Analog - neuer Anfang oder Anfang vom Ende?

SynthUser0815 schrieb:
Gerade erleben wir eine wahre Flut von interessanten neuen Analogsynthesizern. [...] im Grunde handelt es sich um das letzte Aufbäumen einer todgeweihten Technik vor dem endgültigen Garaus.
hehe, eine flut an spannenden neuen produkten als zeichen des untergangs zu deuten, scheint mir eine bewunderungswuerdige leistung in sachen dialektik. :D
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

fanwander schrieb:
Ich denke, der große Reiz an den aktuellen "Analogen" ist gar nicht die analoge Klangerzeugung sondern der Zugriff auf Parameter und Klangansteuerung. Es ist einfach cool, wenn ich einen Trigger aus einer Drummaschine nehmen kann und an den Envelope von einem Synth hänge. Oder einfach mal das Filter von einem ganz anderen Ding steuern lassen, als vom tonhöhebestimmenden Sequenzer.

Das sind Dinge, die auf der analogen Ebene ein ingenieurstechnischer Klacks sind. Im digitalen Bereich ist das alles scheiß kompliziert, weil die digitalen Schnittstellen überhaupt nicht flexibel oder sowas wie "kulant" sind. Eine analoger Triggereingang will nur eine Spannungsübergang von 0 auf mehr als z.B. 2 Volt sehen. Ob das von der Audiospannung eines Rimshot-signals kommt, oder von einem 5V Roland Trigger oder einer 12V ARP-Gate ist völlig egal. Eine digitale Schnittstelle benötigt eine hundertprozentige Definition und das hundertprozentige Einhalten exakt des Protokolls. Eine technische Flexibilität nach dem Motto "geht schon irgendwie" gibt es im Digitalen nicht. Und das ist die große Schwäche der Digitalwelt und der ganz große Vorteil der Analogwelt.

Die schon erwähnten kaufmännischen Vorteile bei der Produktion (und bei der Entwicklung) kommen dann noch dazu.

Florian


richtig - aber: wo ist da die neuerung ? das geht doch seit den 70ern (oder?)

und in der praxis - ohne jetzt von jedem einzelsound ausserhalb des mixes orgasmische erwartungen zu haben -
kann man sicher mit einem (zb) korg ms2000b (billigkiste mit wenig glamour) WEIT mehr ideen umsetzten als mit einer halben autoladung mini-micro-volcas
und gemessen an der klanglichen ausbeute der meisten va synths (oder plugs) ist die diskussion doch fast obsolet.
man kann doch bitte nicht so technsiche erwägungen zu randphänomänen wie "ich triggere mit einem rimshot die hüllenkurve" als argument gegen hohe polyphonie etc. hernehmen. das fände ich zumindest wirklich sehr sehr steam-punk mässig.
so nach dem motto: eckige räder haben dem vorteil dass das auto am hang nicht wegrollt.
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

fanwander schrieb:
Ich denke, der große Reiz an den aktuellen "Analogen" ist gar nicht die analoge Klangerzeugung sondern der Zugriff auf Parameter und Klangansteuerung.
Da ist allerdings was dran.

Ich habe dem Thread mal einen etwas neutraleren Namen zu geben versucht.
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

SynthUser0815 schrieb:
Und im Hintergrund steht die alte K-Station, die genauso kompakt ist, weniger kostet und viel, viel mehr kann. Eigentlich. Das ist irgendwie absurd, oder nicht?

Absurd? Vergleich mal die Beiden im Klang: Welchen kannst du per Plug-In ganz leicht ersetzen? :mrgreen:
 
bartleby schrieb:
SynthUser0815 schrieb:
Gerade erleben wir eine wahre Flut von interessanten neuen Analogsynthesizern. [...] im Grunde handelt es sich um das letzte Aufbäumen einer todgeweihten Technik vor dem endgültigen Garaus.
hehe, eine flut an spannenden neuen produkten als zeichen des untergangs zu deuten, scheint mir eine bewunderungswuerdige leistung in sachen dialektik. :D


zur dialektik: man sollte besser sagen "die von manchen interessant gefunden werden"
ich persönlich finde das alles gar nicht interessant sondern überflüssig - und ich kenne einige synthliebhaber und sogar musiker (lol)
denen es ebenso geht.

aber irgendwer muss den krempel ja kaufen - ist auch ok.
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

The German Model schrieb:
SynthUser0815 schrieb:
Und im Hintergrund steht die alte K-Station, die genauso kompakt ist, weniger kostet und viel, viel mehr kann. Eigentlich. Das ist irgendwie absurd, oder nicht?

