Microtuning

Dieses Thema im Forum "Sound Praxis / Synthese" wurde erstellt von Bernie, 19. April 2018.

  1. Bernie

    Bernie Alien

    Es gab mal vor zwei Jahren von Yamaha das Nedopiano als Prototyp, welches für Microtuning ausgelegt war (es hatte nur die weißen Tasten).


    Daneben gab es ja noch so diverse Keyboards, davon ist aber anscheinend nichts offiziell irgendwo käuflich, soweit ich weiß.
    Gibt es eigentlich aktuell irgendwas an Hardware zu kaufen, das mikrotonales Spielen komfortabel und innovativ möglich macht???
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. April 2018
  2. Jenzz

    Jenzz ||

    Moin .-)

    Das ist ein interessantes Thema.... Es gibt da anscheinend aber kaum Instrumente, die so was unterstützen. Ad hoc fiele mir da der gute alte Prophet 5 ein, irgendeine der verschiedenen Rev.'s konnte das ja. Ausserdem habe ich einige Videos auf YT gefunden, offenbar scheint ein Kronos auch so was zu können?

    Bei 'echten' Instrumenten sieht das etwas besser aus. Ich habe vor einigen Jahren zusammen mit meinem holländischen Kollegen Rob Coobs ein Rhodes für den französischen Jazz-Pianisten Bojan Z. (Zulfikarpasic) aufgebaut, welches eine Viertelton-Stimmung auf einer normalen Tastatur hatte (es gibt ja auch vierteltönige Klaviere mit einer kleinen Extra-Tastatur oberhalb der 'normalen' Tasten).

    Ich selber probiere auch am Vibraphon damit rum, man kann z.B. mit Magneten an Ober- und Unterseite der Platten die Masse an den Plattenenden erhöhen (wird dann tiefer) und damit dann 'schräge' Stimmungen erzeugen.

    Kann man natürlich nicht einfach per Schalter 'abschalten' :)

    Jenzz
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. April 2018
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  3. freidimensional

    freidimensional Tastenirrtuose

    Manche Yamaha-Stagepianos haben die Möglichkeit, bestimmte verschiedene , auch mikrotonale Stimmungen einzustellen. So mein olles S90ES, ich kann Dr aber im Moment nicht genau sagen welche. Zumindest welche mit Vierteltönen waren dabei, ich weiss aber nicht ob Persisch oder indisch...ansonsten kenne ich für das Ipad noch die App "Thumb-Jam", die diverse Skalen der Welt enthält und sich dann über das Touchdisplay entweder mit defnierten Tonfeldern oder auch quasi "fretless" spielen lässt, ob Midiout funktioniert weiss ich nicht (ich wüsste auch nicht wie es umgesetzt werden sollte, evtl. mit Pitchbenddaten bei den Vierteltönen?) Ist dann aber quasi "nur" ein Controller mit der voreingestellten Skala. Allerdings sind einige Instrumente aus der indischen, persischen oder wie auch immer Musik ja auch quasi "diatonisch", also meist auf eine bestimmte Tonart oder Skala gestimmt.
     
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  4. Bernie

    Bernie Alien

    genau, so richtig mikrotonal sind die nicht spielbar.
     
  5. Jenzz

    Jenzz ||

    Moin .-)

    Du hast doch das Haken, damit bist Du doch schon in der Richtung unterwegs. Das ist doch -sozusagen- quasi ein 'fretless'-Keyboard ? Ich habe mich damit noch nicht näher befasst...

    Jenzz
     
  6. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Wir müssen unterscheiden zwischen microtonal im Sinne von anderen Stimmung aber trotzdem einem 12-Ton pro Oktave System (das können viele Synths), und microtonal im Sinne von mehr Tönen pro Oktave (falls die Oktave in dem Sinn als Frequenzverdoppelung überhaupt noch existiert). Letzteres hat ja der Prophet wohl gemacht, und das ist nix anderes als das Pitch-Tracking von VCO und VCF zu verändern.
    MIDI-Keyboards per se können das nicht.

    Das muss an der Klangerzeugung ansetzen.
     
  7. Jenzz

    Jenzz ||

    Stimmt... Der Klavierbauer spricht von 'Temperatur legen'... Also der Abstufung einzelner Töne innerhalb einer Oktave.
    Das ist was anderes als Microtuning.

