Emulationen

kpr schrieb:
Moogulator schrieb:
Und am Ende nämlich rauskommt, dass das zwei ganz eigene Instrumente sind, die viel gemeinsam haben, aber dann unter´m Strich doch anders sind. Jeder, der sich intensiver damit auseinandergesetzt hat, weiß das doch.
So sehe ich das auch.
Ich mag z. B. am Arturia Minimoog, das ich mal eben das Filter wie ein PlugIn einsetzen kann, ohne erst stundenlang irgendwelche Kabel quer durchs Studio legen zu müssen. Der ist halt immer griffbereit und sofort einsatzbereit. Für einen Sequenzerbass, der im Hintergrund herumgrummelt, ist der Arturia nicht vom echten zu unterscheiden aber für schönes Solo würde ich dann eher zum Original greifen
 
Mache ich nahezu genauso.

Den Minimax in Scope benutze ich oft als Presetprovider anstelle der ganzen Datenblätter (beim Minimoog). Da kann ich mir den Sound anhören, auch in den Song integrieren, ohne viel Aufhebens das Ganze. Und wenn mir das zusagt, dann übernehme ich gegebenenfalls die Einstellungen auf dem Minimoog, mache noch etwas Feintuning und spiele das live in den Harddiskrecorder. Diese Vorgehensweise spart enorm viel Zeit und bei aufwendigen Songs, wo alleine die Soundsuche viele viele Stunden verbrauchen kann, ist das superpraktisch. Und wie Du schon sagst, Sounds in der zweiten Reihe gehen damit immer. Das ist wiederum keine Schmälerung, denn es gibt viele Sounds, die für diese wichtige zweite Reihe viel zu dickbackig daherkommen und dem Soloinstrument oder den Vocals unnötigerweise den Platz versperren.
 
Bei mir ist das eher eine Frage des Zeitaufwands. Wenn ich einen Gig hab und mal schnell einen 808 Beat brauch, dann wird halt Battery angeschmissen und schnell mal mit der Maus programmiert. Ebenso ist das mit den Synths, ich schmeiss dann meinen Nord Modular an und zieh mir mal schnell ein paar Module ins Fenster. Das ist dann fast Total Recall.

Wenn ich aber mal einen Sonntag bzw. an Auffahrt Zeit hab :D , dann wird der Saurier angeschmissen und ausgiebig Strippen gezogen. Dann wird die ganze Sache am Stück aufgenommen und später kommen dann noch ein paar Dinge dazu. Bei der Aufnahme geht natürlich viel verloren, die Lebendigkeit bleibt aber erhalten. Wenn ich das mit Software hinbekommen wollte, dann müsste ich mich zu Tode editieren oder randomisieren, was jedoch manchmal eben zu Random ist.

Klanglich gibt es natürlich schon Unterschiede, das ist aber selten eine Qualitätsfrage sondern eher eine Frage der Möglichkeiten. Schwurbel kann für IDM auch mal gut sein, krasse Filter FM wird eher auf dem Saurus gemacht. Ausserdem gibt es auch Sounds, die ich auf dem einen Synth hinbekomme, die dann aber beim übertragen auf den anderen nicht funktionieren. Das hat halt viel mit Pegel und Verhalten der Verkettung der einzelnen Bausteine zu tun. Wenn ich z.B. einen Bass an meinem ATC-1 gemacht hab und ihn dann für live auf meinem Nord haben will, dann geht das nicht immer in allen Fällen gut. Zur Not wird dann halt gesampelt und der Bass kommt dann als Loop aus der MPC, schraubtechnisch natürlich sehr ungünstig, aber man kann halt nicht alles haben.
 