Absurd? Vergleich mal die Beiden im Klang: Welchen kannst du per Plug-In ganz leicht ersetzen? :mrgreen:
Eigentlich beide. Aber das will ja keiner hören ;-) ...
 
mich wundert, das nicht Mr. DrFreq um die Ecke kommt und uns wieder aufklärt, in Zeiten von Laptops und Ipad's benötigt niemand mehr Analog :mrgreen:

nur weil mein tel 50Gb bietet und coustic 2 kennt :rofl:
 
ich sag mal so: die ganzen neuen "billig" kisten (sind eh gar nicht billig weil sie wenig können) sind der musiklektronische billigurlaub - das pendant zur all inklusive reis nach antalia - man darf sich vollfressen - aber dafür nur vom schäbigsten - und wichtig bei solchen urlauben (die ich natürlich nicht mache) ist dass man sich auch nicht für das land und die leute interessiert - denn es gibt ja in den anlagen programm mit animateuren - LOL

mini/micro/nano synth = billigurlaub
forum = abendliche animationsshow
musik die dabei ensteht (oft) = dünpfiff nach ekelbuffet
kein interesse an land und leuten = musiktheorie und historische retropsektive auf die vielfältigen möglichkeiten alter produkte (egal ob analog oder digital)


euer

neckermann
 
Es macht einen Unterschied, ob ich für eine Kiste 8000,- oder nur 300,- hinblättern muss, es wird sich eine größere Wertschätzung für das teuere Instrument ergeben. Also wird man sich mit dem teuer erstandenen Instrument auch viel länger beschäftigen wollen.
 
tom f schrieb:
ich sag mal so: die ganzen neuen "billig" kisten (sind eh gar nicht billig weil sie wenig können) sind der musiklektronische billigurlaub - das pendant zur all inklusive reis nach antalia - man darf sich vollfressen - aber dafür nur vom schäbigsten - und wichtig bei solchen urlauben (die ich natürlich nicht mache) ist dass man sich auch nicht für das land und die leute interessiert - denn es gibt ja in den anlagen programm mit animateuren - LOL

mini/micro/nano synth = billigurlaub
forum = abendliche animationsshow
musik die dabei ensteht (oft) = dünpfiff nach ekelbuffet
kein interesse an land und leuten = musiktheorie und historische retropsektive auf die vielfältigen möglichkeiten alter produkte (egal ob analog oder digital)

euer
neckermann

jetzt rede du mal nicht so elitär daher. :lol:
;-)

wenn jemand mit was auch immer tolle musik macht, dann ist es letztendlich egal mit was er das macht. und wenn es eine maultrommel ist... :mrgreen:
 
intercorni schrieb:
Es macht einen Unterschied, ob ich für eine Kiste 8000,- oder nur 300,- hinblättern muss, es wird sich eine größere Wertschätzung für das teuere Instrument ergeben. Also wird man sich mit dem teuer erstandenen Instrument auch viel länger beschäftigen wollen.


ja aber auch nein

ich finde es mittlerweile richtig klasse dass man um teils wenige hudert euro geräte bekommt mit denen man - wenn mann denn wollte - ganze produktionen machen könnte.
vorher nannte ich den ms2k (als rack ab 300.-) aber noch besser passen würde das zb der ensoniq vfx-sd - gibts ab 100.-
kling phänomenal, hat 24 stimmen und einen polyphonen sequencer mit 12 (?) spuren.

wer mir da noch damit kommt dass der monophone xy "viel fetter" klingt fällt für mich eher unter unpragmatischer träumer.

