Hallo zusammen,
ich bin "offiziell" neu hier, lese aber schon eine ganze Weile mit. Ich bin als Fossil bei Logic auf PC hängen geblieben, das jetzt aber vor kurzem unter Win10 den Dienst quittiert hat (hängt sich beim Start immer bei "initializing external sample editor communication" auf, bis vor kurzem lief es auch unter Win10 wunderbar, aber das ist eine andere Geschichte...). Ich verfolge die Entwicklung von Bitwig schon lange und habe jetzt auch die 2.0 getestet. Eigentlich genau das, was ich suche und wirklich beeindruckend, ABER was mir echt auf die Nerven geht, sind einige Fehler und Lücken bei ganz grundlegenden Sequenzer-Funktionen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann und die leider auch jetzt noch nicht beseitigt sind. Ein paar Beispiele - und ich hoffe immer noch darauf, dass ich mich bloß irre:
- Bei Aufnahmen im Cycle werden Liegenoten am Cycle-Ende einfach abgeschnitten. Bitwig nimmt sie zwar mit der Länge auf, mit der sie gehalten wurden. Das sieht man aber nur in der Clip-Ansicht des Midi-Editors, in der Track-Ansicht enden die Noten auch optisch beim Clip-Ende (warum??). Aber bei der Wiedergabe werden solche Liegenoten immer am Clip-Ende abgeschnitten, auch wenn der Clip gelooped wird. Man kann deshalb auf direktem Weg in Bitwig keinen Loop einspielen und wiedergeben, der quasi immer mit einem Auftakt anfängt (z.B. wie beim Haupt-Gitarrenriff von Beat It). Logic und Cubase haben das schon immer zugelassen, Studio One glaube ich auch. Liegenoten werden in Bitwig bei einem geloopten Clip nur über das Clipende hinaus gehalten, also in die nächste Wiederholung des Clips hinein, wenn man an den Anfang des Clips die gleiche Note setzt wie die am Ende, und zwar so, dass sie kurz vor dem Clip-Anfang angeschlagen wird. Dann bestimmt aber die Länge dieser Note am Anfang (und nicht die Länge der Note am Clipende), wie lange der Ton insgesamt gehalten wird. Ich hoffe, das ist noch verständlich – jedenfalls alles viel zu kompliziert und verquer, um musikalisch zu sein. Warum eine eigentlich richtig aufgenommene Note nicht auch einfach so wiedergegeben wird – keine Ahnung. Ich hatte darüber schon vor über einem Jahr eine Diskussion mit dem Bitwig Support, wo man der Meinung war, dass sowas ja „falsch“ sei und zu Notenhängern führen würde. Eigenartige Sichtweise, dass die DAW vorgibt, was musikalisch falsch und was richtig ist... Logic und Co. zeigen ja, dass es geht und eigentlich ist es sogar in Bitwig so halb angelegt. Ich erwarte jedenfalls von einer DAW, dass sie Noten einfach so aufnimmt und wiedergibt, wie ich sie gespielt habe, und dass ich bei sowas nicht mit irgendwelchen Workarounds rumfrickeln muss.
- Kleinigkeit, aber nervig: Das Metronom kann man nicht separat für Aufnahme und Wiedergabe ein- und ausschalten. Man kann es nur für den Preroll separat einstellen. Wenn ich also bei einer Aufnahme das Metronom auch nach dem Preroll brauche, muss ich es anschalten und dann später im Playback wieder ausschalten, um es bei der nächsten Aufnahme wieder anzuschalten… Warum hat bei Bitwig noch keiner gemerkt, dass das Mist ist?!
- Einige Plugins, die unter Logic einwandfrei liefen, gehen unter Bitwig nicht. Davon abgesehen werden bei vielen Plugins Parameteränderungen auf der Plugin-eigenen Oberfläche in Bitwig nicht aufgezeichnet. Das geht nur, wenn man den entsprechenden Regler für diesen Parameter in der Bitwig Plugin-Leiste benutzt.
- Kein SysEx? Das klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber ich verstehe nicht, wie man eine DAW ohne jede SysEx-Unterstützung auf den Markt bringen und bis Version 2 (und darüber hinaus?) so lassen kann. Gerade hier im Forum sind ja viele mit Hardware unterwegs – wie geht Ihr damit um?
- Keine Taktwechsel möglich?
Ich finde, man merkt Bitwig die
Ableton-Wurzeln und den Fokus auf rein sample-basiertes Arrangieren an. Beim „klassischen“ Sequenzing hat sich Bitwig zwar schon verbessert, aber MIDI steht irgendwie immer noch in der zweiten Reihe. Man legt offenbar mehr Wert darauf, heiße neue Features auf den Markt zu bringen, als solche Brot-und-Butter-Funktionen richtig einzubauen. Wie seht Ihr das und wie kommt Ihr mit den Defiziten (wenn man es so sehen will) klar?