MS-10/20 Klang ?

Tom Flair

Moderator
& Juno 106
Ray of Light von William Orbit


<3

Eigentlich Bizarr mit was für produktionstechnischem Halbkäse man früher als Weltstar sein Startum behaupten konnte.

Es ist ja nicht so , dass es zur selben Zeit keine absolut hochwertigen Sachen in den Charts gegeben hätte.

Aber gut so ist das mit Marketing - einmal als Industriuemarionette zur Queen of Pop stilisiert bleibt das positive Vorurteil auch noch hängen.
 

subsoniq

||||
über william orbit und die produktion vom album war mal seinerzeit ein artikel in der keys, alle fx, sequenzersounds und die hihats sind glaub ich vom ms20. und die sounds vom break ab 1.36...
is aber schon lange her. und ja, geiles album. war damals noch nicht lange bei synthmusik und fand den sound neu und extrem spannend, quasi ne evolution des popmusiksounds

edit: hab noch was gefunden:
 
Zuletzt bearbeitet:

Tom Flair

Moderator
quasi ne evolution des popmusiksounds
Da das aus 1998 ist kann man da eher von Regression sprechen und von einem billigen Nachahmen dessen was sich in nicht ganz so mainstreamiger Musik etwa schon eine Dekade vorher zu entwicklen begonnen hatte.

Ganz davin zu schweigen dass es in Punko Synth und Pop natürlich schon 2 Dekaden vorher nicht nur extrem Viel sondern auch noch viel Besseres gab.

Nichts fur ungut.

Übrigens hat Kylie berets 1997 das erst spätere teils elektronische Album Impossibel Princess fertig - ganz kurz nach Madonna gelang 1998 Cher das grosse Comeback und im folge - alles zeitnah - wurden Acts wie Christina Aguilera mit ihrem elektronischen Mainstream Pop - Nordlead lässt grüssen - gross.

Nur weil man Madonna immer wie Coca Cola und Mac Donalds vermakrtet hat und eine der vielen war die sich in das neue Schema eingefügt hat - inklusiver der obligaten Businesspreise und überschlagenden Kritiken - war das Album damals bei den Kenneren elektronischer Musik eher als Peinlichkeit kategorisert, da man sich recht eklektisch am Zeitgeist der schon mitte der 90er abgefeiert wurde bedient hat.

Produktionstechnisch wohl auch grossteils schlechter als das Album von Kylie und Meilenweit vom innovativen Sound von The Shamen, Underworld, Prodigy, Chemical Brothers, Leftfield, Propellerheads, Fat Boy Slim und diversen anderen enfernt.

Im Prinzip hat man da begonnen aus Elektronikmusik Schlager zu machen.

Und das mit der wirklich mässigen Speckstimme von Madonna, die sich ohnehin selten als Musikerin hervorgehoben hat sondern seit Beginn ihre Karriere auf Pseudoerotik, Pseudotransgression und Pseudomessages aufgabut hat. 90% business, 10% show ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:

subsoniq

||||
du darfst ruhig madonna und den orbit-sound nicht mögen, das is nix unmoralisches
is subjektiv so wahrgenommen weil ich vorher nur metal gehört hab, ich steh wohl auf billige imitate der endsiebziger...und wohl auch auf das billige imitat eines super beispiels für ein von vorn bis hinten gut produziertes album. und ich zieh zur sauftour mit meinen metalkumpels trotzdem ein madonna t-shirt an...
und ja es gab sicher auch 20 jahre vorher innovative elektronische popmusik mit experimentellen elementen, z.bsp. the human leagues reproduction is da ziemlich geil, aber jetzt wirds ungemein offtopic
nix für ungut
 
Zuletzt bearbeitet:

Tom Flair

Moderator
Dein Geschmack und Deine Einschätzung ändert nicht an den historischen Fakten, dem zeitlichen Kontext und der Rezeption der "Szene" damals.

Und klanglich/technisch ist das KEINE Top produktion, auch wenn ein paar Nummern positiv rausstechen.

Ich diskutiere das aber auch gar nicht weiter, da ich in dem Fall kein Interesse an Bauchgefühlen und - ja - DU fandest das neu - so wie heute jemand auch Elvis neu finden kann wenn er ihn nicht kennt. Mit einer Weiterntwicklung von Pop hat das wenig zu tun, man hat sich lediglich halbherzig an den Trends hipper echter Jugendkulturen bedient, etwas das man eher als reaktionär bezeichnen könnte.

Und da die Replik auf meinen winzigen historischen Überblick - immerhin habe ich mir Mühe gegeben - lediglich eine Aneinaderreihung von Flapsigkeiten generiert hat bringt das auch nichts :pcsuxx::bussi:

Klingt jetzt vielleicht ungut - ist aber nicht so wichtig wie es klingt, denn das eine ist Geschmack und das andere die Beschäftigung mit Popkultur.

Madonna habe ich durchaus seit Anbeginn ihrer Karriere aufmerksam mitverfolgt und das Phänomen steht auf deutlich wackeligeren Beinen als heute eine Helene Fischer - das Glück war lediglich in der richtigen Zeit die eher platten Mechanismen von Marketing als erste auf eine neues Level hinunter-gehoben zu haben.

Kann man auch anders werten und als ganz grosses Kino deuten - geschenkt. Eine historische Relevanz ihrer Musik auf Grunde DER MUSIK wird Madonna niemals erlangen.


