432 Hz vs. 440 Hz

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von Xotix, 14. März 2015.

  1. Xotix

    Xotix .

    Hallo,

    Also, ich persönlich bin kein Musikmacher oder ähnliches, es reizt mich zwar immernoch mich näher damit zu beschäftigen, aber ich finde absolut keine Zeit. Wie dem auch sei, ich würde gerne mal wissen, ob ihr schon davon gehört hat, dass man Musik in einer 432 Hz Version anbietet. (Ich glaube, der Standard ist 440 Hz?) Ich hab hier nicht so den technischen Durchblick.

    Jedenfalls kenne ich es durch folgenden (meiner Meinung nach sehr guten Mix): http://www.mixcrate.com/synovia/ott-mix ... on-5664570 bzw. https://www.youtube.com/watch?v=cW1TJ5dvmik (ist der gleiche)

    Bei letzerem der erste Kommentar ist Wert als Einstieg zu lesen. ACHTUNG: Man dirftet hier glaub relativ schnell ins pseudowissenschaftliche ab.

    Trotzdem, habt ihr schon ernsthafte "Forschung" dazu gesehen? Was haltet ihr davon?

    So wie ich es verstnaden habe, ist 432 Hz natürlich, es "fühlt" sich natürlicher an wobei 440 Hz ein künstlicher Konstrukt sei.

    Ich denke hier kennen das einige schon mehr als ich, daher würde ich gerne mal eure Meinung dazu hören. :)
     
  2. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Ich habe mir die Links nicht im Detail angehört, aber: Im elekronischen Pop-Bereich ist das völlig unerheblich. Bei Saiteninstrumenten (egal ob Pop oder Klassik), macht die absolute Stimmung natürlich entscheidend was aus. Da ja die originalen Saitenlängen für eine bestimmte Tonhöhe geplant sind, und tiefere Stimmung bei gleicher Saitenlänge ganz andere Anschlags-Detunings haben.

    Alles was darüberhinaus geht ist esoterische Dummschwatz. Dann kann man sich auch gleich einen Kristall in den Popo schieben um ausgeglichener zu pupsen.
     
  3. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Die Frequenz 432 Hz resoniert also mit der DNA und den Solitonen. So ein Dummschwätz.
     
  4. Phil999

    Phil999 ....

    ich würde das so nicht sagen. Die Kammertonfrequenz hat schon eine Bedeutung. In der Praxis (z.B. wenn man in einem Barockensemble spielt) wie auch in der Theorie und in der Wahrnehmung.

    Man kann (und sollte) da durchaus experimentieren. Was noch viel interessanter ist sind die Verhältnisse der Tonhöhen zueinander, also die Tonskalen. Das ist natürlich ein viel grösseres Thema als die Frequenz des Kammertons, aber gerade da eröffnet sich ein riesiges Forschungsgebiet.
     
  5. Ob du nun ne Gitarre auf 440 oder 432 Hz stimmst wird fürs Anschlag-Detuning kaum eine - und eher eine nicht-hörbare - AUswirkung haben. Zudem es ja auch unterschiedliche Mensurlängen gibt ...

    BTW ist der Wikipedia-Eintrag zum Kammerton relativ informativ.

    Servus,
    Alex
     
  6. https://acousticengineering.wordpress.c ... ove-music/

    Zum "Konstrukt":

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton

    Servus,
    Alex
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

    das esogeschwätz von wegen DNA, Resonanz des Weltall und blah blah blah ist natürlich Blödsinn
    aber mal was anderes als 440hz zu nehmen kommt auch gerade bei elektronischem krams gut
    das verändert schon sehr den klang - lohnt sich
    wenn man gleichzeitig noch die skalen umbiegt kann ich manchmal nicht mal mehr sagen ob ich jetzt noch das gleiche patch spiele :waaas:
     
