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Analoge Synthesizer haben ausgedient..

  • #91
Und Du musst mal aufhören, alles was Du nicht verstehst, als Alte-Leute-Kram abzutun.

Da gibts halt diese Theorie, dass jemand, der wenig über ein Thema weiss, sehr selbstbewusst darüber schwafeln kann und je mehr jemand weiss, desto kleinlauter, differenzierter und nüchterner wird die Meinung ausfallen.

Dieses Phänomen werden wir in Zukunft, wo der Computer wirklich alles übernehmen kann, häufiger haben.
 
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M.i.a.u.: Horn
  • #92
Es bezog sich rein darauf, dass Hardware-Synths ihre essentielle Funktion im Studio verloren haben. Die ganze Nostalgie basiert ja darauf, dass Hardware-Synths lange Zeit entscheidend waren für den Erfolg von Musikproduktionen. Auch wenn sie heute sicherlich noch genutzt werden, ist ihre universelle Rolle im Studio nicht mehr so wie früher. Der Nostalgie-Faktor ist auch ein wesentlicher Hinderungsgrund für Innovation. Auch wenn der @Moogulator denkt, er würde sich Innovation wünschen, sieht man an seiner Einschätzung zu Geräten, die etwas anders machen, dass er eigentlich gar keine Innovation will, so wie viele Synth-Käufer. Man kauft sich Erinnerung an eine schöne Zeit. Man möchte ein neuen Synth kaufen und merken, wie viel man schon weiß und wie nützlich das eigene Wissen ist. Man möchte nichts grundlegend Neues lernen, sich auf einen komplett neuen Workflow einlassen, man möchte eigentlich das alles so funktioniert wie man es gewohnt ist. Das haben die Synthhersteller längst verstanden. Man wirft halt immer wieder alten Wein in neuen Schläuchen auf den Markt, weil die Käufer das so wollen.

Die Projekte die irgendwie innovativ waren oder auch nur ein wenig anders sind, werden von dieser spezifischen Käuferschicht abgelehnt. Sie kaufen sich lieber eine TR-1000 und freuen sich darüber, dass alles so klingt wie vor 45 Jahren, als für sie Musik noch ein Abenteuer war.

Du könntest ja ruhig mal auf konkrete Synthese- oder Gerätebeispiele eingehen.
Ich bin mir sicher, dass es einen Grund hat warum ein Tool besser ankommt, als ein anderes. Oft liegt es weniger an der Nostalgie, sondern einfach nur daran, dass altbewährtes nach wie vor die bessere Option ist.

Was konkret macht Neues besser? Und ab wann ist neu dir neu genug? Kannst du überhaupt die Hintergründe differenzieren? Hast du überhaupt tontechnische Erfahrung?

Bei anderen Instrumenten wurde auch viel herumprobiert und nur das was sich bewährte, hat sich durchgesetzt und dazu gehören eben nicht nur altbewährtes, sondern auch neubewährtes.

Alle arbeiten hybrid, gehen aus Gründen wieder in die Hardware und aus genauso guten Gründen wieder zurück. Warum?
Weil es heute verlustfrei geht und die bessere Option darstellt und manchmal ist es auch einfach nur Nostalgie, weil sie Kreativität besser triggert als Mouseschubsen.

Also wo ist jetzt das Problem?
 
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M.i.a.u.: Horn
  • #93
Also wo ist jetzt das Problem?
Ich stimme Martin Kraken voll zu und kann in seiner sachlichen Analyse kein Problem erkennen. Wenn es ganz anders wäre, ließe sich der Erfolg von immer neuen Analogsynth-Derivaten nicht erklären.

Es gibt ja durchaus Innovationen auch mit analoger Technik, wie z.B. den SCHMIDT, der astreine FM-Klänge produzieren kann. Aber abgesehen vom Preis habe ich auch die Kritik gehört, dass man "für solche Sounds doch keinen Analogen nehmen bräuchte."

Deshalb ist es kein User-Bashing denjenigen der Synth-Innovationen vermisst zu fragen, wie offen er denn wirklich ist für neue Konzepte. Es ist ja auch irgendwie menschlich. Die meisten von uns wollen doch Technik, die "irgendwie besser funktioniert", aber wenn's dann konkret wird ....
 
  • #94
Geht es wirklich um Hörgewohnheiten oder kann man es herunterbrechen, nicht nur auf Art des Sounds,
durch unterschiedliche Synthesemöglichkeiten, sondern der Art des Spektrums, das das Audiosignal liefert.