warum ich mich da in der diskussion evtl. so engagiere? weil ich selber soviel von dem blödsinn geglaubt habe der hier verbeitet wird (zum teil von leuten ohne jegliche musikalische, kommerzielle oder sonstige "empirisch" nachweisbare kompetenz) - und mir das auch viel geld gekostet hat - allerdings habe ich kein problem damit den fehler zu erkenne und einzugestehen.

die teuren geräte die ich nun habe subsumiere ich unter "sammeln und anlagevermögen" (und sie klingen für sich alleine auch super) aber für musikalische ARBEIT (egal ob nun "kunst" oder "auftrag" reichen eben auch der billige korg und der billige clavia.
und wer anderes behauptet der KANN es eben nicht (und das beziehe ich nicht darauf das ich so klasse wäre - sondern darauf dass die meisten profis relativ pragmatische zugänge haben)
 
RetroSound schrieb:
tom f schrieb:
ich sag mal so: die ganzen neuen "billig" kisten (sind eh gar nicht billig weil sie wenig können) sind der musiklektronische billigurlaub - das pendant zur all inklusive reis nach antalia - man darf sich vollfressen - aber dafür nur vom schäbigsten - und wichtig bei solchen urlauben (die ich natürlich nicht mache) ist dass man sich auch nicht für das land und die leute interessiert - denn es gibt ja in den anlagen programm mit animateuren - LOL

mini/micro/nano synth = billigurlaub
forum = abendliche animationsshow
musik die dabei ensteht (oft) = dünpfiff nach ekelbuffet
kein interesse an land und leuten = musiktheorie und historische retropsektive auf die vielfältigen möglichkeiten alter produkte (egal ob analog oder digital)

euer
neckermann

jetzt rede du mal nicht so elitär daher. :lol:
;-)

ach - mit ironie ist alles erlaubt...
möge der geneigte leser sich herauspicken was er an der analogie (oh welch wortwitz) nun auf den punkt empfindet und was nicht

mfg
 
tom f schrieb:
pass aber auf mit so "elitären" aussagen - da riskierst du hier von gewissen üblichen verdächtigen als besonders fies und doof bezeichnet zu werden.
:lollo:

analog dazu: manchmal braucht man das... :mrgreen:
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

SynthUser0815 schrieb:
Eigentlich beide. Aber das will ja keiner hören ;-) ...

Doch, ich höre mir das durchaus an. Lass mal ein Klangbeispiel rüberkommen ;-)

Im Ernst: Der Brute hat schon einen – wie ich finde – charakteristischen Sound. Der ist weit weg von dem Weichspüler K-Station. Ob man den Brute mag und zwingend braucht, ist wieder eine andere Frage.

Ich hatte in der Vergangenheit schon einige Analogkisten gehabt, die heute teuer gehandelt werden und auf die ich gut und gerne verzichten kann (z. B. Juno 106). Da tut's dann auch ein Clavia VA. Aber wenn ich z. B. spezielle Sachen brauche, die ein MS20 liefert, dann finde ich keinen VA, der so klingt.

Eine häufig verwendete Argumentation ist ja, dass man nach der Aufnahme den Unterschied sowieso nicht mehr hört. Ich möchte mal gerne eine VA/Plug-In-Produktion hören, die es soundästhetisch mit SSSS von VCMG aufnehmen kann. Das ist für mich aktuell Analog in Vollendung.
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

The German Model schrieb:
Ich hatte in der Vergangenheit schon einige Analogkisten gehabt, die heute teuer gehandelt werden und auf die ich gut und gerne verzichten kann (z. B. Juno 106). Da tut's dann auch ein Clavia VA. Aber wenn ich z. B. spezielle Sachen brauche, die ein MS20 liefert, dann finde ich keinen VA, der so klingt.

