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Analoge Synthesizer haben ausgedient..

  • #122
Auf so etwas habe ich nur gewartet. Passt zu Dir. Wir haben hier die Leute, die dieses Land am laufen halten. Bauern, Handwerker, Ärzte, Lehrer, Ingenieure. Alles hart arbeitende Menschen, die die dekadenten Städter mit ihren Produkten und ihren Steuern durchfüttern.

Der Stand-Land-Widerspruch ist in mancher Hinsicht ein ernstes Thema, auch politisch. Klimaschutz, Mobilität und andere Themen.

Macht sich das auch musikalisch bemerkbar? Ist der Anteil der DAW-User in der Stadt höher als auf dem Land? Wie siehts aus mit der Akzeptanz von Zwölftonmusik oder Kirmestechno? Dazu könnten beide Kontrahenten sich mal äußern!
 
  • #123
Man ist so satt mit Möglichkeiten und oft schlicht überfordert, eine Wahl zu treffen.

Das kommt noch dazu. Es gibt professionelle Studios, die aus diesem Grund mit einer festen Hardwarekette arbeiten.

Zum einen für individuellen Sound, zum anderen wegen der Effizienz alle Geräte zu kennen. Lässt man sich voll auf ITB ein, fällt das meist weg, es türmen sich zahllose Plugins auf, die letztenendes alles gleich machen.

Ossy bringt es auf den Punkt


Es ist eben nicht Nostalgie und es ist auch kein Klassenkampf und es ist mir persönlich ein Rätsel, warum man es immer wieder dazu macht.

Realität ist doch: Ohne Plugins wären die meisten von uns aufgeschmissen - und dennoch bereichert Hardware generell das Spektrum mit besonderen Annehmlichkeiten.

Was mit Hardware geht, geht mit Software nicht und umgekehrt - und selbst wenn, wären die Ergebnisse unterschiedlich.

Glaub das weiss jeder, der hybrid arbeitet.

Wäre ja schön, wenn man das so annehmen könnte und wenn auch aus Mangel an Erfahrung akzeptieren. Wäre ja nen Anfang diese Quatschdiskussion zu überwinden?!
 
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M.i.a.u.: andreas2
  • #125
Darauf wolle ich garnicht hinaus. Mir ging es darum was ich dann im darauffolgenden Posting schrieb. Auch das coolst aussehende Plugin macht nichts neues (es sind auch nur resonierende Delays). Deswegen halte ich den Diskurs analog/digital für uninteressant. Wenn hier was interessant ist, dann ist es doch die Bedienoberfläche, die die digitale Realisierung erlaubt, und die bei einer analogen Realisierung enorm kompliziert/teuer wäre.
Ich beiß mich nicht so fest an dem Beatsurfing Teil - ich hab das genommen, weil es anders ist und nicht analog und Software und Darstellung.
Sollte nur eine Art Sinnbild sein.

EINORDNUNGEN - kannst du überspringen, sind alles Dinge, die wir hier alle wissen:

MEINE HALTUNG:

Ich mag zB diese Dawesome-Optik - einfach und klar - für den Screen gemacht.
Ich mag Mirack/VCV - das ist gut
ich LIEBTE den G2, da ist alles unaufgeregt gestaltet und es ist digital - super - aber der Sound war noch nicht so, wie ich ihn eben auch brauche - in Teilen klappte das. Das mit mehr Roland wäre es gewesen. Aber - der in analog - wäre für mich auch Innovation.
Ich bin nicht mal der Ansicht, dass haptisch wichtiger sei - ich bin alter Sack - vielleicht ist es einfach stures Altherrenzeugs.
Ich nutze live Geräte weil die natürlich so zu bedienen sind, dass ich links die Groovebox mit einer Hand bediene und rechts den Synth. Bin sicher, dass das egal ist, ob analog oder digital, ich nutze 2 Synths, die sehr klingen wie sie sollen aber digital.. und bin gut damit.

WOHIN WILL ICH DAMIT?
Analog Digital ist nicht wichtig, Software gegen Hardware - auch, für mich zumindest ist das lange geklärt. Das ist egal, hält jeder wie er will.

