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Warum wird immer alles an den Punkt getrieben, an dem es too much wird?

  • #91
Stimmt, Pink Floyd wäre noch zu jung, im Vergleich zu deinen Beispielen.



Sehe ich ganz genau so. Leider interessiert das weder dem Markt noch der Jugend.



"Ich" brauch gar keine Bewegung. Wenn ich Musik machen möchte, die mir gefällt, spiele ich Klavier, Gitarre oder Bass.



Also ich bin nicht sozialisiert. Wenn es danach ginge, würde ich andere Musik hören. Mir geht es eher um gut gemachte Musik, sowohl technisch, wie musikalisch
und da wird die Luft langsam dünn und das zieht sich durch sämtliche Musikrichtungen und reduziert sich nicht nur auf elektronische Musik.

gibt genug "Referenzen", zumeist älterer Musik, bei denen Vision, Fantasie, Groove, das Spiel der Elemente besser umgesetzt wurden,
als bei moderner Musik. Selbst moderne Klassik leidet darunter. Geniale Musiker, die zwar ihr Handwerk beherrschen, aber nicht die Musik als solche.

Heute ist eher Level Steve Vai oder moderner Metal Gitarrist absolut tight und komplex, früher war mehr Hendrix, Gilmoure, Clapton, BB King mit mehr Liebe zum Ton.

Bedeutet aber nicht, dass es gar nichts gäbe. Halt nur sehr, sehr wenig, das man meist dann auch schnell überhört hat, weil es nichts Neus zu entdecken gibt.

Bei Platten, die ich schon lange kenne, ist das etwas anders.
 
  • #93
Nur zwei "nachträgliche" Kommentare.

Peak Eurorack ist erreicht.
Die Schwemme an Eurorackmodulen kommt daher, dass das Prinzip "Modul" es sehr vielen Leuten überhaupt ermöglicht Hardware zu "veröffentlichen", weil sie sich nur um einen winzigen Ausschnitt eines echten Musikinstruments kümmern müssen - insbesondere was die Mechanik anbelangt. Müssten diese Leute komplette Instrumente bauen, würden 97% aller Hersteller sofort den Laden dicht machen.

Wenn China Taiwan angreift, putzen wir uns noch erstaunt, wie die Preise für Elektronik in die Höhe schnellen
Sorry China ist nicht blöde. China will die funktionierende Chipherstellung, will die entwicklungstechnische vordere Linie, die Taiwan darstellt. Was wurde nicht alles an katastrophalen Folgen für die Tech-Wirtschaft georakelt, als Hongkong an China zurückfiel. Nichts davon ist eingetreten. Ganz einfach weil China auch damals schon nicht so doof war, den Goldesel abzuschlachten. Das wird bei Taiwan genauso kommen.
 
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M.i.a.u.: treponema, PhonicGate, Solar Chrome und 4 andere
  • #94
genau das zeigt nur, dass das überangebot dazu führt, dass die produkte von leuten gekauft werden, die sie eigentlich nicht brauchen.
das ist in vielerlei hinsicht erst mal überhaupt nichts gutes.
Ich würde es nicht überangebot nennen wollen. Ich würde es ein Vielfältiges Angebot nennen wollen. Und jeder kann selbst entscheiden
wieviel er benötigt. Ehrlich gesagt würde ich mir nie anmaßen zu kritisieren daß es zu viele Sorten eines Produkts zur Auswahl gibt.
Auch bei Musik finde ich daß jeder das verdammte Recht hat sein Zeuch zu veröffentlichen.
Aber klar ist mir natürlich auch daß alles übelst auf Konsum ausgerichtet ist. Kaufen kaufen kaufen. Ich bin immer sehr stolz auf mich ,
und es gibt mir ein gutes Gefühl wenn ich anstatt ein Produkt zu kaufen mit Masse und Draht das selbst gebaut habe. Und manchmal ist das selbstgebaute
Produkt viel cooler als das welches man kaufen kann. Ich kann natürlich keine Syntheseiser oder plug ins bauen aber ich mein jetzt mal kleine unkomplizierte, aber nützliche Dinge.
 
