Klangklau per MIDI - Was ist möglich?

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von sproedel, 7. April 2008.

  1. sproedel

    sproedel Tach

    Hallo,

    bei mir geistert in letzter Zeit immer öfter die Frage im Kopf herum, ob es möglich ist, die Sounddaten eines Stagepianos z.B. auf irgendeine Art und Weise aufzunehmen, um sie so auf einen Synthesizer zu übertragen. Ich bin mit den technischen Mitteln keinsten Falles vertraut und glaube auch weniger, dass solch ein Unterfangen möglich wäre, bin aber doch interessiert, ob es vielleicht doch mittels Controller-Keyboards möglich wäre, auf solche 'gestohlenen' Sounds zurückzugreifen, bzw. diese auf Synthesizer raufzuspielen.

    Oder gibt es zufälligerweise Racks mit Pianoklängen, die man per MIDI Keyboards ansteuern kann? Und ich meine keine VST-Plugins.
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Was meinst du genau? Ob es Digitalpianos und Rackmodule gibt? Naklar gibts die! zB Kurzweil Micropiano.
     
  3. XCenter

    XCenter Stimmungsmacher

    Parameter "auslesen" und auf ein anderes Gerät übertragen geht sicherlich nicht. Dazu müsste das Presetgerät die gleiche Klangarchitektur wie der verwendete Synthesizer haben UND die Klangparameter per SysEx hergeben. Um ein Gerät X auf einen Expander zu portieren bietet sich eigentlich nur ein Sampler als Endgerät an. D.h. aber als Ergebnis eine statische Momentaufnahme des Quellklanges ohne Eingriffsmöglichkeiten.

    Auf Pianos spezialisierte Expander gibt es einige. Neben dem Kurzweil fällt mir der GEM RP-X RealPiano Expander ein und das Korg SG-Rack hat auch ein Übergewicht an Pianoklängen.
     
  4. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Was Du möchtest funktioniert so nicht. Wie sollte man auch die Samples eines Stagepianos auf einen Synthesizer bringen?
    Wenn Du aber ein Gerät hast, welches Dir gefällt, kannst Du z.B. "Sample Robot" verwenden um eben dieses Piano abzusampeln und in Deine eigene Samplersoftware (nicht Synthesizer!) einzubauen. Da Du ja aber Hardware und kein Plugin haben wolltest bietet sich als Hybridlösung immer noch ein Receptorsystem an (http://www.museresearch.com/receptor.php).
    Wenn Du da dann noch Ivory (http://www.synthogy.com/) einlädst, dann hast Du ein Spitzenklassepiano.

    Ansonsten gibt es noch jede Menge Soundmodule, welche auch teilweise ganz gute Pianosounds enthalten.
     
  5. sproedel

    sproedel Tach

    Der Tipp mit dem Micro Piano klingt sehr gut. Danke dafür. Der Receptor scheint dagegen zwar die eindeutig überlegenere Lösung, aber der wird sicherlich weit, weit außerhalb meiner Budgetvorstellungen für so eine Anschaffung liegen. :)

    Könnt ihr mich noch mehrere solcher Piano-Racks nennen? Und welche die sich vielleicht besonders lohnen? Dabei kommt es eigentlich überhaupt nicht auf die Anzahl der vorhandenen Sounds an. Mir würde schon ein klassischer Piano Sound völlig ausreichen.
     
  6. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Der aktuellste (und der einzige aktuelle) Vertreter der Gattung ist das bereits oben erwähnte GEM RP-X:

    http://www.gem-lem.de/gem_lem_katalog/g ... pander.php
    https://www.thomann.de/de/gem_rp_x_pianomodul.htm

    Dann gäbe es noch z.B. das zwei mal so teure:

    https://www.thomann.de/de/kurzweil_pc2r.htm
     
  7. Moogulator

    Moogulator Admin

    Die Alternative wäre ein guter Hardwaresampler mit reichlich Stimmen und Speicher, damit kannst du dann auch gut arbeiten. Sowas kostet heute max. 200€, weil sowas zzt "out" ist. Dabei ist für dich die Klangerzeugung nichteinamal sonderlich relevant. Du kannst oben unter "Sampler" mehr oder weniger alles nehmen, was wenigstens 16MB Speicher anbietet und Multisampling beherrscht und Velocity Split.

    Sprich: Mehrere Tasten Samplen mit verschiedenen Dynamikstufen geht damit. Ideal ist aber ein Sampler mit MAximalausbau wie zB 128MB und das konnten schon einige der späteren Sampler der Akai S und Z Serie sowie Yamaha A Serie - Das sind alles Racks 2-3 HE.

    Wäre das nicht was für dich? Du brauchst aber ein Laufwerk, wo du die 128MB Piano draufpackst bzw von dem du das lädst, es ist SCSI und damit nicht so "neu", aber sowas gibts billig gebraucht.
     
  8. MiguRoots

    MiguRoots Tach

    Da gibt es noch das 5,5 Zoll Alesis Nano Piano (siehe vintage synth link oder SOS-Review). Ich habe das Teil selbst nie gehört, es wird in Foren etc. sehr unterschiedlich bewertet. Klanglich sicher nicht gleichwertig mit den modernen Pianosample-VSTs (im Nano Piano sind's grad mal 8 MB), scheint aber als "Hardware"-Lösung auch heute noch recht verbreitet zu sein.
     
  9. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Ich hatte mal für meinen S3000XL (bzw. S2000, den ich davor hatte) ein schönes Piano aus den Samples einer Sampling-CD gebastelt. War ca. 20 MB groß. Ist aber nur was für Bastler. Denn selbst Klänge von einer CD-ROM im Akai-Format klingen im Sampler geladen nicht so homogen wie in einem Rompler. Der große Vorteil ist, dass man das Multisample nach seinen Wünschen einstellen kann. Man muss aber basteln wollen und können. Vielleicht gibt es für Roland-, Yamaha-, Kurzweil-Sampler gute Piano CD-ROMs, die sofort funktionieren. Mit AKAI war es bei mir nicht der Fall. Aber wie gesagt, wenn man bereit ist zu basteln geht das prima. Dazu muss man allerdings noch sagen, dass bei reiner RAM-Ausstattung (also wenn kein FlashROM verbaut ist) die Sounds nach dem Booten erstmal geladen werden müssen. Von wo ist eine weitere Frage. Man könnte die Samples vom CD-ROM-Laufwerk reinladen und individuelle Einstellungen auf einer Diskette speichern. Oder alles auf die Festplatte, ZIP, etc. Von einer Festplatte geht wohl am schnellsten. Oder eben vom FlashROM. Ach ja, wichtig: In meinem AKAI ist die Effekt-Karte verbaut! Die Qualität ist zwar nicht berauschend, liefert aber die für Piano-Klänge erforderlichen Raum-Effekte für nicht zu sehr verwöhnte Ohren. Also darauf achten, dass Effekte wie Reverb, EQ dabei sind.
     

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