Vor 1 1/2 Jahren habe ich mein erstes 2x84HP Intellijel Case befüllt.
Im Vorfeld hatte ich überlegt, was ich damit erreichen will:
- Auswahlmöglichkeiten reduzieren
- Synthese besser lernen
- neue Wege gehen
- Samples/Sequenzen generieren, die in OT oder
Ableton weiterverwendet werden
- alles aber immer im Kontext eines Tracks, der dann auch fertiggestellt wird
Mir war aber von vornherein klar, das Eurorack keine Probleme lösen wird,
sondern vor allem auch neue schaffen.
An generativer Musik, einem System, das autark mit 10 Stimmen atonal vor sich hindudelt
hatte ich kein Interesse.
Von daher brauche ich auch keine 100 Module, von denen ich keines richtig beherrsche.
Nichts gegen Jägler&Sammler, aber das ist nicht mein Idee.
Nach 2-3 Monaten war es dann voll und ich hatte auf Anhieb ein homogenes System.
Vlt. erinnert sich der eine oder andere daran, ich hatte das in einem anderen Thread etwas dokumentiert.
Die VG8+/VB-Kombi habe ich nach anfänglicher Begeisterung durch einen Five12 Vector ausgetauscht.
Ansonsten habe ich seit einem Jahr an dem Case nichts verändert, weil es so für mich passt.
Das erste halbe Jahr habe ich wie wahrscheinlich jeder ziemlich viele Threads auf Muffs verfolgt, war aber
relativ schnell abgeturnt von dem immergleichen Procedere, wie das dort in Endlosschleife abläuft:
Seite 01-20: Rumours, geiern auf das neue Modul, das alle Probleme lösen soll
Seite 21-40: ewig nicht lieferbar, dann endlich erhältlich, Sendemeldungen, Unboxing etc, Gamechanger,
allgemeines Abfeiern des Moduls als "Keeper"
Seite 41-65 irgendwelche Features fehlen, Sachen gehen nicht, doch langweilig geworden, Modul XY ist angekündigt
darauf wird jetzt gegeiert und das zuvor gehypte und abgefeierte Modul wird wieder abgestossen.
Ich habe mir dann ein zweites 2x84HP Case gekauft, weil für Arbahr, Mimeophon, Verbos A&T, Natural Gate
im ersten kein Platz mehr war.
Das 2. Case ist nicht mal zur Hälfte befüllt und seit einem halben Jahr habe ich nichts neues mehr gekauft
und verspüre auch keinen Kaufdrang.
Ich habe die vorhandenen Sachen in meinen Workflow integriert und nutze Eurorack als Ideenlieferant,
wenn ich mit anderen Sachen nicht weiterkomme.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ich die besten (verwertbarsten) Patches hinbekomme, wenn ich mich nur auf
ein paar Module konzentriere und versuche diese auszureizen.
Jetzt die Frage, ob es sich "gelohnt" hat:
Wenn man mal das in Aufwand/Nutzen ausplittet, sicher nicht.
Es macht halt Spaß und ich muss schon sagen, dass die Sachen, die ich im Euro gepatcht habe
und dann in der DAW weiterverwurste eine andere Qualität und Wert (für mich) haben als
irgendeins von 40.000 Omnisphere Presets.
Von daher schon Mission erfüllt.