1) Bei beiden Geräten (alt und "neu") sind nur 1 und 2 konnektiert. UND, grade bemerkt, die beiden gehen direkt auf "heiß" und "Schirm" an der Chinch-Buchse .... Von dort aus gehts dann in die Endstufe. (war vorher nicht ersichtlich weil im Kabelbaum verborgen)
Mit anderen Worten: der XLR-Eingang ist gar nicht symmetrisch!
2) Steckergehäuse sitzt auf Gerätegehäuse
ok, dann ist die Verbindung asymmetrisch, was nicht selten vorkommt und soweit nicht problematich ist, denn sie zumindest korrekt verbunden.
zu 2) das kann möglicherweise, muss aber nicht ein Problem sein. Die Steckergehäuse können bzw. müssen je nach Gerät bzw. dessen Schutzklasse geerdet sein, sollten aber nicht mit der Schaltungsmasse direkt und erst recht nicht niederohmig verbunden sein. In Audioanwendungen werden normalerweise die Schaltungsmasse und die Erdung - so vorhanden - an
genau einem Punkt und meist über einen Widerstand oder eine Induktivität zusammengeführt, damit man keine Schlaufen mit der Erdung baut und sich so durch Ausgleichsströme ein Gebrummel einhandelt.
Vorsicht ist dabei auch bei gebrückten Schaltungen geboten, wo die Schaltungsmasse nicht potentialfrei ein muss.
XLR Stecker und Buchsen sind so konstruiert, dass die Metallgehäuse normalerweise keine Berührspannungen führen können und sind von den innen liegenden Leitern elektrisch vollständig getrennt. Ausserdem wirken die Gehäuse als Faradayscher Käfig, welcher vor Einstreuungen schirmt. Wäre das Steckergehäuse mit der Schaltungsmasse direkt oder niederohmig verbunden, wäre dies an Stelle eines Schirms eine Antenne für Störungen.
Deshalb gibt es bei symmetrischen Geräteverbindungen oft die Möglichkeit des Ground Lift, welcher den Schirm, also die Schaltungsmasse trennt, falls man eine Erdschlaufe über zwei in verschiedenen Geräten verbundene Schaltungsmassen hat. Technisch ist es natürlich auch möglich, bei asymmetrischen Verbindungen einen Ground Lift zu haben, die dann je nachdem nicht vorhandene Schirmung macht das Nutzsignal dadurch aber für Einstreuungen relativ stark anfällig.
Am Ende müssen ja alle Geräte der Schutzklasse I mit Metallgehäuse geerdet sein. Wenn nun diese Geräte zusätzlich über die Schaltungsmassen verbunden sind, besteht durch mehrere mit der Erdung verbundenen Schaltungsmassen Brummgefahr, welche man durch gezielte Unterbrechungen der Schaltungsmassen umgehen muss. Wichtg ist dabei sicherzustellen, dass sämtliche Schaltungsmassen genau einmal verbunden sind. Fehlt eine Masseverbindung, funktioniert der entsprechende Schaltungsabschnitt nicht, ist eine Masse mehrfach verbunden, kann es Brummschlaufen geben.
Ganz wichtig dabei zu beachten ist, dass eine allfällige Schutzerdung niemals unterbrochen werden darf! Die Berühmten "von Hand" abgeknipsten Schutzleiter in alten Amps und Kabeln sind im Fehlerfall lebensgefährlich und gehen das Problem sprichwörtlich von der falschen Seite her an!