Tod? Ein "letzes Aufbäumen"? Eher neuer Anfang, denke ich. Wir erleben gerade eine zweistufige Renaissance.
Die erste Stufe, das waren die analogen "Boutique-Synthesizer", so etwas in der Art von Macbeth. Jetzt stehen wir mitten (bzw. noch eher am Anfang) in einer zweiten Stufe, wo die Hersteller von neu-analogen Synthesizern ihre Kompetenzen und Produktivität erhöhen (DSI, MFB etc.), völlig neue Hersteller hinzu treten (
Arturia z.B.), mit einem erheblichen Kompetenzlevel - und zugleich vormals entschwundene "alte" Hersteller (Korg) sich erneut auf den Marktplatz begeben. Sie schaffen es, mit neuen, rationalen Fertigungsverfahren attraktive Neu-Analoge zu entwickeln.
Vom den Stückzahlen her: Ganz zweifellos ein gewisser Boom. Zugleich aber auch eine Nische, denn herkömmliche, sehr ausgereifte Rompler werden damit ja nicht ersetzt oder verdrängt. Vielleicht lässt sich sagen (Vorsicht: Spekulation), dass im Moment die "neu-analoge Welle" ein Stück weit eine Modeerscheinung ist, welche wie alle Modeerscheinungen irgendwann wieder abebbt. Im Moment aber werden durch die aktuellen Entwicklungen neue Begehrlichkeiten geweckt, nicht nur bei Musikern, sondern auch bei eventuellen, künftigen Marktteilnehmern/Herstellern.
Für die nächsten Jahre jedenfalls bin ich mir sicher: Da kommt noch so Einiges!
(vielleicht sogar überrascht uns Roland mit einem analogen Poly)
Auch wird "das System" zurück schlagen - bzw. die anderen Hersteller werden auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Bei Korg (King Korg) kann man das ja schon sehen, auch Novation wäre damit zu rechnen. Hybride Synthesizer werden aufkommen. Womöglich entdeckt die Musikabteilung von Yahama in diesen Tagen, dass es vielleicht doch keine Top-Idee war, die eigene Entwicklungsabteilung in die Wüste zu schicken. Falls nicht: Dann werden andere diese Lücke füllen. Sicher bin ich mir jedenfalls, für die kommenden Jahre:
Da kommt noch so Einiges!