EQing vor oder nach der Aufnahme?

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von Tennessee, 12. November 2009.

  1. Da ich nicht so gut darin bin in Cubase Kästchen hin- und herzuschieben, nehme ich meine Tracks lieber immer live auf, da ich hier irgendwie intuitiver und kreativer arbeiten bzw. aufnehmen kann. Ich benutze für das Meiste ne MPC 1000 und ne Monomachine. Als Interface und Mischpult nutze ich das Korg Zero 8. Ich arbeite bei den Geräten gerne mit den Einzelouts. Fast alle Kanäle vom Zero 8 werden genutzt, sprich 1x Stereo-Kanal für Kick(L/MONO) und Snare(R/MONO), 1x Stereo für Bassline, 1x Stereo für HH und Percussion. Dann habe ich weitere 3 übrig, auf die ich entweder Pad- oder Lead-Sounds lege. Der einzige Kanal der mehrere Sounds beherbergt ist der für die Percussion, da ich hierfür nicht die Menge an einzelnen Kanäle habe.

    Zu meiner Frage; die EQs vom Zero 8 klingen schon ganz gut wie ich finde, zumal um einiges besser als diverse VSTs. Macht es da Sinn die einzelnen Kanäle vor der Aufnahme mit dem EQ zu bearbeiten, oder lieber unbearbeitet Aufnehmen und die Tracks anschließend in der DAW zu EQen? Ich meine, warum hinterher mit mehr oder weniger schlechten Plugins den Sound verändern wenn ich vorher gute Hardware-EQs zur Verfügung habe? Wie macht ihr das? Wie nehmt ihr auf?
     
  2. Seh ich ähnlich wie Du. Ich gehe mit Synths und Drummachines in ein Soundcraft Spirit F1 mit 8 Kanälen. Alleine schon weil ich selten Lust habe, in der DAW noch rumzufutzeln, nutze ich die EQ's des Pultes. Allerdings nur vorsichtig: höchstens +-2dB. Wenn mir dann wirklich mal was gefällt (was leider selten passiert...), mache ich noch die chirurgischen Eingriffe in der DAW. Solche kann ja ein Pult dieser Preisklasse auch gar nicht.
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Mit EQs wird nicht der Sound verändert, sondern es werden Korrekturen im gesamten Mix vorgenommen. Damit werden bestimmte Aufgabenstellungen erfüllt, da es zu Frequenzschichtungen oder -löchern kommen kann.

    Soll ein EQ den Sound eines Einzelinstruments verändern, dann kann man den jederzeit und selbstredend auch vor der Mischung verwenden. Wenn man sich seiner Sache sicher ist, dann ist es eh das Beste, alles bereits in der Aufnahme oder der betreffenden Spur einzurichten, auch EQ oder Effekte. Hat man hinterher beim Mix nicht mehr so viel zu bewachen.
     
  4. Also würdet ihr auch eher alles an Hardware nutzen, inkl. Effekte? Ich bin zwar nicht von der "Alten Schule", aber ich finde diese DAW-Fummelei halt irgendwie langweilig und wenig inspirierend. Dann lieber den Track, wie eine Band im Studio, live aufnehmen, und ggf. die Spuren noch komprimieren oder anderweitig leicht bearbeiten.

    Ich höre an meinen Tracks immer ganz deutlich, ob ich die Sequenzen einzeln aufgenommen und dann in der DAW zusammengeschoben habe, oder alles
    direkt in einem rotz aufgenommen wird. Man macht sich halt zwangsweise im Vorfeld vielmehr Gedanken wie ein Sound mit den anderen harmonieren soll.
    Wen ich aktuelle was aufnehme, dann schneide ich den Song bis zu 10x mit und veränder hier und da was, spiele mit dem Filter oder ändere die Reihenfolgen oder die Taktzahlen der Sequenzen. Macht doch einfach viel mehr Spaß als dieses Mausgeschubse.
     
  5. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Ich wuerde den EQ nur dann waehrend der Aufnahme einsetzen, wenn irgendwelche unerwuenschte Signale (Brummen, Tieffrequentes, Feedback etc.) auszufiltern sind, ansonsten macht man sich schnell das Signal kaputt, verschenkt Dynamik, weil man bestimmte Signale, die man nicht mal unbedingt ueber die Monitore hoeren muss, anhebt. Im schlimmsten Fall hat man sich als Anfaenger das Signal so verhunzt, dass man den Originalklang nicht mehr herstellen kann.
     
  6. Despistado

    Despistado aktiviert

    Ich finde, das kann man so pauschal überhaupt nicht sagen.

    Wenn du bereits vor der Aufnahme exakte Vorstellungen davon hast wie das Signal klingen soll dann kannst du das Signal auch gleich mit dem EQ aufnehmen und ersparst dir damit später die Arbeit bzw. bist gar nicht versucht nachträglich an dem für dich "perfekten" Signal noch herumzudoktern.

    Bist du dir hingegen nicht sicher wie es endgültig klingen soll ist es sicher besser das Signal erst nach der Aufnahme zu EQen.

    Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

    Muß man für jedes Signal individuell entscheiden.
     
  7. Genau deswegen senke ich im Regelfall auch höchstens Frequenzbänder ab. Z.B. die tiefen Bässe eines Leads oder in einer Percussion-Spur. Da kann man meiner Meinung nach auch als Anfänger nichts falsch machen.
     
  8. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Naja, das ist grob gesagt in etwa das was ich im ersten Satz geschrieben hab', eher um stoerendes zu entfernen und nicht unbedingt klangbildend.
     
  9. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Kein Problem, wird meist verstaendlicher wenn's nochmal in anderen Worten wiederholt wird.
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    irgendwo stand
    zur Sound-Gestaltung/Veränderung vor der Aufnahme
    für den Mix, nach der Aufnahme

    das finde ich einen guten Tip, aber bspw. den Mix/Abgleich zwischen Bassdrum und Bass mache ich auch schon vorher...

    und eigentlich kannst du mit deinem Zero 8 am Ende immer noch deinen Mix aus der DAW rauszführen und da mixen, halt einfach nur mit 8 Stereo
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Eben.

    Viel wichtiger ist eigentlich der richtige Umgang mit EQ, egal wann und wo. Vor allem, dass man damit in der Regel was wegnimmt, anstatt hinzuzufügen. Und was man vorhat, manchmal ist der EQ nämlich gar keine Lösung für die Aufgabenstellung. Schlecht platziert im Mix? Dann nicht unbedingt das EQ Setting betrachten, sondern vielleicht mal die Positionierung im Stereobild. Usw.
     
  12. ..und dann wieder mit den gleichen Kanälen aufnehmen? Wie geht das denn?
     

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