  8. Ich hab mal kurz gelesen und da wird irgendwas von der Grundfrequenz der Resonanz der Erde von 8 Hz behauptet, daher soll 432 Hz ein Vielfaches davon sein = 54 x 8. Das dumme ist nur, 440 ist auch ein Vielfaches von 8 :selfhammer:

    Egal, sicher nicht wirklich was dran. Ich hab mal gelesen, dass Karajan seine Streicher auf 444 oder 445 Hz stimmen liess. Das soll zu mehr Schwebungen führen. Mein befreundeter Kollege und Komponist nennt das die "Hollywood-Stimmung" :lollo:

    Es gibt natürlich schon sehr interessantes zum Thema tuning; Microtonale Komposition zum Beispiel. Es gibt auch ganz verschiedene Stimmungen für Instrumente z.B. Werckmeister, phytagoreische, wohltemperierte, etc. Das ist schon nicht ganz trivial. Aber ich kenn mich da nicht aus.
     
  9. Das passiert wohl den meisten und sehr oft: Man bastelt an einem Track und meint: Zu hoch, ich transponiere mal um einen Halbton nach unten! Nee, jetzt viel zu tief! Ich muss von 440 Hz auf 432 Hz gehen! :lollo:
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    klangesoteriker kennen keine hoch und runter gepitchten Schallplatten :lol:
    satan satan 666 :lollo:
    aber einfach nur alles pitchshiften oder langsamer oder schneller laufen ist schon deutlich anders als alles mit anderem pitch einzuspielen :school:

    Werckmeister, phytagoreische, wohltemperierte, u.ä.
    unterscheiden sich nicht so krass von dem was man so kennt
    wirklich interessant wird das erst wenn man sich mal kram wie hirajoshi oder raga oder den arabischen 1/4 ton krams ansieht/hört
     
  11. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Bei Sängern oder Leuten die ein Leadinstrument spielen hört man oft ein leichtes Detuning nach oben. So viel, dass man es gerade merkt, aber auch nur so wenig, dass es nicht falsch klingt.
    Da hat man dann auch sofort die Assoziation, dass das mit dem höheren Tuning das wichtige und leicht aufdringliche ist, während das tiefere Tuning das molligere, angenehmere, einlullendere, gemütlichere ist.

    Weiter unten bleiben is sowieso immer sicherer, da kann man nicht so weit fallen ;-)
     
  12. Oh doch: Je tiefer die Stimmung, um so größer Instrument und Mensch, und deshalb um so tiefer würden beide fallen, wenn sie mal fallen sollten. :P
     
  13. 432hz - definitiv Bullshit - mir fällts immer wieder schwer, damit umzugehen, wenn Leute (Producer, Ingenieure, Musiker) einem diesen Quatsch in vollster Überzeugung verkünden - man mag ja auch keinen direkt vor den Kopf stossen. So ein Stuss verbreitet sich jedenfalls ziemlich heftig, und manchmal wundert man sich, wen's erwischt...
     
  14. Wenn ich den Meter nicht als 100 cm, sondern als 95 cm festlege, dann laufe ich viel flotter! In der gleichen Zeit lege ich eine ca. 5% längere Entfernung in Meter zurück! :idea:

    Gerade Ingenieure sollten die physikalischen Zusammenhänge doch kennen... :roll:

    Wer von 440 Hz auf 432 Hz umstellt, muss außerdem die gesamte Verkabelung im Studio auswechseln, weil man für 432 Hz andere Kabelquerschnitte benötigt. :school:
     
  15. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Mach einfach mal.


    Da werden dann ja auch entsprechende Saitenstärken empfohlen.
     
  16. Naja, wenn ein Ensemble sich auf eine Stimmung geeinigt hat, dann kann es schon sein, dass man auch die Saiten entsprechend wählt. Die Mensur einer Geige ist um einiges kürzer als einer Gitarre. Bei einer Gitarre merkt man Änderungen in der Saitenspannung deutlich, wenn man um 1-2 Halbtöne verstimmt. Da könnte es durchaus sein, dass man es auf einer Geige bei kleineren Verstimmungen wie z.B. ein Viertelton entsprechend deutlich merkt. Man wird bei einer Geige auch nicht vor jedem Gig bzw. vor jeder Session neue Saiten aufziehen, wie es manche Gitarristen oder Bassisten tun.
     
