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Wo sind wir in 20 Jahren...?

  • #182
Ich glaube, dass einige auch hier noch in den 70ern oder 80ern hängen, weil sie da aufgewachsen sind.
Naja, ich bin auch in den 80ern aufgewachsen. 1984 meinen ersten Synth aufm Flohmarkt gekauft. In dieser Phase bin ich schon stark geprägt worden. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das beeinflußt mich heute überhaupt nicht mehr. Ich mag auch noch viele Sachen aus meiner "Wurzelbildungszeit".
Nur lebe ich dort nicht mehr. Wissen wo man herkommt ist das eine, bisschen vorausschauen das andere. Aber ich lebe im hier und jetzt. Dort mache ich auch meine "Musik" / Geräusche.

Auch weil das mit dem Alter erwähnt wurde. Ich habe mich noch nie so kreativ gefühlt wie in den letzten Jahren nach dem Überschreiten der 50. Mich nicht aus einer Midlife Crisis heraus quasi neu erfunden, sondern weil ich das will. Ich bin offener für neue Konzepte denn je, ich sauge das teilweise förmlich in mich auf. Und ich versuche das auch in meine "Musik" und den Umgang mit Instrumenten einfliessen zu lassen.
 
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M.i.a.u.: notreallydubstep, musicdiver, Moogulator und eine weitere Person
  • #183
Hab kürzlich in einer Studie gelesen, dass in der Wissenschaft etwas völlig Neues / Durchbrüche eher von jüngeren Menschen kommen. Einstein und Co waren bspw alle noch vergleichsweise jung, als sie ihre wichtigen Arbeiten veröffentlicht haben. Also ich sag mal unter 40. Menschen darüber sind dann aber sehr gut darin, bisherige Erkenntnisse zusammenzuführen und darüber zu neuen Einsichten zu kommen. Einfach, weil man erst dann überhaupt soviel Wissen angesammelt hat. Dafür trägt man dieses ganze Wissen dann auch als Ballast mit und tut sich schwer, "out of the box" zu denken.

Nix davon ist besser oder schlechter. Beides ist wichtig und ergänzt sich.

Dieses jung/alt - Ding ist aber kein absolutes Gesetz, aber es geht eben in diese Richtung.

Was das in der Musik bedeutet, da fehlt mir gerade noch die Vorstellung. Aber es ist schon mal kein schlechter Ansatz, eher jungen Menschen zuzuschauen, wenn man bisher Unbekanntes sucht. Gerade auch in der Nutzung von neuen Technologien.
Ja - ich hab extra nochmal angesetzt - damit keiner meint, dass ich Jugend ist gut, +50 schlecht draus macht - heute habe ich auch gelernt - man solle mal Leute vom Land fragen und sich mehr austauschen ebenso mit 20 Jahre oder mehr Unterschied nach oben und unten - und natürlich ist das total sinnvoll!!

Also - natürlich gute Ergänzung.

Was ich nur meine - offen sein, machen und nicht klein machen - einfach das machen, was man will - auch und gern das, was nicht so normal ist und wo andere (auch ich) sagen - puaaa, nee, das ist mir zu radikal, zu schräg zu.. immer irgendwas zu ;)
 
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M.i.a.u.: notreallydubstep und sllk
  • #185
Naja, ich bin auch in den 80ern aufgewachsen. 1984 meinen ersten Synth aufm Flohmarkt gekauft. In dieser Phase bin ich schon stark geprägt worden. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das beeinflußt mich heute überhaupt nicht mehr. Ich mag auch noch viele Sachen aus meiner "Wurzelbildungszeit".
Nur lebe ich dort nicht mehr. Wissen wo man herkommt ist das eine, bisschen vorausschauen das andere. Aber ich lebe im hier und jetzt. Dort mache ich auch meine "Musik" / Geräusche.

Auch weil das mit dem Alter erwähnt wurde. Ich habe mich noch nie so kreativ gefühlt wie in den letzten Jahren nach dem Überschreiten der 50. Mich nicht aus einer Midlife Crisis heraus quasi neu erfunden, sondern weil ich das will. Ich bin offener für neue Konzepte denn je, ich sauge das teilweise förmlich in mich auf. Und ich versuche das auch in meine "Musik" und den Umgang mit Instrumenten einfliessen zu lassen.
Natürlich - ich habe auch eine Jugend gehabt - und die prägt - und deshalb gibt es so eine Art kleine Grenze was alt und neu sein könnte - aber die ist künstlich - oft - die Leute die mit den 90ern groß wurden dasselbe nur mit anderen Stilen und Grundvibes. Deshalb - diese muss man nicht verleugnen aber auch nicht inhalieren - ideal saugt man die Vorteile von allem auf und nutzt sie wie sie passen - aber manchmal muss man auch Dinge "ignorieren" - damit es passt. ZB brauche ich aktuell mein Wissen über Surf Musik bei meiner eigenen nicht so dringend - aber schaden kann es auch nicht, dass man es kennt.