WORAUF WILL ICH HINAUS MIT DER FRAGE?
1) Was meine Urfrage eigentlich ist: KANN technisch gesehen ein analoger Synthesizer heute noch innovativ sein oder ist das eigentlich per Design nicht möglich?
2) Man könnte noch als zweite Frage stellen:
Kann analoge Technik kombiniert mit Digital innovativ sein oder ist es einfach nur klanglich netter - bzw wird sich das auch geben, weil - es genug gute Synths gibt, die … (das ist in diesem Forum und Wissen eh bekannt).

Sowas wo Vorschreiben und Festlegen drin ist - das ist mir egal, das muss jeder selbst entscheiden. Bitte also auf keinen Fall SOFT gegen HARD oder mit oder ohne Gehäuse oder mit Knöpfen oder Screen - es gibt ja auch HW mit fast nur Screen und so weiter - also das können wir separat irgendwo fragen, ich meine wirklich - über so eine lange Zeit - zu welchem Ergebnis kommen wir mit diesem:

Was kommt eigentlich nach dem Analog-Synth - auch heutiger Prägung?
Wo müssen wir suchen? Wo forschen?
Mit allen Vorteilen, die wir daran lieben - ob modular oder kompakt ist da egal.


Ich weiss das selbst nicht, das ist ein gemeinsames Finden. Ich weiss da keine Antwort.
Ich hab nur eine Position, was mir gefällt, wie ich das empfinde, daher habe ich das sogar gepostet, damit keiner denkt, das das eine Falle ist.
Der Rest ist aber - wo finden wir die berühmte neue Ansatz-Ecke, neue Synthese? Ggf. ist es nur der andere Umgang? Ist ein Redshift innovativ? Multimode und Multitimbral ist wieder da, FM nicht, das ist für mich schade, Filter-Variationen: super. Dh - zwielicht in weihnachtlichem orange, so wie hier im Forum ist da an!

Beim Dmno - finde ich den Klang super, ich bin noch nicht sicher, ob er innovativ ist, oder ob das nur so ist, wie es sein soll - es ist mit Digital, ebenso beim Muse, da könnte beim Klang und Filterverhalten noch was drauf, bei FM und Modulation wie ich das will - ist er schon eine große Ecke weiter. Meiner Meinung nach ist das das, was die bisherigen hätten haben müssen, konnten sie wohl nicht wegen alter Technik. Aber - das wäre Fragetyp 2) von oben. Mit Digital ist analog besser, schnellere Mod - find ich absolut gut!!
Sunsyn-ENVs und so - fand ich aber super - die knallen und das höre ich.

Wenn ich zu Kraftwerk ging 1990er mit Moog im Rack und so - knallt! Wenn ich später ging - knallt nicht, Sounds klingen alle gleich - ist gut, berührt mich auch - aber ballert nicht, dh - ich höre es noch. Und ich bin kein Übermensch.

Naja - lange Sache, aber es geht eh um ein Gedankenspiel für das es keine Lösung gibt, ich möchte es nur ins Heute re-fragen.
Ich hab meins schon gesagt.

Was ich gern noch hätte - mehr echt krasse Experimente - aber ich glaube das ginge mehr in Richtung nachziehen von analogen Elementen, wäre aber deutlich mehr digital umzusetzen, HW oder SW - egal.

Ich kann auch mit Bands und Sounds argumentieren - ggf. im nächsten Block. Macht das alle gern, wenn ihr möchtet.
Ich glaube, dass das ggf. leichter ist - Innovativ waren zB für mich Kraftwerk in den 70ern, bis Computerwelt - Sampling und FM hab ich bei Depeche Mode und Co viel spannender gefunden, coolere Sounds - und später bei den Warp und Raster Noton Acts, heute warte ich noch etwas - Modular Acts gibt es auch - wenige super neu - das meiste langweiliges Techno-Einerlei - ich mag Techno - aber nicht dieses Einseitige. Ich will neu- aber ich lass hier frei ich dreh auch zu weit auf, was schlecht für den Thread im Sinne von Post #1 ist - da können wir gern separat reden, damit jetzt keiner irgendwas verteidigt, Geschmack ist eh wie Gummi.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #126
1) Was meine Urfrage eigentlich ist: KANN technisch gesehen ein analoger Synthesizer heute noch innovativ sein oder ist das eigentlich per Design nicht möglich?
Und warum lautet der Threadtitel dann „Analoge Synthesizer haben ausgedient …“?
Dass impliziert doch was völlig anderes, ist nicht als Frage sondern Feststellung formuliert und taugt maximal als Clickbait.
 
