Kann man mit einem Synthesizer ein ganzes Lied machen?

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riesengockel2k

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Hallo,

ich habe jetzt viel über Synthesizer gelesen, aber eine Sache noch nicht verstanden. Wie läuft das, wenn man ein ganzes Lied von mehreren Minuten länge machen will, kann man sowas mit einem Synthesizer machen oder braucht man dazu noch andere Geräte? Ich stelle mir das so vor: Ich spiele ein paar Bausteine von ein paar Sekunden länge ein, und ordne sie dann nacheinander an sodass sie ein Lied ergeben. Macht man das überhaupt so? Wenn ja welche Geräte sind dafür alle notwendig? Vielen Dank im Voraus
 
synthesizer.gif


Ein Lied kann man natürlich mit einem einzigen Synthie machen, man kann ja auch ein Lied mit einer einzigen Gitarre spielen. ;-)
Ich denke, was du meinst ist, ob ein einziger Synthesizer ein ganzes Arrangement an Klängen, also Drums, Flächen, Lead usw., spielen kann oder ob es dazu mehr Equipment braucht. Für genau diesen Zweck gibt es die Synthkategorie der "Workstations". Das sind Synthesizer, die einen Sequenzer ebenso an Bord haben, wie ein oder mehr Effektgeräte und die Möglichkeit viele Stimmen und vor allem viele verschiedene Sounds gleichzeitig zu reproduzieren. Damit lassen sich schon komplette Songs und Demos produzieren.
 
Hallo, danke für die nette Begrüßung. Wenn man auch nur mit einem Synthesizer ein ganzes Lied machen kann, wozu brauche ich dann so eine Workstation? Tut mir leid für die Frage, aber ich kenne mich leider noch gar nicht aus... Also wenn ich sowas machen will wie, ein paar Bassmelodien einspielen, ein paar Percussion-Variationen einspielen, und das ganze dann zu einem 2-Minuten-Stück aneinanderreihen und übereinanderlegen, so wie in einem dieser Baukastenprogramme für den PC. Sowas geht mit einem Synthesizer nicht, nur mit einer Workstation? Oder geht das auch mit einem Synthesizer, nur nicht so komfortabel??
 
Hallo!

Willkommen hier im Forum, Neuling! Dir fehlen offenkundig viele Grundlagen - was ja nicht verwunderlich ist, wenn man ganz am Anfang steht. Ja, man kann - selbstverständlich - mit einem Synthesizer einen vollständigen Song machen. Dafür gibt es verschiedene Techniken, sogar dann, wenn der benutzte Synthesizer nicht multitimbral ist. Multitimbral bedeutet, dass man mehrere verschiedene Stimmen (z.B. Drums, Bass, Synthsound1, Synthsound2, Streicher, Klavier) gleichzeitig zur Verfügung hat. Die meisten modernen Synthesizer können das.

Eine "Workstation" hat den Vorteil, dass man das ganz ohne Computer mit Sequencerprogramm bzw. Hardware-Sequencer hinbekommt. Denn: Eine Workstation hat den Sequencer bereits an Bord! Es gibt allerdings eine Reihe moderner Synthesizer, die ebenfalls Sequencer-Funktionen beherrschen. Die entscheidende Frage ist, wie man arbeiten möchte. Erfahrungsgemäß geht es mit Computer/Sequencerprogramm komfortabler - auch, weil ein größerer Bildschirm die Sache vereinfacht.

Hättest du Interesse an Leseempfehlungen zum Thema Synthesizer - und deren Grundlagen? Hast du vielleicht einen einigermaßen leistungsfähigen Rechner (besser als PIII - 1000 Mhz, muss also nichts Dolles sein)? Mein Tipp für dich ist, falls du 20 Euro entbehren kannst: Schafft dir Magix Music Maker 2008 oder Magix Music Maker 15 (ist einen Tick besser) an. Gibt es nagelneu, z.B. in der Bucht oder bei Pearl für 20 Euro, teils sogar billiger. Du erhältst damit:

* einen guten Sequencer (damit nimmt man Synthesizer auf bzw. steuert diese an)
* gute Softwaresynthesizer (man benötigt also nicht unbedingt Hardware, um Synthesizermusik zu machen)
* Softwaresampler
* gute Tutorials, die dir die Grundlagen nahe bringen
* man kann damit professionelle Ergebnisse erzielen - wenn man sich beigebracht hat, wie das geht

Eine andere Alternative wäre z.B. ein Seminar beim Betreiber dieses Forums: Moogulator

Überlegenswert wäre für dich, wenn dich das Thema sehr interessiert, dass du dir ein vernünftiges MIDI-Keyboard (ca. 50 Euro oder mehr) oder ein gebrauchtes Keyboard mit MIDI-Anschluss (teils in brauchbarer Qualität sogar unter 30 Euro) anschaffst, sowie in diesem Fall auch ein MIDI-Interface (ca. 15 Euro) , damit du es am Rechner anschließen kannst.

Stell Dich doch einmal hier vor, wer du bist, wie alt du bist, und was du vor hast, welche Art von Musik du gerne machen möchtest. Wäre fein! :D
 
Nur mal so zur Begriffsklärung: eine Workstation IST ein Synthesizer. Kernstück ist immer das, was du wohl als Synthesizer bezeichnest, kombiniert mit weiteren Funkionen wie Sequenzer und Effektgerät. DEN Synthesizer gibt es nicht, dazu sind die einzelnen Fähigkeiten und Einsatzgebiete viel zu zahlreich als das man deine Eingangsfrage so einfach beantworten könnte.

Lothar hat schon völlig recht mit seiner Frage: WAS willst du denn überhaupt machen?
 
Hallo Lothar,

danke für deine wirklich ausführliche und hilfreiche Antwort! Na gut, dann stelle ich mich mal vor... ich bin 24 Jahre alt, und was ich machen will, ist alle möglichen Lieder die ich kenne als Instrumentalversion möglichst originalgetreu nachzuspielen (ja hört sich komisch an, aber das macht mir riesig Spaß). Also nicht nur einzelne Stellen sondern das komplette Lied. Schon als Kind habe ich das mit einem alten Keyboard gemacht, und irgendwie geistert mir seit einigen Monaten die Idee im Kopf herum, das ganze mit einem besseren Gerät fortzusetzen. Am PC will ich das nicht so gerne machen, ich sitze beruflich schon den ganzen Tag am PC. Ich habe schon öfter solche Programme ausprobiert, aber irgendwie macht es mir am PC keinen Spaß, warum auch immer. Deswegen würde ich das lieber nur am Gerät machen.

Ist Sequenzer das Gerät, was es ermöglicht, Klangbausteine zu einem Lied zu arrangieren? Wahrscheinlich sind die Synthesizer, die auch solch eine Funktion an Bord haben, ziemlich teuer, oder? Mein Limit wäre so um die 500 Euro... du schreibst, es gibt moderne Synthesizer, die auch Funktionen eines Sequenzers besitzen. Könntest du mir so ein Modell nennen? Wäre echt super.

Was ich aber nicht verstanden habe ist die Aussage, dass man auch nur mit einem Synthesizer ein Lied komponieren kann, ganz ohne Sequenzer. Wie läuft das dann ab? Muss man dann die Klangbausteine vom Synthesizer auf den PC schieben und dann dort arrangieren?
 
Elektrokamerad: Sorry, verstehe ich nicht... wie denn aufnehmen?

Noch eine andere Frage, können denn alle Synthesizer Percussionklänge erzeugen?
 
Lothar Lammfromm schrieb:
Multitimbral bedeutet, dass man mehrere verschiedene Stimmen (z.B. Drums, Bass, Synthsound1, Synthsound2, Streicher, Klavier) gleichzeitig zur Verfügung hat. Die meisten modernen Synthesizer können das.

Ich möchte dir nur ungern ins Wort fallen, ich weiss auch das es hier nur ein Formulierungsfehler ist, aber ich möchte diese Stelle dennoch für den einen oder anderen leser richtigkeitshalber korrigieren.