Eine häufig verwendete Argumentation ist ja, dass man nach der Aufnahme den Unterschied sowieso nicht mehr hört. Ich möchte mal gerne eine VA/Plug-In-Produktion hören, die es soundästhetisch mit SSSS von VCMG aufnehmen kann. Das ist für mich aktuell Analog in Vollendung.


also zum 106er - du must bedenken zu welchem preis ich den gekauft habe - das ist etwa ein viertel/drittel dessen was die heute kosten (und der ist wie neu)

immerhin waren die nun teuren analogen klassiker ja bis vor einer überschauberen zeit saubillig - das sollte man als refernz nehmen
und die digitalen sind es immer noch - selber schuld wer um 900.- einen 106er kauft wenn es um 78.- (!!!) auch mal nen ensoniq ts12 gibt :floet:

zu der zitierten produktion: bitte weniger krpytisch :) wer ist das ?
 
Tod? Ein "letzes Aufbäumen"? Eher neuer Anfang, denke ich. Wir erleben gerade eine zweistufige Renaissance.

Die erste Stufe, das waren die analogen "Boutique-Synthesizer", so etwas in der Art von Macbeth. Jetzt stehen wir mitten (bzw. noch eher am Anfang) in einer zweiten Stufe, wo die Hersteller von neu-analogen Synthesizern ihre Kompetenzen und Produktivität erhöhen (DSI, MFB etc.), völlig neue Hersteller hinzu treten (Arturia z.B.), mit einem erheblichen Kompetenzlevel - und zugleich vormals entschwundene "alte" Hersteller (Korg) sich erneut auf den Marktplatz begeben. Sie schaffen es, mit neuen, rationalen Fertigungsverfahren attraktive Neu-Analoge zu entwickeln.

Vom den Stückzahlen her: Ganz zweifellos ein gewisser Boom. Zugleich aber auch eine Nische, denn herkömmliche, sehr ausgereifte Rompler werden damit ja nicht ersetzt oder verdrängt. Vielleicht lässt sich sagen (Vorsicht: Spekulation), dass im Moment die "neu-analoge Welle" ein Stück weit eine Modeerscheinung ist, welche wie alle Modeerscheinungen irgendwann wieder abebbt. Im Moment aber werden durch die aktuellen Entwicklungen neue Begehrlichkeiten geweckt, nicht nur bei Musikern, sondern auch bei eventuellen, künftigen Marktteilnehmern/Herstellern.

Für die nächsten Jahre jedenfalls bin ich mir sicher: Da kommt noch so Einiges!

(vielleicht sogar überrascht uns Roland mit einem analogen Poly)

Auch wird "das System" zurück schlagen - bzw. die anderen Hersteller werden auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Bei Korg (King Korg) kann man das ja schon sehen, auch Novation wäre damit zu rechnen. Hybride Synthesizer werden aufkommen. Womöglich entdeckt die Musikabteilung von Yahama in diesen Tagen, dass es vielleicht doch keine Top-Idee war, die eigene Entwicklungsabteilung in die Wüste zu schicken. Falls nicht: Dann werden andere diese Lücke füllen. Sicher bin ich mir jedenfalls, für die kommenden Jahre:

Da kommt noch so Einiges!
 
VCMG steht für Vince Clark und Martin Gore. Kennst du, würde ich mal sagen.
SSSS: So heißt die Scheibe, echt ;-)
Juno 106, usw.: Denke, unsere Sichtweisen sind ganz ähnlich ...
 
ich freue mich auf den tag wo es sowas wie einen nl5 gibt mit dem interface a´la 3er, 64 stimmen - alles intern auf 192khz und 32 bit (oder mehr ?)
...wenn man dann auch noch bei der wandlung nicht das billigste nimmt denke ich dass spätetsens dann "analog" im modernen kontext keine sonderlichen objektiven vorteile mehr hat

bei den nls und dem g2x stört mich ja eigentlich nur das bei gewissen modulationen der speed bzw. die tiefen eine art angestrengtheit vermittelt - dies ist aber sicherlich durch eine höhere auflösung aller parameter zu eliminieren

mfg


oder halt sowas das klingt wie ein (von mir aus) jupiter - die modulationsvielfalt eines matrix 12 hat - aber bei dem die modsources wenn schon hybrid dann WIRKLICH gut aufgelöst sind - dann von mir aus auch analoge oscis - aber es ist wie gesagt am ende doch egal "wie" der klang zustande kommt
 
