Ehemaliges Studio für Elektronische Musik des WDR

Lauflicht

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x0x forever
Nun, es heißt halt Studio für Elektronische Musik. Das hat doch irgendwie was mit Technik zu tun? Die Technik ist hier nur ein mögliches Instrument für den Künstler. Das ist korrekt. Aber der Einsatz von elektronischen "Instrumenten" hat hier meiner Ansicht nach zu einem neuen Ansatz in der Komposition geführt. Nichtsdestotrotz habe ich allerdings auch den Eindruck, dass Herr Stockhausen nicht ausreichend Würdigung findet. Gerade in Köln nicht (wenn man sich das Programm z.B. der HfMT anschaut). Stimmt mich schon alles sehr traurig. Da bekommen die Kölner mal endlich was hin außer Karneval und FC (eigentlich dasselbe) und das wird dann nicht gewürdigt. Paradox. Da wird z.B. so einer wie Jacques Offenbach die ganze Zeit wie wild gefeiert und der ist bestenfalls Zweitklassisch (Achtung Wortspiel!). Aber die Welt ist eben nicht gerecht.
 
Dirk Matten

Dirk Matten

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Ich hatte ja geschrieben, wie ich mir eine sinnvolle Verwendung vorstelle. Statt einer Dauerpräsenz eines Vortragenden könnte man auch sogenannte Info-Stationen zu den einzelnen Themenpunkten einrichten, wo in Schrift, Bild und Film der Zusammenhang zwischen der dargestellten Apparatur und der Komposition mit anschließender Realisation erläutert wird. Das wäre übrigens auch ein interessantes Projekt für eine wissenschaftliche Arbeit eines Teams in der Kölner Musikhochschule, erhältlich dann auf DVD. Das kann man übrigens jetzt schon machen, muss man nur wollen und die Kosten sind sicherlich überschaubar. Auch so findet eine Konservierung statt.
 
einseinsnull

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[nur noch PN]
ohne einen alten mann, der mit breitem grinsen gerne jede detaillierte nachfrage mit freuden beanwortet, kannst du daas museum dann auch gleich online als webseite einrichten.

den vorschlag das studierenden oder doktoranden zu überlassen finde ich aber gut. :)
 
Dirk Matten

Dirk Matten

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Das wäre dann eh eine sinnvolle Ergänzung, denn da kann man im Gegensatz zu den Info-Stationen entsprechende inhaltliche Querverbindungen als Link einsetzen. Ich finde, dass man so etwas sehr spannend aufziehen kann, müsste für das Projekt jemanden gewinnen, der entsprechende dramaturgische Fähigkeiten, gepaart mit Fachwissen hat.
Das Studio für Elektronische Musik in der von mir vorgeschlagenen Ausführung sollte dann aber - und das ist das Allerwichtigste - über einen "Konzertraum mit mehrkanaliger Audiowiedergabe verfügen, wo dann täglich nach Progaramm und auch auf Wunsch die Musik gehört werden kann, die in der Zeit an Anfang bis zum Ende des Studios produziert wurde, eine Einführung im Vorlauf eingeschlossen. So etwas kann ein städtischer Kulturetat unter der Überschrift "Musikalische Bildung" finanzieren. Karlheinz Stockhausen hatte für solche "Konzerträume für Tonbandmusik" sehr genaue Vorstellungen.
 
swissdoc

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back on duty
Ich wünsche dem Studio des WDR eine passende Bleibe und adequate Umgebung. Als Lausbub habe ich den gelben Wälzer von Eimert und Humpert studiert und dieses Studio vom WDR schien mir der Himmel auf Erden.

Das Siemens-Studio für elektronische Musik wurde von Siemens 1963 aus Kostengründen an die Ulmer Hochschule für Gestaltung verschenkt und hat seinen finalen Platz im Deutschen Museum in München gefunden. Ich habe es dort vor längerer Zeit besucht und es war recht trostlos. Die Apparate standen dort, man konnte sie aus gebührlicher Distanz betrachten, viel weitere Info gab es meiner Erinnerung nach nicht. Es spielte im Hintergrund Musik, die im Studio produziert worden war. Immerhin. Ich habe mich dann durchgefragt, habe herumtelefoniert und bekam nach einiger Zeit die entsprechende CD zugeschickt. Leider ist diese CD vergriffen und wurde wohl auch nie im Handel vertrieben.