Alter ist auch relativ - wenn wir mit uns und dem wie man agiert froh ist - reicht das - und wenn nicht - hey, man sagt, die beste Musik sei in unglaublich schlimmer Zeit und mit schlimmer Familie noch besser und erfolgreicher …
 
  • #186
Also, +50 vom Land (ganz in der Nähe vom Rand der Scheibe) kannste mich fragen.
Cool - dann passt das - ich bin dazwischen - nicht ganz suburbane Umgebungsstruktur mit Wechselnutzungsprofil. Also nicht Berlin - Großstatt mit Kleinstadtcharakter am Schnittpunkt zwischen Suhl und Sauerkohl Nord.
 
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M.i.a.u.: exitLaub
  • #188
Nochwas - hab das lieb und freu mich, dass hier noch Leute Bock auf Musik und machen haben. Einfach so. Danke dafür - also alle, die was geschrieben haben.

Ich gehöre schon zu Abteilung Rollator - daher ja mein Nickname.
 
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M.i.a.u.: oli und exitLaub
  • #190
Na wollte keine wirkliche Altersdiskussion draus machen. (Was ich dann aber doch hab ;)) Es ging mir eher darum, herauszufinden, wie man herangehen muss, um etwas Neues zu schaffen, was sich deutlich von dem unterscheidet, was man bisher gemacht hat.

Aber, was schon rausgekommen ist: Es gibt kein wirkliches Gut und Schlecht. Aber doch Herangehensweisen, die dann zu einem Ziel führen. Ich merke das an mir, dass ich viele Wege schon gegangen bin. Bin gegen eine Wand gerannt. Also dann doch nochmal schauen, ob es irgendwie anders geht. Und das legt sich ja auf den ganzen Prozess des "Kunst machens".

Und mit jedem Jahr hat man mehr Wege gefunden, zu dem zu kommen, was man sich vorstellt. Dadurch eben auch viele Sackgassen gefunden. Und da geht man nun nicht jeden Tag nochmal lang, nur um zu sehen, ob das immernoch ein sinnfreies Unterfangen ist.

Jungen Menschen steht das noch bevor und sie laufen natürlich auch erstmal gegen dieselben Wände.

Aber da sich Technologie und die Welt ändern, sind ehemalige Sackgassen dann hin und wieder doch keine mehr und: Et voila. Es entsteht etwas Neues.

Mein Beispiel ist aber natürlich verallgemeinert. Und das hatten die in der Studie auch betont. Ich kenne auch Menschen, die jenseits der 70 nochmal völlig neu gedacht haben und etwas angefangen, wo sie keine Ahnung davon hatten und ihr Know How dann nochmal eines sehr jungen Menschen entsprach.

Also: Sich mit etwas Neuem umgeben, wovon man keine Ahnung hat. Damit herumspielen. Unsinn treiben. Es auch mal so einsetzen, wie es überhaupt nicht gedacht ist, das ist sicher ein Weg.

Und keine Angst haben zu "scheitern" oder sich zu blamieren.
 
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M.i.a.u.: exitLaub
  • #191
Es gibt kein wirkliches Gut und Schlecht.
Richtig. Genauso wie es keine sinnvolle / -lose Klänge gibt.

Aber da sich Technologie und die Welt ändern, sind ehemalige Sackgassen dann hin und wieder doch keine mehr und: Et voila. Es entsteht etwas Neues.
Die alten Hindernisse sind weg. Dafür tauchen neue Wände und Schnappfallen auf. Gehört dazu.

Und das hatten die in der Studie auch betont.
Ich vertraue grundsätzlich keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe.

Und keine Angst haben zu "scheitern" oder sich zu blamieren.
Ohne Scheitern kein Erfolg.

So, genug der Weisheit der Binsen. ;)
 
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M.i.a.u.: sllk und Pete1
  • #192
Ich hab viel Quatsch vermutet mit 20, aber da wir ja über die Musik in 20 Jahren sprechen - das ist idR die Zeit für ein Revival von genau der Zeit - also die 2020er werden dann "in sein" und vermutlich nicht mit der coolen sondern mit der typischen Musik von irgendwelchen Verkaufslisten - und die interessiert mich idR nur, wenn die Musik super ist - das soll ja vorkommen. Die Tanzmusik ist ähnlich organisiert - alle machen das was alle machen.

