Dass ITB einem einfach in fast jedem Aspekt interessanter erscheint, ist kein Argument?
Ja und nein.
Bei Software neigt man oft dazu etwas als besser zu empfinden, weil mehr, eigentlich fast unbegrenzte Möglichkeiten da sind, alles unbegrenzt abgespeichert und jederzeit wieder aufgerufen und wiederholt werden kann. Kann im Umkehrschluß wiederum dazu führen, daß man eigentlich nie mit etwas richtig fertig wird. Da noch bisschen rumfummeln, da noch ein FX dazu oder alles nochmal mit einem anderen Plugin ausprobieren und zum Schluß merkt man, daß an sich der erste Take die Grundidee am besten transportiert. Da gehört eine gute Portion "Selbstverwaltung" dazu, auch mal zu sagen "So, Schulz jetz. Passt und Basta!".
Dann geht es mir teilweise gar nicht mal so sehr um die Soundqualität an sich. Hart und Weich hat jeweils seine eigenen Stärken und Schwächen im Sound. Nur gibt es da bei der Hardware - zumindest für mich - Ergebnisse, auf die wäre ich mit Software nie gekommen. Muß auch nicht mal ausufern. Wenn ich nur mal anschaue, wieviele Basslines, Percussions und Sequencen ich schon gemacht habe mit einem einfachen Set aus
Behringer Pro-1 und Mini-Eurorack mit zwei LFOs, zwei Sample & Hold, CV-Mischer und einem Patterngenerator. Da kommen einfach komplett andere Ergenisse bei raus wie nur mit Software, auch wenn ich die Funktionalität der aufgezählten Module mit Leichtigkeit in so ziemlich jeder DAW nachbauen kann.
Da bringt mich alleine die Reduktion viel weiter, auch durch Ausreizen des Wenigen. Wenn ich mir da mal so VCV-Racks anschaue, muß ich oft nur den Kopf schütteln. Da werden zig Module ohne Sinn und Verstand verschachtelt, nur weil man es kann. Und das Ergebnis klingt dann eben genau so, zumindest meistens eher "ernüchternd", gelinde gesprochen.