln kann und dabei auch die entsprechende Filterkennlinie berücksichtigt wird! Dabei ist Richtung und Zeit einstellbar mittels des Vektor-Diagramms (das Quadrat) und/oder 2 Hüllkurven für die X und Y Richtung! Da jede Sound Source im Übrigen auch in ihrer Tonhöhe einstellbar ist, kann man schon mit diesem Effekt (auch hier wird ja gemorpht) einige sehr interessante Tonbeugungs-Filterkombinationen rhythmisch einbasteln. Ein Synthesizer der mal nicht versucht analog zu sein,sondern aus dem vollen Digitalfass schöpfen kann.

Prophet VS Liebhaber werden bemerken: Im VS sind die OSCs statisch! hier sind sie dynamisch und verändern sich auch dynamisch, werden also nicht einfach nur überblendet.
K5000 Lovers: Auch hier gibt es Parallelen.. Die Formantfilter und die additive Sektion..
SOWAS KANN SO KLINGEN: (achtung, das ist ein Moogulator Noise Melodie sound, man kanns auch normaler haben).. noisodudelsaque (mp3, 1.2Mb)

Das Haus VirSyn hat aber noch einige Spezialitäten eingepflanzt:

Es gibt nämlich für jeden der 8 Multisounds einen Effektblock, der ein MIDI-clockbares Stereodelay enthält, ein Reverb (Hall!), Chorus und Verzerrer. Die Qualität ist gut. Alle wichtigen Parameter sind einstellbar. Das schöne am Cube ist aber auch: JEDER Parameterknopf ist per Midi-Learn fernsteuerbar! Bis auf das Reverb ist hier also die totale Modulationsorgie möglich. Wenn man des Controller überdrüssig wird,kann man auch “Midi-forget” klicken und alles ist wieder normal.

Darfs ein bisschen mehr sein?
Um schnell mal eben am Sound zu feilen, hat man dem Cube noch einen EQ mitgegeben, hier kann man eine Frequenz einstellen und diese dann anheben (absenken). Auch gibt es einen Brightnessregler, der sich auch per Keytracking, Anschlagdynamik oder Aftertouch sowie ModWheel steuern lässt (Natürlich ist auch die Stärke dessen regelbar).

Portamento und Key Assign Modi und Anschlagdynamikeinfluss auf Laufstärke und Hüllkurvensegmente (Zeiten).
Dazu gibt es praktischerweise einen Arpeggiator, der natürlich auch der Midiclock hörig ist.

Insgesamt ist der Cube endlich mal ein neuer Ansatz, ein bisschen inspiriert von innovativen Instrumenten. Ohne “ich will ein analoger sein und schaff es nicht”-Attitüden.. Allein das gehört belohnt. Aber das wichtige ist: Die Klänge die hier möglich sind passen sowohl in ein Erzkonservatives Set (Strings, Fairlight Chor und Co sind kein Problem!) aber auch die Freunde des NEUEN kommen hier zum zuge, denn mittels des XY-Feldes und der BPM-syncbaren Hüllkurven kann man wahre Feste feiern. Ein verrückter Glidesound, der sich nicht nur in der Tonhöhe wie ein 303 Slide anhört (alt!), nein.. die “Klangfarbe” und Spektrum sind in höchstem Maße steuerbar. Da findet dann auch der Clubber oder der Warpfrickler ein interessantes Spielfeld.

Klanglich ist der Cube eine sehr gute Erweiterung zu einem Analogsynthesizer. Besonders die pitched-noisebasierten Klänge sind hier eine spannende Basis. Wie schon erwähnt: Jede Sound Source hat eine Kennlinie für Noise. Hier kann man gestimmte Noiseteppische erstellen “pitched Noise” und diese weiterentwickeln. Denn grade der “Dreck” ist ja oft das interessante im Klang.
noch 2 sachen,die sicher den digi-fans gefallen, BPM gesyncte hüllkurven:
SOWAS KANN SO KLINGEN: (achtung, das ist ein Moogulator rhythmo/warp sound, man kanns auch normaler haben).. newschool_einlauf2.mp3 ,700kb

und nochwas mit mehr bassomatik newer_school_einlauf2b.mp3 , 380kb

nachtrag: update – nun kann man bei filter und allem anderen in der 2D darstellung eine grafische animation ansehen,die den klang besser “sichtbar” machen.. einige bugfixes und einen neuen key assign mode “Last Key”.
prima und kostet nichts.
der moogulator Yours Agent m00g
the site:
www.virsyn.com