Bernie schrieb:
micromoog schrieb:
ja, das Alter ist nicht wirklich unwichtig bei der Frage - die Jahrgänge vor 1975 argumentieren hier sehr ähnlich.
Was evtl. zu einem Teil auch daran liegt, das die "Alten" ihre Instrumente noch mehr "mit den Händen" gespielt haben, während die jüngere Generation eben mit Computern groß geworden ist. Man kann einen ollen Mini eben nicht mit der Maus spielen und nacheditieren, wenn er kein Midi hat. Was nicht heißen soll, das diese oder jene Vorgehensweise die bessere Musik hervorbringt, es ist eben anders.
Als alter Sack mag ich eben daher auch eher das ungeschlffene, etwas rohe, in der Musik, mir gefällt es nicht, wenn alles perfekt quantisiert ist. Da ist mein holpriger Verspieler lieber.

kann ich voll unterschreiben, sehe ich auch so. Dann kommt noch ein wichtiges wenn auch subjektives Argument dazu, der Spaßfaktor. Und der ist bei den meisten Menschen die ich kenne, bei Hardware einfach größer.
Man komponiert mit Hardware auch anders als mit Software. Letztendlich ist es eigentlich die Frage ob man bereit ist, für die genannten Argumente entsprechend mehr Geld hinzublättern. Wenn man ein Instrument ernsthaft spielen will, kommt man auf Dauer eh schlecht an Hardware vorbei. Ich kann mit einem neuen Golf nach Rom fahren, oder mit einem alten restaurierten Bugatti. Ich würde immer den Bugatti wählen, aber ankommen wird man mit beiden.
 
Um die Diskussion mal auf die nächste Stufe zu heben:

Ich habe meine Fostex B16 mitte der 90er verramscht... Nachdem ich mir letzte Woche durch Zufall ein Mackie 8-Bus reingezogen habe, überlege ich mir aber ernsthaft jetzt ne TSR8/16/24 oder G8/16/24 zu holen, so ein Modell der letzten Generation mit Dolby S.

Denn ich muss schon sagen, so ein analoger Signalweg ist ne ganz feine Sache, in bezug auf den Klang und Feeling (Selbst wenn man ein vergleichsweise günstiges Pult wie das 8-Bus oder ein Ghost nimmt...) und besonders auch Feeling. Und jetzt kommt das beste, im Moment doch auch durch den Preis...

Mal kurz durchatmen bitte. Wann habt ihr das letzte mal ne gute analoge Bandaufnahme gehört... Nein keine LP... Denken wir uns das bisschen Rauschen weg, da wird die Luft verdammt eng für DAW.

Ich meine das echt nicht esoterisch... Das sind die harten Fakten ;-) Denn in Bezug auf Esoterik ist Digital sicher näher dran. Wenn man die Pressewerbung/Tests von D/A Wandlern beachtet... Jedes Jahr ein neues Set noch besserer Wandler, die jedes mal nochmal mehr kosten.... das letztjährige Modell aber um Welten überbieten. Letztes Jahr wars noch super, jetzt ist's angeblich doch Schrott gewesen. Teures Outboard, Analoges Summing... dann wieder Wandeln Software Synthesizer die Aussehen wie Analog, fast soviel kosten (400 € für Software, die schon in 3 Jahren nicht mehr läuft wegen neuem System usw), dummerweise aber nicht mal so gut klingen wie ein Nord Lead... Wozu sowas?

Ich mache Musik heute nur noch zum Spass, als Hobby, zur Entspannung... Und Mann oh Mann, war das letztes Wochenenede ein entspannendes Gefühl nachdem der Modular und die XBase die ersten Töne durchs analoge Pult in mein geschundenes Ohr geschossen haben... das war richtig emotional... ich kann's nur jedem empfehlen.

So, ich geh jetzt mal ein paar Brummschleifen beheben :lol:
 
Neo schrieb:
Bernie schrieb:
micromoog schrieb:
ja, das Alter ist nicht wirklich unwichtig bei der Frage - die Jahrgänge vor 1975 argumentieren hier sehr ähnlich.
Was evtl. zu einem Teil auch daran liegt, das die "Alten" ihre Instrumente noch mehr "mit den Händen" gespielt haben, während die jüngere Generation eben mit Computern groß geworden ist. Man kann einen ollen Mini eben nicht mit der Maus spielen und nacheditieren, wenn er kein Midi hat. Was nicht heißen soll, das diese oder jene Vorgehensweise die bessere Musik hervorbringt, es ist eben anders.
Als alter Sack mag ich eben daher auch eher das ungeschlffene, etwas rohe, in der Musik, mir gefällt es nicht, wenn alles perfekt quantisiert ist. Da ist mein holpriger Verspieler lieber.