PS: ich finde manche Repliken können per definition nicht freundlich wirken - das ergibt sich aus dem inhaltlichen Dissens.

Es liegt mir fern an sich hier in der Sache unhöflich / unfreundlich sein zu wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
ok, um zu dem Thema zurückzukommen. also es ist kein MS-20 und aller Wahrscheinlichkeit wohl gar kein Synth, wobei da die Meinungen auseinandergehen. Also Synth in dem Sinne, dass er solche für das Album nicht verwendet und programmiert bzw. eingebunden hat. Wohl aber, bzw. zumindest, sind es Synthsamples, weil diese Chords/Stabs - was auch immer - kriegt man nicht mit Field Recordings und Resonatoren ( Ableton ) hin. Selbst wenn man bedenkt dass das Album 2003 rauskam und 2 Jahre vorher die allererste Version von Ableton Live auf den Markt kam, ich halte das schlichtweg für sehr unwahrscheinlich. Bei Synthsamples würde ich tatsächlich auch mitgehen, muss aber eingestehen dass ich das echt nicht gedacht hätte, da ich bisher von dem was ich gelesen habe immer fest davon überzeugt war dass er mit dem ganzen Technikkram den er besessen und wieder abgestoßen hat, doch noch was davon in seinen frühen Produktionen verwendet hat. Aber ok, Sampling ist natürlich auch eine schöne Methode. Ich mag das ja auch sehr. Wenn dann noch gelayert und viel mit Effekten gemacht wird, wird es noch unklarer. Im Laufe des Albums gibts aber immer wieder hier und da so Effektschnurpsler, also eine Mischung aus experimentellem Sound und Hall / Echo. Aber es ist schön das mal ausdiskutiert zu haben :D
 

Tom Flair

Moderator
Klingen tun die Tracks tatsächlich erstaunlich gut und stimmig - das ist schon die Kategorie Kunst.

Aber warum nennst Du speziell Ableton ?

Im Punkto Samples hatte schon Logic 4 oder 5 als Standardcontent beim EXS-24 diverse Chord Stab Presets die bis heute toll klingen.

Die Kunst bei den Tracks liegt definitiv nicht in einzelen Sounds oder deren Herkunft sondern in der schön stimmigen Gesamtanmutung von Klängen, Tonalität und Stimmung. Es ist klingt einfach so natürlich und spontan als wäre die Musik komplett losgelöst von den sie erschaffenden Einzelelementen. Sie hat ihre ganz eigenen Entität.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Tom Flair
das ist mir alles bewusst, nicht umsonst folge ich seiner Musik, speziell den älteren und früheren Sachen. Hatte ich ja vorhin auch erwähnt, dass er sich selbst als Künstler sieht der mit Klängen umgeht, nach Gefühl und Stimmung, er sortiert seine Samples und Feldaufnahmen nach Farben (!) und sagt sich dann in einem Track, : ok, ich brauche jetzt ein bischen blau, ein bischen braun, ein bischen rot, wofür jede Farbe für bestimmte Eigenschaften steht, wo keiner genau weiß wie er dazu kommt, aber das ist genial. Tatsächlich bin ich dem gesamten DeepChord / Echospace mehr zugetan, als Basic Channel & Co. (obwohl die natürlich auch geniale Sachen haben, Chain Reaction mit Fluxion z.B.).

ich erwähne Ableton, weil er in einem anderen, späteren Interview erwähnte, dass er Ableton Live nutzt und vorher sonst auch keine andere, das war alles Hardware zuvor.

Ich würde trotzdem sehr wohl davon ausgehen dass auch die Herkunft der Samples etwas mit der Gesamtstimmung zu tun hat, und wie sie ursprünglich in den Track reinkamen als Basis. Hör dir mal von Rod Modell (aka Deepchord) das Album "Hashbar Loops" an, das hat er komplett in einem Hotel oder Zimmer in Amsterdam aufgenommen, mit Feldaufnahmen die er nur in einem bestimmten Alt-Stadtteil in und um das Rotlichtviertel und die Oude Kerk und einer Hasch-Bar aufgenommen hat. Die prägen komplett das Bild des Albums und die Stimmung. Die wird er natürlich bis zum Tod endlos bearbeitet haben um seinen Sound rauszubekommen, aber zu der Zeit hat er schon mit Ableton gearbeitet , so wie auch schon auf den Alben Deepchord pres. Echospace.

Es kann schon sein dass er da gar keine Synths mehr verwendet hat, Samples auf jeden Fall. Bei dem Album des Threads ganz oben hat er aber definitiv Synths in Form von Samples genutzt, wie auch immer er das gemacht hat. Die Kunst liegt ja darin, mit den Samples ein solch geniales Album hinzubekommen, obwohl rein technisch gesehen die Samples bzw. der Grundton sich kaum abwechselt. Aus dem soviel herauszuholen, dass ist ja die Genialität. Wobei viele seiner Sachen aus der Zeit ähnlich klingen und niemand genau weiß (nicht mal er selbst) wann er mit den Synths aufgehört hat.

Ich für meinen Teil dachte jedenfalls da sind noch echte Synths in den Album, aber wie gesagt, ich lass mich gern eines besseren belehren und es sieht tatsächlich so aus, als ob das nur Samples sind. Das ist dann der Punkt, den ich so nicht erwartet hätte, weil ich aus anderen Interviews weiß, wieviel Technikkram er damals hatte und daher war meine Vermutung, dass er das auch mit verwendet hat. Aber dem ist offenbar nicht so.
 
 


News

Oben