Kann mir mal einer ADAT bei Interfaces erklären?

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Johann Lover, 24. Januar 2015.

  1. Anlässlich der Bakanntgebung des Arturia Audio Fuse stellt sich mir die Frage, wie genau das mit den ADAT-Schnittstellen bei INterfaces funktioniert.
    Ich schließe ein ADAT Gerät an und habe dann 8 zusätzliche Ein- und Ausgänge? Und die kann ich auch alle einzeln in meiner DAW oder im Interface Control Panel abgreifen?
     
  2. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

  3. Moogulator

    Moogulator Admin

    Also aus meiner Sicht ist ADAT kein guter Ersatz für Wandler - es ist generell teurer - ADAT überträgt ab 88kHz übrigens "nur" noch 4 / 4 Kanäle - also die Hälfte.
    Das stammt aus der Zeit der Kassetten.

    Besser wären komplette Audiointerfaces mit analogen Eingängen - 24 mindestens. 16 gibt es bereits, aber nicht 24 oder 32. Das sind ja eigentlich die klassischen Größen.
    Sorry fürs trittbrettfahren - aber der Begriff wurde ja schon erklärt, daher - fordert das! Schreibt den Herstellern! Die sollen mal!!

    Ich werde auch ein neues Audiointerface kaufen, wenn es das hat - hab nur kein TB am Mac Pro. Aber für die späte Zukunft - ich rechne ja nicht in den nächsten 2-3 Jahren damit, hoffe aber drauf.
     
  4. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    ADAT ist natürlich eher interessant wenn man z.B. sowas wie MPC5000 mit ADAT-Out hat. Sie gibt eh "nur" 44,1 kHz aus, und man spart sich zusätzliche D/A- und A/D-Wandlung. Ich wäre jetzt auch gerne von der MPC5000 über ADAT in zwei Lexicon MX400 mit insgesamt 4x S/PDIF reingegangen. Aber... sollte der Mutec MC-4 das können, so kostet er 600 €. Dazu 1x ADAT-Kabel + 4x S/PDIF-Kabel. Alles nur für eine Richtung. 8 symmetrische Audiokabel kommen da billiger. Bekommt man schon unter 2 € pro Stück.
     
  5. Moogulator

    Moogulator Admin

    Und Wordclock - sobald du mehr als 2 Geräte hast, brauchst du das - und ich sag mal : guuuute sichere Kabel - das gibt schnell Probleme.
     
  6. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Tja... Wordclock... Das haben meine Geräte nicht. Die MX400 würden dann den Sync von der MPC5000 per ADAT bekommen. Der MC-4 kann natürlich auch selber clocken oder Wordclock empfangen, und könnte die Lexicons evtl. auch mit 48 kHz ansteuern (Frequenzumwandlung soll er nämlich auch können), mir würden aber auch durchgehend 44,1 kHz reichen.
     
  7. Moogulator

    Moogulator Admin

    Das ist ja ziemlich doof, da du dann auf EINE Gegenstelle angewiesen bist. Sonst Knacksparade.
     
  8. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Habe ja erklärt, wie es gehen könnte. Aber egal! Ich zahle jetzt sowieso keine 600 € für einen Converter. :twisted: Wenn ich mehrere MX400 gleichzeitig nutzen will, dann geht es von der MPC5000 mit 44,1 kHz analog raus und in die MX400 rein, die MX400 können dann intern mit 48 kHz laufen, geben analog aus, und am PC-Interface kann ich wieder wählen mit welcher Rate ich A/D wandle und aufnehme. Wandler sind gut. Gibt's halt etwas mehr Rauschen da unten irgendwo und ein paar ms mehr Latenz, weil Wandler ja etwas Latenz erzeugen. Ist jetzt zwar am ursprünglichen Thema etwas vorbei, zeigt aber auch ein bisschen die Problematiken der beiden Welten "analog" und "digital".
     
  9. Ach so, für Geräte mit ADAT-Ausgang ist das gedacht!
    Warum gibt es denn kein "ADAT-Patchfeld" mit gutem Wandler? Also ich meine sowas wie einen ADAT-Recorder mit guten Wandlern OHNE den ganzen Kassetten-Teil (Kassettenfach, Motoren etc.)!
    Es wäre schon interessant ein Interface in zwei Teile trennen zu können. Dann nehme ich das eigentliche Interface, welches klein und handlich ist, unterwegs mit, muss aber im Studio nicht alles abstöpseln, weil die Geräte am ADAT-Patchfeld bleiben. Muss dann halt nur das Toslink-Kabel ziehen. Und wenn die Wandler gut sind, muss ich da schonmal keine Kompromisse eingehen.
    Ich würde das kaufen. (Andere lösen das vielleicht mit Zweitinterfaces.)
     
  10. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Na es gibt doch so Wandler 8 analog <-> ADAT.
    Hast halt, wie Moogulator schon sagte, die Begrenzung auf 48 kHz.
    z.B. in günstig:
    https://www.thomann.de/de/behringer_ada_8200_ultragain.htm
    Ansonsten ist das schon eine gängige Methode weitere AD/DA-Wandler in ein System einzubinden.
    Nur halt mit den bereits erwähnten Restriktionen. Wenn 8 Kanäle, dann maximal 48 kHz usw.
     