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M.i.a.u.: MartYATARI
  • #95
Ich würde es nicht überangebot nennen wollen. Ich würde es ein Vielfältiges Angebot nennen wollen. Und jeder kann selbst entscheiden

er kann zwar, aber er muss eben auch.

er bekommt schon in der grundschule beigebracht, dass er sich zwischen Behringer* ppg, vintage ppg, remake ppg, ppg plug-in, ppg nachbau plug-in, ppg-ähnlichem plug-in, 3rd wave, modwave oder hydrasynth zu entscheiden hat und wird nie lernen, dass man das auch mit knete und draht selber bauen kann.

selbst erwachsene studenten kommen heute an und fragen "wo kann ich einem prompt automatisch runterladen, der mir automatisch ein max patch erstellt, das mir automatisch einen synthesizer programmiert, damit ich dann so tun kann als ob ich was gemacht hätte, aber ohne selbst auf die maus klicken zu müssen". weil die einfach alle komplett verblödet wurden.

in einer umwelt die nur noch aus konsumterror besteht und wo man - vor allem hier in deutschland - nicht nach leistung sondern nach gehorsam bezahlt wird, kann sie die große mehrheit sich dem nicht mehr entziehen die denkweise dahinter zu übernehmen und sich darauf einzustellen.

wenn es nur einen wavetable synth gibt, dann musst du nur rausfinden, ob du ihn brauchst - und nicht auch noch welchen, oder welcher das beste preis/leistungsverhältnis hat, welcher den besten ruf hat oder in welchen farben es den nächstes jahr geben wird.

klar, insgesamt sind die sachen billiger geworden, das ist natürlich zu begrüßen. aber 99,9% der käufer werden niemals musik damit machen. das war früher anders. :)
 
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M.i.a.u.: Audiohead und MartYATARI
  • #96
"Warum gibt es heute keine gute Rockmusik mehr?"
Gibts doch, häh?
Gibt sogar ne Band, die soll genau wie Led Zepelin klingen. Klar gibts Rock, es ist nur nicht mehr Mainstream. Mainstream ist heute hiphop und technopop.
Musikalisch muss ich sagen, vom Mainstream her, fand ich 80er und 90er am besten, glaube ich.
Da würde ich sogar zustimmen, dass alles besser war von den 60ern bis zu den 90ern.
Die 2000er waren glaube ich auch ganz schlimm.
"Wieso? Hör doch einfach Pink Floyd"

Wir sollten nicht annehmen, dass irgendwas von gestern noch heute Relevanz hätte.
Doch, gerade heute, Heute haben alte Sachen wieder relevanz, nur etwas anders.
Tiktok ein Fluch, sicherlich, bringt aber alte Songs wieder hoch.
Musst du doch zugeben, dass früher alte Musik kaum eine Chance hatte. Heute zerfließen die Grenzen, aber alles bekommt weniger odeer kürzer Aufmerksamkeit.
Und klar, genau sowas wie 70er Rock, mit der Ästhetik wirst du heute kaum genauso finden. Aber Ähnliches.
Die Zeiten sind halt vorbei, aber fest gespeichert.
Ich haue heute auch immer mal wieder ne Beatles oder Micheal Jackson Platte rein. Und erstere waren schon beendet, da war ich nicht mal geboren.
Auch nicht, dass man von drei alten Herren an modularen Synths eine Bewegung ausmachen
und nur weil Wacken jedes Jahr ausverkauft wäre, gibt es noch lange keine große Metal Bewegung.
kommt vielleicht wieder. Ist halt doof für dich, wenn das dein Ding ist. Da bist du nicht alleine, aber die Party und Eventszene, die jungen, geben vor. Oder für wen wird die Musik gemacht im Mainstream?
Überhaupt... Trotz sehr populärer Musik gibt es heute gar keine Bewegung, die irgendwie mit der Hippie-Bewegung
oder dem Techno der 90er vergleichbar wäre.
Ja,doch schon irgendwie. Haben wir nicht ne starke liberale Bewegung. Quasi alles kann sein, alles darf sein. Das wird im Mainstream auf jeden Fall transportiert.
Heute gibts Videos und Texte, die wären früher massenweise auf dem Index gelandet. Muss man nicht gut finden und es gibt auch anderes.
Auf jeden Fall gibt es heute viel und mir gefällt das heute eigentlich schon.
Ich werde nicht müde, immer wieder neue Musik zu finden. Es gibt extrem viel. Ich kann meine Playlisten komfortabel erstellen und verändern.
Ich kann mir alles anhören ohne etwas herunterladen zu müssen. Und wenn mir etwas gefällt, dann wirklich, weil ich unvoreingenommen darauf stoße. Ohne Klingbing drumherum.
Kann echt nicht meckern. Als Konsument hat man es doch heute gut.
 
