Jupiter 8

ja klingt voll dünn gegen den juno! da hilft auch der zweite VCO nicht. dem JP fehlt der Sub-Oszillator und der Bass Boost :kaffee:
 
tom f schrieb:
Aus heutiger Sicht ist doch alles, was nach 3 bis 5 Jahren nicht mehr oder weniger "wertlos" ist, schon eine Bereicherung.
Schön formuliert. Ich tippe mal, genau dieser Aspekt macht auch eine Menge vom Vintagefieber aus.

Dank SMD-Technik und guter Ings müsste es schon möglich sein, einen wirklich gut klingenden Analog-Poly für 1.500,- bis 1.800 herzustellen. Vorausgesetzt, es finden zahlreich genug dafür Käufer. Und genau hier glaube ich, dass es eng wird. Trotz der Welle von Klein-Analogen, die teils sogar erschreckend gut und günstig sind (Pulse II, BS II, Kraftzwerg II usw.): Die meisten Hersteller verkaufen von diesen eben doch nur ein paar tausend Stück, wenn es gut läuft. Ein Solaris - nur mal als Beispiel - ist eigentlich gar nicht so megateuer (verglichen jedenfalls mit den 12.000 DM für einen Jupi-8 zu seiner Zeit): und trotzdem liegt die Herstellungszahl noch unter 250, wenn ich es richtig verfolgt habe.

Die Luft ist für die Hersteller dünner geworden.

Früher gab es halt nicht so schrecklich viele Alternativen, um einen Klang wie den des Jupi-8 zu erhalten. Heute klingen sogar schon kostenlose (oder Zeitschriftenbeigaben) Plugins teils sogar fantastisch - und die Konkurrenz bietet jede Menge leistungsfähige Synthies/Klangerzeuger in den Musikgeschäften zumeist unterhalb von 1.000,- Euro an. Es dürfte auch kein Zufall sein, dass Korg seine Neu-Analogen für Preise wie 600,- Euro (Mini-MS-20) oder gar 139,- Euro (Volca Serie) verkauft. Korg hatte in den letzten 30 Jahren immer ein gutes Gespür für den Markt.

Das Risiko für Roland, sich bei einem Poly-Neuanalogen Projekt zu verheben, dürfte erheblich sein. Der Andromeda - mal als Beispiel - hat am Ende einen Hersteller so gut wie platt gemacht. Dabei war der polyphon, klang schon sehr anständig, konnte sehr viel usw.

Es hat nur nichts genutzt.

Ich persönlich glaube, dass Roland durchaus den Versuch unternehmen könnte, eine neu-analoge Bass-Büchse am Markt anzubieten - und wenn sie geschickt sind, haben sie bei dieser Gelegenheit auch gleich ein Voice-Board hergestellt, dass im Erfolgsfalle für einen Poly tauglich ist. Nur halt, Roland ist extrem risikoscheu geworden - und hält die Vorlieben von uns Synthesizerfreunden auch für bestenfalls merkwürdig. Da sind dann halt eine Menge anderer Firmen in die Bresche gesprungen. Der Novation BS II lebt ja gerade davon, eine Reminiszenz an den alten Roland-Klang abzuliefern. Sie hätten sich auch einfach gute DSP-Ings mit Vorliebe für Synthies kaufen können (gibt ja tatsächlich einige) - um auf dieser Basis ein paar "Roland VST-Intrumente" anzubieten. Im Zweifel lässt man sich das Passende z.B. bei Arturia zusammenschrauben - und belabelt es dann nur noch.

Alle diese Chancen hätte Roland gehabt - und mehr noch: Für Roland wären diese Chancen sogar einen guten Tacken größer gewesen. Aber Roland ist praktisch tot. Jedenfalls für unsere Belange. Zuletzt war das Beste, was sie mit aller Macht zustande bekamen, ein "Gaia". Für mehr lang es nicht mehr - es fehlt offenkundig auch die Ambition. Ich warte bei Roland höchstens noch auf einen "Mini Integra", dem zigsten Aufguss der Roland-Rompler-Struktur. Sowas halt. Ein Konkurs würde mich kaum noch wundern. Roland brennt nicht mehr für seinen Markt.