  • #127
Und warum lautet der Threadtitel dann „Analoge Synthesizer haben ausgedient …“?
Dass impliziert doch was völlig anderes, ist nicht als Frage sondern Feststellung formuliert und taugt maximal als Clickbait.
Ah, eine Stechfrage. Nimm Clickbait und geh weiter - falls du keinen Bock drauf hast ist das ok -
Mir geht es um Beschäftigung mit dem was da ist und was passiert ist. Das mal durchgehen und prüfen, wie es heute ist. Will da nichts korrigieren oder so, keine Grundsatzrede. Recht haben ist mir da auch egal, das ist eher wie ihr das seht.

Das steht da und ich finde die Frage auch berechtigt - kann analog denn noch was innovatives neues bringen - Klanglich?
JA? Nein? Warum?
 
  • #128
Ossy bringt es auf den Punkt


Er sagt ja im Prinzip nur, dass er wie viele alte Herren sich eingerichtet hat und das benutzt was er kennt. Früher war er innovativ, am Puls der Zeit und heute eben nicht mehr. Die Frage ist, gibt es bei Hardware überhaupt noch ein "am Puls der Zeit"? Es klingt so, als ob er eigentlich jegliche Neuerung ablehnt und es eigentlich nicht um Plugins geht, sondern eher um Neuerungen an sich. Vielleicht kommen alle Entwicklungen an ein Ende, wenn sie hauptsächlich von alten Menschen "besetzt" sind. Hardware-Synths sind halt für junge Leute wie Volksmusik damals. Man wollte immer anders sein als die Alten, jetzt ist man selbst der Alte, auch wenn man es nicht wahr haben will. Wenn er von seiner Hardware aus den 80ern erzählt, dann ist das halt wie damals als Opa vom Krieg erzählt hat.
 
  • #129
Hardware-Synths sind halt für junge Leute wie Volksmusik damals
Nein. Sind sie nicht. Im Gegensatz zu Dir arbeite ich täglich mit jungen Menschen. Und mit Software kannst Du die nicht begeistern. Absolut nicht. Mit echten Instrumenten dagegen schon. Ist so. Du bist von vorgestern. Sieh es ein.
 
  • #132
Bin ja kein Konstrukteur und kann schlecht einschätzen was möglich ist. Vermutlich wäre der Aufwand eben nicht verhältnismäßig zum Ergebnis, ansonsten hätte der SCHMIDT viele Käufer gefunden. Konzertflügel verkaufen sich öfter, trotz des Preises.
 
  • #133
Na, wir sind Musiker - wir dürfen einfach so schreiben, was wir haben wollen.
Schmitt ist aufwendig, aber meiner Ansicht für eine bestimmte Klangecke. Für mich hat er's nicht gemacht, sonst wären die LFOs nicht auf 25Hz beschränkt ;)
 
  • #134
Na, wir sind Musiker - wir dürfen einfach so schreiben, was wir haben wollen.
Ich habe mir das mit dem Modularsystem zusammengebaut. Da ist wirklich alles drin, was ich mir vorstellen kann an analoger Synthese - und der Signalweg ist wirklich rein analog - sogar die Effekte. Analoger Chorus, Federhall, BBDelay, Phaser. Eine analoge, multitimbrale Traum-Workstation und dabei sogar auf Wunsch polyphon, wenn auch nur vierstimmig - in diesem Part dann. Was insbesondere Doepfer und Ladik da anbieten, ist wirklich sehr, sehr gut ... ganz im Gegensatz zu dem Ruf, den Doepfer früher mal hatte im Vergleich zu den 5HE-Systemen. Die neueren Module klingen wirklich alle super. Blitzschnell zufassende Hüllkurven, hervorragend skalierte LFOs, sauber trackende VCOs, tolle Filter-Module. Alles richtig klasse.