  • #97
Doch klar. Die beste Zeit war wohl in den 90ern, um elektronische Musik zu machen.
also ich fand die Möchlichkeiten im Heimstudio beschissen aber trotzdem wars schön (zum Zeit totschlagen) und besser als nix.

Ich denke eher, dass Musik zu machen in der heutigen Zeit
ziemlich beschissen ist.
sehe ich zum Glück nicht so. Andernfalls würde ich natürlich auch keine Musik mehr machen.
- Wenig bis keine Künstler, zu denen man aufsehen kann (Inspiration)
- Wenig bis gar kein Interesse der Menschen (Motivation)
- Keine mit der Musik verbundene Bewegung
Ich brauche nur wenige zu denen ich aufsehen kann, und habe noch die wenigen von damals (60er -1999) die mir wirklich was bedeuten.
Das reicht mir. Einige sind auch heute noch aktiv einige nicht mehr. Aber bei mir war es immer so daß wenn ich was genial finde das
sich über die Zeit (fast) nie ändert.

usw usf.

Was nützt es mir die Hütte voller Synths zu haben, wenn
die Rahmenbedingungen nicht vorhanden, irrelevant oder scheisse sind?
Klar, das mag für Leute so gelten die gerne von Musik leben wollen z.B. durch Verkauf von analogen Tonträgern. Diesbezüglich
vermisse ich die 90er und 80er Jahre auch sehr. Aber ist halt so wie es ist. Muss man halt Live aktiv werden. Ich denke wenn man
will kann man da was erreichen. Ich wollte z.B. überhaupt nicht vor ner Masse Musik machen. Von daher sieht das jeder anders.
Für mich ist wichtig einen Computer zu haben der genug Power hat viele Audiospuren inkl. vst Effekte aufzunehmen und etwas Hardware
für Klangerzeugung und Effekte. Da bin ich glücklich. Mir gehts in erster Linie tatsächlich um die Sache ansich. Um den Spaß ander Arbeit daran.
Heimstudio war für mich immer ein Rückzugsort. Der eine geht Angeln der andere fährt ständig in Urlaub. keiner bekommt Geld dafür. Wichtig ist doch daß es Spaß macht. Und ich muß sagen daß das Gefühl einen Song oder noch besser ein Album abhaken zu können für mich unbezahlbar ist.
Klar kannst du jetzt sagen daß ich doof bin daß ich mir einen Haufen Arbeit mache ohne dafür Geld zu bekommen bzw. nur für dieses
Gefühl der totalen Zufriedenheit. Aber es ist mehr als nur das. Ich kann mit meiner Musik in die Zeit zurückreisen besser als ich es mit
fremder Musik je tun könnte. Die Gedanken bzw. Gedanklichen Bilder von Orten ,Phasen, und von Leuten und Ereignissen etc. sind in der Musik
konserviert und kommen dann wenn ich sie höre. Ich find das gut und es hilft mir beim durchkommen. Ist wie ne Medizin für mich ,immer gewesen.
 
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M.i.a.u.: Audiohead, andreas2, Randulph und 5 andere
  • #98
in einer umwelt die nur noch aus konsumterror besteht
sehe ich teils auch so aber anderseits sehe ich es ganz entspannt. Man muß ja nicht teilnehmen und ...ich schmeiß zum Beispiel der Gastro kein
Geld in den Rachen und koch lieber selbst. Warum die Studenten angeblich so faul geworden sind und ob das so ist kann ich nicht sagen :dunno:
ich habe keine Ahnung und davon viel. Es wird wahrscheinlich ähnlich sein wie damals als es plötzlich den Taschenrechner gab und dann geschimpft wurde
daß keiner mehr per sleight of brain rechnet. :dunno: Also ich hab in Berichten gesehen daß es sehr kluge und innovative ,junge Leute in unserem Land gibt
und ich hoffe daß die auch hier bleiben und sich nicht von Übersee und Fernost abgrabschen lassen. Deutschland ist ein sehr schönes Land und Europa
als ganzes ,also ich sag mal die EU Handelszone eine wirklich schöne und Kulturreiche Ecke.
 