Glaub darüber machen sich nur wenige Gedanken, aber es ist genauso relevant, wie die Frage,
ob Jazz- oder Precisionbass, ob Les Paul oder Strat und genauso bedeutend ist auch die Frage nach
jedwedem anderen Instrument.

Wenn das egal ist, muss man sich nicht wundern, dass Musik heute so klingt, wie sie klingt,
nur populär niemand mehr bereit ist so sehr in die Tiefe abzutauchen
Mal angenommen, da ist ein Künstler (+ Frauen ff.) mit ner speziellen synthetischen Klangvorstellung. Seine Vorstellung gefällt ihm deswegen, weil endlich mal KEIN Synthklang drin vorkommt, den er (und die Welt) aus 1.000 Produktionen (Zack, da war sie wieder die Kapitalisierung) kennt. Nicht einer. eUnd es gelingt ihm, diese Synth-Klangvorstellung umzusetzen. Der Rest ist komplett zu 95 % bekannte Harmonien und Chord Progressions, bekannte Struktur und super nice Liedmelodien, die den aktuellen Lala-Markt bedienen. Jetzt geht das Ding viral, die Welt liegt ihm zu Füssen und alle fragen ihn, wie er die Sounds gemacht hat. Seine wahre Antwort: "Alles Minimoog + Effekte." Denkbar? Ich hatte nie nen Minimoog. Und sicher gibt es hier im Forum dutzende, die ALLE Sounds schon mal gehört haben, die ÜBEHRAUPT mit nem Minimoog machbar sind und zu Recht sagen: "kernelkid, du redest Hirnkäse". Ich sage aber genauso zu Recht:" Auf Nerdebene: ja, Hirnkäse – aber auf Gehörgewohnheitsebene: Why not?"

Für mich ist es denkbar, dass ein Künstler so Songs produziert. Und Erfolg damit hat: Es gibt für alles einen Markt. Es muss ja kein Minimoog gewesen sein, da reicht auch irgendeine Softsynthwurst. Dem Publikum ist das eh vollkommen egal.

Ausserdem hatte "der analoge Synthesizer" ja mal ausgedient. In den 90ern wurde kaum ein Analoger Synth produziert. Hörgewohnheits-Konsum- und synthproduktionsbedingt. Als dann der Virus rauskam, war das ein bisschen mutig vom Kemper. Als dann der Andromeda rauskam, war das ein bisschen noch mutiger von Alesis. Als dann der Prophet 08 von Sequential rauskam, war das nicht besonders mutig. Und als dann Behringer den DM rausbrachte, hatte der analoge Synthesizer schon lange nicht mehr ausgedient. Für den Mainstream. Die Nerds und Profis unter den Synthmusikern, die noch Kisten aus den 80er Jahren hatten, haben diese IMMER benutzt. Halt mal 10 Jahre weniger.

Heute wisen wir: Ein Arturia Polybrute für 3.700 Euro hat 2025 nicht ausgedient, inklusive China-Potikappen. Ein Modal 001 für 5.700 € hatte 2018 ausgedient. Ein River und ein Schmidt waren immer irgendwie abgezählte Exemplare eines "Kunsthandwerks spannungsgesteuerte Klangsynthesegeräte"

Zu all dem Summs kommt, dass ein Synth-Musiker erstmal bereit sein muss ihm unbekannte Synthesen so kennen lernen zu wollen, inklusive dessen Bedienung, dass die Ergebnisse NICHT irgendwelchen Gehörgewohnheiten entsprechen, auch nicht seinen eignenen (sofern das kognitiv überhaupt machbar ist) – da sind wir bei dem bereits genannten Zugang-Gedanken: ein Profi muss gut überlegen, ob er die Zeit "investiert" und sich zB in das Rabbithole Eagan Matrix und das Rabbithole Continuum begeben möchte – oder eine andere Rabbithole-Technologie, die die WIRKLICH mutigen Synthersteller raushauen. Das Analoge Synthesizer-Denken hat mE erst dann ausgedient, wenn die KI die Vorstellungs-Arbeit übernimmt.
 
