<Informatikermodus>
Zum Thema Programm = Fenster
Windows hatte dieses Konzept einmal, aber andersrum. Man erzeugte ein Fenster und an dem Fenster hing das Programm .Deshalb ist das Menü bei Windows auch Bestandteil des Fensters .
Erinnert sich vielleicht noch an
LRESULT CALLBACK WindowProc(HWND hwnd, UINT uMsg, WPARAM wParam, LPARAM lParam)
Irgendwann in den 90ern stellte ein schlauer Kopf fest, dass man ja nicht Fenster bearbeiten möchte , sondern Dokumente . Also hiess es nicht mehr ein Fenster ein Programm sondern ein Dokument ein Fenster ein Programm.
Man stellte aber schnell fest, dass man dann das gleiche Menü und die gleichen toolboxen dann mehrfach auf dem Bildschirm hatte, und vor lauter Menüs , toolboxen , kein Platz mehr auf dem Bildschirm für das Dokument hatte. Also wurde MDI entwickelt, ein Fenster, ein Menü und verschiedene gleichartige Dokumente in untergeordneten Fenstern im Hauptfenster . Damals waren Bildschirme mit 640 x480 noch Standard....
Jetzt ergab sich aber das Problem , dass nicht immer eindeutig zu erkennen war , auf welches Dokument sich der aktuelle Befehl bezieht.
Ausserdem hatten viele Programmierer die Logik, dass verschiedene
Dokumente als kindfenster dargestellt werden, und nicht irgendwelche Inhalte , da dann für den Anwender die logische Beziehung zwischen den Fenstern verlorengeht, Fenster sich unmotiviert gegenseitig überdecken etc , nicht verstanden, einige bis heute nicht, ist ja erst 20 Jahre her....
Und die Übersicht , welche Dokumente gerade bearbeitet wurden, ging auch verloren. Also wurden die kindfenster und die Titelleiste entfernt und über Tabs eine umschaltmöglichkeit zwischen den Dokumenten hergestellt. Beim auswählen eines Tabs wurde so der Fensterinhalt ausgetauscht und nicht mehr ein komplettes Fenster gezoomt. Dies war logischer, einfacher zu programmieren und kostete weniger Ressourcen und war schneller.
Es gab natürlich auch Entgleisungen der anderen Art. Einige Programme zeigten toolbars, Paletten und sogar Menüs als eigene Fenster an. Schlimmste Beispiele sind jbuilder und alte GIMP Versionen. Wenn zwei dieser mehrfenster Anwendungen gleichzeitig liefen, war überhaupt nicht mehr erkennbar welche buttonbar zu welchem Programm gehört.
Seit xp ist aber in den meisten Anwendungen eine gemässigte Einfenstertechnik eingezogen , bespiele sind hier reaper oder
Ableton, andere Anwendungen wie Office haben das Modell , ein Dokument = ein Fenster umgesetzt.
Mit dem taskmanager schaltet man also je nach dem zwischen Dokumenten oder Applikationen um.
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Der Mac hat ein anderes Konzept bei Fenstern . Hier ist zuerst die Anwendung und diese erzeugt ein Fenster. Deshalb ist auch in vielen Fällen ein Programm. Auf dem Mac nicht beendet, wenn man das Fenster schliesst, und der Mac meiner Frau so langsam, weil immer alle Programme noch laufen....
Deshalb ist das Menü auch Bestandteil der Applikation und wird immer oben dargestellt , und nicht Bestandteil des Fensters.
Der taskmanager schaltet grundsätzlich zwischen Applikationen und nicht zwischen Fenstern . Das Konzept Dokument = Fenster ist nicht so konsequent umgesetzt wie z.b bei Office für Windows .
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In unixen ist die Logik , was Fenster , was Dokumente und was Applikationen sind, im jeweiligen fenstermanager implementiert.
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