  17. Anonymous

    Anonymous Guest

    so kompliziert ist es doch eigentlich gar nicht
    wenn ich a umstimme hab ich zwar immer noch die gleichen frequenzabstände in der obertonreihe aber halt andere Obertöne als das "normale" a (jeweils verschoben) :denk:
    und hab dann auch andere Resonanzen (im instrumentenkörper und raum)
    funktioniert wunderbar ohne Verschwörungstheorien :kaffee:


    src: https://youtu.be/FcI8z-HoKPY

    ^^
     
  18. Anonymous

    Anonymous Guest

    bei klassischer gitarre kann man zb dominante saiten ( bei meiner gitarre ist es die G saite, wobei diese grundsätzlich, im gegensatz zu den anderen etwas problematisch ist ) etwas bändigen indem man mit dem kammerton leicht gegensteuert.
    keine ahnung, hat wohl mit dem spezifischen resonanzverhalten vom korpus zu tun, ist ja bei jeder gitarre anderst.
    hab mal gehört das ein nullbund dieses problem dominanter saiten garnicht erst aufkommen lässt.

    bei egitarre haben wir früher gerne mal 1-3 halbtöne tiefer gestimmt für den amtlichen doom. :mrgreen:
     
  19. darsho

    darsho ...

    ich hab meine Gitarre auf 666 Hz gestimmt !

    :phat:
     
  20. Hab das jetzt mal ein paar Stunden ausprobiert, mache aber erstmal pause, weil es doch ganz schön zwickt. --------------------------------------->>>
    Flat-ulenzen sind jedenfalls eher sharp mit Kristall.
     
  21. Anonymous

    Anonymous Guest

    im Endeffekt ist man bei 440 hz gelandet - einfach weil sich das gut rechnen lässt - in Abwägung dazu wie es klingt
    409, 435, 461 (die bekannten anderen kammertöne) das gibt furchtbar krumme zahlen für alle anderen töne ...
    sinn des ganzen ist ja einfach miteinander musik machen zu können :kaffee:

    "In 1939, an international conference[11] recommended that the A above middle C be tuned to 440 Hz, now known as concert pitch. As a technical standard this was taken up by the International Organization for Standardization in 1955 and reaffirmed by them in 1975 as ISO 16. The difference between this and the diapason normal is due to confusion over the temperature at which the French standard should be measured. The initial standard was A = 439 Hz (info), but this was superseded by A = 440 Hz after complaints that 439 Hz was difficult to reproduce in a laboratory because 439 is a prime number.[11]"
     
  22. khz

    khz D@AU ~/Orwell # ./.cris/pr.run

  23. Bernie

    Bernie ohne Relevanz

    Das bezweifle ich aber ganz stark, das ein paar Cent in der Tonhöhe da etwas ausmachen. Bei einer Violine sind die Saiten meist aus Naturdarm, die sind ja eh schon minimal unterschiedlich in der Dicke.
    :selfhammer:
     
  24. Bernie

    Bernie ohne Relevanz

    Es ist mir mal passiert, das ich eine falsche Samplingrate eingstellt habe (44.1/48 KHz) und mir die um ca. 10% tefer gestimmte Version deutlich besser gefiel. Eigentlich ist das ja nicht schlimm, aber letzten Monat wollten wir einige Spuren davon remixen und teils neu einspielen, dafür mussten alle Synthies nach Gehör umgestimmt werden. Ich mach das jedenfalls nie wieder und achte akribisch auf die saubere Stimmung (440Hz)
     
