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OnTopic Musikalisch nach 20 Jahren die eigene Identität verloren... Kennt das wer?

  • Ersteller Ersteller ModernerPurist
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Bitte genau im Thema bleiben (wie es im ersten Beitrag steht). Bei neuen oder anderen Themen bitte einen eigenen Thread aufmachen!
  • #61
Manchmal ist man im Kopf so extrem festgefahren, dass nichts mehr geht. Kann man auch thematisieren. Bei dem was ich bis jetzt von Dir gelesen habe, würde ich das so einschätzen - kann aber nur eine stark anzweifelbare Einschätzung sein, da ich Dich ja nicht kenne. Einwurf: Ehrliche Arbeit ist immer gut. Gibt genug zu tun.
Letzten Endes ist es egal, ob Musik irrelevant geworden ist, was nur eine subjektive Einschätzung sein kann. Entscheidend ist was die eigene Musik für einen Menschen selbst bedeutet. Der Weg ist das Ziel. Und wenn man sich die eigene Musik gerne anhört - gut! Wenn man sie selbst nicht hören will, ist das wohl nur ein Symptom.
Auszeit schadet nicht. Halt schwer, wenn das Leben sich viel um Musik gedreht hat. Bin nach 30 Jahren wieder in Richtung Musik unterwegs. Hatte um 2007 eine kurze Renoise-Phase, die schnell vorbei ging. Bildschirme im Beruf und Hobby, in Summe zu viel Screentime.
 
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M.i.a.u.: John_Doe
  • #62
Bei mir drehte sich alles um Musik. Seitdem ich 3 war oder so ... Fast immer autodidaktisch, beibringen konnte mir nie wer was 😂

Aber ja ... Bisschen aus der Zeit gefallen, in vielerlei Hinsicht
 
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M.i.a.u.: Bernie
  • #63
Moin!

Mich beschäftigt seit einiger Zeit etwas, das wahrscheinlich nicht nur Musikproduktion betrifft.

Ich mache seit Anfang der 90er Musik, seit Anfang der 2000er bis 2010 ein paar kleinere Releases
im Dance/Trance Bereich gehabt, eigtl alle Ziele erreicht, die cih so erreichen wollte. War auf den Compilaltions, die ich immer kaufte,
auf namhaften Labels, CD, Vinyl, und auch einiges an Remixen.

Damals hatte ich bei fast jedem Track schon nach wenigen Minuten eine Vision: Ich wusste,
wie er am Ende klingen und sich anfühlen sollte. Der eigentliche Produktionsprozess war dann eher nur noch das Umsetzen dieser Idee.

2010 war ich dann musikalisch komplett ausgebrannt, nichts ging mehr, alles verkauft. Jeder Track war dann nur noch Schema F,
ich war nicht mehr in der Lage die Grenzen des Schaffens zu durchbrechen, wie eine Gewohnheit, die sich langsam antrainiert hat.

Ein paar Jahre später habe ich wieder bei null angefangen. Seitdem habe ich über viele Jahre ein Studio aufgebaut, mich technisch weiterentwickelt
und beschäftige mich täglich mit Musikproduktion, Mixing, Sounddesign und Hardware, spiele sehr viel rum.

Das Paradoxe:

Ich habe heute wesentlich mehr Wissen, mehr Erfahrung und besseres Equipment als damals... aber deutlich weniger "Vision" oder "Inspiration"
Nicht weil mir Technik fehlt oder so - Reduktion auch schon probiert. Das ist nicht so das Problem!

Ich setze mich hin, baue Sounds, programmiere Drums, schraube Synths... Habe eigtl ständig Initialideen, die man gut ausproduzieren könnte.
und irgendwann merke ich, dass ich eigentlich gar nicht weiß, wohin der Track will oder wohin ich will.

Früher hatte ich das Ziel zuerst und den Track danach. Heute ist es oft umgekehrt.