kann ich voll unterschreiben, sehe ich auch so. Dann kommt noch ein wichtiges wenn auch subjektives Argument dazu, der Spaßfaktor. Und der ist bei den meisten Menschen die ich kenne, bei Hardware einfach größer.
Man komponiert mit Hardware auch anders als mit Software. Letztendlich ist es eigentlich die Frage ob man bereit ist, für die genannten Argumente entsprechend mehr Geld hinzublättern. Wenn man ein Instrument ernsthaft spielen will, kommt man auf Dauer eh schlecht an Hardware vorbei. Ich kann mit einem neuen Golf nach Rom fahren, oder mit einem alten restaurierten Bugatti. Ich würde immer den Bugatti wählen, aber ankommen wird man mit beiden.
jetzt muss ich mich doch mal einklinken.
Ich benutze sehr viel Software zur Musikerstellung, deshalb ist es aber doch ein Spielen mit einem Musikinstrument. Wenn man einen Computer benutzt heißt das ja nicht, dass man auf eine Tastatur etc. verzichtet. Insofern ist doch das Feeling dasselbe. Lediglich die Klänge können vielleicht in eine andere Richtung gehen (muss aber auch nicht sein), wenn man sich Emulationen wie die B3 von NI oder auch Neukreationen wie Absynth, Massive anhört. Das Live-Einspielen bleibt einem ja trotz Editiermöglichkeiten nach wie vor nicht verwehrt, was man ja auch manchen Aufnahmen (in positivem wie negativen Sinn) anhört.

Die schnelle unkomplizierte Verfügbarkeit und auch Zuverlässigkeit sind schon gewichtige Argumente.
 
Wenn man seine Sachen mit einem Masterkeyboard einspielt, dann ist es die Haptik, die zur Verfügung steht. Welcher Tonerzeuger dahinter ist, merkt man ja gar nicht, sondern hört den nur. Da Sampler fast durchweg als Rack erhältlich waren, habe ich mich jedenfalls an diese Art Fernsteuerung schon lange gewöhnt und erlebe die Softsynths genauso. Gäbe es ein cooles Controllersystem, das nicht zu kompliziert die Parameter zuordnet, dann wär´s das für meinen Bedarf. Ich würde mir sogar von den wichtigsten Softsynthherstellern das passende Tablett dazu wünschen, einen Cube oder Cameleon mit pultförmigem Controller: Gerne! Erst recht für die Clone-Softies, da war ASB der beste Schritt in dieser Richtung.

Es kommt nur drauf an, dass es hier stimmt:

- korrekter Sound
- unkomplizierte Handhabung
- halbwegs bezahlbar
- fertig entwickelt (bitte keinen Updatequatsch)

Leider krankt es bei den Softies oft wenigstens an einem dieser Punkte. Soviele es gibt, so viele Schwachstellen gibt es auch. Wenn ich dann lese, dass Digidesign es weiterhin gut findet, seine eigene Formathochzeit mit PlugIns abzufeiern ist angesichts der Probleme mit Protools ein Lacher. Insofern mache ich mir keine großartigen Hoffnungen auf übergeordnete Standards, Generic Controller und all das und sehe ein, dass man immer nur mit dem leben kann, was real existiert und auf der Stelle da ist und ohne größere Bugs zurechtkommt. Alles andere ist, simpel gesagt, lediglich graue Theorie.
 
Insofern ist doch das Feeling dasselbe.
Nein, ist nicht dasselbe und ich denke ich kann das schon beurteilen, da ich beides benutze. Software plus Controller ist noch lange kein Instrument, weil es nicht aus einem Guß ist. Es ist und bleibt ein Kompromis, der mal besser, mal schlechter funktioniert. Tastatur plus Arturia, ist eben kein Minimoog.
 
Bernie schrieb:
Als alter Sack mag ich eben daher auch eher das ungeschlffene, etwas rohe, in der Musik, mir gefällt es nicht, wenn alles perfekt quantisiert ist. Da ist mein holpriger Verspieler lieber.

Wobei grade die (altmodischen) StepSequencer ja zwangsläufig perfekt quantisierten, während MIDI ja durchaus die Möglichkeit bietet, unquantisiert aufzunehmen - dass das kaum einer macht, ist nicht direkt die Schuld von Midi...
 
