Anleitung: MS-20 mini über MicroBrute-Sequencer spielen

Dieses Thema im Forum "mit Sequencer" wurde erstellt von AndiG, 5. Mai 2014.

  1. AndiG

    AndiG Tach

    Hallo zusammen,

    mich hat erst vor kurzer Zeit das Analog-Fieber gepackt (bin also quasi Neuling), habe mir erst viele Grundbegriffe anlesen und ausprobieren müssen und stehe jetzt meinen ersten Erfolgen gegenüber. Da ich so froh bin, dass es mir gelungen ist, den MS-20 mini über den Arturia MicroBrute-Sequencer zum tönen zu bringen, möchte ich dies gern weitergeben und habe eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu erstellt. Vielleicht nützt es ja dem einen oder anderen (Neueinsteiger, der auch gerade am Verzweifeln ist, wie ich es schon oft war ;-) ) auch etwas.
    (den MS-20 mini bezeichne ich im Text jetzt nur noch als MS-20, obwohl es beim Original minimal andere Einstellungen sein können)

    Hier ist sie:

    1. Ausgangspunkt ist die "Nullstellung" beider Geräte.
    2. MicroBrute: [Gate Out] -> MS-20: ESP [Signal In] (ich hatte dafür ein 3,5 Monoklinke zu 3,5 Monoklinke-Kabel zur Hand).
    Achtung: Da der MicroBrute ein V-Trigger sendet und der MS-20 eigentlich nur S-Trigger verarbeitet, ist die Hüllkurve der Töne am MS-20 nur über "Decay" und "Release" einstellbar (naja, ein bisschen Einfluss kann man später über den "Sustain" trotzdem ausüben).
    3. MS-20: ESP [Trig Out] -> KBD [Trig In] (Patch-Kabel).
    4. MicroBrute: [Pitch Out] -> MS-20: [Total In] (ich hatte hier ein 3,5 Stereoklinke zu 3,5 Stereoklinke-Kabel zur Hand).

    Da der MicroBrute als CV (Pitch) "V/Okt" sendet und der MS-20 "Hz/V" verwendet, müssen nun folgende Schritte durchgeführt werden:

    5. MicroBrute: Oscillator "Sägezahn" aufrehen, VCA-Schalter auf "ENV", Sustain-Regler auf Maximum, Sequencer auf "Record", unterstes C und oberstes C auf Tastatur (2 Oktaven) jeweils einen Ton aufnehmen, Sequencer "Play".
    6. MS-20: ESP "Signal Level" vorsichtig aufdrehen (bis ca. "1") bis "Trig Out"-Lampe blinkt.
    7. MS-20: Envelope Generator 2: "Decay" auf "1" und "Release" auf "1", tiefste C-Taste drücken, MicroBrute: Master-Volume auf "0".
    8. MS-20: Frequency Modulation (linkes FM-Feld): MG/T.Ext-Poti langsam bis kurz vor "9" drehen, bis die beiden Töne genau 2 Oktaven Abstand haben (Geduldsspiel mit nervenden hohen Tönen ;-) ).
    9. MicroBrute: Master-Volume etwas aufdrehen, MS-20: Master Tune anpassen (minimal unter "0").
    10. MS-20: VCO 2-Pitch eine Oktave herunterregeln bis etwas unter "-4".
    11. MS-20: Envelope Generator 1: "Delay Time" auf "1".
    12. MS-20: Frequency Modulation (linkes FM-Feld): EG1/Ext eine Oktave herunterregeln bis etwa kurz vor "6". Jetzt stimmen die beiden Geräte mit der Tonhöhe überein.
    13. Evtl. müssen die Pitch-Regler [VCO 2: Pitch], [Master Tune], [FM: MG/T.Ext], [FM: EG1/Ext] nochmals dezent nachjustiert werden.

    So, noch einen "Power"-Patch für den MS-20 dazu:

    1. MicroBrute: Octave: "-2", kurze Sequenz programmieren, "Play" (Rate auf ca. 01:00 Uhr), Master Volume dann auf "0", dass man nur den MS-20 hört.
    2. MS-20: Patchkabel von "Modulationsrad" zu "VCO 2 CV IN", Patchkabel von "EG 2 REV OUT" zu "CUTOFF FREQ VCF HP", Patchkabel von "EG 1 OUT" zu "INITIAL GAIN VCA".
    3. MS-20:
    VCO 1: Rechteck, PW: "3", Scale: "32"
    VCO 2: Rechteck, Pitch: gefühlvoll einjustieren bei ca. "-0,8", Scale: "16"
    VCF HP: Cutoff: ca. "2,5", Peak: ca. "7,5"
    VCF LP: Cutoff: ca. "3", Peak: ca. "8"
    Cutoff Freq. Modulation unter HP: "0", "0"
    Cutoff Freq. Modulation unter LP: "5", "8"
    Envelope Generator 2: Hold: "1", Attack: "0", Decay: "1", Sustain(!): "4", Release: "1"
    4. Modulationsrad ganz nach hinten drehen, VCO 2 Pitch dezent nachjustieren.
    5. Und jetzt schön rumspielen ;-)

    Den MicroBrute steuere ich letztendlich über einen Korg Volca: Sync Out -> Gate In (3,5 Stereoklinken-Kabel), in der Software für den MicroBrute muss dann bei "Sequencer Control" -> "Step On" -> "Gate" eingestellt werden. Da die Volcas bei 8 Sync-Signalen 16 Schritte wiedergeben, der MicroBrute (und letztlich dann natürlich der MS-20) aber nur die reinen 8 Sync-to-Gate-Steps sequenziert, hängt am MS-20 noch ein kleines Hardware-Delay (in meinem Fall die Behringer Vintage Time Machine) dran, damit das Ganze etwas fülliger wird.

    Liebe Grüße, Andi.
     
  2. Psychotronic

    Psychotronic aktiviert

    cool, danke für den tip :supi:
     

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