Dazu kommt, dass die Musikwelt heute völlig anders ist als vor 20 Jahren. Möchte nicht, dass es rüberkommt ich würde nur jammern, bitte nicht
falsch verstehen - Ich schreibe einfach frei Schnauze -

Damals gab es Szenen, Magazine, MTV/VIVA, Labels und klar erkennbare Strömungen. Man hatte das Gefühl, Teil einer Kultur zu sein.
Da lief dann Kai Tracid im Radio und Abends auf MTV Aphex Twin, Squarepusher und Massive Attack

Heute gibt es zwar objektiv mehr Musik als je zuvor, aber durch Streaming und Algorithmen wirkt alles gleichzeitig fragmentierter, alles schwer zu finden und
es macht mich echt müde... abturn, echt... Hunderte Tracks hören für ne handvoll Perlen.
Ich höre unglaublich viele verschiedene Richtungen (Techno, Trance, IDM, Dub Techno, Breaks, Trip Hop, Ambient, Big Beat, aber auch Klassik, Rock, Metal usw.), aber genau das macht es manchmal schwer, den eigenen Platz zu finden.

Ich frage mich inzwischen, ob mein Problem überhaupt ein Genreproblem ist oder ob mir einfach nur eine klare musikalische Identität fehlt?
Oder eine Szene? Oder ein kreative Kkompass?

Mich würde interessieren:
- Hat jemand etwas ähnliches erlebt?
- Wie habt ihr eure musikalische Identität wiedergefunden?
- Gab es einen konkreten Wendepunkt oder Prozess?
- Habt ihr irgendwann aufgehört in Genren zu denken und stattdessen nach einer eigenen Handschrift gesucht?

Mich interessieren vor allem Erfahrungen von Leuten, die schon viele Jahre Musik machen und nicht nur am Anfang ihrer
Produzentenlaufbahn stehen.

Disclaimer: Ich freue mich über jede sachliche Antwort... unabhängig davon, ob sie meiner Sicht widerspricht. Worauf ich gerne verzichten würde,
sind persönliche Sticheleien der üblichen Verdächtigen. Dafür ist mir das Thema zu wichtig. Danke.

Man sollte sich nicht mit anderen messen und auch keine vermeintlichen Erwartungen anderer auf sich selbst projizieren. Das sind Schattenkämpfe mit sich selbst. Sich von dem ganzen Quatsch frei machen und schauen, was einem Spaß macht. Und wenn gerade nichts geht: etwas anderes machen und irgendwann weiter...

Bei mir war es der Minimalismus, durch den ich wieder Interesse an der Musik gefunden habe. Es geht nicht darum, Tracks am laufenden Band zu produzieren, sondern darum, Klänge zu entdecken, Freude daran zu haben, zu experimentieren und zu kombinieren. Die eigene Fantasie spielen lassen und sozusagen die Musik in sich selbst zu entdecken...sich gehen zu lassen und die Musik zu fühlen. Minimalismus kann dabei gut helfen.

Kreativität kann man nicht erzwingen, aber man kann ihr Raum und Zeit geben. Klingt pathetisch, ist aber so. 🙃
 
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M.i.a.u.: Dripjoe, Bernie, MartYATARI und 2 andere
  • #64
Mich würde interessieren:
- Hat jemand etwas ähnliches erlebt?
- Wie habt ihr eure musikalische Identität wiedergefunden?
- Gab es einen konkreten Wendepunkt oder Prozess?
- Habt ihr irgendwann aufgehört in Genren zu denken und stattdessen nach einer eigenen Handschrift gesucht?

Es gibt leute die sagen: In der zeit in der man glaubt, das nichts massiert (diese langen öden plateaus durchschreitend) passiert am meisten! Man wird quasi gezwungen nach innen zu gehen/einwärts zu horchen.

Daraus nährt sich kreativität.

Und das was du hier gerade machst wird dich genau davon abhalten
:-) Toast.
 