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M.i.a.u.: Rasenmähermann
  • #95
Es bezog sich rein darauf, dass Hardware-Synths ihre essentielle Funktion im Studio verloren haben. Die ganze Nostalgie basiert ja darauf, dass Hardware-Synths lange Zeit entscheidend waren für den Erfolg von Musikproduktionen. Auch wenn sie heute sicherlich noch genutzt werden, ist ihre universelle Rolle im Studio nicht mehr so wie früher. Der Nostalgie-Faktor ist auch ein wesentlicher Hinderungsgrund für Innovation. Auch wenn der @Moogulator denkt, er würde sich Innovation wünschen, sieht man an seiner Einschätzung zu Geräten, die etwas anders machen, dass er eigentlich gar keine Innovation will, so wie viele Synth-Käufer. Man kauft sich Erinnerung an eine schöne Zeit. Man möchte ein neuen Synth kaufen und merken, wie viel man schon weiß und wie nützlich das eigene Wissen ist. Man möchte nichts grundlegend Neues lernen, sich auf einen komplett neuen Workflow einlassen, man möchte eigentlich das alles so funktioniert wie man es gewohnt ist. Das haben die Synthhersteller längst verstanden. Man wirft halt immer wieder alten Wein in neuen Schläuchen auf den Markt, weil die Käufer das so wollen.

Die Projekte die irgendwie innovativ waren oder auch nur ein wenig anders sind, werden von dieser spezifischen Käuferschicht abgelehnt. Sie kaufen sich lieber eine TR-1000 und freuen sich darüber, dass alles so klingt wie vor 45 Jahren, als für sie Musik noch ein Abenteuer war.
Du redest von Nostalgie, aber das ist Quatsch. Einen guten Synthesizer zu spielen ist ebensowenig Nostalgie, wie eine gute Gitarre zu spielen oder eine gute Geige.

Und ich möchte mal sehen, was Du aus einem Quantum oder Iridium herausholen würdest. Wenn das kein innovativer Synthesizer ist, was dann bitte?
 
  • #96
Dazu kommen zwei Dinge, die m.E. die Nachfrage nach innovativer Synth-Technik reduzieren:

1) Schon seit langem habe ich den Eindruck, dass die Öffentlichkeit, also der musikalische Mainstream, gar nicht mehr auf der Suche nach neuen Klängen ist. In den 80ern war das noch eindeutig so, aber irgendwann hat sich in meinem (Nichtmusiker-) Umfeld die Meinung durchgesetzt, dass mit der modernen Technik "ja eh alles möglich ist". Von da an war es einfach nichts Neues und Ungewohntes mehr, neue und ungewohnte Klänge zu hören, und "Sounds" haben in der Wahrnehmung der Leute an Bedeutung verloren.

und

2) Ist heute nicht die ganze Form der DAW-Musikproduktion im Kern synthetisch? Wenn ich bei einem einsetzenden Gitarrensolo keinerlei Lautstärkeanstieg mehr höre, wenn synthetische und akustische Instrumente zu einem kaum trennbaren Ganzen verschmelzen? Stimmen werden in der DAW x-fach gedoubelt, komprimiert, pitchkorrigiert etc. Damit sind Dinge möglich, die früher undenkbar waren. Selbst eine "akustische" Band kann so "optimiert" werden - und oft klingt es ja auch gut - dass es mit akustischer Musik eigentlich nix mehr zu tun hat.

Für mich ist nachvollziehbar, dass damit die Nachfrage nach innovativer Synthese abnimmt. Wenn du heute als Live-Keyboarder interessante Sounds spielst, flippt deshalb das Publikum noch lange nicht aus. Das war mal anders ;-)
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: kernelkid
  • #97
Ihr geht immer zu sehr von Musik-Aufnahmen in der DAW aus. Es gibt immer noch sehr, sehr viele Musiker, die live spielen. Allein bei uns im Dorf gibt es neben dem Kirchenchor etliche Bands, ein regional ziemlich erfolgreiches Singer-/Songwriter-Duo, einen international erfolgreichen Solokünstler usw. usf. Die musikalische Lebensrealität spielt sich nicht im Internet ab, sondern da, wo Leute wirklich Musik machen. Und ich rede hier von einem Dorf mit weniger als 2000 Einwohnern. Hier macht gefühlt jeder dritte Mensch irgendwie Musik. Und die wenigsten von denen wissen, was die Abkürzung "DAW" überhaupt bedeutet.

Aufnahmen sind doch heute beliebig geworden, erst recht angesichts von AI. Aber wenn beim Dorffest oder im Gottesdienst eine Band spielt oder der Posaunenchor auftritt, dann ist das die wirkliche Musik. Und da werden manchmal auch Synthesizer benutzt. Eher selten allerdings. Und dann sind die niemals Software, sondern immer Hardware und manchmal sogar analog.
 