Neo schrieb:
Insofern ist doch das Feeling dasselbe.
Nein, ist nicht dasselbe und ich denke ich kann das schon beurteilen, da ich beides benutze. Software plus Controller ist noch lange kein Instrument, weil es nicht aus einem Guß ist. Es ist und bleibtein Kompromis, der mal besser, mal schlechter funktioniert. Tastatur plus Arturia, ist eben kein Minimoog.
Da muss ich widersprechen. Ich denke, dass es sicherlich auch Hardware Beispiele gibt, die teilweise nicht stimmig sind. Das sei aber nur nebenher bemerkt. Für mich ist das Zusammenspiel von Controller und Software mitlerweile wie aus einem Guss. Nimmt man Beispiele, wie die Software FM8, Massive, Absynth (doch mit kleinen Abstrichen), B3, TheGrand, etc. so merkt man nicht, dass man eigentlcih zwei verschiedene Welten bedient und ich empfinde diese Gemeinschaft auch als ein Instrument.
Man muss diese Software genauso kennenlernen und erlernen wie ein Instrument.
Gut, ich akzeptiere, wenn mir jemand sagt: aber ich kann fühlen, ob ich meinen MS10, MS20, Polymoog, etc. unter den Fingern spüre. Das ist bei einem gemeinsamen Controller für die Software natürlich nicht der Fall. Aber wie oft wird hier auch in anderen Threads gewünscht, wenn doch dieser oder jener Hardware-Teil des einen Synths zusammen mit einem anderen ein Instrument wäre.
Wenn der gemeinsame Software-Controller gut ist, dann freut man sich, dass auch hervorragende Software hinten dran hängt.

Entscheidender Vorteil allerdings von Software ist, dass jeder Klang eindeutig reproduzierbar ist. D.h. geniale spontane Klang-Einfälle sind immer wieder aufrufbar. Mir fällt in diesem Zusammenhang nur einmal die FM-Synhtese ein. Kleinste Einstellungsänderungen an der Modulationsfrequenz geben völlig unterschiedliche Ergebnisse. Kein Hardwaresystem mit seinen groben gefühlten Reglereinstellungen kann einen einmal verlorenen Klang wieder herstellen. Gelobt sei die digitale Speicherung. Das Lob über die geniale Einmaligkeit eines musikalischen Hardware-Augenblicks lasse ich da nicht gelten.

ciao herw
 
herw schrieb:
Die schnelle unkomplizierte Verfügbarkeit und auch Zuverlässigkeit sind schon gewichtige Argumente.

Naja, auch das kann man anders sehen. Aus kommerzieller Produktionssicht, mit der fast schon zwingenden "Total Recall"-Möglichkeit magst du recht haben, aber schnell verfügbar ist da eigentlich nichts:

Folgende Reihenfolge sehe ich eher als kompliziert "vefügbar":

-> MKB anschalten & Rechner hochfahren -> Host/DAW laden-> Softsynth wählen -> Spielen (Zwischendurch evtl. noch mit Fehlermeldungen und Treiberproblemen kämpfen)

gegenüber: Synth einschalten -> spielen!
 
micromoog schrieb:
herw schrieb:
Die schnelle unkomplizierte Verfügbarkeit und auch Zuverlässigkeit sind schon gewichtige Argumente.

Naja, auch das kann man anders sehen. Aus kommerzieller Produktionssicht, mit der fast schon zwingenden "Total Recall"-Möglichkeit magst du recht haben, aber schnell verfügbar ist da eigentlich nichts:

Folgende Reihenfolge sehe ich eher als kompliziert "vefügbar":

-> MKB anschalten & Rechner hochfahren -> Host/DAW laden-> Softsynth wählen -> Spielen (Zwischendurch evtl. noch mit Fehlermeldungen und Treiberproblemen kämpfen)

gegenüber: Synth einschalten -> spielen!
Dafür muss mein System nicht 10-20 Minuten warmlaufen, um stimmstabil zu sein ;-) . Bis dahin habe ich mich selbst warm gespielt! Abgesehen davon kenne ich keine Treiberprobleme. Bissig könnte ich jetzt sagen (liebe Hardware-Freaks nicht böse sein), bevor der Hardware-Spieler überhaupt ans Spielen kommt, muss er zuerst mal alle Kaltlötstellen überprüfen ;-) .
 