Roland ist tot.
 
genau das halt ich aber für so eine masslose übertreibung :)

nur weil DIE nicht das machen was DU gerne hättest ...

immerhin gehören zu roland alle möglichesn sachen - boss, edirol, oder cakewalk etc... das ist halt ein mischkonzern - vielleicht würen sie auch hemden verkaufen - wieso nicht ? :mrgreen:

edit:

fast 700 produkte queer durchs musikfeld nur unter dem hauptnamen - das ist nicht gerade "tot"

https://www.thomann.de/at/search_dir.htm ... and&oa=prd

und wusstest du dass roland auch INDUSTRIE DRUCKER verkauft ? LOL

http://www.rolanddga.com/


und auch MEDIZINPRODUKTE

http://www.rolanddga.com/solutions/medical/
 
Also Jungs, jetzt mal zurück zur Technik.

Ich hab mal das Schaltbild des MKS-30 gesehen. Die einzelnen Voices sind quasi-diskret aufgebaut (also mit Standard-ICs und Einzeltransistoren), und das IC für Filter und VCA ist meines Wissens auch eine Schaltung aus wenigen ICs auf einer kleinen, vergossenen Platine. Letzteres hat ja auch schon jemand nachgebaut - es soll der gleiche Baustein sein wie im Juno.

Es sollte also möglich sein, Voiceboards mit dem MKS-30-Sound per DIY zu bauen, so wie das ja jemand mit dem OB-X auch gemacht hat. Okay, das ist noch kein fertiger Polysynth und schon gar kein Jupiter-8, aber immerhin.
Leider sind die VCOs des MKS-30 auch etwas limitiert, die haben nur Sägezahn und Rechteck, ohne PWM, jedoch mit Sync.

Nur: Wer baut sowas nach ? Und wer würde das kaufen?
 
tom f schrieb:
genau das halt ich aber für so eine masslose übertreibung :) nur weil DIE nicht das machen was DU gerne hättest ...
Hast schon recht mit der maßlosen Übertreibung. Andererseits: Tritt Tod (bzw. ein Art von Tod) nicht genau dann ein, wenn sich wirklich niemand mehr für dich interessiert? Mitunter ist es auch so, dass die ökonomisch erfolgreichen Nachbarsparten bei Roland in die Musiksparte zurückwirken - und zwar limitierend: Weil eben nur noch in Angriff genommen wird, was "mindestens genau so" erfolgreich ist.

Eine gewisse Tendenz des "Sich-selber-Leerlutschens" ist bei Roland jedenfalls zu beobachten, finde ich.
 
...einen analogen Poly heute zu produzieren ist imho so günstig wie nie.
Dank SMD und billigen chinesischen Wanderarbeitern könnte man einen Synthesizer in komplett diskreter Voicecardbauweise bestimmt für Schmales bauen.
Wie wir an der Bass Station II sehen, ist SMD kein Makel, sondern man muß dann konstruktionstechnisch Ahnung haben, dann gehts auch mit SMD(DSI fällt das momentan noch schwer)schöne Klänge zu produzieren.
Wenn man das dann so machen würde, zahlt immer jemand drauf irgendwo auf der Welt.
In dem Fall wahrscheinlich die chinesischen Wanderarbeiter, die uns auch unsere schönen Apple-Produkte gebaut haben...
 
intercorni schrieb:
Kann es sein, dass jeder der bereits einen JP8 besessen hatte, diesen gar nicht mehr haben möchte?


naja - die den verkauft haben werden den auch nicht mehr wollen ;-)

ich werde den nicht verkaufen - auch wenn er mich jetzt nicht jedesmal vom hocker haut :)

aber natürlich bin ich auch der meinung dass das schon ein gerät der oberklasse ist
 