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M.i.a.u.: MartYATARI und oli
  • #99
nur für dieses
Gefühl der totalen Zufriedenheit. Aber es ist mehr als nur das
Klasse! Da könnte man fast neidisch werden. Die Befriedigung, die einem Werke geben, die man aus intrinsischer Motivation heraus geschaffen hat, ist unbezahlbar.
 
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M.i.a.u.: Audiohead, oli und Kick
  • #100
sehe ich teils auch so aber anderseits sehe ich es ganz entspannt. Man muß ja nicht teilnehmen

Du hast zwar vollkommen Recht mit dieser Feststellung, ich sage aber, dass das nicht das ist, um was es gehen müsste; Es langt nicht, dass man sich individuell ja raushalten kann. Ich bin halt Politiker, mir geht es um den Gesamtzustand oder um Tendenzen.
 
  • #101
Du hast zwar vollkommen Recht mit dieser Feststellung, ich sage aber, dass das nicht das ist, um was es gehen müsste; Es langt nicht, dass man sich individuell ja raushalten kann. Ich bin halt Politiker, mir geht es um den Gesamtzustand oder um Tendenzen.
Leute die nicht mit Konsum zurechtkommen sollten kostenfrei Hilfestellung bekommen es zu lernen und die KreditIndustrie sollte etwas gezügelt werden
in Sachen Werbung und es sollte von der Stadt, Vom Land vom Staat damit geworben werden daß über seine Verhältnisse zu leben nichts normales ist.
Aber was rede ich da.. das wird sich nie ändern. Gerade wenn man Jung ist und noch viel Materiellen Kram braucht in der Eigenen Behausung...
Aber da kann sich nur jeder selbst an der eigenen Nase packen. Man muß halt langsam wachsen. Allerdings wären solche wie sagt man
"Aktionen" für das Bewußtsein der Menschen angesichts der agressiven Werbeindustrie schon Sinnvoll. Ich war nach meiner Lehre auch mal ne Zeitlang
Verschuldet. Wegen nem Synthesizer der damals sauteuer war , der Morpheus😂 2700 DM wenn ich mich recht erinnere. Rechnung müsste ich rauskramen.
Später 1999 den Virus1 (Red Devil nannte den ein Kumpel 😂 ) von Access hatte ich auch per Raten bezahlt. Ich fand den Sound gut und find
ihn heute noch gut. Hatte auch nochmal zwischendurch ein Exemplar aber wieder verkauft wegen etwas anderem aus Platzgründen bzw. Gründen der
Minimalisierung bzw. konstant bleiben bezüglich Masse. Hatte viel Spaß mit dem Kasten und viele Songs gemacht. Was ich nicht so prickelnd fand
war damals das Gedisse von wegen Geschwurbel in den Foren. Das war totaler Schwachsinn. Aber naja so ist das halt bei Spezialisten. Man muß den Scheiß ja nicht lesen. Es zwingt einen ja keiner aber man sollte wenn man sich was kauft von da ab nichts mehr drüber lesen sondern sich einfach nur sein Eigenes Bild machen und vor allem es nutzen und nicht die Scheiße lesen die mach einer drüber schreibt. Für mich ist jeder Synth ein Wunder. Ich liebe sie alle.
 
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M.i.a.u.: oli und MartYATARI
  • #102
Leute die nicht mit Konsum zurechtkommen sollten kostenfrei Hilfestellung bekommen es zu lernen

Dann bricht aber der Kapitalismus zusammen und Frau von Klatten muss zum Jobcenter gehen.

Allerdings wären solche wie sagt man
"Aktionen" für das Bewußtsein der Menschen angesichts der agressiven Werbeindustrie schon Sinnvoll.

Das Witzige ist, dass man bewusstes und sparsames Einkaufen z.B. in einem BWL Studium lernt. Oder als Verwaltungsfachangesteller.

Seinen Kunden erzählt man dann das Gegenteil. :)

Für mich ist jeder Synth ein Wunder. Ich liebe sie alle.

Das kann man so stehen lassen. Es ist auch kein Widerspruch zu der Konsumangst aus der Ausgangsposting.
 
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M.i.a.u.: Rolo und oli
  • #105
Danke für Euer Feedback.
Ehrlich gesagt, hatte ich mit drei oder viel Kommentaren gerechnet ...