Also ich habe einfach keine Lust, wie du sagst einen Softwaresynth zu erlernen... Denn spätestens beim übernächsten Upgrade ist alles wieder anders... By, By gelerntes... Besonders interessant finde ich auch, z.B. 10 Jahre alte Software zum laufen zu bringen... Ich habe z.B. Steinberg X-Pose, ein wirklich geniales Tool, der Zeit weit voraus... Nur dumm, das es auf keiner aktuellen Hardware mehr läuft, leider war die damalige Hardware immer leicht überfordert, jetzt würde es erst richtig Spass machen. Die Software hat mich damals midestens 500 gekostet... Wert heute 0, viel schlimmer, der Nutzwert ist heute auch 0.

Habe gerade nen alten Synth aus dem Keller geholt, war also ca 7. Jahre in eher feuchter Umgebung. Der hat vor 10 Jahren gebraucht 50 gekostet, Funktioniert tadellos. Kalte Lötstellen kommen imho bei professionell hergestellten Geräten kaum vor.

Warmlaufen müssen nun wirklich nur wenige Geräte lange, wenns 20 min dauert stimmt was nicht.

Man muss nicht pauschalisieren, aber irgendwie scheinen mir Softwaresynthesizer einfach sehr teuer zu sein! Innovativ scheinen sie auch kaum zu sein. Ich meine eigentlich hauptsächlich diese Plugs mit diesen ganzen "analog" Oberflächen, deren Hersteller ganzseitige Anzeigen in Magazinen mit Jubeltests schalten. Reaktor und auch viele andere Sachen, finde ich aber durchaus sinnvoll...
 
EinTon schrieb:
Wobei grade die (altmodischen) StepSequencer ja zwangsläufig perfekt quantisierten, während MIDI ja durchaus die Möglichkeit bietet, unquantisiert aufzunehmen - dass das kaum einer macht, ist nicht direkt die Schuld von Midi...
Nicht wirklich. Die alten Sequenzer sind ganz schön untight und eiern recht ordentlich. Bei meinem ollen PPG schwankt die Geschwindigkeit des Sequenzers mehr oder weniger, je nach dem, wo wieviele Steuerspannungen das Netzteil leersaugen. Wenn mehrere Filter dann gleichzeitig öffnen, wird der Sequenzer im Takt dazu etwas langsamer und wieder schneller, die Steptime verändert sich ständig und bleibt nicht immer konstant.
Man merkt es zuerst kaum, wenn aber eine moderne tighte Drummachine parallel dazu mitläuft, merkt man dies ganz deutlich. Das ganze System eiert jedoch rhythmisch und hat dann einen ganz eigenen Groove. Dieses Phänomen findet man übrigends bei vielen älteren Sequenzerbasierten Songs aus der Anfangszeit.
 
herw schrieb:
Dafür muss mein System nicht 10-20 Minuten warmlaufen, um stimmstabil zu sein
Diese 10-15 Minuten Warmlaufzeit brauchen eigentlich nur meine ganz alten modularen Synthies und ein paar wenige Vintagekisten.
Da ich dann meist mehrere Stunden dran werkel, macht mir das nichts aus, denn ich kann ja schon während der Wartezeit mit dem Verkabekn beginnen.
Modernere Synthys, wie z. B. mein Voyager oder der M5, sind sofort stimmstabil und ich kann loslegen. Da verändert sich auch nix mehr, es sei denn, das ich das möchte (beim M5 kann man die Temparaturstabilität sogar stufenlos einstellen, damit er sich wie ein echter Oldie verhält).
Bei rechnerbasierten Systemen ist es in der Tat so, das ich erst den Rechner hochfahren, Programme laden, Mixerkanäle einstellen muß, das dauert doch schon viel länger. Daher nutze ich die Softwarekisten auch nur dann, wenn ich sowieso schon Cubase hochgefahren habe.
 
herw schrieb:
micromoog schrieb:
herw schrieb:
Die schnelle unkomplizierte Verfügbarkeit und auch Zuverlässigkeit sind schon gewichtige Argumente.