Hier tun viele so, als ob es seit den "goldenen 80ern" keine akzeptablen Polysynths mehr gäbe, nur weil aktuelle Produkte nicht mehr 100kg wiegen. Wenns wirklich um den SOUND geht (und nicht um oldtimerromantik) , bitteschön: KingKorg zB , volldigital, billig, zuverlässig , leicht transportabel usw. Konnte ich mal testen und war sehr angetan. (Virus , Nord u.a. Kenne ich nicht, sind aber sicher auch nicht schlecht) Will sagen, eine Neuauflage des Jupiters gibt's doch schon, nur eben nicht von Roland. Klingt nicht 1:1? Natürlich nicht, aber schlechter?
Aber ich seh es ja ein. Meine B3 würde ich auch nie durch eine virtuelle ersetzen. :D
 
und so sind wir in etwa dort angelangt wo es dann möglicherwqeise heisst:

mit den plugs in logic kann ich das auch alles


ja wieso nicht - man kann zu fuss zur arbeit gehen, mit dem rad fahren, mit dem bus, mir einem skoda, einem bmw, oder einem ferrari


"JEDER WIE ER MAG"


jeder "kult um irgendwas" ist am ende je nach betrachtung vollkommen doof - mit einer rolex kann ich die uhrzeit ablesen wie mit einer 1 euro uhr - von tetrapak wein wird man auch besoffen obwohl die "weinkenner" ja angeblich gar nichts am rausch finden - sondern "angeblich" irgendwelche hanglagen aus dem traubensaft rausschmecken wo die flasche 20.000 kostet (oder mehr)
und eine levis jeans um 100 euro oder eine diesel jeans um 200 ist SOWAS von umsonst - weil man bei kick jeans um 10 euro bekommt die auch nicht schneller kaputt werden

und überhaupt und sowieso :)

und nun möge man bitte munter weiterspekulieren warum und wieso roland keinen synth xy mehr baut und was der kosten würde und wer den kaufen würde und was das bringen würde
und auch ob der jupiter nun scheisse ist - ob es eh alles nur vintage hype ist und ob der an1x nicht sowieso besser ist - oder ob man nicht ein trottel ist wenn man nicht nur mit einem op1 einen schönen track machen kann

mfg
 
...aber ein großer Teil ist einfach dieser "Stradivari-Effekt", wahrscheinlich machen die Leute mit einer großen, bunten Kiste auf der Jupiter-8 steht einfach andere, bessere Musik als auf nem PC mit Plugins.
Vielleicht sollten einfach mal Gehäusebauer diesen Himbeer-PC(oder wie der heißt) mit nem coolen Gehäuse versehen und teuer machen, dann kommt da auch sofort 80er raus!!!
 
RetroSound schrieb:
ja klingt voll dünn gegen den juno! da hilft auch der zweite VCO nicht. dem JP fehlt der Sub-Oszillator und der Bass Boost :kaffee:

Zieh mal die Resonanz beim JU60 ähnlich hoch (70-80%) und dann vergleiche nochmal :kaffee:

Beim Sub-Oszi stimme ich Dir zu, der wäre fein gewesen.
 
ich bin mir mehr als sicher dass in etwa 98% der erfolgreichen und rentablen musik NICHT auf den vintage klassikern ensteht bzw. produziert wird.

andererseits gibt es viel aktuelle musikstücke die sich einer gewissen retro-grundästhetik bedienen die aber klanglich sehr deutlich abfallen - lediglich: den allermeisten konsumenten ist das erst wieder sowas von egal.

wobei ich überhaupt nicht mehr weiss worum es hier eigentlich geht - und warum kommt es garde so oft beim jp-8 zu dieser diuskussionsart?

warum nicht bei einem memorymoog, einem sunsyn oder einem obx ?

also scheinbar interessiert der jp-8 eben doch mehr leute - ja sogar die die kundtun dass sie nicht verstehen was daran interessant sein soll...

also wenn man sich für etwas nicht interessiert dann interessiert man sich doch einfach nicht dafür - oder ? LOL

ich gehe ja auch in keine autoforen nur um regelmässig kundzutun dass man ja besser mit der bahn fahren sollte weil das moderenen und ökologische ist - oder dass mich gerade der 911er aus den 70ern gar nicht interessiert und ich den total überteuert (oder sonstwas) finde :floet:
 
Shunt schrieb:
RetroSound schrieb:
ja klingt voll dünn gegen den juno! da hilft auch der zweite VCO nicht. dem JP fehlt der Sub-Oszillator und der Bass Boost :kaffee:

Zieh mal die Resonanz beim JU60 ähnlich hoch (70-80%) und dann vergleiche nochmal :kaffee:

Beim Sub-Oszi stimme ich Dir zu, der wäre fein gewesen.

ich weiß doch, mir macht es nur manchmal spass etwas öl ins feuer zu gießen. :lol: ich würde keinesfalls den JP-8 madig machen, die kiste ist mit das beste was es an analogen polyschiffen gab. ob der momentane gebrauchtmarktpreis gerechtfertigt ist, also dazu kann ich nur sagen, die kiste ist das wert was es jedem einzelnen wert ist der ihn haben will. momentan wollen ihn viele bei relativ wenig angebotenen geräten. der markt regelt sich von selbst. es gibt bei vintage synths eh keinen pauschal gültigen wert. vintage synths sind auch sammlerobjekte und werden nicht nur zum musikmachen benutzt. einen evolver oder tanzbär wird wohl kaum jemand sammeln ;-)
 
wahrscheinlich steht das schon irgendwo im forum, aber weiss jemand eine realistische zahl in punkto stückzahl der jp-8 ?

ich habe mal was von etwa 2000 gelesen ... kann da stimmen ?
 
RetroSound schrieb:
ich weiß doch, mir macht es nur manchmal spass etwas öl ins feuer zu gießen. :lol:

Und ich muss doch den Mythos am Leben halten :twisted: :engarde:

Nee, habe eben wirklich mal verglichen. Mit gleicher Resonanz geht dem 60er genau so schnell die Luft aus.
Aber Tom's Vergleich mit dem Laserschwert finde ich gut, der 60er ist da organischer.
Der 8er kommt soundmaäßig edler daher, nee, ist schon ein sehr feines Gerätchen.
 
Shunt schrieb:
tom f schrieb:
wahrscheinlich steht das schon irgendwo im forum, aber weiss jemand eine realistische zahl in punkto stückzahl der jp-8 ?

ich habe mal was von etwa 2000 gelesen ... kann da stimmen ?

Stimmt



na bitte . ist doch geil - wenn man bedenkt, dass es sicherlich nicht mehr alle gibt (ich schätze es werden wohl noch 1500 über geblieben sein)
ist der rein sammlerisch doch ein wahnsinn (besonders wenn man synths und roland mag)

egal für wen das nun relevant ist oder nicht - aber es ist schon recht exklusiv wenn man bei 7,2 milliarden erdenbürgern einen schönen und funktionalen gegenstand der auch musikkultur geschrieben besitzt.


im vergleich zu den 2000 jp-8 : es wurden etwa 1100 instrumente von stradivari gebaut - davon gibt es noch etwa 650
 
ein stradivari klingt alleine genauso scheiße , wie eine triangel.
erst mit chorus, viel hall und 100 fachem overdubbing wirds schön. einfacher ist es aber einen korg trident zu nehmen .. oder was von oberheim
 
VEB_soundengine schrieb:
ein stradivari klingt alleine genauso scheiße , wie eine triangel.
erst mit chorus, viel hall und 100 fachem overdubbing wirds schön. einfacher ist es aber einen korg trident zu nehmen .. oder was von oberheim

ab 11.11. ist wieder karneval
 
Wenn Eine Milliarde Chinesen plötzlich für sich entdecken wie geil Vintage schmecken kann ..
Oh .. na dann siehts bei 2000er Stückzahlen wirklich eng aus :floet:

Aber ein Glück interessiert sich die grosse weite Welt NOCH nicht so sehr für so nerdige westliche Wohlstands Hobbys und damit verbundener Sammlerleidenschaften.
Aber es stimmt schon der Stradivari Effekt trifft zu und stellt sich im laufe kommender Jahrhunderte mit Sicherheit auch bei den alten Roland Kisten noch ein..
Also doch 'ne Wertanlage ( für die Urenkel - lol ) ?
Wohl kaum wenn Sich nur Nichtmusiker aus reiner musealer Sammel Gier dafür interessieren.
Der Stradivari Effekt stellt sich nämlich nur dann ein wenn die Nomenklatura der Musikanten Elite die Kisten auch spielt und somit zu hörbarem postumen Ruhm verhilft .. 8)
 