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M.i.a.u.: MartYATARI
  • #65
Vielleicht neue Inspirationen suchen.
Kenne das auch.
Leider finde die meisten aktuellen Songs nicht besonders.
Es gibt sicher auch sehr gute, man muß halt suchen.
Ich liebe 80s& 90s vorallem. Manches der frühen 00er
Finde aber die 80er und 90er (zumindest bei elektronischer Musik, aber auch Rap und Metal) waren "Peak" wie man so schön sagt. 😎🤘
 
  • #66
Bin in den 80ern musikalisch gross geworden. Schrecklich, da kriegen mich keine 10 Pferde zu einer positiven Emotion überzeugt...:D Peak ist für mich deswegen grob 95-2005....
Gibt auch noch soviel aus der Zeit was ich nicht kenne, dass ich immer was finde was mich inspiriert. Mir ist es dabei eigentlich auch völlig egal ob aktuell oder nicht Die ganzen Diskussionen über "früher wars besser" sind doch total aussagelos, gerade weil mal man (bzw ich) vieles undergroundige von damals noch gar nicht kennt. Gerade auch bei Youtube findet man so viel Perlen in irgendwelche unbekannten Mixtapes oder White Labels, die nie wirklich released wurden. Heute ist die Masse halt nur noch größer....

Ich glaub auch sich als Musiker eine gewisse Naivität zu bewahren, hilft. Sich mit allem dufte auzukennen und überall mitreden zu können, ist vlt weniger hilfreich als man denkt....
 
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M.i.a.u.: ModernerPurist
  • #67
Inspiration heute ist schwierig.

Hab heute viel Sven Väth ersten drei Alben gehört.
Da hat der Hildenbeutel exht geliefert!
Musik heute ist deutlich dichter, lauter, unangenehm zu hören - will man da mithalten ... klingt man genauso scheiße. Selbst ruhige elektronische Musik brüllt einen an.

Das ist nicht unbedingt inspirierend heutzutage ... schade eigtl. Auf ne Oldschool-Endlosschleife hab ich eigtl keine Lust 😂
 
  • #68
Einfach ignorieren den Mainstreamscheiss. Gibt ja auch Ausnahmen.
Und niemand zwingt einen das alberne Spiel überhaupt mitzuspielen.

Und kriegste doch nochmal nen Majordeal, prügelt es der Mastering Engineer des Labels dann eh "amtlich". Nicht deine Sorge... ;]

Ne sorry, klingt immer noch nach Ausrede. :)
 
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M.i.a.u.: ModernerPurist und Bernie
  • #69
Mich würde interessieren:
- Hat jemand etwas ähnliches erlebt?
- Wie habt ihr eure musikalische Identität wiedergefunden?
- Gab es einen konkreten Wendepunkt oder Prozess?
- Habt ihr irgendwann aufgehört in Genren zu denken und stattdessen nach einer eigenen Handschrift gesucht?

Mich interessieren vor allem Erfahrungen von Leuten, die schon viele Jahre Musik machen und nicht nur am Anfang ihrer
Produzentenlaufbahn stehen.
Nachdem ich gestern ein Interview bei ytube gesehen hatte, musste ich sofort an diesen Thread denken und ich finde ein Kapitel (10:43) passt recht gut zur Thematik. Und ist auch ein - ich sage mal - `gestandener Producer und Künstler`.

 
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M.i.a.u.: K4c38v5kdz7rv-332 und ModernerPurist
  • #72
Nachdem ich gestern ein Interview bei ytube gesehen hatte, musste ich sofort an diesen Thread denken und ich finde ein Kapitel (10:43) passt recht gut zur Thematik. Und ist auch ein - ich sage mal - `gestandener Producer und Künstler`.



Oh, jo, das trifft sehr genau das Thema. Danke für´s teilen!
 
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M.i.a.u.: Linear Displays
  • #73
Aus einem Verlust kann auch etwas Neues wachsen. Wenn ich von mir ausgehe, dann gehört letztendlich auch die Akzeptanz des Verlustes dazu.

Über die letzten 5-6 Jahre hat sich meine musikalische Ausrichtung grundlegend geändert. Vereinfacht gesagt von eher konservativ zu experimentell. Das hat im Nachhinein betrachtet auch viel mit eingefahrenen Mustern und zuviel Wiederholung zu tun. Verstanden hatte ich das zu Anfang nicht wirklich. Im Gegenteil, ich habe (zu)viel Zeit mit Warten verbracht, daß die alte Begeisterung zurückkehrt.

Ich würde heute noch warten, hätte ich das "Alte" nicht losgelassen und das "Neue" mit offenen Armen angenommen.
 
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M.i.a.u.: MajorGoose, Audiohead, Bernie und eine weitere Person
  • #74
Themenabzweig:


Denke schon an mögliche Zusammenhänge.
 
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