Naja, auch das kann man anders sehen. Aus kommerzieller Produktionssicht, mit der fast schon zwingenden "Total Recall"-Möglichkeit magst du recht haben, aber schnell verfügbar ist da eigentlich nichts:

Folgende Reihenfolge sehe ich eher als kompliziert "vefügbar":

-> MKB anschalten & Rechner hochfahren -> Host/DAW laden-> Softsynth wählen -> Spielen (Zwischendurch evtl. noch mit Fehlermeldungen und Treiberproblemen kämpfen)

gegenüber: Synth einschalten -> spielen!
Dafür muss mein System nicht 10-20 Minuten warmlaufen, um stimmstabil zu sein ;-) . Bis dahin habe ich mich selbst warm gespielt! Abgesehen davon kenne ich keine Treiberprobleme. Bissig könnte ich jetzt sagen (liebe Hardware-Freaks nicht böse sein), bevor der Hardware-Spieler überhaupt ans Spielen kommt, muss er zuerst mal alle Kaltlötstellen überprüfen ;-) .

Naja, du gehst bei HW seeeehr von Vintage-Analog/Modular mit ihren bekannten Nachteilen aus, ich sehe das etwas globaler, bei z.B. Prophet VS, DX7, den JXen, Junos und JD-800 etc. tritt deine oben beschriebene HW-Problematik überhaupt nicht auf :D

Kalte Lötstellen an Synths sind mir zum Glück noch nicht untergekommen, eher an vermeintlich "hochwertigem" PC-Zubehör ;-)
Ich kenne auch mehr Leute mit "abgerauchten" Festplatten, Grafikkarten und Motherboards als Leute mit defekten Synths. :P
 
so merkt man nicht, dass man eigentlcih zwei verschiedene Welten bedient und ich empfinde diese Gemeinschaft auch als ein Instrument.

Für dich mag das so sein, für eine große Mehrheit sicher nicht und ich komme mit vielen Musikern aus den unterschiedlichsten Sparten und Genren zusammen.
Wie gesagt, beides hat Vor und Nachteile und deshalb benutzen wir auch beides. Alle, wirklich alle Softwarefreaks die ich kenne, waren nur noch mit einem Brecheisen von Hardware Synths zu trennen, wenn sie mal länger daran spielen durften. Das stärkste Argument, ist der gewaltige Preisunterschied und so gaben die meisten auch unumwunden zu, das sie lieber mit Hardware arbeiten würden, wenn die entsprechende Kohle da wäre. Als einen sehr guten Kompromis habe ich die Creamware ASB Teile emfunden auch wenn die noch nicht Bugfrei waren.

Überigens ist das im Gitarrensektor nichts anderes, auch dort sind Emulationen sehr umstritten, einmal wegen den Soundunterschieden
(die es auch dort noch gibt) und weil man doch lieber das Original hätte, aber Software günstiger ist und eben die typischen Vorteile hat (schneller den Sound einstellen, Totall Recal, Preis ect. ).

Es gibt sogar etwas das für den Hardwarepreis spricht, nämlich den Wert an sich. Software hat wenig Wiederverkaufswert und auch die empfundene Wertigkeit ist anders als beim Original und dabei will ich garnicht erst von der Crackerproblematik anfangen.

Was Computer betrifft
Nur eins kann man wohl sicher sagen, alle Computer gestützten Systeme haben genauso ihre Tücken, wie ein Synth den man "vielleicht" warm spielen muß. Softwarecrashes, Hardwarecrashes, Treiberprobleme usw. sind ja nicht die große Ausnahme und auch da weiß ich leider wovon ich spreche.

Alles in allem gibt es aber für mich da keine Scheuklappen, beides zu benutzen. Allerdings vor die Wahl gestellt würde ich immer eher auf Software verzichten, als auf Hardware.
 
Wenn ihr schon "streitet": Mit dem Jupiter 6 hatte ich keine Sekunde zu warten auf das gue Tuning, kann auch eher Syntheszier nennen, die sofort "in tune" sind und bestenfalls mal alle paar Wochen einen Druck auf Autotune brauchen..

Was aber viele auch mögen, scheint diese rein haptisch-erotische Beziehung zu sein.. Anfassen, obwohl es Controller gibt die man auch anfassen kann.. Sie sind dann aber nur Gehilfe und machen selber keinen Ton, vielleicht mag das der ein-oder-andere nicht..