Das kann ich so, wie es in dem analogen Modularsystem klingt, mit dem Iridium Core oder Quantum 2 nicht nachstellen - auch mit VCV Rack nicht. Ganz abgesehen davon, dass ich mit dem analogen Modularsystem dreimal so schnell am Ziel bin, um ein Patch, das ich mir vorstelle, zu realisieren. Einfach ein paar Kabel stecken und an ein paar Reglern drehen. Da bin ich lange fertig, bevor ich an digitalen Synths nur durch das zweite bis dritte Menü durch bin. Ich kann das sogar machen, ohne den Synth überhaupt einzuschalten.

Iridium und Quantum können andere Dinge, die das analoge System nicht kann. Das ist klar. Aber alles, was das analoge System kann, ist dort besser.
 
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  • wunderbar
M.i.a.u.: DeepSea
  • #135
Der Stand-Land-Widerspruch ist in mancher Hinsicht ein ernstes Thema, auch politisch. Klimaschutz, Mobilität und andere Themen.

Macht sich das auch musikalisch bemerkbar? Ist der Anteil der DAW-User in der Stadt höher als auf dem Land? Wie siehts aus mit der Akzeptanz von Zwölftonmusik oder Kirmestechno? Dazu könnten beide Kontrahenten sich mal äußern!
Das ist jetzt OT und müsste ausgelagert werden. @Moogulator?

Da, wo ich auf dem Land lebe, ist der Bildungsstand deutlich höher als in der Stadt. Es gibt weniger soziale Probleme, die Bevölkerung ist homogener. Die berüchtigten "Gutmenschen" dominieren tendenziell. Die Leute arbeiten entweder als Bauern oder Handwerker im Dorf oder als Lehrer, Ärzte, Ingenieure usw. in irgendeiner angrenzenden Stadt. Es gibt so gut wie keine Arbeitslosigkeit, es gibt ein sehr hohes Maß ehrenamtlichen Engagements in Vereinen, der Kirche usw. Der Kindergarten und die Grundschule funktionieren beispielhaft.

So ist es jedenfalls hier bei uns. Ich weiß nicht, ob es überall so ist.

Ich bin jedenfalls stolz darauf, ein "Landei" zu sein. Leben in der Stadt habe ich während des Studiums ausprobiert. Das war nichts für mich. Mein Bild von Stadtleben ist sehr negativ.
 
Zuletzt bearbeitet:
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M.i.a.u.: andreas2
  • #136
Nein. Sind sie nicht. Im Gegensatz zu Dir arbeite ich täglich mit jungen Menschen. Und mit Software kannst Du die nicht begeistern. Absolut nicht. Mit echten Instrumenten dagegen schon. Ist so. Du bist von vorgestern. Sieh es ein.

Ja, an den Schulen haben wir ein massives Problem. Die alten Herren können die moderne Welt nicht mehr transportieren. Schule hängt noch weiter hinter der Realität zurück als manch ein Musikproduzent ;-) Anders als du denkst, habe ich sehr viel mit jungen Menschen zu tun. Die Liebe zu "echten" Instrumenten ist ungebrochen, Hardware-Synths gehören jedoch nicht dazu, sie scheinen nicht als "echtes" Instrument zu gelten, jedenfalls alles was keine günstigen Piano-Imitationen sind (weil günstiger und praktischer als echtes Klavier). Das Preis/Leistungsverhältnis von richtigen Hardware-Synths ist auch viel zu schlecht. Ich kenne wirklich sehr viele junge Leute in ihren 20ern, die Musik machen und keiner hat einen Behringer-Synth zu Hause. In der Schule haben wir früher auch immer Volkslieder gesungen.