Aber - das was zwischen denen abgeht - DAS ist richtig spannend und da würde mich immer interessieren.
Also - wie ist für EUCH denn der Zukunfsplan und Sound?

Ich habe gerade live gespielt - SO ist der bei mir - Liveaufnahme hat nicht geklappt.
Davor in Köln Premiere des neuen Sets - das war gut - und wird so weiter gemacht.
Es ist noch viel zu tun - aber mit dem Mindset macht es Spaß..
 
  • #193
Eins noch aus meiner privaten Klamottenkiste: Sich zu sehr auf "das Neue" zu konzentrieren, also es erschaffen und perfektionieren zu wollen, kann den genauen gegenteiligen Effekt bewirken. Zumindest mir geht es so, daß ich so gar kein Ergebnis mehr bekommen habe. Total verrannt. Bin aber auf einem guten Weg, mich aus diesem Sumpf am eigenen Schopf herauszuziehen. Glaube ich.

Eben nicht zu sehr verkopfen. Mehr Bauch!
 
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M.i.a.u.: Pete1
  • #194
Das finde ich überhaupt nicht. MC schmeckt scheiße. Und die KI Musik ist seelenlos.

Geschmacksnerven und Ohren reagieren sehr empfindlich. Da kann etwas tief gehen oder eben nur an der Oberfläche.
In 2 Jahren: Neue Möglichkeiten: Du hörst mein KI Song den ich so erstellt habe das du $was_ich_will machst. Ich werde Reich. Gut für die Börse btw..
In 20 Jahren: Da erfreuen sich Maden an meinem Körper.
;-)
 
  • #196
Brain2DAW-Schnittstelle könnte ich brauchen. Vielleicht kommt da was in Zukunft. Es gibt für mich nichts, was mich mehr frustriert, als daß ich nicht das schnell umsetzen kann, was ich gerade vor meinem inneren Ohr höre.
 
  • #197
Brain2DAW-Schnittstelle könnte ich brauchen. Vielleicht kommt da was in Zukunft. Es gibt für mich nichts, was mich mehr frustriert, als daß ich nicht das schnell umsetzen kann, was ich gerade vor meinem inneren Ohr höre.
Ja, sowas fänd ich auch absolut abgefahren. Man denkt an etwas und es materialisiert sich. Oder wird in ein digitales Muster umgesetzt. Ob das dann auch andere Musik mit sich bringt? Keine Ahnung?
Aber es würde sehr viele Hürden abbauen, die momentan noch bestehen.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das praktisch nicht so "einfach" ist, wie es klingt. Man merkt ja beim täglichen Arbeiten schon, wie schwer es ist, jemand anderen eine Idee so zu erklären, dass er oder sie sie versteht. Ganz abgesehen davon, ein Gefühl oder eine Stimmung weiterzugeben.

Da wird vermutlich noch einiges Wasser die Elbe herunter fließen, bis man so etwas praktisch nutzen kann.
Aber die Idee ist unglaublich charmant.
 
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M.i.a.u.: exitLaub
  • #198
Da wird vermutlich noch einiges Wasser die Elbe herunter fließen, bis man so etwas praktisch nutzen kann.
Ich habe auch gar keine Ahnung wie da insgesamt der aktuelle Stand der Forschung ist. Vor Jahren hab ich mal was gesehen, da wurden zwei menschliche Gehirne bzw. die Sehzentren irgendwie so elektrodenmässig gekoppelt. Einer hat sich ein Bild angesehen und der andere hat das Bild direkt ins Hirn projeziert bekommen. Keine hohe Auflösung, aber gut erkennbar. Und da man einige Zusammenhänge und Größen nun kennt, wäre auch eine digitale Projektion z.B. von einem Rechner aus möglich und umgekehrt.
Irgendwie genauso gruselig wie interessant das.
 