Zuletzt bearbeitet:
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M.i.a.u.: kernelkid
  • #98
Wenn du heute als Live-Keyboarder interessante Sounds spielst, flippt deshalb das Publikum noch lange nicht aus.
Psychologisch ist das ein bisschen wie Aufklärung und Säkularisierung: Mit der technischen Entzauberung nimmt das Staunen ab – nicht weil weniger möglich wäre, sondern weil alles jederzeit möglich scheint. Steile These, wa? :-)
 
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M.i.a.u.: Tonerzeuger
  • #99
Du redest von Nostalgie, aber das ist Quatsch. Einen guten Synthesizer zu spielen ist ebensowenig Nostalgie, wie eine gute Gitarre zu spielen oder eine gute Geige.

Und ich möchte mal sehen, was Du aus einem Quantum oder Iridium herausholen würdest. Wenn das kein innovativer Synthesizer ist, was dann bitte?

Ja, vielleicht sind Synths zu Gitarren geworden. Bei Gitarren gibt es auch kaum Innovation. Wie ich geschrieben hatte, hat sich die Funktion von Hardware-Synths verlagert, waren sie eine Zeit lang im Studio die dominanten Geräte für Musikproduktion, sind sie jetzt eher Instrumente wie Gitarren. Ich sehe da auch echt Potential, wo man interessante Performance-Tools in die Synths einbauen kann.

Wie findest du denn das neue Roli Airwave? Das wäre zum Beispiel eine Innovation, die man perfekt nutzen könnte für perfomance Wird es sich verkaufen? Sicherlich nicht bei den alten Herren hier im Forum.



 
  • #100
Es stimmt nicht, dass es keine Innovation gäbe. Musik ist ständig im Wandel.

Hier scheint es eher ein Wahrnehmungsproblem geben
 
  • #101
Ihr geht immer zu sehr von Musik-Aufnahmen in der DAW aus. Es gibt immer noch sehr, sehr viele Musiker, die live spielen. Allein bei uns im Dorf gibt es neben dem Kirchenchor etliche Bands, ein regional ziemlich erfolgreiches Singer-/Songwriter-Duo, einen international erfolgreichen Solokünstler usw. usf. Die musikalische Lebensrealität spielt sich nicht im Internet ab, sondern da, wo Leute wirklich Musik machen. Und ich rede hier von einem Dorf mit weniger als 2000 Einwohnern. Hier macht gefühlt jeder dritte Mensch irgendwie Musik. Und die wenigsten von denen wissen, was die Abkürzung "DAW" überhaupt bedeutet.

Aufnahmen sind doch heute beliebig geworden, erst recht angesichts von AI. Aber wenn beim Dorffest oder im Gottesdienst eine Band spielt oder der Posaunenchor auftritt, dann ist das die wirkliche Musik. Und da werden manchmal auch Synthesizer benutzt. Eher selten allerdings. Und dann sind die niemals Software, sondern immer Hardware und manchmal sogar analog.

Jetzt hier Beispiele vom Dorf bringen, wo doch jeder weiß, dass die Zeit in Dörfer etwas langsamer tickt...hihi...
 
  • #102
Kommt ganz auf die Musik an, würde ich sagen.

Bezüglich nicht nachhaltiger Popmusik oder EDM, also den ganzen Konservenkram,
da magst du recht haben, aber Künstler, die was auf sich halten und dem Klang
eine gewisse Wertschätzung geben, arbeiten idR hybrid und wählen sehr genau aus
was und wofür sie es nutzen
Kurzum, nur Schrott entsteht ITB. Ausnahmen bestätigen die Regel oder wie?

Ich weiß nicht in welchem Bereich du dich bewegst, weil du EDM ausklammerst.
Es ist doch eher umgekehrt. Die meisten kaufen analoges Zeug und Hardware, um etwas von sich zu halten. Genau umgekehrt also. Das kann nicht viel bedeuten.
Das die meisten Musiker heute hybrid arbeiten ist einfach nur wahrscheinlich.

Bei einem Synthesizer ist nur wichtig, was am Ende rauskommt und am wichtigsten von allem ist die Komposition, die Einbettung und der Zusammenhang der Sounds. Egal ob bei Demos oder bei Musik.
Die Leute werden auf einen Grundklangtrend konditioniert. Ganz automatisch. Das kann für einen wichtig sein, aber das ist kein objektiver Fakt.
Wie kommst du darauf, dass Qualität nur mit beidem geht? Oder irgendwie überlegen ist? Das ist nicht anders als bei den Analogpuristen oder ITB Verfechtern.