The German Model schrieb:
VCMG steht für Vince Clark und Martin Gore. Kennst du, würde ich mal sagen.
SSSS: So heißt die Scheibe, echt ;-)
Juno 106, usw.: Denke, unsere Sichtweisen sind ganz ähnlich ...


danke . ja kenn ich und finde ich gut - LOL
bin aber kein fan in dem sinne - bin aber allgemein kein sonderlicher fan von elektronischer musik - LOL
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

fanwander schrieb:
Ich denke, der große Reiz an den aktuellen "Analogen" ist gar nicht die analoge Klangerzeugung sondern der Zugriff auf Parameter und Klangansteuerung. Es ist einfach cool, wenn ich einen Trigger aus einer Drummaschine nehmen kann und an den Envelope von einem Synth hänge. Oder einfach mal das Filter von einem ganz anderen Ding steuern lassen, als vom tonhöhebestimmenden Sequenzer.

Das sind Dinge, die auf der analogen Ebene ein ingenieurstechnischer Klacks sind. Im digitalen Bereich ist das alles scheiß kompliziert, weil die digitalen Schnittstellen überhaupt nicht flexibel oder sowas wie "kulant" sind. Eine analoger Triggereingang will nur eine Spannungsübergang von 0 auf mehr als z.B. 2 Volt sehen. Ob das von der Audiospannung eines Rimshot-signals kommt, oder von einem 5V Roland Trigger oder einer 12V ARP-Gate ist völlig egal. Eine digitale Schnittstelle benötigt eine hundertprozentige Definition und das hundertprozentige Einhalten exakt des Protokolls. Eine technische Flexibilität nach dem Motto "geht schon irgendwie" gibt es im Digitalen nicht. Und das ist die große Schwäche der Digitalwelt und der ganz große Vorteil der Analogwelt.

Die schon erwähnten kaufmännischen Vorteile bei der Produktion (und bei der Entwicklung) kommen dann noch dazu.
Florian

Ja das ist sicher richtig. Dazu kommt noch der Marketingaspekt "Analog". Dieser hat wechselnde Konjunkturen. Basstation1, Waldorf Pulse1 und die 303 Clones der 90er waren der Berg der letzten Welle. Sicher geht es damit irgendwann auch wieder abwärtz, aber wie tief und was danach kommt kann niemand sagen.

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen (Nils Bohr)
 
tom f schrieb:
aber es ist wie gesagt am ende doch egal "wie" der klang zustande kommt

Stimmt, ob analog und/oder digital ist egal. Aber irgendwie scheint es bei analog noch so etwas wie eine weitere Dimension zu geben: Ich hab' mir z. B. mal ein paar Sachen angehört, die mit einem Buchlar gemacht wurden. Jetzt mal unabhängig vom musikalischen Kontext: Das hat klanglich eine eigene Qualität. Selbst beim Music Easel findet die sich wieder. Ähnliches habe ich auch beim Moog Voyager erlebt. Und da spreche ich nur vom Klang ansich.
 
The German Model schrieb:
tom f schrieb:
aber es ist wie gesagt am ende doch egal "wie" der klang zustande kommt

Stimmt, ob analog und/oder digital ist egal. Aber irgendwie scheint es bei analog noch so etwas wie eine weitere Dimension zu geben: Ich hab' mir z. B. mal ein paar Sachen angehört, die mit einem Buchlar gemacht wurden. Jetzt mal unabhängig vom musikalischen Kontext: Das hat klanglich eine eigene Qualität. Selbst beim Music Easel findet die sich wieder. Ähnliches habe ich auch beim Moog Voyager erlebt. Und da spreche ich nur vom Klang ansich.


jetzt liest es sich, als wärste bekehrt wurden zum analogen Glauben ;-)
 
TS12 für 78 Euro bitte sofort zu mir. Und auch einen VFX SD für 100 sofort zu mir. :D