wobei es von vielen top geigern anerkannt wird dass es auch moderne geigen gibt die ebenso gut oder auch besser klingen als eine stradivari... (dazu gab es neulich mal einen interessanten bericht im tv)

aber eine stradivari ist eben eine stradivari - lol
 
tom f schrieb:
wobei es von vielen top geigern anerkannt wird dass es auch moderne geigen gibt die ebenso gut oder auch besser klingen als eine stradivari... (dazu gab es neulich mal einen interessanten bericht im tv)

aber eine stradivari ist eben eine stradivari - lol

Da ist gar nichts lol, genau das ist der Punkt.
Ein Jupiter 8 ist ein Jupiter 8.
Ein Liebhaberstück mit einer Historie.
Beim Anfassen und Ankucken entstehen Emotionen und dabei ist völlig egal, ob andere Synths
partiell, oder gesamt besser klingen.
 
lol - das "lol" bezog sich ja eher auf die ewigen kritiker und zweifler am "kult"

denn kult gibt es seit eh und je und in allen gebieten - muss man also nicht jedesmal neu erörten (fände ich)

und wenn dann auch die preis gezahlt werden dann ist das die normative kraft des faktischen die den eben auch 7k wert sein lässt
 
PanKowski schrieb:
Der Stradivari Effekt stellt sich nämlich nur dann ein wenn die Nomenklatura der Musikanten Elite die Kisten auch spielt und somit zu hörbarem postumen Ruhm verhilft .. 8)

Naja, wenn David Garrett mal wieder bei Wetten Dass auf seiner Stradivari losfiedelt,
ist ihm der Applaus des Publikums wie immer sicher.
Und das Volk schwelgt in Ehrfurcht, wenn der Lanz dann erwähnt das es eine Stradivari ist, die
was weiß ich wieviel Millionen kostet.
So entstehen auch Mythen, dabei würde Garrett mit einer aktuellen USB Geige wahrscheinlich nicht
viel anders klingen.
 
Shunt schrieb:
dabei würde Garrett mit einer aktuellen USB Geige wahrscheinlich nicht
viel anders klingen.

ich bin keinesfalls garret fan - aber da ich in der verwandschaft eine paar durchaus hochkarätige instrumentalisten an streichinstrumenten habe muss ich dieser pauschalisierung entgegentreten

die geigen die so gut klingen wie eine stradivari sind keine usb geigen - sondern hochtechnologische - sehr teure teile - wissenschaftlich konstruiert

mfg
 
Tonerzeuger schrieb:
Ich habe schlicht den Eindruck, dass Du die Argumente nicht gelesen hast!
Ja, doch. Allerdings klang das für mich eher ein bißchen nach Bedenkenträgerei. Ich denke, es wird nicht ganz einfach sein, und der Hobbylöter in seiner Heimwerkstatt würde das vielleicht nicht hinkriegen, aber bei den Technikern der Entwicklungsabteilung von Roland hab' ich Vertrauen, daß sie das schaffen würden, vor allem, da sie ja die Technik seit über 30 Jahren haben und kennen.
Jaguar schrieb:
Hier tun viele so, als ob es seit den "goldenen 80ern" keine akzeptablen Polysynths mehr gäbe, nur weil aktuelle Produkte nicht mehr 100kg wiegen. Wenns wirklich um den SOUND geht (und nicht um oldtimerromantik) , bitteschön: KingKorg zB , volldigital, billig, zuverlässig , leicht transportabel usw. Konnte ich mal testen und war sehr angetan. (Virus , Nord u.a. Kenne ich nicht, sind aber sicher auch nicht schlecht) Will sagen, eine Neuauflage des Jupiters gibt's doch schon, nur eben nicht von Roland. Klingt nicht 1:1? Natürlich nicht, aber schlechter?
Ja, es klingt schlechter. Das ist es ja. (Dabei läßt sich natürlich über Geschmack nicht streiten, falls Du den VA-Klang wirklich mögen solltest.)
Hatte gerade einen Clip gefunden, wo Depeche Mode 1983 ein wenig den JP-8 demonstrieren (ab Minute 2):