Das Gerede über technischbedingte Klangunterschiede, lässt keine direkten Schlussfolgerungen auf Qualität zu. Wie willst du das messen?
Es ist doch völlig egal, ob hybrid, digital, analog, software oder hardware. Wichtig ist, was damit gemacht wird. Das ist das einzige das zählt.
Wir sind uns wohl einig, dass ein digitaler Hardware Synthesizer nicht besser oder schlechter klingt als Plugins. Es ist doch eine reine Geschmacksfrage.
Wie lässt sich beweisen, was musikalisch besser ist?
 
  • #103
dann ist das die wirkliche Musik.
... wenn man als Hörer wirklich sieht, wie Klang wirklich zu entstehen scheint und das für den Hörer wertvoll ist: Ja. Wenn ich ich irgendwo ne schöne Musik höre, aber nicht sehe, wer oder was sie macht, weil sie aus Lautsprechern kommt (bei Synthesizermusik beispielsweise), ist das Erleben der Musik aber nicht automatisch "unwirklicher".

Man muss zB das Hören von Live-Musik schon gewohnt sein oder es gelernt haben (Interesse), um die verschiedenen Klangfarben den Klangkörpern zuweisen zu können. Was ich hier im Thread gar nicht nicht einordnen kann: Leute, die eigentlich immer nur "Klangsuppe" hören, damit happy sind und sich einfach nur freuen dabei zu sein, wenn echte Menschen Klang fabrizieren, anstatt, dass irgendeine Blackbox dudelt (bei Synthesizermusik beispielsweise).

Es ist wohl am Ende wirklich so: Solange ein wirkliches Gehirn in einem wirklichen Körper ein hinreichend "wirkliches" Instrument spielt und hört, haben auch Analoge Synthesizer als Musikinstrumente nicht ausgedient. Ausser das Erleben von Klang im Raum ist für den einzelnen oder eine Zielgruppe auch auf eine andere Art und Weise "wirklich" , also wertvoll. (Kommt "wirklich" eigentlich von: "Etwas wirkt"?)

Zugegeben: Das "sinnliche Ganze" geht deutlich über meine These mit den Hörgewohnheiten (s.o.) hinaus und macht sie zu Recht so klein, wie sie ist.
 
  • #104
Naja, das besteht halt zu 95% aus Delay-Effekten (Die starke Frau Karplus lässt grüßen). Wenn Du es "analog" machen willst, dann nimmst'e halt BBDs. Der Rest ist halt Clock-Ansteuerungsfrage und Filter; mit genügend vielen Doepfer A-188 und entsprechender Ansteuerung / Filtermodulen kriegst Du das auch hin.
Das ist nur ein Beispiel, etwas unfair - aber - ja, das hier ist natürlich ein Hirntraining, ob und wo wir stehen.
Ich nutze zB analoge Synthesizer auch. Hat viele Gründe - trotzdem muss man hier und da mal Bestandsaufnahme machen und sehen, was sich getan hat.
 
  • #105
Natürlich! Was ist innovation den anderes als "bekanntes" in neue beziehungen zu setzen. - Es ist nur eine frage des mindsets und der haltung!
Oh, da ist interessant - also wie bei Kunst - nicht zu krass, das versteht keiner - nicht zu sehr kopiert - das ist langweilig, aber wenn es eine Mitte ist, geht es, weil die Musik damit einfach noch verstanden werden muss? Wäre das so richtig übersetzt?
 
  • #106
2006 war die Sache nach 1,5 Seiten durch, 2025....
Entweder liegt's am Klimawandel, Impfschaden oder KI....
 
  • #107
Virus und Supernova sind zwar alt, aber Quantum und Iridium bieten ja unter anderem eine VA-Engine und auch mit den von Dir gewünschten Kombinationsmöglichkeiten. Oder nimm den Multi/poly, den neuen KingKorg und den neuen Microkorg. Das sind doch alles mehr oder weniger VAs. Und sie klingen auch gut.