Also ich mache mir beim Musikmachen eigendlich gar keine Gedanken ob ich nun einen analog, VA oder Digitalklang brauch. Wenn ich ein Stück mache und z.b. die Drums stehen und zum Bass oder Fläche übergehe probiere ich verschiedenes aus. Mal FM, mal VA Plug in mal Samples usw.. Ein Analogsound muß bei mir nicht zwangsläufig das passenste sein.
Wichtig ist mir allerdings Total Recall. Ein Synth wo ich keine Speicherplätze habe könnte ich gar nicht gebrauchen. Ohne Midi auch nicht.

Und ja, ein Analoger klingt oft fetter als ein VA, oder Plug in der genau den vergleichbaren Sound ausspucken soll. Wenn man aber einen Klang nimmt der mit Analog so vielleicht gar nicht möglich ist kann der Sound im Stück aber auch interessanter sein.
Für mich ist Klang sehr wichtig. Trotzdem ist mir erstmal egal ob das analog oder Digital aus der Kiste kommt. Mein Ohr enscheidet ob mir der Sound zusagt oder nicht. Und es gibt ja auch analoge Kisten mit Klängen die nicht fett sind oder nicht jedermanns Geschmack. Mir gefällt z.b. der Klang eines Juno 106 überhaupt nicht. Vom VA JP8000 auch nicht. Moog, Nordlead, Phrophet, Jupiter find ich wieder gut.

Das die Ausstattung um Musik zu machen immer günstiger wird finde ich sehr gut. Man brauch sich im Normalfall keine Gedanken ums Geld zu machen sondern kann einfach kaufen und Musik machen. Und wer mit normalem Budget heute nix Musikalisches hinbekommt wird das auch mit einem Lottogewinn nicht schaffen.
 
Analog - neuer Anfang oder Anfang vom Ende?

Natürlich Anfang vom Ende ......................................................................................................... und das seit mindestens 30 Jahren !!! Solange höre ich diese Theorie nämlich schon. Als der DX7 kam war klar für die Mehrheit das analog jetzt sowas von out und gestorben ist. Ich möchte mich noch heute bei allen sogenannten Fachleuten/Fachredakteuren bedanken die die selbe These vertreten haben. Viele Leute haben daraufhin ihre analogen Schätze verkauft. Ich habe Geräte zu Preisen gekauft, die heute den Leuten die Tränen in die Augen treiben würden. :lol: :D
Zwei Jahre später kamen dann die ersten bezahlbaren Sampler und wieder hieß es anaolog ist tot, wobei die Preise für analog Gear nicht mehr nach unten gingen. Es wurde auch behauptet Bedienung sei sekundär und kein Mensch bräuchte noch Fader, Potis ect. , sowas sei tot. Schließlich kam irgendwann Clavia mit dem Nord lead 1 und nur 4 Stimmen und ich höre noch gut ein paar Leute aus der Musikindustrie lachen, das die Schweden wohl damit den Bach runter gehen. Ein paar Monate später lachte keiner mehr und es kam eine Welle von VA Synthesizern.

Seit langer Zeit hat es nicht mehr so viele analoge und analog bedienbare Synthesizer gegeben, ausgerechnet jetzt mit so einer These zu kommen mutet doch mehr als seltsam an. Ach ja, die Schallplatte die ja auch seit ewig tot gesagt wird, erlebt immer mehr Zuwachsraten.
Außerdem, was interessiert schon ob etwas out oder in ist, einfach mit dem was man hat und was in den eigenen Möglichkeiten liegt, Musik machen.
OT
Welcher Trend mich viel mehr nervt und sich hoffentlich bald umkehrt, das primär sehr viel Spielzeug für Frickler und Knöpfchendreher rauskommt und Tastaturen die auch den Namen verdienen, total vernachlässigt werden.Selbst wenn ich heute 1000 Euro in die Hand nehme, wüßte ich kein Midi/Controllerkeyboard das wirklich eine gute Tastatur gute Bedienung und Software miteinander verbindet.
 