Na, wir sind Musiker - wir dürfen einfach so schreiben, was wir haben wollen.
Schmitt ist aufwendig, aber meiner Ansicht für eine bestimmte Klangecke. Für mich hat er's nicht gemacht, sonst wären die LFOs nicht auf 25Hz beschränkt ;)

Aber da fängt das Problem doch wieder an. Jeder Nerd hat seine eigenen speziellen Wünsche, aber man entwickelt ja kein Feature in einem Synth, was nur 10 Leute auf der Welt nutzen. Das ist auch ein Kernpunkt warum sich die Innovationen in Grenzen halten, die Leute die schon ganz tief drin sind, wünschen sich Feature für irgendwelche Spezialanwendungen, alles klein klein, die aber nur sehr wenige überhaupt wollen. Die Firmen hören dann da drauf, machen LFOs bis 100Hz, dass den Usern die Ohren bluten. Anstatt mal wirklich innovative Ideen zu haben.
 
  • #137
Ja, an den Schulen haben wir ein massives Problem. Die alten Herren können die moderne Welt nicht mehr transportieren.
Unterstehe Dich zu beurteilen, was ich kann oder nicht kann. Die Schulen sind nicht perfekt, ja. Aber wir geben alle unser Bestes. Auch als relativ alte Männer. Ich bin 53 Jahre alt, wie alt bist Du eigentlich?

Die Liebe zu "echten" Instrumenten ist ungebrochen, Hardware-Synths gehören jedoch nicht dazu, sie scheinen nicht als "echtes" Instrument zu gelten, jedenfalls alles was keine günstigen Piano-Imitationen sind (weil günstiger und praktischer als echtes Klavier).
Da ist etwas dran, aber man kann dafür Begeisterung wecken. Ich arbeite mit den Yamaha Reface CS Synths. Die interessieren die Schüler jedenfalls mehr als Garageband - damit arbeite ich natürlich auch. Ich gebe zu, dass ich nicht immer jeden Schüler mit den Synths erreiche, aber mit welchem Thema erreicht man als Lehrer schon alle? Sie finden es auf jeden Fall spannender, wenn sie mit den Händen etwas beeinflussen können. Was ja auch nicht verwunderlich ist, wenn man von Pädagogik auch nur das leiseste Bisschen versteht.
 
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M.i.a.u.: andreas2
  • #140
Das ist jetzt OT und müsste ausgelagert werden. @Moogulator?

Da, wo ich auf dem Land lebe, ist der Bildungsstand deutlich höher als in der Stadt. Es gibt weniger soziale Probleme, die Bevölkerung ist homogener. Die berüchtigten "Gutmenschen" dominieren tendenziell. Die Leute arbeiten entweder als Bauern oder Handwerker im Dorf oder als Lehrer, Ärzte, Ingenieure usw. in irgendeiner angrenzenden Stadt. Es gibt so gut wie keine Arbeitslosigkeit, es gibt ein sehr hohes Maß ehrenamtlichen Engagements in Vereinen, der Kirche usw. Der Kindergarten und die Grundschule funktionieren beispielhaft.

So ist es jedenfalls hier bei uns. Ich weiß nicht, ob es überall so ist.

Ich bin jedenfalls stolz darauf, ein "Landei" zu sein. Leben in der Stadt habe ich während des Studiums ausprobiert. Das war nichts für mich. Mein Bild von Stadtleben ist sehr negativ.

Da kann man ja auch stolz drauf sein. Trotzdem leben sehr viele Menschen auch in Städten und die haben vielleicht eine andere Realität? Eine grausame DAW-Realität ;-)

Unterstehe Dich zu beurteilen, was ich kann oder nicht kann. Die Schulen sind nicht perfekt, ja. Aber wir geben alle unser Bestes. Auch als relativ alte Männer. Ich bin 53 Jahre alt, wie alt bist Du eigentlich?


Da ist etwas dran, aber man kann dafür Begeisterung wecken. Ich arbeite mit den Yamaha Reface CS Synths. Die interessieren die Schüler jedenfalls mehr als Garageband - damit arbeite ich natürlich auch. Ich gebe zu, dass ich nicht immer jeden Schüler mit den Synths erreiche, aber mit welchem Thema erreicht man als Lehrer schon alle? Sie finden es auf jeden Fall spannender, wenn sie mit den Händen etwas beeinflussen können. Was ja auch nicht verwunderlich ist, wenn man von Pädagogik auch nur das leiseste Bisschen versteht.