Auf (viel) späteren Alben setzten sie dann stattdessen nur noch Virus TI und dergleichen ein. Folge: Ein Großteil der Magie ging flöten.
tom_f schrieb:
und so sind wir in etwa dort angelangt wo es dann möglicherwqeise heisst:

mit den plugs in logic kann ich das auch alles
Dazu hatte ich auch gerade einen schönen Clip gefunden. Ein ganz gelungenes "Axel F"-Cover mit Plugins:

Tja, da ist der Unterschied. Faltermeyer hatte damals ja auch hauptsächlich JP-8 und Oberheim eingesetzt.
Mit Plugins kann es, wenn man sich Mühe gibt, höchstens noch so wie in dem Clip klingen (ok, vielleicht könnte man mit Postprocessing noch einen Tick mehr rausholen). Die Frage, die ich mir stelle: Hätte die Plugin-Version jemanden interessiert? Hätte jemand gesagt, "wow, das klingt geil, das muß ich kaufen?"?

Ich denke, es ist auch nicht nur eine Frage für eine kleine Gruppe Instrumentennerds. Sondern es hat ja maßgeblichen Einfluß darauf, wie Popmusik insgesamt heute klingt. Es bestimmt wesentlich die Popkultur mit. Wenn man dieser einen gesellschaftlichen Stellenwert einräumen will, wäre es dann also sogar eine gesamtgesellschaftliche Frage.
 
Also PySeq, ich glaube Du hast Dich in eine Idee verrannt.

Du widersprichst Dir doch völlig. Einerseits befeuerst Du den Kult um die Einzigartigkeit und Unnachahmlichkeit des Jupiter-8. Andererseits meinst Du, es müsste doch möglich sein, diesen Sound heute für 1500 Euro in analoger Technik (!) eins zu eins (!!) umzusetzen.

Nimm doch einfach die heute vorhandenen Synths. Falls Dir der Prophet 08 wider Erwarten nicht gut genug sein sollte, musst Du halt noch was für einen Omega-8 drauflegen.

Man braucht nicht immer das Original. Ich habe den Oberheim Matrix-1000 aus meinem Rack rausgeschmissen, weil er im Livebetrieb rumzickte und sich am Gerät nicht programmieren ließ. Seinen Job macht jetzt der FS1R, und meine Bandkollegen sind begeistert :phat:
 
Naja, "jump" und "totohorn" kann auch ein GM-Expander für den Livebetrieb in ausreichender Qualität.
Bei Matrix 1000 und FS1R ist selbst der Äpfel/Birnenvergelich nicht angebracht, eher Äpfel/Papaya.
Die kleine Schnittmenge der Beiden liegt doch ausschließlich in den (abgelutschten) Mainstreamsounds.
 
intercorni schrieb:
Kann es sein, dass jeder der bereits einen JP8 besessen hatte, diesen gar nicht mehr haben möchte?

Doch, natürlich. Für mich ist er nach wie vor der Interessanteste, Vielseitigste und auch „best look and feel“ Poly-Synthesizer. Ich hatte schon eine Menge unter den Fingern Linntronics Memorymoog, Jupiter6 x3, Oberheim OBX und OB-8. Die haben alle ihren Reiz und auch ihre Defizite. Allerdings macht mich keiner so an wie der JP8. Weder hatte ich bisher Probleme mit dem wirklich guten Arpeggiator noch mit dem Tuning. Eines ist natürlich auch klar. Er ist nicht das „all-in-one wonder“.
Synthesizer wie der Jupiter4, JX3P oder Juno60 werden dadurch nicht obsolet. Das ist ja das Schöne bei den Roland Geräten, das sie alle unterschiedlich sind und Ihre Besonderheiten haben. Die Diskussion, ob der die mittlerweile knapp 6000 € Wert ist langweilt doch eher. Der Markt macht die Preise, bietet aber auch Alternativen.
Irgendwann wird uns schon ein Hersteller mit einem brauchbaren Polysynth beglücken. Roland wird es wohl eher nicht sein ;-)
 


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