intercorni schrieb:
Es macht einen Unterschied, ob ich für eine Kiste 8000,- oder nur 300,- hinblättern muss, es wird sich eine größere Wertschätzung für das teuere Instrument ergeben. Also wird man sich mit dem teuer erstandenen Instrument auch viel länger beschäftigen wollen.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt: I. d. R. wird man sich bereits vor dem Kauf länger mit der Kiste beschäftigen, also bevor man die 8.000 hinblättert. Bei den Mitnahmepreisen heutzutage wird die Kaufentscheidung sozusagen auf die Zeit nach dem Kauf verlagert ;-)
 
Re: Analog ist out, oder nicht?

The German Model schrieb:
Ich möchte mal gerne eine VA/Plug-In-Produktion hören, die es soundästhetisch mit SSSS von VCMG aufnehmen kann. Das ist für mich aktuell Analog in Vollendung.

Die Scheibe klingt richtig gut!

Aber jaja, "den Unterschied hört man nicht", "Flöhehusten", "Blindtest" etc.pp.
Mag ja alles sein für das ungeübte Ohr. Kein Nicht-Musiker käme auf die Idee zu sagen "das klingt aber analog". :lol:
Trotzdem, mehr oder weniger unterschwellig nehmen es vielleicht mehr Leute wahr als man glaubt.

Nun bin ich aber nun mal Hobby-Musiker.... warum sollte ich mich also tauber stellen als ich bin?
Was mich auf den meisten EM-Scheiben neueren Datums u.a. stört, ist die digitale Klang-Ästhetik. Auch live wird da gerne mal ein Kronos oder so was hingestellt. Wenn jemand mit analogem Geraffel aufläuft, ist das nicht nur optisch, sondern in meinen Ohren eben auch akustisch besser. Beim letztjährigen Electronic Circus durfte ich Zeuge sein wie kratzig und kalt das Digitalgedöns (z.B. "Volt") im Vergleich zum Analogen (z.B. Ian Boddy) klang.

"Been there, done that", wie man so schön sagt. Ich hab genug VAs gehabt, ich will sie nicht mehr. Bei den EFSS-Sessions sind wir im Laufe der Zeit immer konsequenter analog geworden, weil die Digitalen einfach nicht dagegen ankommen, wenn z.B. ich einen Bass vom Polysix durch einen Analog-Phaser schicke... oder wenn ich beim Minimoog richtig Kelle auf den externen Eingang gebe.
Wenn schon digital, dann auch eher alte Digitale (z.B. DX7).
Ein Analoger alleine unter lauten Digitalen macht vielleicht noch keinen großen Unterschied, aber in der Summe...

Langer Rede kurzer Sinn: Die Analogen werden nicht mehr verschwinden, das kann ich mir einfach nicht vorstellen so lange es noch Musiker gibt die keine Tomaten auf den Ohren haben.
 
@ Threadstarter:
So nach der Devise "Analogue Synthesizers are not dead they just smell funny"? :selfhammer:
Aber im Ernst, welche empirischen Beobachtungen stützen deine Aussagen/Thesen??? :school: IMHO haben nur einige Firmen erkannt, dass die Massenproduktion analoger Produkte (wie von EHX schon seit langer Zeit vorgemacht) auch im Bereich Synthesizer genug Margen abwirft. Und da weder spezielle/rare Custom Chips a SSM/CEM/etc. verwendet werden, noch die anderen Bauteile in Zukunft ausgehen sollten (außer wir haben 'ne generelle Rohstoffkrise), sehe ich diesen "Boom" (der er IMHO gar nicht ist) nicht zeitlich limitiert....die Testphase schien auch bis jetzt gut zu laufen...der Gebrauchtmarkt ist dadurch auch sehr belebt.
 
Näää gibt genügend Leute denen Total Recall vollkommen wurst ist.
Ich finde es gut, wenn sich Synth-Spieler wieder mehr richtig "spontan live" statt "Frickeln im Studio" orientieren.
Speicherplätze bei einer Kiste wie Mini/Microbrute? :gay:
 


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