Die Meinungen sind naturgemäß sehr differenziert - je nachdem wie kritisch man zum Kapitalismus steht und wie sehr die eigene Biographie davon betroffen ist. Ich habe persönlich "den Untergang der Space Night Ära" und auch einer ganzen Lounge-Kultur miterlebt, nachdem dort der Tonträgermarkt komplett eingebrochen ist, Labels inkl. uns Künstlern dicht machten. Das hat schon sehr weh getan. Mir ist sicher bewusst, dass sich alles im Fluss befindet und Veränderungen die einzige Konstanten im Leben sind. Es bringt wenig "alten Zeiten" nachzutrauern, aber die Narbe bleibt.

Wie hier bereits angesprochen wurde, ist nichts gegen Vielfalt einzuwenden. Der heutige Konsummarkt hat aber wenig mit Vielfalt zu tun, sondern mit "Zuscheißen". Man sucht in einem riesigen Haufen Scheiße nach Perlen und das braucht unheimlich Zeit. Ich bin der typische Musik-Entdecker und das wird immer schwieriger. Zum Glück gibt es Funktionen wie "Nutzer hörten auch ...". Ich merke aber immer wieder, dass man damit nur an der Oberfläche kratzt und selten zu den Perlen darunter stößt. Schon vor 15 Jahren meinte ich, dass in Zukunft gute Filter wichtig werden - für alles.

Ein weiterer Aspekt hat hier noch gar keine Beachtung gefunden. Dieser ewige Wachstumsgedanke mag anfangs von Vielfalt geprägt sein. Konkurrenz belebt das Geschäft. Irgendwann tritt eine Sättigung ein, bei der nur aggressive Überlebensstrategien überleben werden - das klassische Haifischbecken. Für den Gear-Markt mag das eher unproblematisch sein, aber dies alles verbraucht ja auch (nicht wenig) Ressourcen. Beispielhaft nenne ich hier mal Hersteller, die billigen Zuckersirup als trendiges Erfrischungsgetränk verkaufen und dabei Plastikflaschen anbieten, die selbst vom Einwegpfad ausgeschlossen sind. Dafür wird Erdöl benutzt, dass es nur in endlichen Mengen gibt. Genauso wie Tonnen Plastikmüll, der in der Verbrennung landet, weil die Recyclingquote absolut unterirdisch ist.

Es fühlt sich so an, als würden wir hier eine Art "Abrissparty" feiern und es nochmal richtig krachen lassen.Komm, lass mal noch paar teure Sachen in die Bude stellen, bevor hier 2050 eh fast das Licht ausgeht. Der Steuerzahler butterte fast 2 Mrd. in das System, dass Verbrennerfahrer günstiger tanken können. Und dann stehste mit deinem Fahrrad am Straßenrad während einer mit nem Dodge RAM zur Eisdiele vorfährt. Ich wünschte, dass das alles nichts miteinander zu tun hat, aber das tut halt nun mal. Ich komme auch mit meinem Rad zur Eisdiele und habe unterwegs vielleicht noch einen Buntspecht gesehen und mich über eine Holzbiene gefreut. (Ich liebe Holzbienen, Anm. d. Red.) ... vielleicht brauche ich also gar keinen brandneuen 2000€-Synth, sondern komme auch mit meinem DX-7 an Ziel oder den DW-8000. Braucht meine DAW mit jedem Update 100 neue Funktionen?

Muss ich das haben und macht es dann meine Musik besser?
Bedeutet mehr Gear und teures Gear die bessere Musik?
 
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M.i.a.u.: d*rider, Master Mix, VEB Synthesewerk und 4 andere
  • #106
Gear: Ich denke, wenn man was hat, was man "benutzen kann", sollte man einfach machen und nicht mehr weiter SUCHEN. Wenn man dann etwas FINDET, von dem man glaubt, dass man es brauchen könnte, muss man sich überlegen, ob es das einem Wert ist.

Musik: Ich entdecke neue gute Musik (es gibt viel davon!) genauso wie auch vor 45 Jahren schon. Ich gehe viel auf Konzerte in kleine Läden, die ein vielfältiges Programm anbieten, und ich höre viel Radio. WDR3 und DLF (Kultur) senden immer wieder hochinteressante Sachen.

Wenn mir etwas gefällt, kaufe ich gerne bei den Künstlern selbst ein Tape oder einen anderen Tonträger. "Soziale" Medien, Spotify o.ä. brauche ich dafür nicht. Das Forum ist da echt eine Ausnahme.
 
