Kurz mein Fazit zum A6:
1. Der A6 ist ein komplexer Synthesizer. Die Komplexität sollte man schätzen, statt einen Vorwurf zu erheben. Wer Komplexität nicht mag, für den ist der A6 nicht geeignet.
2. Wer Intuition bei Komplexität voraussetzt, sollte einfach mal die Frage stellen, wie das gehen soll? Wer bei der Soundprogrammierung ein Ziel verfolgt, kommt mit Intuition selten dort hin. Gemessen an den Möglichkeiten, bietet der A6 über das Display einen guten Zugang zu den Parametern.
3. Einfache Sounds kann man mit dem A6 trotz Komplexität gut programmieren. Die Bedienung empfinde ich grundsätzlich als logisch und transparent.
4. Der Sound des A6 ist druckvoll. Die Assoziation "Analog" gelingt.
5. Mir persönlich gefällt der Grundsound nicht. Mein Klangideal bleibt der
Moog Voyager. Beim A6 fehlt mir die Ausgewogenheit und Perfektion, die ich beim Moog zu hören glaube. Übrigens: Der Grundsound des A6 erinnert mich an die Emu-Sampler (z.B. e64). Da fehlte es mir auch an Ausgewogenheit.
6. Es lohnt sich nicht darüber zu streiten. Der A6 als Analoger ist, gemessen an Preis- und Leistung, ein Schnäppchen. Er wird seinen Platz als Klassiker in der Geschichte erobern und hat ihn verdient.
7. Da der Klang mich nicht überzeugt, der Integrationsaufwand von Hardware in Zeiten von DAW enorm ist, steige ich auf Software um. In meiner Zeit mit dem A6 habe ich meine Softsynths und deren klangliche Qualitäten schätzen gelernt. Zudem wurde mir klar, dass die Übersichtlichkeit in Bezug auf die Parameter am Bildschirm größer ist und die Mausbedienung bei der Klangerstellung einen Vorteil gegenüber von Potis (die beim A6 zum Teil schlecht skalieren) darstellt. Ich komme schneller zum Ziel.
8. Da immer noch zwei Herzen in meiner Brust schlagen, werde ich einen Moog kaufen, da hier Sound und Feeling einfach stimmen.