Hier ein ausdrücklich Lob, ich find es total super, dass du mit den Schülern mit Synths arbeitest. Es ist eigentlich egal, ob sie sich für Garageband, Synths, Gitarre, Klavier oder Blockflöte begeistern, Hauptsache sie können sich noch für irgendwas begeistern. Und ich schätze mal, dass vielleicht in 10-15 Jahren, Hardware-Synths vielleicht genau das sind was die Kids begeistert, weil es eben kein AI, es nicht wie in zukünftigen DAWs alles auf Knopfdruck komponiert wird. Ich als alter Mensch, hoffe da natürlich, obs so wird...wir werdens vielleicht nicht mehr sehen.
 
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M.i.a.u.: Horn
  • #141
w
nur 10 Leute auf der Welt nutzen. Das ist auch ein Kernpunkt warum sich die Innovationen in Grenzen halten, die Leute die schon ganz tief drin sind, wünschen sich Feature für irgendwelche Spezialanwendungen, alles klein klein, die aber nur sehr wenige überhaupt wollen. Die Firmen hören dann da drauf, machen LFOs bis 100Hz, dass den Usern die Ohren bluten. Anstatt mal wirklich innovative Ideen zu haben.
Ggf. ist nicht klar, was eine echte Innovation machen kann:

- Sampling war ggü Analog eine wirklich neue Welt mit neuer Musik
- FM brachte ganz neue Sounds und Komplexität

Sowas meine ich…
LFOs sind Käse, man macht einfach Modulationsoszillatoren und die sind so schnell wie man will, 2026. Das ist kein Spielkram, das macht viele Sounds.
 
  • #144
Was meine Urfrage eigentlich ist: KANN technisch gesehen ein analoger Synthesizer heute noch innovativ sein oder ist das eigentlich per Design nicht möglich?
Ich glaube bei den Synthesen selbst gibt es keine Innovation mehr - egal, wie sie technisch realisiert ist. Da kennen wir im Prinzip alles (und hier schließe ich sogar LLM-generiertes ein).

Aber!: Expressive E mit Osmose zuvorderst (aber sogar auch das Beatsurfing-Plugin oben) zeigen es ja schön: wenn es Innovation gibt, dann beim Userinterface für die letztlich alt-bekannten Synthesen.
 
  • #145
w

Ggf. ist nicht klar, was eine echte Innovation machen kann:

- Sampling war ggü Analog eine wirklich neue Welt mit neuer Musik
- FM brachte ganz neue Sounds und Komplexität

Sowas meine ich…
LFOs sind Käse, man macht einfach Modulationsoszillatoren und die sind so schnell wie man will, 2026. Das ist kein Spielkram, das macht viele Sounds.

Aber wie hier schon festgestellt wurde, hat die Bedeutung an besonderen Sounds deutlich abgenommen. Man kann mit dem vorhandenen so viele Sounds erzeugen, dass es wohl bis zum Ende der Zeit reicht. Wenn es wirklich innovativ sein soll, dann kann es doch nur ein individuelles Bedienkonzept sein? Vielleicht etwas, was Synths näher an echte Instrumente bringt? Könnte man sowas wie elektrische Seiten machen, die auf Berührung analog den Sound modulieren? Vielleicht hat man 3 solcher Seiten, die erste für die Tonhöhe und die zwei weiteren für Effekte. Das spielt man dann wie ein echtes Instrument. Ich mag auch so Individualierungsideen. Ein Synth der deinen Fingerabdruckliest und daraus einen 100% einzigartigen Synth generiert.
 
  • #146
Aber wie hier schon festgestellt wurde, hat die Bedeutung an besonderen Sounds deutlich abgenommen. Man kann mit dem vorhandenen so viele Sounds erzeugen, dass es wohl bis zum Ende der Zeit reicht. Wenn es wirklich innovativ sein soll, dann kann es doch nur ein individuelles Bedienkonzept sein? Vielleicht etwas, was Synths näher an echte Instrumente bringt? Könnte man sowas wie elektrische Seiten machen, die auf Berührung analog den Sound modulieren? Vielleicht hat man 3 solcher Seiten, die erste für die Tonhöhe und die zwei weiteren für Effekte. Das spielt man dann wie ein echtes Instrument. Ich mag auch so Individualierungsideen. Ein Synth der deinen Fingerabdruckliest und daraus einen 100% einzigartigen Synth generiert.
Es gab das schon, es hieß Trautonium. ;-)

Und man kann das mit Doepfer-Modulen relativ überzeugend nachbauen. Ist ganz analog. Und echte Hardware zum echten Anfassen.