    Jenzz
     
  8. Donauwelle

    Donauwelle Malandro

    Gab ja mal diese HPii Leute,

    https://hpi.zentral.zone/tonalplexus

    die Tonal Plexus, ein "microtonales" Keyboard angeboten hatten. Gibts nur noch gebraucht.
    Die Theorie dahinter in https://hpi.zentral.zone/pdf/articles/TonalPlexusMicrotonalKeyboard2015.pdf

    Youtubes mit dem Plexus



    Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=APtJsaPxNgo


    Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=8re6rFj7q10



    Starr Labs, https://www.starrlabs.com/, eigentlich bekannt für ihren Guitar-Midi-Contoller Z7, baut auch so eine art microtonales Keyboard


    Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=bEwpZpBOhc0
     
  9. Phil999

    Phil999 ....

    für freies Spiel ist sicher das Haken Continuum geeignet. Aber generell liegt es, wie schon erwähnt wurde, an der Software der Klangerzeuger. Man kann mit jeder beliebiger MIDI-Tastatur mikrotonale Skalen spielen.
     
  10. Otterl

    Otterl zwangserleuchtet

    Hardware: Warum nicht bei der "normalen" Tastatur bleiben? Die ist ja nur die eine Hälfte der "Problematik"
    hindert aber nicht wirklich an der Beschäftigung mit Mikrotonalität; eher Kopfsache.
    Interessanter/komplexer/schwieriger wirds ja erst, wenn es um das eigentliche
    Tuning geht: KRONOS wurde bereits genannt. Da geht ja einiges mit selbst angelegten User-Scales.
    Sowas hätte ich mir schon in den 80ern gewünscht!
    Achja: der SOLARIS kann das auch - aber eben mit normaler Tastatur.
    Man muß halt den kopfmäßigen "Link" unterbrechen: s/w-Tasten = normales Tuning.

    Hast Du aber sicherlich auch schon mit dem ollen Analogkram gemacht (z. B. Keyboard CV auf
    VCO reduzieren, so dass z. B. eine Oktave auf 4 Oktaven gespreizt ist).
    Wobei hohe Stimmstabilität Voraussetzung ist...daher ist hier Digitalkram einfach "stimmiger".

    Controller war, wenn es um Mikrotonalität geht, nicht das Hauptproblem.
    Das Brechen mit den Hörgewohnheiten schon eher...
    Geh davon aus, dass Deine Hörer diesen Weg nicht unbedingt nachvollziehen können :cool:
    Achja: viel Spaß mit mikrotonalen Akkorden!
     
  11. serge

    serge |||||||||

    Nein, beim Prophet-5 war es genau umgekehrt, aus dem deutschen Prospekt der Rev 3.3:

    "Eine total einzigartige Einrichtung des Prophet-5 ist seine variable Tastaturstimmung, die es ermöglicht, jeden Ton einer Oktave individuell zu stimmen. Der Stimmbereich für jede Note ist ungefähr +1 bis -0,5 Halbton (ca. 94 bis -50%) von seiner normalen Stimmung aus. Zum ersten mal kann ein Standart [sic] Instrument mit verschiedenen Keyboardstimmungen, wie Pythagoreisch, Ganzton-, reiner Stimmung und ethnischer Stimmung gespielt werden. Die Stimmungen können gespeichert werden und sind so leicht wie ein Programm abrufbar."

    Der DX7 II und seine verschiedenen Inkarnationen beherrschten dieses Micro Tuning ebenfalls.

    Ansonsten MicroWave I mit der letzten Software-Version erwerben, da gibt es das Hermode-Tuning, ein Verfahren, das in Echtzeit versucht, die einzelnen Noten so zu verstimmen, dass (a) eine möglichst reine Stimmung erreicht wird, während (b) jede Note so wenig wie möglich verstimmt wird. Ich habe dazu auf die Schnelle kein Beispiel gefunden, daher hier ein Beispiel mit Logic, das auch HMT bietet:

    Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=QGNEeGxgXaU


    Es gibt auch Digitalorgeln, die HMT verwenden:

    Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=uHIA-DM3Wrs
     
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