Die Stimmen im Synthesizer sind zu vergleichen mit der CPU Power die zur Verfügung steht um ein Instrument abzubilden. Ein Instrument kann unterschiedlich komplex aufgebaut werden und verbraucht somit unterschiedlich viel CPU Power / Stimmen. Werden Instrumente Polyphon gespielt werden noch mehr Stimmen verbraucht. Multitimbral ist ein Synthesizer wenn er in der Lage ist mehere Instrumente gleichzeitig zu spielen. Wobei sich die Anzahl der Verfügbaren Stimmen unter den Instrumenten aufteilst. Sind die Stimmen weg, kann es passieren das hier und da mal die Modulation weg gelassen wird, es ist eben keine Power mehr da.

Ich hoffe, ich habe das so einigermassen korrekt und verständlich Formuliert... :mrgreen:
 
riesengockel2k schrieb:
... wie denn aufnehmen?

Z.B. mit einer Tonbandmaschine, oder einem anderen Gerät deiner Wahl.

riesengockel2k schrieb:
?
Noch eine andere Frage, können denn alle Synthesizer Percussionklänge erzeugen?

"Moderne", digitale Geräte können zumindest so etwas, ob erzeugen in Form von Synthese, oder als Sample
aus dem Speicher abspielen...


Grüße
 
man kann auch mit einem minimoog alleine ein ganzes lied machen, man muss nur absamplen...
z.B noiseprofessor hat da wunderbare tracks gemacht
 
Um mit einem Synthesizer ein Lied (mit unterschiedlichen Instrumenten) aufzunehmen, gibt es mindestens fünf Möglichkeiten:

* Aufnahme direkt mit dem Synthesizer/Workstation (geeignetes Gerät vorausgesetzt)
* Aufnahme mittels Sequencerprogramm und Rechner
* Aufnahme mittels externem Hardware-Sequencer
* Aufnahme des der verschiedenen Stimmen des Synthesizers je als Tonspur - z.B. mittels Rechner, HD-Rekorder, Mehrspurrekorder
* Sampeln des Synthesizers mittels Sampler (Hardware oder Rechner/Software) - Wiedergabe mittels Sequencer

(Okay, das ist vermutlich bereits ein Information Overkill für blutige Anfänger)

Mein Tipp:

Such dir jemand, der in deiner Nähe wohnt, und lass dir das mal von jemanden zeigen - dann bekommst du eine bessere Idee davon, wie es geht. Weil: Im Moment klingt fast alles, was wir dir schreiben, für dich ziemlich abstrakt bzw. du kannst mit den Fachbegriffen (z.B. Sampler) und der damit verbundenen Arbeitsweise nicht viel anfangen.

Geräteempfehlungen (multitimimbral, inkl. Mehrspur-Sequencer, max. 500 Euro):

A) Neu - Synthesizer

* Korg Microstation (ca. 500 Euro)
* Yamaha MM6 (ca. 530 Euro)

Ich würde hier stark zur MM6 tendieren - aber hör es dir in einem Musikladen einfach mal an.

Synthesizer sind erst dann richtig interessant für dich, entweder, wenn du Synthesizersounds selbst erstellen willst bzw. verändern möchtest, oder, wenn dein Soundgeschmack in Richtung "Synthesizer" geht.

B) Neu - Home-Keyboards (geringere Möglichkeiten, die Sounds selbst zu verändern, haben aber andere Vorzüge)

Roland E-09 (ca. 450,-)
Casio WK-210 (ca. 250,-)
Yamaha PSR E423 (ca. 290,-)
Casio WK-3800 (ca. 390,-)
Yamaha DGX-230 (ca. 410,-)

Ich schätze, dass du mit einem Casio WK-210 schon ziemlich glücklich werden würdest. Später dann, wenn du tiefer in der Materie steckst, kannst du dein gespartes Geld nutzen (immerhin: 250,- Euro), um dir evtl. ein weiteres keyboard bzw. Synthesizer zu kaufen, oder dich auf andere Weise zu verbessern.