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M.i.a.u.: Pete1 und sllk
  • #199

Brain 2 Music​

Es gibt Dinge,die besser sind als EEG und Co - aber es ist langsamer als Musik es braucht - zB - polyphon in Time Noten zu spielen. Für eine DAW Bedienung müsste es auf experimentellem Gebiet breits gehen - allerdings gern ohne Implantat - das ist nämlich bei den besseren Systemen länger nötig gewesen, es gibt also so Aufsetz-Gürtel - die man tragen muss,
  • Alpha-Aktivität steuert Filter. Sowas geht
  • Beta-Aktivität beeinflusst Distortion oder FM-Intensität. geht auch - also Controller Zeugs.
  • Motor schaltet zwischen zwei Klangzuständen um. Sowas geht - ist eher für körperliche Behinderung gedacht - aber als Fernsteuerung - denkbar.
  • Reiz-Macro-System-Kommandos wählen am Synth Makros aus. Sowas kann man auch tun.
  • Aufmerksamkeitsgrad steuert Zeug oder simple Dinge wie Tempo des Sequencers. geht.
  • Ein erkannter "mentaler Zustand" verändert Wavetable-Position, Reverb oder Granular-Dichte. Auch das geht.

Wir haben das beim Happy Knobbing experimentell ausprobiert - was keine Zeit hatte - Justage und echtes Training - aber hier sieht du, wie es aussah:

Stand 2015 war das - ohne Tiefe - also ohne AI oder Erkennung von Mustern - Ja- man ist also schon weiter - das ist ja damals schon alte Technik gewesen.

Wer entwickelt es weiter?
 
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M.i.a.u.: Rolo, sllk und exitLaub
  • #200
Die Quantensprünge sind vielleicht nicht mehr so da. Oder vielleicht auch nicht mehr so spürbar wie anno dunnemal.
Solche Meilensteine wie Emulator, DX7, Eurorack, VST usw. scheinen in der "näheren" Vergangenheit zu fehlen.
Das kommt aber wieder, die Entwicklung ist noch nicht zuende!
 
  • #202
Ich kann den Kulturpessimismus mancher hier nicht teilen. Musik bewegt die Menschen schon seit tausenden von Jahren und vermutlich wird das auch so bleiben. Dabei war Musik bis vor relativ kurzer Zeit etwas, das durch Aufführung und Erleben geprägt war. Erst seit man Musik konservieren konnte, hat sich dann eine Industrie drumherum entwickelt, die dann natürlich versucht den Entstehung und Produktionsprozess immer mehr zu automatisieren und billiger zu machen, was dann natürlich auch oft mit billiger Musik als Output endet. Mit AI hat findet die Automatisierung der Kreativität und Erstellung von Musik nun ihren Endzustand, mehr geht dann nicht mehr.

Ich würde nicht sagen, dass AI prinzipbedingt schlechtere Musik macht. Im Gegenteil. Irgendwann wird AI rein formal betrachtet großartigere Sachen schaffen können, als ein einziger Mensch es vermag. Kein Mensch schafft etwas im luftleeren Raum, sondern setzt auch nur Erfahrungen neu zusammen, die er irgendwann gemacht hat. EIn AI-Algorithmus ist genau ein Algorithmus, wie das menschliche Gehirn letztendlich auch, mit dem Unterschied, dass er Zugriff auf alle jemals konservierte Musik hat. Schon die Wissensbasis einer AI ist also viel größer als sie bei einem Mensch jemals sein könnte.

Es ist aber auch so, dass die menschliche Psyche so funktioniert, dass sie das wertschätzt, was selten oder aufwendig oder irgendwie besonders ist. Wenn Musik auf Knopfdruck generierbar ist, dann hat die Schaffung eines Werks nicht mehr den Wert, wie es bisher war.

Und Musik ist auch mehr, als nur Schall oder die formale Aneinanderreihung von Noten. Sie transportiert Gefühle, sie schafft Zusammengehörigkeit (und manchmal auch Abgrenzung), sie schafft Identitäten und sie wird mit Situationen verbunden, in denen man irgendein Stück gehört hat. Wer kennt nicht "unser Lied"?

Das wird nicht aufhören, aber die Konstellationen und eingefarenen Pfade werden sich ändern. Meine Einschätzung ist, dass sich der Trend, dass die Produktion eines Werks an sich nicht mehr wirklich Geld einbringt und die "Vermarktung" von Musik dann über Live-Auftritte und den Erlebnisfaktor stattfindet noch verstärken wird. Ich denke auch, dass das Spielen echter Instrumente und als Band musizieren wieder an Wert gewinnen wird. Zumindest schätze ich das wieder mehr wert als früher, weil elektronische Musk jetzt doch etwas beliebig geworden ist.