Ich sehe gerade, dass es eine ausführliche Würdigung in den MÜNCHNER VERÖFFENTLICHUNGEN ZUR MUSIKGESCHICHTE, Band 72 (2014) von STEFAN SCHENK gibt.

Mein Punkt aber ist, dass in diesem Falle es zwar zur Ausstellung in einem Museum kommt (nun ja, immerhin DAS Technik Museum in Deutschland), aber es keine adequate Umgebung gibt, so wie hier von Dirk als wünschenswert für das WDR Studio skizziert.
 
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Bernie

Bernie

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Die Apparate standen dort, man konnte sie aus gebührlicher Distanz betrachten, viel weitere Info gab es meiner Erinnerung nach nicht.
In erster Linie geht es ja um die Musik und die Geschichten dahinter und es wäre schade, wenn man da irgendwo nur ein paar Kisten ohne Funktion hinstellt.
 
Dirk Matten

Dirk Matten

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Ich hätte mir auch gewünscht, wenn Herr Müller die Geräte aus der musikalisch relevantesten Zeit in Funktion genommen hätte. So stehen sie nur rum.
Foto: Bernie

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einseinsnull

einseinsnull

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man muss sie einfach lieben, diese radialen, 25 centimeter großen frequenzanzeiger, oder nicht?
 
Lauflicht

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x0x forever
Bei der Menge an spezieller Technik sehe ich primär die Gefahr, dass das Knowhow, um das Studio überhaupt irgendwie in Betrieb zu nehmen bzw noch wichtiger zu warten, irgendwann weg ist. Ich habe es zumindest so verstanden, dass Herr Müller das alles alleine macht. Eine reines Museum fände ich auch traurig. Von daher passt der akademischer Ansatz mit einem Heer an Freiwilligen zur Unterstützung am besten. Studenten und Hochschullehrern kann man die Technik nicht überlassen - da fehlt einfach das Verständnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dirk Matten

Dirk Matten

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Wie gesagt, das ZKM in Karlsruhe und die Kölner Musikhochschule waren als Träger ja schon mal angedacht, scheint sich aber nicht durchgesetzt zu haben. Vielleicht jetzt, da die Option "Mödrath" vom Tisch ist. Elektronische Musik wird in der Öffentlichkeit kaum wertgeschätzt, jeder drittklassige Maler schafft es da eher in ein Bildungsinstitut. Und als privater Sponsor kann man damit auch nicht angeben.
 
oli

oli

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Vielleicht hätte ja einer der noch existierenden Messinstrumente-Hersteller wie z.B. Rohde & Schwarz Interesse an einem Sponsoring dieses Studios? ;-)
 
U

Uli_S

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Immer wieder rauf und runter, einmal rauf und einmal runter
Kleine Textkorrektur:
"Immer wieder rauf und runter – einmal drauf und einmal drunter"

Bei aller Progressivität des Studios wäre aber ein Text mit
einer derart eindeutigen sexuellen Konnotation dort vermutlich
nicht produziert worden.
 
Dirk Matten

Dirk Matten

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Dann überlege mal, was da auf den Unterstützer zukommt. Miete, Unterhalt, Personalkosten für Tontechniker, Servietechniker, Kurator - und das über einen längeren Zeitraum, sagen wir mal 25 Jahre, gerechnet. Es funktioniert dann, wenn die Räumlichkeiten und die Personen eh zur Verfügung stehen, die Kosten für den Umzug (Transport, Installation) sind möglicherweise überschaubar, die Hardware für die Info-Boxen mit Bildschirm und Audioguide sind zu stemmen und die Software in Form der vorab zu erstellende Kuratierung sollten dann von Mitgliedern der Institution und/oder Studierenden wissenschaftlich erarbeitet und erstellt werden.
 
einseinsnull

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wir wäre es mit einem chinesischen investor. müsste man nur einen astronomischen sammlerwert herbeifantasieren.
 