C) gebrauchte Synthesizer-Workstations inkl. Mehrspur-Sequencer

Ensoniq VFX SD (ca. 180,-) - schöner 80er-Jahre-Synthie-Klang, relativ einfach zu bedienen
Ensoniq SD-1 (ca. 180,-) s.o. - leichte Verbesserung ggüber VFX SD
Korg 01/Wfd (ca. 200,-) typischer, etwas dünner Korg-Sound - manche lieben das - gute Synthesizer-Workstation
Quasimidi Raven (ca. 300,-) interessant, wenn Dance-Songs und sehr "synthesizerlastige" Sachen gefragt sind
Roland XP-50 (ca. 150,-) völlig unterbewertete Synthesizer-Workstation, sehr leistungsfähige Klangerzeugung
Yamaha QS-300 (ca. 150,-) sehr anfängerfreundliche Workstation, durchaus noch gut klingend
Yamaha SY99 (ca. 400,-) ein Synthesizer-Schlachtschiff - mit FM- und PCM-Klangerzeugung - viele freie Sounds verfügbar
Yamaha SY85 (ca. 180,-) ebenfalls sehr unterbewertet, sehr schönes und stabiles Gerät, klingt gut
Yamaha V-50 (ca. 250,-) eher was für Spezialisten (FM-Sound-Liebhaber), klanglich etwas unflexibel, dafür sehr speziell

So: Jetzt darf dir ordentlich der Kopf schwirren - zumal, wenn du dich im Internet über die einzelnen Geräte informierst und Musikhändler besuchst (Vorsicht: lass dir dort nichts Teures aufschwatzen!), um einige der vorgeschlagenen Geräte auszuprobieren. Die ersten Schritte mit einer Synthesizer-Workstation sowie die Einarbeitung in einen Sequencer sind etwas mühselig - das lohnt sich aber!

Falls du mir einfach so vertraust: Hol dir gebraucht (z.B. Ebay) für max. 160 Euro ein Roland XP-50 und arbeite dich allergründlichst in das Gerät ein. Damit kannst du dann praktisch alles machen - und es klingt sehr gut. Das Wertverlustrisiko ist gering, dieses Gerät ist robust. Du kannst da nichts falsch machen. Und später dann, in vielleicht zwei Jahren: Dann verkaufst du es für schlimmstenfalls 140 Euro, und holst dir dann etwas, was deinen Vorlieben, die sich im Lauf der Zeit dann entwickelt haben werden, vielleicht besser entspricht. Aber: Mit dem Roland XP-50 kommt man sehr weit - und auch in praktisch jede Richtung (wenn man mag).

:D
 
Spitzfindig, aber korrekt.

Ein Roland Juno-G wäre ein guter Anfang. Damit alleine kannst du komplette Songs im Gerät erstellen, mit vernünftigen Klangmöglichkeiten. Auch Gesang lässt sich aufnehmen, da das Teil neben dem MIDI-Sequenzer auch noch Audiospuren aufnehmen kann. Liegt als Gebrauchtgerät um die 600,- EUR.
 
ich empfehle einfach ein musikprogramm als Demo runter zu lade wie Ableton Live da kannst du vieles selbst raus bekommen was man braucht und was nicht.
 
Neien keine Tomaten. Für ein nfänger ist es gut zuerst in einen virtuelen studio mal rein zu schauen um zu erforschen was es überhaupt gibt was wie klingt und welche effekte es gibt
später kann man dan anhand das wissens sich hardware instrumente holen
 
Vielen Dank für die ganzen hilfreichen Antworten! :supi:

Ich habe mir den Roland Juno-G mal angeschaut:

http://www.rolandmusik.de/produkte/JUNO-G/index.php

Aber gehe ich richtig in der Annahme, dass dieses Gerät kein richtiger Synthesizer ist sondern nur Samples abspielen kann? Die Sache ist, ich möchte die Stücke so originalgetreu wie möglich nachspielen, und wenn bei den ganzen Samples keines dabei ist was ähnlich klingt, bin ich aufgeschmissen... Gibt es nicht auch Geräte mit denen man seine eigenen Percussion-Klänge erstellen kann? Wahrscheinlich wird das ziemlich kompliziert sein, aber trotzdem, wenn so eine Funktion fehlt wäre das für meinen Anwendungszweck nicht so geeignet.
 