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M.i.a.u.: Rasenmähermann, Synthesilent, Rolo und 2 andere
  • #107
den Goldesel abzuschlachten
Davon habe ich auch nicht gesprochen. Die Straße von Hormuz hat Iran ja auch nicht "zerstört", sondern betreibt nur ein bisschen Wegelagerei. China wäre schön blöd, die taiwanische Chipindustrie nicht als Druckmittel gegen den Westen zu nutzen.
 
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M.i.a.u.: betadecay und fanwander
  • #108
Bei mir war auch immer noch ein Synth und dieses und jenes Plugin in Planung. Letztes Jahr war quasi ein "Glücksfall" für mich, daß ich nicht flüssig war für neues Gear.
Das, was aufgebaut war und im Regal lag hat mich gelangweilt. Typischer Fall für schnelles G.A.S. Ging aber einfach nicht. Definitiv ein Fall für eine Pause. Nicht ständig darüber nachdenken, sondern einfach abwarten, was passiert. Einen Schritt zurück, um das Gesamtbild mit einem frischen Blick zu erfassen.

Ich war auch kurz mal soweit, daß ich mir statt Synthburg einen Poolbillardtisch hinstellen wollte. So hatte ich die Schnauze voll.

Tja, ich hab dann einfach mal das ganze Zeug nicht mehr angerührt und mich anderem gewidmet. Im Laufe eines guten Viertel Jahres ohne Klangforschung wurde mir vieles immer klarer, u.a. daß ich eh schon viel zuviel habe, definitiv nichts neues brauche. Hab mein Set immer weiter reduziert, mich ausgiebig mit ganz wenig beschäftigt.

Und was soll ich sagen, plötzlich kamen die Lust und neue Ideen ganz von alleine. Ganz ohne Konsum.

Wird bestimmt nicht immer und für jeden funktionieren und man muß das selbst wollen. Aber vielleicht ein kleiner Denkanstoß ...
 
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M.i.a.u.: Rasenmähermann, Solar Chrome, Randow und 4 andere
  • #109
Oder mal ganz brachial formuliert:

Wenn man satt ist, muß man ganz einfach aufhören zu fressen.
 
  • Gute Idee
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M.i.a.u.: Solar Chrome, sllk, JanTenner und eine weitere Person
  • #110
habe unterwegs vielleicht noch einen Buntspecht gesehen und mich über eine Holzbiene gefreut. (Ich liebe Holzbienen, Anm. d. Red.) ...
Gerade gestern hab ich einen Bergmolch bei uns im Garten entdeckt und ihn gemeinsam mit meiner Frau in einem Teich in der Nähe ausgewildert.
Angesichts des nahenden Gewitters allerdings im Verbrenner und nicht mit dem Fahrrad, wie ich kleinlaut gestehen muss (mit dem Rad wäre ich klatschnass geworden und bestimmt vom Blitz erschlagen worden - will ja auch keiner).

Und ich werde zukünftig einen ganzen Haufen Equipment in den Gebrauchtmarkt pumpen und somit immerhin so halbwegs nachhaltig agieren...

Schöne Grüße
Bert
 
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M.i.a.u.: sllk
  • #111
Oder mal ganz brachial formuliert:

Wenn man satt ist, muß man ganz einfach aufhören zu fressen.

Kommt ganz auf den Verbrauch an. 😂

Phrasen sollte man den Samplern überlassen, dumme Analogien dafür den Künstlern.
 
  • HaHa
M.i.a.u.: MartYATARI
  • #112
Braucht meine DAW mit jedem Update 100 neue Funktionen?

Muss ich das haben und macht es dann meine Musik besser?
Bedeutet mehr Gear und teures Gear die bessere Musik?

Nein, braucht es definitiv nicht.
Ist aber in allen Lebensbereichen so.

Beispiel CAD: Bei aktuellen Version wird immer mehr reingequetscht was die Mehrheit auch nicht wirklich braucht.
Da diese Funktionen dann auch im User-Interface untergebracht werden müssen, werden wichtige für jeden alltägliche Funktion, die vorher direkt anwählbar waren, jetzt in Pulldown Symbolen oder Klapp- und Rubber-Menüs versteckt.

Viele wichtige Handgriffe erfordern jetzt ein oder mehrere Mausklicks mehr.
Vom erhöhten Zeitfaktor mal abgesehen erfordert das auch viel mehr kognitive und haptische Aufmerksamkeit, wenn man wie bei einem Geschicklichkeitsspiel Mausbahnen durch Klappsymbole/-Menüs ziehen muss.

