Hab' jetzt 'ne Weile hier nicht 'reingeschaut, mich beschäftigt das Thema trotzdem auch gerade:
Arturia V-Collection 3 für 199,- EUR klang ganz interessant.
Ich hab' zwar ein paar Plugins, aber war mir immer noch nicht so sicher, welches das virtuelle Instrument ist, mit dem ich primär "arbeiten" will. Wahrscheinlich stellten sie mich alle noch nicht so richtig zufrieden. Hmm, "Jupiter 8V" vielleicht? Oder "Sylenth1" (auch nicht so billig)? Sonicprojects OP-X II?
Synth-Squad gefällt mir nicht so sehr: Wo ist denn da der Brot-und-Butter-Polysynth? "Amber" emuliert ja nur '70er String-Maschinen, Strobe hat nur einen Oszillator.
Es hat schon Vorteile, wie Arturia Plugins zumindest nach dem Aussehen der echten Kisten zu gestalten. Zumindest als Anfänger hat man so eine Vorstellung, in welche Richtung der Klang gehen soll. Bei anderen Plugins steht man ja ohne jede Vorstellung davor, was man davon erwarten kann und was für ein Klang da ggf. rauszuholen ist. Dann klickt man sich durch die Presets, ist sich aber immer noch unsicher, ob die das gut wiederspiegeln, was möglich ist. Das ist traditionell ja eher selten der Fall.
Plugins nach den alten Klassikern zu gestalten, macht ja nicht nur Arturia: TAL-UNO-LX (Juno) und Sonicprojects OP-X II (Oberheim) ja auch. Bei Diva (Demo) sehe ich gerade, daß die Schalter für die Oszillatoren (es gibt da erstaunlicherweise mehrere Setups) sich auch an Bekanntem orientieren (
Moog, Juno), da fühlt man sich gleich wenigstens ein bißchen "zuhause").
So, mich interessieren vor allem diese warmen, vollen, analogen Strings (wie z.B. bei Twin Peaks, "Laura Palmer-Theme"), die digitale Synths wie der DX7 so schlecht hinbekommen. Beim TAL-UNO-LX (Demo) gibt es diesen Patch "FMR/Strings/Low Strings", das ist die beste Umsetzung davon in einem Plugin, die ich bisher gehört habe. Ich hab' mir die mal näher angeschaut und versucht, die mit anderen Plugins nachzubauen.
Es ist im Grunde eine Pulswelle mit PWM (ca. 3/4), die von einem LFO moduliert wird. Dazu kommt eine Sägezahnwelle (die beim (J)Uno ja einfach dazugeschaltet wird). Kein Sub-Oszillator. Verstärkerhüllkurve wird "streichermäßig" eingestellt, also etwas längere Attack- und Release-Zeit. Das Ganze um eine Oktave nach unten gesetzt, und der Filter (24, LP, auf etwa die Hälfte) macht es zusätzlich noch etwas dumpfer. Dann den Chorus auf volle Pulle.
Erstaunlicherweise ging dasselbe mit etwas Probieren auch ganz gut mit dem Tyrell (Freeware) (was sich auch deutlich voller anhörte als bei den allermeisten Strings in den mitgelieferten Presets). Obwohl der letzte Kick noch fehlte, wobei ich jetzt nicht weiß, ob es damit einfach nicht zu 100% gehen kann oder ob es an meinen beschränkten Klangbaufähigkeiten liegt.
Als nächstes hab' ich probiert, den Diva-Patch "HS Flaming June" im Tyrell nachzubauen. Der Patch ähnelt den "Low Strings" von eben (also auch wieder mit PWM), ist aber eben höher und strahlender. Wunderschön! Es war eine interessante Erfahrung: Der Aufbau und die Regler des Tyrell sind denen der Diva ziemlich ähnlich! Die meisten Einstellungen konnte man direkt übernehmen. Am Ende konnte man das Ergebnis direkt vergleichen: Der Tyrell klingt wirklich nicht schlecht, aber die Diva hat noch dieses gewisse Etwas, an das er dann doch nicht herankommt. Im direkten Vergleich hört man am besten, was Diva ausmacht. Wenn man sonst so die Presets durchgeht, nimmt man das vielleicht nicht so sehr wahr. Ich kann den Vergleich Tyrell vs. Diva nur empfehlen. Die CPU-Belastung von Diva ist bei normaler Einstellung unterhalb von "divine" auch nicht soo schlimm (normaler, nicht super-aktueller Rechner, nur Dual-Core, 3 Ghz, ), wenn man bei einer Instanz bleibt und die ggf. nacheinander aufnimmt.
So ganz anfreunden, konnte ich mich mit Diva aber auch noch nicht: Die "Low Strings" darin nachzubilden, habe ich noch nicht geschafft. Vielleicht lerne ich das ja noch.
Im Moment bin ich dadurch etwas verwirrt. Es könnte sein, daß ich als primäres Plugin erstmal den Tyrell nehme, den besser kennenlerne und also erstmal gar nichts kaufe.
Wenn sich in ein paar Wochen herausstellen sollte, daß der für mich tatsächlich reicht, würde ich U-He dafür sogar 20,- EUR spenden (sofern normale Überweisung möglich wäre).