riesengockel2k schrieb:
Aber gehe ich richtig in der Annahme, dass dieses Gerät kein richtiger Synthesizer ist sondern nur Samples abspielen kann? Die Sache ist, ich möchte die Stücke so originalgetreu wie möglich nachspielen, und wenn bei den ganzen Samples keines dabei ist was ähnlich klingt, bin ich aufgeschmissen... Gibt es nicht auch Geräte mit denen man seine eigenen Percussion-Klänge erstellen kann? Wahrscheinlich wird das ziemlich kompliziert sein, aber trotzdem, wenn so eine Funktion fehlt wäre das für meinen Anwendungszweck nicht so geeignet.
Tjaja - deine Annahme ist immerhin schon einmal, sagen wir, viertelrichtig. Also: Wenn ein Gerät wie der Juno G auf Samples basiert, kann er mit Hilfe anderer klangformender Synthesemöglichkeiten (Filter, Hüllkurven, LFOs, Layer usw. usf.) dennoch ein guter - und echter - Synthesizer sein. Auf der Grundlage von Basiswellenformen (z.B. Sägezahnwelle) kann am Juno G ganz genauso gearbeitet werden wie bei einem substraktiven Analogsynthesizer. Trotzdem hast du zu einem Viertel recht: Ein Synthesizer, der auf Samples basiert, dem fehlen (zumeist) bestimmte Möglichkeiten, die ein Analogsynthesizer hat, z.B. Pulsweitenmodulation oder Oscillatorsynchronisation. Das wird jedoch meistens dadurch ausgeglichen, dass die sample-basierten Synthesizer ebendiese Möglichkeiten, so einigermaßen, als Samples zur Verfügung stellen. Wenn du Percussion-Klänge erstellen willst, kann ein guter Sample-Synthesizer (wie der Juno-G) von großen Vorteil sein: Schichtung verschiedener Klangspektren, große Auswahl von Anfang an hinsichtlich der verfügbaren Drumsounds, große Bearbeitungsmöglichkeiten.

Deine Vorstellung, dass man mit einem "richtigen Synthesizer" praktisch alle denkbaren Sounds der Welt an Bord hat, die ist falsch: Jeder Synthesizer hat seine eigenen, klanglichen Schwächen und Stärken. Kein Synthesizer kann alles. Ein Juno G kann sehr viel - bietet einen sehr vielfältigen Klang und lässt sich ja zudem programmieren, das heißt, es können völlig neue Klänge erstellt werden oder die vorhandenen (oder aus dem Internet geladenen) fertigen Sounds den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Nur: Auch mit so einem vorzüglichen Gerät wirst du nicht jeden Sound, den du irgendwo hörst und nachspielen möchtest, eins zu eins übernehmen können. Oft geht es, manchmal so einigermaßen, mitunter auch garnicht. Eine Möglichkeit, "genau" den Klang wie aus einem bekannten Song zu erhalten, bieten Sampler, die - wenn man sie geschickt einsetzt, auch wie ein Synthesizer verwendet werden können.

Ich denke, für dich kommt es darauf an, ein möglichst universelles Gerät zu finden, inkl. Mehrspur-Sequencer, unter 500 Euro, das eine große klangliche Bandbreite bietet und einsteigerfreundlich ist. Die eigentliche Arbeit für dich ist allerdings das Erlernen des Instruments und seiner Möglichkeiten.

Es hängt nicht unbedingt am Gerät. Es gibt Leute, die aus einem relativ beschränkten Sampler mit lediglich 8 polyphonen Stimmen gigantische Stücke heraus holen. Und andere wiederum haben womöglich einen großen Gerätepark, mit dem "alles" möglich wäre - aber deren Stücke sind mangels Fertigkeiten nur verschwommenes Geblubber. Insofern: Es kommt weniger auf den idealen Synthesizer an, als auf einen idealen Synthesizerspieler...
;-)

Wie gesagt: Steig lieber erst einmal ausgabentechnisch "klein" in die Sache ein. Mein Tipp mit einem gebrauchten Roland XP-50 ist schon wirklich gut. Gut vor allem auch für die von Dir vorgesehen Zwecke. Und dann, wenn du dieses Instrument richtig beherrscht - dann erst kommt eventuell die Zeit, wo du dann vielleicht ein leistungsfähigeres Gerät benötigst.