Zurück zur Musik: Diese wird eher schlechter, da die Gefahr besteht, dass sich auf dem zäh fließenden Menühangelverkehr die Idee oder das „geistige Momentum“ verpufft.

Wer bei Updates die „vermeintlich Ultra wichtigen“ Neuerungen nicht braucht, kann das ja aussitzen.
Never change a running system!
 
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M.i.a.u.: MartYATARI, Synthesilent, VEB Synthesewerk und 2 andere
  • #113
Ist das hier ein Sommerloch Ding? Sobald was neues auf dem Markt angekündigt wird, sind alle wieder happy.
 
  • HaHa
  • Gute Idee
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M.i.a.u.: ganje, MartYATARI, Synthesilent und 4 andere
  • #114
Sommeranfang kommt erst noch!
Wenn, dann „Spätfrühjahrloch“…😁

[Naseweis Mode OFF]
 
  • HaHa
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: MartYATARI, oli und sllk
  • #116
Danke für die Erinnerung - den habe ich auch seit den 90ern nicht mehr gehört. :mrgreen:
Heute Abend werde ich ihn sehen.... mit Beat (Reinkarnation der 80er Jahre-King-Crimson)... Steve Vai übernimmt da die Robert-Fripp-Rolle... bin mal gespannt, ob er sich entsprechend disziplinieren kann oder ob er die gute alte 3-hälsige-Herzgitarre rausholt...
 
  • Daumen hoch
  • HaHa
M.i.a.u.: MartYATARI, d*rider und Scenturio
  • #117
Wie hier bereits angesprochen wurde, ist nichts gegen Vielfalt einzuwenden. Der heutige Konsummarkt hat aber wenig mit Vielfalt zu tun, sondern mit "Zuscheißen".

genau. musik ist das perfetke beispiel. es gibt unheimich viel - aber man findet es nicht mehr.

es könnte als analogie zu dem dienen, was dazu überhaupt erst geführt hat, nämlich wie gewirtschaftet wird...

Konkurrenz belebt das Geschäft. Irgendwann tritt eine Sättigung ein, bei der nur aggressive Überlebensstrategien überleben werden

... denn leute wie thiel oder musk sagen ja ganz offen, dass sie von marktwirtschaft überhaupt nichts halten - für die ist wettbewerb und freier markt nur "etwas für loser" und halten die monopolbildung für das ziel.

produkte und dienstleistungen zu verkaufen ist für die auch kein geschäft mehr, mit dem sie geld verdienen wollen oder müssen, sondern nur noch ein instrument, mit dem sie ihre macht vergrößern können. das gleiche gilt für KI rechenzentren und mit einschränkung auch für privatisierte stromnetze, handys, und große plattformen und netze ganz generell.

musk z.b. nutzt seine bekloppten autos letztlich nur, um als erster - das dann hoffentlich einzige - ladeinfrastrukturnetz aufzubauen.

rechenzentren müssen auch nicht unbedingt gewinne machen. die verbrauchen einfach den ganzen strom, so dass der strom teurer wird. damit lassen sich dann nebengeschäfte machen.
amazon und google betreiben inzwischen eigene atomkraftwerke und solarparks, microsoft ist noch in der planung. um diese kraftwerke zu realisieren, schließen sie lieferverträge quasi mit dem eigenen kraftwerk ab.
neben ihre rechenzentren bauen sie dann energiespeicher, um ihren spitzenbedarf abzudecken und überschüsse schnell verkaufen zu können. privathaushalte und das produzierende gewerbe sind im netz somit zweitrangig, ohne dass du irgendwelche gesetze dazu ändern müsstest.

im plattenladen gab es größtenteils fairen wettbewerb, außer dass nicht jeder gelistet wurde sondern meist nur majors oder partbner großer vertriebe. spotify hingegen ist ein monopol. die idee dahinter war nie etwas anderes wie darüber bestimmen zu können, was überhaupt gehört wird. und offenbar mögen sie müll.
 
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M.i.a.u.: Synthesilent, Rolo, micromoog und eine weitere Person
  • #118
Zuletzt bearbeitet:
  • HaHa
M.i.a.u.: MartYATARI, Rolo, Miks und eine weitere Person
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