  11. Ach ja! Sowas hab ich auch, glaube ich, von M-Audio schonmal gesehen.
    Hab ich das jetzt auch gelernt. Danke!
     
  12. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

  13. Wo wir schonmal dabei sind:
    Angenommen ich holte mir einen A/D-Wandler mit ADAT, welcher dann in mein Interface läuft. Interface und A/D-Wandler müssen dann gesynct werden, weil die Abtastraten sonst versetzt laufen könnten? Das könnte ich z.B. lösen, indem ich ein Interface mit Word-Clock out benutze, welches dann den A/D-Wandler clockt?
    Ich will nur wissen, ob ich mir das richtig zusammenreime.
     
  14. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Ich habe jetzt keine konkreten praktischen Erfahrungen mit ADAT, soweit ich weiß kann ADAT aber auch das Sync-Signal übermitteln. Wenn es sowohl digitale Ein- als auch Ausgänge gibt, so entscheidet man sich, ob das Gerät Master oder Slave ist. Gibt's nur einen Ausgang, so kann das Gerät nur Master sein.

    Angenommen der Wandler hat sowohl digitale Ein- als auch Ausgänge. Dann kann das Interface Master sein, das Sync-Signal an den Wandler übermitteln, und der Wandler würde dann im gleichen Takt Daten zurück senden.

    Hat ein A/D-Wandler (oder z.B. ein Synthesizer, ein Amp-Modeller etc.) lediglich einen digitalen Ausgang, wird er Master sein müssen, und das Interface bekommt das Sync-Signal von ihm und läuft als Slave. Das kann man im Interface umschalten.

    Mit Wordclock habe ich noch nie gearbeitet, kann daher keine Vorteile nennen.
     
  15. Mit was für einer Clock kann man das denn alternativ syncen? Wie hast du es geamcht? Oder hast du es noch gar nicht gemacht?
    Ansonsten ist das Prinzip klar.
     
  16. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Ich habe es mit S/PDIF gemacht bzw. mache es immer wieder. Da wird die Clock mit übertragen und von Gerät zu Gerät weiter gegeben. Master -> Slave -> Slave (z.B. MPC5000 -> MX400 -> Audiointerface; keins dieser Geräte hat Wordcklock-Anschlüsse). Bei ADAT wird wohl ähnlich sein. Clock mit dabei im Signal.
     
  17. Ach so! Dann ist das ja easy!
     
  18. Ich sehe gerade, dass es da einen neuen Ansatz von Roland (Super UA Interface) gibt:
    https://www.youtube.com/watch?v=_XxIldb64Ds
    Ist mir aber zu klein. 4 Ins / 4 Outs und dann Break-Out-Boxen in verschiedenen Größen bis 16 In / 16 Out. Das wäre dann interessant für mich.
     
  19. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Ich denke eine solche Erweiterbarkeit durch externe Anschlüsse ist nicht neu. Ich habe mich allerdings für Lösungen mit ganz vielen I/O's nie wirklich interessiert.

    Aber neben einer Erweiterbarkeit durch Auslagerung von analogen Audio-Anschlüssen durch kompakte analoge Schnittstellen gibt es noch z.B. auf dem digitalen Weg kaskadierbare Interfaces. Man stöpselt da mehrere kaskadierbare Interfaces zusammen, und der Treiber auf dem Computer fasst das alles zusammen zu einer Einheit.

    Universal Audio macht das jetzt z.B. per Thunderbolt, das Zeug ist aber teuer, weil in den Kisten DSP's drin sitzen, die mehr berechnen können als normale Interfaces, und man schon die für diese DSP's programmierte Software-Grundausstattung mitbezahlt. Es gibt aber bestimmt auch günstigere Interfaces, die sich kaskadieren lassen. Das Thema wäre schon fast seinen eigenen Thread wert. Obwohl hier im Forum wohl nicht so viele Recording-Menschen unterwegs sind.
     
  20. Offengestanden: das ist bei Multitrack-Recording auch völlig unnötig. Hohe Sampling-Rates machen m.M. nur bei Stereoaufnahme, die direkt zum Endmedium durchgereicht wird Sinn - sprich Klassik-Direkt"schnitt". Für alles was im Rechner mischmäßig verwurstet wird, reichen eingangsseitig 44,1 völlig.
     
  21. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Bis wie viel kHz können übrigens Mikrofone aufnehmen? Z.B. Schlagzeug-Becken und so ein Zeug, wo über 22 kHz noch was passiert. Für irgendwas müssen die 96 kHz A/D-Wandler ja gut sein. Es gibt ja schon Produktionen, die inzwischen durchgehend mit 96 kHz gefahren werden, und die auch am Ende auf einem 24 bit / 96 kHz Stereo-Master (oder gar Surround) landen.
     