Aber bis dahin musst du erst einmal kommen. :P

P.S.
Der Roland Juno-G hat im Vergleich zum XP-50 nicht nur einen größeren Wellenformenvorrat, bessere Filter, bessere Effekte, und eine noch größere klangliche Bandbreite - er bietet auch einen Sampler. Das heißt für dich: Theoretisch kannst du damit tatsächlich "jeden" möglichen Sound der Welt wiedergeben und als Instrument spielen. Außerdem bietet er im Sequencerbereich einige Verbesserungen. Man kann parallel zum MIDI-Sequencing (Synthesizerstimmen) auch noch bis zu vier Audiospuren (z.B. Gesang) aufnehmen.

Dafür aber zahlst du ca. das Vierfache, wenn du ihn haben willst - und unterliegst einem größeren Wertverlustrisiko. Ich weiß nun nicht, wie begütert du bist, aber für einen 24-Jährigen ist das i.d.R. kein unwichtiger Aspekt. Und wie gesagt: In ca. zwei Jahren, wenn du über den XP-50 hinaus gewachsen bist, kannst du ihn fast ohne Wertverlust wieder veräußern, und dir dann für vielleicht 350 Euro eine Juno-G gönnen - oder etwas noch besseres. 8)
 
Hallo, danke für die wieder mal äußerst informative Antwort! So lernt man eine Menge. Also kann man die Klänge der Samples bis zu einem gewissen Grad modifizieren? Das wusste ich bisher nicht. Geht das auch mit dem Roland XP-50? Es muss ja nicht alles "genau" wie das Vorbild klingen, aber es sollte schon nahe herankommen. Die Originalsamples will ich dafür nicht benutzen, das wäre ja geschummelt. Ich habe mich mal im Netz umgeschaut, leider ist das Angebot an gebrauchten Geräten recht dürftig... bei ebay habe ich einen XP-50 gefunden, vielleicht wird das ja was! Der Preis ist ansonsten nicht das wichtigste Kriterium, es kann auch ruhig mehr als 500 Euro kosten. Aber wenn du meinst es lohnt sich für einen Anfänger erstmal nicht, etwas teures aktuelles zu kaufen, dann glaube ich dir das. Was ist eigentlich mit solchen Geräten (Groovebox):

http://www.rolandmusik.de/produkte/MC-505/index.php

Was ist denn da der Unterschied z.B. zu dem Juno-G? Das ist doch irgendwie dasselbe, nur mit kleinerem Keyboard?
 
riesengockel2k schrieb:
Hallo, danke für die wieder mal äußerst informative Antwort! So lernt man eine Menge. Also kann man die Klänge der Samples bis zu einem gewissen Grad modifizieren? Das wusste ich bisher nicht. Geht das auch mit dem Roland XP-50? Es muss ja nicht alles "genau" wie das Vorbild klingen, aber es sollte schon nahe herankommen. Die Originalsamples will ich dafür nicht benutzen, das wäre ja geschummelt. Ich habe mich mal im Netz umgeschaut, leider ist das Angebot an gebrauchten Geräten recht dürftig... bei ebay habe ich einen XP-50 gefunden, vielleicht wird das ja was! Der Preis ist ansonsten nicht das wichtigste Kriterium, es kann auch ruhig mehr als 500 Euro kosten. Aber wenn du meinst es lohnt sich für einen Anfänger erstmal nicht, etwas teures aktuelles zu kaufen, dann glaube ich dir das. Was ist eigentlich mit solchen Geräten (Groovebox):

hier was wiki zur groovebox schreibt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Groovebox

ich will dich ja nicht deprimieren, aber stücke möglichst originalgetreu nach zuspielen mit nur einen synth wird schwer, wenn nicht fast unmöglich. du wirst immer abstriche beim sound machen müssen oder dir ne lustige brug von ganz vielen geräten zulegen.