  25. Anonymous

    Anonymous Guest



    Natürlich macht das was aus, da sich durch ein paar cent detume auch die saitenspannung ändert und die spannung kräftewirkend über den gitarrenhals die decke beeinflusst und entsprechend das resonanzverhalten ändert und somit auch das klangverhalten.
    Unabhängig vom spezifischen schwingungsverhalten der decke ( resonator) .
    Zb gibt es klassische gitarren mit langen sustain und eher perkussive gitarren, wbei das dann eherdurch die zargenhöhe definiert wird. :school:
    Und bekanntlich hat jede gitarre ihr eigenes klangbild, die unterschiede sind gravierend, von holzig ,bauchig bis singend.usw.

    [​IMG]

    Stichwort: chladni patterns


    src: https://youtu.be/wMIvAsZvBiw
     
    Amds gefällt das.
  26. Bernie

    Bernie ohne Relevanz

    Dann müßte man aber jedesmal für die Stimmung auch einen anderen Korpus herstellen.
     
  27. Bernie

    Bernie ohne Relevanz

    übrigens stimme ich meine Tashia Koto auch nicht nach einer japanischen Stimmung, sondern wie eine Gitarre nach 440Hz, gemerkt hats noch niemand. :mrgreen:
     
  28. Nоrdcore

    Nоrdcore ██████████

    440 vs. 432Hz sind 30Cent. Das ist eine Verstimmung wie im Sound einer "Trance-Hupe", kommt aber bei einzelnen Tönen auch von Sängern im klassischen Bereich durchaus als Bestandteil des künstlerischen Ausdrucks vor.
    15Cent sind der Daumenwert für den Fehler einer Terz (in echt sind es AFAIR 12 und 14 oder so...) bei gleichschwebender Stimmung.

    Der Tonhöhen-Versatz ist im direkten Vergleich also klar zu hören. In einem Raum oder, wie von Trigger gepostet auch einem Resonanzkörper, gibt es sehr viele sehr dicht liegende Resonanzen. Da die daraus resultierenden Amplitudenschwankungen der Teiltöne keinerlei Information über die Schallquelle verraten, hat das Ohr gelernt, die nicht so superwichtig zu nehmen.
    Ein einfaches Experiment dazu: nehmt einen Sägezahn-Dauerton, völlig unmoduliert. Nun den Kopf minimal bewegen: es klingt überall "irgendwie etwas anders". Auf die Weise hört man übrigens auch kleinste Tonhöhenschwankungen, selbst die der besten Studiobandgeräte: die FM der Gleichlaufschwankung wird von den Raumkammfiltern zu AM demoduliert, und die hört man. Klingt dann genau so, wie die Kopfbewegung.
     
  29. Grad ne Saite runtergestimmt um nen Ganzton. Und jetzt? Das lohnt sich nicht mal das aufzunehmen. Wenn du ne andere Stimmung als die Standardstimmung verwendest, hast du ja auch unterschiedliche Zugkräfte. Die Auswirkung auf das Anschlags-Detuning sind sicher messbar, aber hören wird das keiner. Solange du nicht wirklich krass verstimmst - ich experimentiere manchmal mit chinesischen Tunings bei denen einzelne Saiten um mehrere Ganztöne nach unten gestimmt werden. DA hörste dann was. Aber bei ner Verstimmung um 2%? Nix.


    Servus,
    Alex
     
  30. Ich zweifle nicht daran das es *etwas* ausmacht und dass es auch messbar ist. Ich bezweifle aber dass - wie von Florian postuliert - dies "entscheidend was ausmacht". Zumindest tut es das auf meinen Gitarren hier und für mein Gehör nicht. Ihr dürft mich aber gerne durch entsprechende Aufnahmen überzeugen.

    Jaja. Und das wird dann "entscheidend" bzw. "gravierend" durch eine Verstimmung um 2% geändert? Ach wat.

    (Und bei "elektronischer Musik" schon gleich gar nicht.)

    Servus,
    Alex