OnTopic DeskMini 300 A mit AMD Ryzen - Erfahrungsbericht

klangsulfat

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Nachdem ich mit dem Intel NUC 8 positive Erfahrungen gemacht habe, wollte ich mir eigentlich die aktuelle 10er Generation des NUC zulegen. Mangels Lieferbarkeit der von mir gewünschten i5-Version habe ich mich weiter umgeschaut und bin auf den Mini-Barebone DeskMini 300A von Asrock gestoßen (Kosten ca. 140 EUR). Im Gegensatz zum Intel NUC muss man neben SSD und RAM auch noch einen (AMD-)Prozessor dazukaufen. Nach vielen begeisterten Erfahrungsberichten in den üblichen PC-Fricklerforen habe ich mir so ein Teil plus Prozessor bestellt. SSD und SO-DIMMS (2 x 8 GB) hatte ich noch in der Schublade.

Da der Barebone keine interne Grafik hat, ist man bei der Wahl der AMD-CPU auf Modelle mit integrierter Grafikeinheit angewiesen (erkennbar am Kürzel G). Für knapp 170 EUR habe ich mir den AMD Ryzen 5 3400-G dazu bestellt. Das ist der im Moment "dickste" Prozessor, der in diesem Barebone genutzt werden kann. Er hat vier Kerne, acht Threads und läuft mit maximal 3,9 GHz – also gute Mittelklasse. Gekauft habe ich die nackte Tray-Version, also ohne Box und CPU-Kühler. Was auch gut ist, denn 1.) ist der bei AMD-Ryzen-CPUs mitgelieferte Lüfter zu dick für das Gehäuse und 2.) ist beim DeskMini ein einfacher CPU-Kühler (samt Wärmeleit-Pad) dabei.

Nach gut 30 min. war der Barebone zusammengebaut. Das mattschwarze Gehäuse ist schlicht, aber sauber und passgenau verarbeitet. Mit Strom wird der Barebone über ein externes (und mitgeliefertes) Netzteil (120 W) versorgt. Der mitgelieferte CPU-Kühler reicht für den Anfang aus, zumal man ihn mit den richtigen UEFI-Einstellungen auch relativ leise bekommt. Allerdings erzeugt er ein nerviges hochfrequentes Sirren, auch schon bei niedrigeren Drehzahlen.

Zum Testen der Performance habe ich in Ableton Live Intro sämtliche 16 Spuren mit je einem TAL-U-NO-X, einem Valhalla VintageVerb und einem Valhalla SpaceModulator (beide als Insert-Effekte) versehen. Jede Spur hat eine Drone mit acht Noten gleichzeitig vier Takte lang als Loop wiedergegeben. In diesem Szenario wurde eine CPU-Last von 48% Prozent erzeugt. Die CPU arbeitete stabil bei 3,9 GHz und wurde im Dauertest (45 min) maximal 63 Grad warm. Der serienmäßige CPU-Lüfter blieb (abgesehen vom erwähnten Sirren) selbst bei dieser Last angenehm leise ... kein Vergleich zum Intel NUC, der bei weniger Last erheblich wärmer und auch lauter wurde.

Da mich der DeskMini spätestens zu diesem Zeitpunkt voll überzeugt hat und ich wusste, dass ich ihn definitiv behalten werde, habe ich mir noch einen hochwertigen CPU-Lüfter (Noctua NH-L9a-AM4 für 40 EUR), das interne WiFi/Bluetooth-Kit (20 EUR) und das USB-Erweiterungs-Kit (8 EUR, für zwei zusätzliche USB-Ports an der Seite – insgesamt dann 6 USB-Ports) geordert. Der Einbau dieser Komponenten war aufgrund des kleinen Gehäuses etwas fummelig und hat ne ganze Ecke länger gedauert als die Inbetriebnahme des Rechners ;-)

Übrigens, wer partout Intel bevorzugt, kann auf den Deskmini 310 zurückgreifen. Das ist quasi dasselbe in grün, nur eben für Intel-CPUs.

Zum Schluss noch eine kurze Gegenüberstellung zwischen DeskMini und Intel NUC:
  • Der DeskMini basiert auf Desktop-Prozessoren, der NUC auf mobile Prozessoren. Entsprechend ist der DeskMini (zumindest mit der von mir eingesetzten CPU) erheblich leistungsfähiger.
  • Der NUC hat Thunderbold und einen Kartenleser, beim DeskMini muss man auf beides verzichten.
  • Der NUC hat WiFi und Bluetooth ab Werk, beim DeskMini ist es eine Option.
  • Der NUC ist ne ganze Ecke kompakter und sieht eleganter aus.
  • Der DeskMini ist deutlich leiser, insbesondere mit alternativen CPU-Kühlern. Für den NUC gibt es keine alternativen Lüfter.
  • Die Grafik des DeskMini (mit der von mir eingesetzten CPU) ist deutlich leistungsfähiger als beim Intel NUC.
  • Selbst mit einem besseren Lüfter und hinzugekauftem WiFi-Kit ist der DeskMini günstiger als der Intel NUC mit i5 (CPU eingerechnet).
  • Der NUC hat ein Kunststoffgehäuse, der DeskMini ein Metallgehäuse.
 
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