by the way :D

synthesizer.gif

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riesengockel2k schrieb:
Hallo, danke für die wieder mal äußerst informative Antwort! So lernt man eine Menge. Also kann man die Klänge der Samples bis zu einem gewissen Grad modifizieren? Das wusste ich bisher nicht. Geht das auch mit dem Roland XP-50? (...) Was ist eigentlich mit solchen Geräten (Groovebox):

http://www.rolandmusik.de/produkte/MC-505/index.php

Was ist denn da der Unterschied z.B. zu dem Juno-G? Das ist doch irgendwie dasselbe, nur mit kleinerem Keyboard?
Es gibt 512 standardmäßig eingebauten Samples im Wellenformspeicher des XP-50. Und, klar: Das Modifizieren von Sounds geht damit auch. Sonst wäre das ja kein Synthesizer. Die 512 Wellenformen sind ja erst der erste Schritt - und die Bearbeitung und Schichtung von Wellenformen führt dann erst zu einem Synthesizersound. Mit dem XP-50 hast du ein Instrument, das eine enorme Spannweite von Sounds möglich macht. Technisch betrachtet ist der XP-50 ein JV 1080-Synthesizer, erweitert allerdings mit dem für dich notwendigen Keyboard und Sequencer.

(Und, das ist etwas ironisch: Der XP-50 kostet gebraucht i.d.R. weniger als der JV-1080, der ein reines Rackmodul darstellt)

Die Groovebox MC-505 ist dem XP-50 in der Klangerzeugung, ähnlich, aaaber:

1. Die vorhandenen Wellenformen/Samples sind verändert - einseitig in Richtung Dance/Elektronik. So gibt es hier ca. 200 Synthesizer-Wellenformen und 200 Drumsound-Wellenformen. Beim XP-50 sind die Wellenformen zahlreicher (insgesamt 512, davon ca. 310-Synthesizer-Wellenformen), vielseitiger und besser zur Nachahmung von bereits existierenden Songs geeignet, zumal, wenn man hier die Sounds durch Programmierung anpasst bzw. passende Sounds verwendet. Sounds für das Gerät findet man in großer Zahl und Qualität im Internet. Kostenlos. Außerdem kann man den Wellenform-Vorrat des XP-50 erweitern (mit ROM-Boards), wenn man mag.

2. in seiner Bedienung ist der MC-505 imho viel weniger ein Synthesizer - und weniger zur breiten Nachahmung von Synthesizersounds geeignet. Es macht nämlich bei diesem Gerät (auch wegen dem Mini-Display) einfach keinen Spaß, Sounds zu programmieren. Es ist, in Sachen Bedienung, völlig anders aufgebaut. Außerdem hat das Gerät weitaus weniger Preset/User-Speicherplätze für fertige Sounds.

3. Das "Keyboard" des MC-505 ist gar kein Keyboard. Das sind nur Taster - mit der Tastatur eines Keyboards hat das nichts gemein. Das bedeutet, am MC-505 kannst du Songs bzw. einzelne Elemente eines Songs nicht nachspielen, sondern nur nachprogrammieren.

Grooveboxen sind, allgemein gesprochen, Produktionshilfsmittel. Mit der hervorragenden Sounderzeugung des Juno G hat die Groovebox MC-505 nichts zu tun. Sie kann deutlich weniger als der Juno G - in Sachen Sounds und Sounderstellung. Grooveboxen sind i.d.R. dann interessant, wenn man Dance-Songs machen möchte, in Verbindung mit einer für diesen Zweck sehr praktischen Bedienoberfläche.
 
wenn ich selber ein lied mit nur einem instrument machen müsste, würde ich mir etwas suchen das:

- samplen kann (also selber wellenformen speichern und bearbeiten)
- einen sequencer hat
- einen ordentlich klingenden synhesizer an bord
- möglichst passable standard-workstation sounds mitbringt

dann würde ich mich bei gebrauchten workstations umsehen. motif 6 (gute standards, taugliche filter) oder kurzweil k2600 (bzw. dessen verwandte - ähnlich wie motif nur etwas anders...) kämen in frage oder ein gebrauchter korg triton oder roland fantom. ob du da allerdings schon was für 500 eur bekommst weiß ich nicht, vielleicht mit glück die jeweils älteste generation. den XP 50 kenne ich nicht, wenn der allerdings nicht samplen kann, würde ich das als einschränkung empfinden.

neu bekommst du zu dem preis nicht viel, microstation ist eher ein witzgerät und ein blofeld keyboard kostet mehr und hat keinen sequencer.
 


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