Dirk Matten

Dirk Matten

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Behringer könnte das machen und dann alle Geräte klonen und zum Schleuderpreis anbieten.
Bitte kreuzen Sie an:
1. Ja, ich möchte auch Stockhausen sein und bestelle hiermit das komplette Studio in Kindergröße
2. Nein, ich habe schon was von Behringer für Basedrum
 
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oli

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wir wäre es mit einem chinesischen investor. müsste man nur einen astronomischen sammlerwert herbeifantasieren.
Hehe, und vielleicht noch etwas von "klassischer, europäischer elektronischer Musik" blubbern...
Angeblich stehen chinesische Sammler gerade auf klassische, europäische Musik (in Vinylform).
 
Dirk Matten

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Behringer könnte das machen und dann alle Geräte klonen und zum Schleuderpreis anbieten.
Bitte kreuzen Sie an:
1. Ja, ich möchte auch Stockhausen sein und bestelle hiermit das komplette Studio in Kindergröße
2. Nein, ich habe schon was von Behringer für Basedrum
Die Spezialentwickling des LAWO-Mischpults hatte damals über 1 Mio DM gekostet, was man sieht, ist nur die Fernbedienung, die Elektronik steht im Nebenraum.
 
einseinsnull

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ein behringer museum? da muss man dann die geräte alle paar monate austauschen weil sie schon wieder kaputt sind, das macht zuviel arbeit.

und was meinst du wie das rauscht wenn man ganz viele behringer geräte in einem raum ...

wenn das WDR zeug qualitativ so wäre wie den mist den man heute kaufen kann, wäre es schon lang zu staub zerfallen.
 
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Dirk Matten

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ein behringer museum? da muss man dann die geräte alle paar monate austauschen weil sie schon wieder kaputt sind, das macht zuviel arbeit.

und was meinst du wie das rauscht wenn man ganz viele behringer geräte in einem raum ...

wenn das WDR zeug qualitativ so wäre wie den mist den man heute kaufen kann, wäre es schon lang zu staub zerfallen.
Du hast mich falsch verstanden. Behringer kauft das Studio und führt es wie von mir vorgeschlagen, klont dann zusätzlich alles in Kindergröße und bietet das für jedermann zum Schleuderpreis an.
 
oli

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Behringer könnte das machen und dann alle Geräte klonen und zum Schleuderpreis anbieten.
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1. Ja, ich möchte auch Stockhausen sein und bestelle hiermit das komplette Studio in Kindergröße
2. Nein, ich habe schon was von Behringer für Basedrum
Ohja, gute Idee mit Behringer als Investor.
Wobei die dann das WDR Studio wahrscheinlich zu sich nach China holen wollen werden in ihr eigenes (privates) Museum...
So wie sie es momentan mit Vintage-Synth-Schätzchen machen.

Die Idee mit einem Clone des WDR Studios in kleiner hatte ich übrigens auch mal - man könnte daraus auch ne Serie machen:
"Alle "Neue Musik"-Studios der Welt (Köln, Ulm, Paris, Mailand?, Tokio?, etc.) als miniaturisierte Studios als Set rausbringen. Das wäre so superduper und auch fein zum Sammeln" :)
So paar Tonbandmaschinen in klein wäre ja auch was Feines!
 
einseinsnull

einseinsnull

[nur noch PN]
Du hast mich falsch verstanden. Behringer kauft das Studio und führt es wie von mir vorgeschlagen, klont dann zusätzlich alles in Kindergröße und bietet das für jedermann zum Schleuderpreis an.
das passt nicht ins firmenkonzept. die originale müssen totgeschwiegen werden. die fliegen raus und es werden nur die behringer klone ausgestellt.

die gehäuse sind dann aus plastik, die tonbänder digital, und meine geliebte frequenzanzeige geht nur bis 5000 Hz. merkt der pöbel eh nicht.
 
Dirk Matten

Dirk Matten

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Man muss immmer mit dem Original angeben, um den Nachbau verhökern zu könnnen.

Ubrigens: "Pöbel" wäre ein guter Name für ein elektronisches Musikinstrument.

"Guten Tag, ich habe ihr Inserat von dem neuen "Pöbel" für 77 Euro gelesen. Habe Sie noch welche da?"
"Selbstverständlich, lieber Anrufer."
"Dann hätte ich gerne zwei Pöbel."
"Kein Problem, gehen heute noch raus. Auf wiederhören."
"Auf wiederhören."
 
 


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