Ich versuche es positiv zu sehen. Mit den aktuellen Entwicklungen hat man die Chance sich vielleicht wieder auf das zu besinnen, was Musik, sowohl bei der Erzeugung, als auch beim hören menschlich macht. Und generell: wenn AI menschliche Kreativität und Arbeit irgendwann komplett ersetzen kann, was macht eigentlich unser Selbstverständnis und unseren Wert dann noch aus? Vielleicht war das bisher der USP und der Kern des Menschseins, aber wenn dieser Kern fehlt, vielleicht gibt es ja noch was Anderes, was bisher verdeckt war....
 
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M.i.a.u.: oli
  • #203
...
"Es wird immer weitergehen
Musik als Träger von Ideen"
...
 
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M.i.a.u.: oli
  • #204
Ich kann den Kulturpessimismus mancher hier nicht teilen. Musik bewegt die Menschen schon seit tausenden von Jahren und vermutlich wird das auch so bleiben. Dabei war Musik bis vor relativ kurzer Zeit etwas, das durch Aufführung und Erleben geprägt war. Erst seit man Musik konservieren konnte, hat sich dann eine Industrie drumherum entwickelt, die dann natürlich versucht den Entstehung und Produktionsprozess immer mehr zu automatisieren und billiger zu machen, was dann natürlich auch oft mit billiger Musik als Output endet. Mit AI hat findet die Automatisierung der Kreativität und Erstellung von Musik nun ihren Endzustand, mehr geht dann nicht mehr.

Ich würde nicht sagen, dass AI prinzipbedingt schlechtere Musik macht. Im Gegenteil. Irgendwann wird AI rein formal betrachtet großartigere Sachen schaffen können, als ein einziger Mensch es vermag. Kein Mensch schafft etwas im luftleeren Raum, sondern setzt auch nur Erfahrungen neu zusammen, die er irgendwann gemacht hat. EIn AI-Algorithmus ist genau ein Algorithmus, wie das menschliche Gehirn letztendlich auch, mit dem Unterschied, dass er Zugriff auf alle jemals konservierte Musik hat. Schon die Wissensbasis einer AI ist also viel größer als sie bei einem Mensch jemals sein könnte.

Es ist aber auch so, dass die menschliche Psyche so funktioniert, dass sie das wertschätzt, was selten oder aufwendig oder irgendwie besonders ist. Wenn Musik auf Knopfdruck generierbar ist, dann hat die Schaffung eines Werks nicht mehr den Wert, wie es bisher war.

Und Musik ist auch mehr, als nur Schall oder die formale Aneinanderreihung von Noten. Sie transportiert Gefühle, sie schafft Zusammengehörigkeit (und manchmal auch Abgrenzung), sie schafft Identitäten und sie wird mit Situationen verbunden, in denen man irgendein Stück gehört hat. Wer kennt nicht "unser Lied"?

Das wird nicht aufhören, aber die Konstellationen und eingefarenen Pfade werden sich ändern. Meine Einschätzung ist, dass sich der Trend, dass die Produktion eines Werks an sich nicht mehr wirklich Geld einbringt und die "Vermarktung" von Musik dann über Live-Auftritte und den Erlebnisfaktor stattfindet noch verstärken wird. Ich denke auch, dass das Spielen echter Instrumente und als Band musizieren wieder an Wert gewinnen wird. Zumindest schätze ich das wieder mehr wert als früher, weil elektronische Musk jetzt doch etwas beliebig geworden ist.

Ich versuche es positiv zu sehen. Mit den aktuellen Entwicklungen hat man die Chance sich vielleicht wieder auf das zu besinnen, was Musik, sowohl bei der Erzeugung, als auch beim hören menschlich macht. Und generell: wenn AI menschliche Kreativität und Arbeit irgendwann komplett ersetzen kann, was macht eigentlich unser Selbstverständnis und unseren Wert dann noch aus? Vielleicht war das bisher der USP und der Kern des Menschseins, aber wenn dieser Kern fehlt, vielleicht gibt es ja noch was Anderes, was bisher verdeckt war....
Schöner Text. Freu mich immer, wenn sich jemand Gedanken macht und nicht einfach nur mal so, etwas aus dem Affekt raushaut.

Die meisten Dinge seh ich ähnlich. Ich hab vor einigen Tagen das erste Mal seit Jahren mal wieder zur Gitarre gegriffen und es war ein merkwürdig vertrautes und gleichzeitig fremdes Gefühl.

Ich habe auch keine Ahnung, wo wir in 20 Jahre stehen, bis auf die Tatsache, dass wir dann (mit etwas Glück) 20 Jahre älter sind.