  22. Die frage ist ob linear, oder generell. Es gibt auch Mikros im 100kHz Bereich, die nehmen halt nix bei 50hz auf. Gute Kondensator oder Bändchen gehen sicher bis 50kHz, aber sicher nicht mehr linear.

    Tatsächlich aber die einzig relevante Frage ist: bis wieviel kHz hört mein Rezipient. Wenn Du Symphonien für Fledermäuse planst....
     
  23. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Es geht ja nicht nur ums Hören, obwohl man bei einem 96 kHz Master auch Frequenzen über 22 kHz vorweisen müsste. Es geht um Filterung und um die Zwischenbearbeitung mit EQ's usw. Und eigentlich wäre es eine eigene Diskussion. Entweder man macht seine Produktionen mit 96 kHz, weil man es so möchte (und man es sich leisten kann) oder der Auftraggeber es so möchte, oder halt mit 44,1 kHz oder 48 kHz (z.B. auch aus Budget-Gründen). Und je nachdem schaut man sich nach passendem Equipment um. Vorteile (Klang) und Nachteile (mehr Speicherplatz, mehr Leistungsverbrauch, teurere Hardware) einer 96 kHz Produktion wurden schon genügend diskutiert. Wenn jemand sagt, mehr als 48 kHz will er nicht fahren, dann heißt die Antwort: per ADAT gehen 8 Mono-Kanäle. Wenn jemand meint er bräuchte mindestens 32 Kanäle in 96 kHz, dann würde wohl eher was anderes als ADAT sich anbieten.
     
  24. Aber ist das nicht unabhängig von der "Eingangs-Qualität"? Da geht es darum wie die Software intern auflöst. Intern arbeiten die DAWs ja zB jetzt schon zT. mit 32 Bit. Und die Samplingrate hochrechnen geht ja mit guten Ergebnissen.
     
  25. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    32 bit ist klar. Ob man die Engine auf 96 kHz schalten kann, die Dateien aber im ursprünglichen Format belassen kann? Und wenn man hochrechnen muss, warum dann nicht gleich so aufnehmen. Und ich habe ja extra nach Mikrofonen gefragt. Wenn man z.B. die Becken hochauflösend aufnehmen kann, warum sollte man sie bei der Aufnahme durch den Wandler auf 22 kHz runter filtern (und das wohl sehr unsanft und steil), um dann das Weggefilterte nach 96 kHz zu bringen?
     
  26. Welcher Lautsprecher wird das wiedergeben? Welcher Hörer soll das hören? Sorry: technisch kannst Du alles bis in den UKW-bereich hochreizen, aber dem Rezipienten nützt es nichts. NIEMAND hört, ob der Rolloff bei 22kHz 24dB/Oct oder 6dB/Oct hat.
    Ich war früher auch so drauf, wurde dann aber mal von einem Rhode&Schwarz-Ingenieur mit einem Blindtest in einem reflektionsarmen Messraum überzeugt (und R&S haben seeeeehr noble Sachen dastehen - Elektrostaten als Monitore in so einem Raum ist schon mal in Ordnung). Seitdem sind meine Ansprüche (und die der Kollegen, die damals dabei waren) an die Aufnahme und Widergabetechnik deutlich gesunken.
     
  27. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Z.B. eins von ADAM. :mrgreen:

    Wenn es um die 96 kHz-Medien geht, dann deren Konsumenten, ist doch logisch! :idea: :mrgreen:

    Wenn es um die Zwischenbearbeitung und Antialiasing-Filterung geht, dann verbessert das die Qualität in den Zwischenstufen der Produktion. :idea: :cool:

    Ich selber nutze aber keine 96 kHz für die Produktion, mache das aber auch nicht professionell.
    Momentan nutze ich eine MPC5000 mit 44,1 kHz, die Lexicon MX400 können 44,1 kHz und 48 kHz. Da lohnt es für mich nicht mit mehr als 48 kHz aufzunehmen, und so viel Hi-Fi brauche ich für meine Zwecke auch nicht. Auch mit 44,1 kHz / 48 kHz kann man ausreichend gute Qualität erzielen.

    Und wenn am Ende Leute mp3 hören wollen und meinen WAV oder FLAC würde zu viel Speicherplatz belegen... :selfhammer: Ja, dann wäre eine Produktion in 96 kHz für diese Zielgruppe einfach absurd. :twisted:

    Aber ich würde jetzt nicht soweit gehen und behaupten, dass alle, die mit 96 kHz arbeiten doof wären, oder das Endformat 96 kHz doof wäre, auf den sie vielleicht auch hinarbeiten. Für mich lohnt es sich aber einfach nicht, ich habe schon so viele Samples in 44,1 kHz, und wenn sie gut aufgenommen sind, dann reicht mir diese Qualität auch. :cool:
     
  28. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Siehe z.B. hier:
    https://www.thomann.de/de/rme_bob_16_i_o.htm
    Am Interface brauchst du dann nur noch diese 25-polige Sub-D-Anschlüsse.
    Wie z.B. hier:
    https://www.thomann.de/de/universal_audio_apollo_16.htm
    Wahrscheinlich gibt es noch andere ähnliche Produkte auf dem Markt.
     

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