Und den Blofeld verkaufen Waldorf ja auch noch immer gerne, solange es noch möglich ist. (So lebt der alte Q weiter, während die Novas und Viren Geschichte sind - obwohl die MiniNova ja bei Novation auch immer noch im Programm ist.) Das hat Rolf Wöhrmann im Interview mit Euch ja auch erläutert. Weil der Blofeld nach wie vor ein richtig guter Synthesizer ist mit sehr vielen Möglichkeiten, verkauft er sich auch immer noch. (Auch beim Blofeld ist das Konzept rein subtraktiver Synthese ja durch Wavetables und Kammfilter und Samples schon deutlich erweitert.)
Das bezieht sich sicher auch auf den Satz, dass der Q ja auch ein VA ist und den sah man länger als einen der innovativeren an, zB wegen der FM Fähigkeiten und sogar Wavetables, was damals noch nicht üblich war - Ja, die Standards werden neu gesteckt, die Engines sind aber heute auch besser, dh - sie sind auf vielfältige Weise anders als rein mathematisch aber auch freier von unschönen Exciter-Artefakten wie die 90er.

Die sind aber alle digital - die Frage ist - kann analog noch innovativ sein?
Die VAs sind, solang sie standard sind, vielleicht auch eher genau das - der Kyra kam nicht so gut an, er klang gut, war aber irgendwo überall Brot Butter.
Aktuelle Analoge kennen wir ja - 2006 war das der Sunsyn und der Andromeda, heute sind das die Genannten, Redshit bis Dmno, Magnolia etc..

Was geht da mit Innovation? Stimmt es, dass es keine Revolution gibt, ich glaube eine, die normale Leute hören können - wird schwer.
Hingegen Schwurbelsound raushören können oft sogar Leute die nichts von Synths wissen - da musste besser werden - wurde es ja auch. Da hast du Recht, würde den Iridium nicht so sehr als VA bezeichnen, aber er hat VA Optionen..

Hier geht es natürlich eh nicht um Recht und These bestätigen, das ist nur ein Fühlen, was und wo die Grenze ist und wo mehr kommen kann.
Nur - s'muss schmecken.
 
  • #108
Wenn ich ich irgendwo ne schöne Musik höre, aber nicht sehe, wer oder was sie macht, weil sie aus Lautsprechern kommt (bei Synthesizermusik beispielsweise), ist das Erleben der Musik aber nicht automatisch "unwirklicher".

Naja, aber dann greift durchaus die Frage nach der Ersetzbarkeit. Ist es dann noch wichtig, ob die Mukke analog oder digital, von Menschen oder von Midi-Events getriggert, live gespielt oder als Aufnahme abgespielt wird?

Es fehlt dann der kommunikative Charakter, der Zuhörer kann mit dem Musiker und seinem Equipment nicht mehr in Kontakt treten. Ergreifend und schön kann die Musik aber trotzdem sein.
 
  • #109
2006 war die Sache nach 1,5 Seiten durch, 2025....
Entweder liegt's am Klimawandel, Impfschaden oder KI....
Ich hab' 2025 mittlerweile auch 'ne ganz andere Meinung und Musik findet bei mir primär erst mal im Kopf und nicht in den Händen statt.
 
  • #110
2006 war die Sache nach 1,5 Seiten durch, 2025....
Entweder liegt's am Klimawandel, Impfschaden oder KI....
Haha - das stimmt - oder alles zusammen.
Wir haben heute aber auch andere Synths. Andere Unterschiede. Finde so einen Abgleich schon legitim.
Wenn es auch niemanden weiter bringen wird, hier etwas zu wissen. ;)
 
  • #111
Das ist nur ein Beispiel, etwas unfair - aber - ja, das hier ist natürlich ein Hirntraining, ob und wo wir stehen.
Ich nutze zB analoge Synthesizer auch. Hat viele Gründe - trotzdem muss man hier und da mal Bestandsaufnahme machen und sehen, was sich getan hat.
Darauf wolle ich garnicht hinaus. Mir ging es darum was ich dann im darauffolgenden Posting schrieb. Auch das coolst aussehende Plugin macht nichts neues (es sind auch nur resonierende Delays). Deswegen halte ich den Diskurs analog/digital für uninteressant. Wenn hier was interessant ist, dann ist es doch die Bedienoberfläche, die die digitale Realisierung erlaubt, und die bei einer analogen Realisierung enorm kompliziert/teuer wäre.
 
  • #112
Jetzt hier Beispiele vom Dorf bringen, wo doch jeder weiß, dass die Zeit in Dörfer etwas langsamer tickt...hihi...
Auf so etwas habe ich nur gewartet. Passt zu Dir. Wir haben hier die Leute, die dieses Land am laufen halten. Bauern, Handwerker, Ärzte, Lehrer, Ingenieure. Alles hart arbeitende Menschen, die die dekadenten Städter mit ihren Produkten und ihren Steuern durchfüttern.
 

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