 
  • #147
...
Fazit: Analoge haben in Sachen Innovation ausgedient?
Kann es Innovationen bei analog noch geben?

Wir haben jetzt den Vorteil aus damaliger Sicht in der Zukunft zu leben und da lässt die Frage ganz einfach beantworten: Nein, Analoge hatten 2005 in Sachen Innovation nicht ausgedient. Der Markt an analogen Synths ist weiterhin groß und in den letzten 20 Jahren sind viele Modelle dazu gekommen.
Die Frage ist allerdings, was man als "Innovation" empfindet/bezeichnet. Ist nicht auch ein Minimoog in einem kleinen Desktopgehäuse mit Midi und USB für kleines Geld eine Innovation?

Ist das bei Innovation auch so? Gibt es den super neuen tollen und genialen Klang bei analog heute? Oder kommt das eher aus anderen Synths?

Das mit dem "super neuen tollen und genialen Klang" ist schwer zu bewerten. "Neu" ja, aber was macht einen Klang "toll" oder "genial"?
Auf der anderen Seite hat jeder analoge Synth seinen eigenen Klang. Ein Mother32 klingt anders als ein Kobol oder ein Pittsburgh Taiga. Und das obwohl mehr oder weniger die gleichen Techniken zum Einsatz kommen.

Es kommt eben immer darauf an, ob man den Klang mag oder nicht.

Ich denke auch nicht, dass der Klang - oder das Erscheinen eines neuen Synths mit einem neuartigen Klang in direktem Bezug zu einer Innovation im Bereich Musik führt. Da müssen schon zwei Dinge zusammen kommen. Die Geschichte des TB-303 ist ein schönes Beispiel dafür. Eigentlich für Gitarristen entwickelt und im Jahre 1982 keine große Innovation. Aber dann ...

Ich vermute mal, dass es bei den modernen Synths um was anderes geht. Analoge haben den Nachteil, dass sie etwas unhandlich sind. Keine Presets, VCOs können sich verstimmen, keine Steuerung der Paramter über DAW, ... Und wenn es um Musikproduktion geht, dann fällt diese Unhandlichkeit stark ins Gewicht und äußert sich möglicherweise auch in den Produktionskosten.

Aber ja - Vermutung - ich bin kein Profimusiker und meine Erfahrungen im Hobbybereich sind auch noch sehr jung.
 
  • #148
Der Stand-Land-Widerspruch ist in mancher Hinsicht ein ernstes Thema, auch politisch. Klimaschutz, Mobilität und andere Themen.

Macht sich das auch musikalisch bemerkbar? Ist der Anteil der DAW-User in der Stadt höher als auf dem Land? Wie siehts aus mit der Akzeptanz von Zwölftonmusik oder Kirmestechno? Dazu könnten beide Kontrahenten sich mal äußern!
Ich bin zwar keiner der Kontrahenten, aber ich habe einmal in einem kleinen Dorfgemeinschaftshaus südlich von Bremen gespielt. Organisiert hatte das ein Organist, der nach mir auf seinem Modulsystem spielte. Karten gab es im Vorverkauf im örtlichen Blumengeschäft, 15 Euro das Stück. Das Publikum – rund 20 Besucher – war durch die Bank älter als ich. Ich habe eine Dreiviertelstunde auf meinem Modulsynthesizer mit Looper improvisiert.

Hinterher haben die Besucher Fragen gestellt, was sie da grade gehört haben, wie ich das gemacht habe – und haben offen erzählt, was sie beim Hören meiner Musik gefühlt und sich vorgestellt haben! Das war eins der besten Erlebnisse, das ich je bei einem Auftritt hatte. Offene Ohren gibt es überall.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Horn

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