Im Allgemeinen Ist schon erschreckend wie viele Teile von Geistesarbeit sich durch genug Daten und ein paar GPUs komplett automatisieren lassen. Das entwertet das Schaffen irgendwie komplett. Wie viel wert ist meine "Kunst" wenn sie nicht besser ist als das was eine KI in Sekunden ausspuckt? All das Musterlernen und Popformelfinden der letzten Jahrzehnte umsonst? Ich stelle mir gerade vor, wie jemand das Musikmachen jahrelang lernt und dann irgendwann raus hat wie der Haase läuft. Dann kommt die KI und es heißt: "Danke für die Mühe, aber das was du da gelernt hast, ist geistig so irrelevant dass KIs der ersten Generationen das locker toppen. Such dir doch was, was nicht jede Maschine kann!"
Was bleibt für uns?
Ich denke eben die Musik die nicht 0815 ein Genre bedient. Musik die wirklich individuell klingt, die nicht nach Muster XY arrangiert, gemixt und gemaster ist. Nur sollte man die Musik niemanden zeigen, dann dann ist die KI-Futter für die nächste Generation und somit wieder automatisierbar.
Unsere Meinung ist, glaube ich, eh ziemlich unwichtig. Nicht bös gemeint, aber soo viele Jahre haben wir nicht mehr und dass wir alten Säcke über 50 noch irgendwie die Jüngere Generation begeistern können halte ich für schwierig. Und neue Generationen zeichnen sich ja oft dadurch aus, dass sie schon aus Protest alles von den Alten ablehnen, so war das jedenfalls in meiner Jugend. Was fanden wir Computer und Synthesizer damals toll, weil eben die Alten das abgelehnt haben.
Was uns noch bleibt ist unser Hobby. Wir können uns selbst die Platte und/oder Bude mit Vintage klingendes Zeug zuknallen und versuchen so zu klingen wie Idol A. Irgendwann werden wir feststellen dass Idol A nicht so klingt wegen der Sachen die es genutzt hat, sondern weil es Idol A ist. Idol A gibst du irgendeinen Laptop und Freeware Plugins und es klingt immer noch nach Idol A. Ich mit meinem ganzen Sammelsurium klinge nach wie vor wie ich oder wie eine Billigkopie von Track A den Idol A früher gemacht hat.
Aber das wichtigste ist eigentlich nicht nach irgendwem zu klingen, sondern das "Ich" auszuarbeiten und eben Spaß an der Sache, an dem Prozess des Machens, zu haben.
Ich frage mich gerade wie das aktuell in der Praxis aussieht, wenn jemand sagen wir mal hauptberuflich Musik für Werbespots macht. Kann der / die überhaupt noch dagegen anstinken? Oder sagt sich die Agentur dann , nö das prompten wir uns mal selber zusammen, den Track. ??? Würde mich echt interessieren.
Das würde mich auch interessieren. Wenn ich jetzt Musik für irgendwas bräuchte, würde ich als erstes Suno probieren und nur wenn das nicht klappt dann nach Produzenten Ausschau halten. Die Markwirtschaft gibt ja auch nichts anderes her. Wenn mein Konkurrent da 20 Tracks an einem Tag prompte die alles ok klingen, dann fange ich nicht an jemanden zu engagieren, der da erst ein paar Tage fummeln muss und das für nur einen Track, selbst wenn der besser wäre. Es sei denn es sind wirklich Topproduktionen, wo man dann auch mit KI-free oder einem bestimmten Künstler werben möchte.
Ich als Hobbymensch könnte keinen einzigen Track produzieren der besser klingt als das was Suno macht.
Und die Hersteller der Instrumente, für wen produzieren die jetzt und zukünftig? Für Leute die Musik Geld verdienen (müssen)? Oder 80% für Liebhaber, Hobbyschrauber, etc. ? Ein „Profi“ holt doch die 4-5k für einen Edel-Synth doch gar nicht mehr raus, oder?
Hier vermute ich auch dass das meiste für Hobbymenschen produziert wird, die den Traum haben irgendwann mal so zu klingen wie Idol X oder so gute Musik zu machen dass sie rein vom Verkauf leben können. Was Profis mit ihrer Musik verdienen, keine Ahnung, kenne keinen. Wer gut ist wird sicher von leben können, ob das ein Kratzen am Existenzminimum ist oder ob soviel bei rum kommt, dass man so ala Ärzte und Anwälte sich eine Modularwand hinstellen kann weiß ich nicht.
Dazu noch der Zweifel ob der geneigte Hörer/Konsument das überhaupt wahrnimmt, nach den Wegen bis in sein Ohr….
Glaube nicht, dass das groß wahrgenommen wird, ob da KI mit im Spiel war. Ganz unmöglich wird es wenn man sich von der KI seinen Track komplett produzieren lässt und das so in etwa nachbaut, also all die Ideen aus dem Sunotrack übernimmt.
Wäre ich Profi, würde ich das so machen, spare ich mir viel Zeit fürs Ideen sammeln und arrangieren und kann dann trotzdem sagen, dass ich das gemacht habe und das DAW File zeigen.
Kann mir vorstellen, dass sowas auch in DAWs dann Einzug erhalten wird, also die KI schaut was du für Plugins hast und macht dann alles weitere, so OpenClaw DAW Edition, dann hat keiner mehr eine Chance da irgendwas nachzuweisen.