Aber, dass einfach zu Reproduzierendes an Wert verlieren wird und Aufwändiges an Wert gewinnen, das scheint mir ein wichtiger Gedanke. Wohin das führt? Da hab ich keinen blassen Schimmer. Und das ist vermutlich auch das Gute an der Sache :)
 
  • #205
Ausgehend vom Anfang dieses Themas vor 14 Jahren können wir also fragen, wo wir in sechs Jahren sein werden, und meine Antwort lautet noch immer:

Wahrscheinlich tot, mit genau 50%iger Wahrscheinlichkeit.

Dauert jetzt nur nicht mehr 20 Jahre, sondern nur noch sechs.

Perspektiven muß man haben.

Stephen
 
  • #207
Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Bereich ist, aber die Frage beschäftigt mich seit n paar Tagen.

Wo sind wir musikalisch und equipmenttechnisch in 20 Jahren (2034) ?

Als ich letzens krankheitsbedingt n paar Tage im Bett verbracht hatte, habe ich n paar alte (1988 - 1992) Keyboards und Keys Hefte gesmökert. Unglaublich was da alles angepriesen und geprüft wurde.
Damals gab es noch sooo viele Sachen die man heute entweder gar nicht mehr kennt oder einfach nicht mehr braucht:
Hardwaresequencer, automatisierbare MIDI Patchbays, MIDI Prozessoren aller Art, Synchronisationsgeräte für Bandmaschinen etc..

Die Wavestation war grad frisch draussen und er JD-800 wurde bis als besten Synthesizer angesehen!
Solang das Gerät digital war und digitale Effekte drin hat, wars toll. War ja schliesslich DIGITAL !

Auch ein Blick in die Kleinanzeigen lassen einen recht gut staunen: Biete PPG Wave für 1000 DM, Jupiter 6 für 800 DM, Roland TR-909 zu 500 DM etc... dafür dann wieder: Suche Roland U-20 biete 1500 DM, Kawai K4 für nur 1200 DM etc... ;)

Ich schweife ab...
Wo stehen wir in 20 Jahren?
Technisch gesehen wird warscheinlich nichts wirklich neues kommen... klar noch etwa 45 weitere Analog-Mono-Synths mit nem DSP drin und X Neuauflagen berühmter Vintageklassiker. Juno-6000, TR-9090, JP-80000, M95000 und MS26000 etc..
Wirklich was neues sehe ich jedoch nicht kommen. FM-Synthese war schon da.. interessiert heut eh keinen mehr.
Subtraktive Synthese.. naja... gibts seit Jahrzehnten.. Sägezahn bleibt Sägezahn.. andernfalls ists eh ne Wavetable.
Sampling? Pff... kann heute jedes Mobiltelefon... Additive Synthese? Damit kann man ja nur Orgeln machen...

Natürlich werden DSP basierte Geräte immer leistungsstärker und stimmgewaltiger... aber nur bestehende "Zahlen" zu erhöhen ist auch keine Neuheit mehr.

Musikalisch kanns fast nur noch aufwärts gehen... bei dem langweiligen Einheitsbrei von Heute wird man sich irgendwann vom erzwungenen Minimalismus befreien (müssen) und dann gibt es auch wieder neue und Klassiker-verdächtige Songs.
Lauter werden kann man eh nicht mehr, da eh schon alles auf 0db gefahren wird und auch Dubstep wird in 5 Jahren nicht mehr so populär sein, wie jetzt. Hoffentlich gibt es dann auch ein Verbot für Pitchbender-Fahrten bei jedem zweiten Takt ;)

Ich vermute auch das MIDI in 20 Jahren auch ersetzt wurde und eine Verschmelzung von Audio/MIDI stattgefunden hat. Ein wenig Amiga-Tracker mässig... bis dahin sind die Systeme stark genug im 16tel Takt ne 4 GB Library abzufeuern...

Bin gespannt auf eure Visionen, Ideen und Beiträge :)

Wie recht du hattest, erstaunlich.

Lediglich musikalisch sind wir noch langweiliger geworden, dafür aber quantitativ vielseitiger. Vlt einfach nur mehr zappen
 
  • #208
Die KI wird zukünftig die Musikproduktion prägen, die letzten Handgriffe macht dann noch der Mensch.
Mit für heute unvorstellbaren Rechenleistung werden lokale KI Maschinen in den Synth geladen. Das Musikstück ist dann weitgehend nach den Prompt Requirements erstellt. Die Sound Selektion und Feinschliff macht noch der Musiker.
 
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