Ob Holzseite oder Leuchtdiodenromantik: Das ist alles nicht vorn und wichtig: Der Klang und die Reaktion und das Interface zwischen Mensch und Musik spielt vermutlich die größte Rolle, andere Sachen könnten mit einer starren Denkweise zusammenhängen oder mit Vorlieben (bitte ohne Wertung lesen..) Das ist eher die Kategorie "Handgespielt vs. Computer/Sequencer und all die bösen Spielhilfen aka Arper und <a href="https://www.sequencer.de/specials/sequencer.html">Sequencer</a> .."
 
Ob Holzseite oder Leuchtdiodenromantik: Das ist alles nicht vorn und wichtig...

Sagt wer ? Ich denke schon das das auch ein wichtiger Teil des Gesamtpackets ist, das dazu beiträgt das Gefühl zu haben ein richtiges Instrument zu spielen.

Also mal ehrlich, nur am Sound gemessen, werden die Argumente für Hardware immer dünner. Immerhin befinden wir uns in Sachen Soundästehtik eher auf dem Rückweg, siehe MP3 ect. das wohl den meisten Menschen reicht. (warum wird mir immer ein Rätsel sein) Die letzten 10-20% hört doch der Durchschnittskonsument eh nicht mehr in einem Endprodukt.
Und welcher Durchschnittsbürger hat heute noch eine halbwegs vernünftige Stereoanlage ?
 
Neo schrieb:
Immerhin befinden wir uns in Sachen Soundästehtik eher auf dem Rückweg

Hi Neo! Lesetipp, heute in der Süddeutschen eine ganze Doppelseite zum Thema "Die Seele der Töne, wo verbirgt sie sich?"

[...] so zufrieden ist man auch mit einer Klangqualität, die man vor zwanzig Jahren kaum im Badezimmer geduldet hätte. Der originaltreue Klang, das gute Hören ist eine Veranstaltung für eine festumrissene Gemeinde geworden.
 
Man stelle sich mal folgendes vor:

Bernie, wohl der unangefochtene Hardware Meister hier, hätte sich ab den 70ern, nur Software Synths angeschafft. Auf wievielen könnte er heute wohl noch spielen... :twisted:
 
lunarplexus schrieb:
Man stelle sich mal folgendes vor:

Bernie, wohl der unangefochtene Hardware Meister hier, hätte sich ab den 70ern, nur Software Synths angeschafft. Auf wievielen könnte er heute wohl noch spielen... :twisted:

Gutes, nein sehr gutes Argument.

Jörg
Hi Neo! Lesetipp, heute in der Süddeutschen eine ganze Doppelseite zum Thema "Die Seele der Töne, wo verbirgt sie sich?"

Danke für den Tip, werde ich heute mal lesen.
 
Kein gutes Argument, wieso sollte man auf Software oder auf Hardware nicht spielen können.. Das wäre dann im logischen Fortsatz: wer jetzt aufwächst, wird nicht spielen können?.. Jedoch haben es die Hersteller nicht geschafft gute Controller zu bauen, die auch anzeigen, was sie machen und intuitiv sind oder gar Parameternamen austauschen können - eine art kleines Sounddiver zum mitnehmen.. Die generischen Controllerboxen sind nett, aber man kann sich nicht so merken wo was ist.. Das könnte deutlich dazu beitragen, Software irgendwie gesichtsloser zu finden und Touchscreens und Co hat ja immernoch kaum jemand, es ist also auch ein Synthesizer hinter Glas, was aber imgrunde änderbar wäre..
 
Moogulator schrieb:
Kein gutes Argument, wieso sollte man auf Software oder auf Hardware nicht spielen können..

Weil Software auch Hardware braucht (Computer ~ halt) und die mit der Zeit kaputt geht, die Software aber auf neurer Hardware dann nicht mehr läuft.
 
Ich denke es geht hierbei z.B. um die Frage : läuft alle Software von MacOS 8 (68k) unter MacOS X (PPC/Intel) ?
 
Moogulator schrieb:
Ach, und analoge Synthesizer gehen nicht kaputt?..

Doch, aber die können wesentlich einfacher repariert werden (je nachdem).

Computer-Hardware hat viel schnellere Lebenszyklen, nach denen es auch schwierig wird mit Ersatzteilen und Reparatur in Eigenregie kannste da eh vergessen.

Konkrete Beispiele wurden ja schon genannt.
 


News

Zurück
Oben