Eigenlob stinkt...

PanKowski schrieb:
es ist ein bisschen so : wenn die eignen Tracks so geil klingen dass man sie sich selber gerne abkaufen möchte (so wie ein Dj im Schallplatten Fach Geschäft ) .. quasi man selbst sein bester Kunde ist .. dann sind sie wohl gut ;-)

sorry......aber das ist, meiner meinung nach ( auch wenn diese vielleicht keinen interessiert ) bullshit!
 
Zolo schrieb:
Ja ist doch langweilig. Ich mag Musik die mich immer wieder überascht. Meine Musik kenne ich ja total auswendig - da bin ich mit jedem gesetzem Hihat per Du ... :selfhammer:


Das aber ne komische Betrachtungsweise^^ Geht das nicht jeden Musiker irgendwie so? Ich weiß noch, mit meiner alten Band hatten wir unsere alten Lieder auch irgendwann satt. 3 mal die Woche Proben und fast jedes WE ein Gig. Das zerrt schon...
 
Naja....jetzt anscheinend schon :lollo:

....aber vielleicht spricht da auch nur der
Neid aus mir!
Muss n tolles Gefühl sein, wenn man seine eigenen
Produktionen geil findet :mrgreen:
 
Musikmachen als reine Zwangshandlung ohne jedweden emotionalen Impuls :mad: .. lol

:)
 
Pepe schrieb:
Hast du die Musik auch für uns mal parat. Lothar? Ich habe keinen Kanal oder dergleichen von dir gefunden. :)
Das passt hier gut in den Thread:

Die Musikstücke, mit denen ich die Leute zum Tanzen brachte, waren mir damals so peinlich, trotz des kleinen Erfolgs, dass ich alle Aufnahmen und Sicherungskopien zerstört habe. Nunja, ich war halt noch nicht so lange am Musikmachen und etwas schüchtern - und ich dachte mir: "Das sind doch nur ein paar oktavierte Bässe, etwas Schlagzeug, Gesang und noch ein paar Töne.". Das war wirklich nichts besonderes, eine Art düstere und tanzbarere Version von DAF.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass der Klang schon ziemlich ziemlich gut war. Ähem. Aber beweisen kann ich das nicht mehr, ich habe die ganzen Aufnahmen (etwa ein halbes Jahr, nachdem ich sie gemacht hatte) aus irgendeinen Schäm-Anfall heraus alle gelöscht.

Quasi: Fremdes Lob stinkt...
 
Also wenn ich mir so anhöre was an elektronischer Musik so neues gibt, würde ich mir wünschen dass mehr Leute ihre Songs scheisse finden würden :mrgreen:

Ich will ja nicht mit dem erhobenen Zeigefinger rummlaufen... Aber Leute !
Die Scheisse ist auch das sich die Konsumenten wohl mit der Sparflammenqualität abfinden und sich daran gewöhnen.

Ich wünschte ich könnte so geile Musik machen wie ich sie gerne machen würde. Aber leider muss ich mich mit einem
Bruchteil davon zufrieden geben. Aber ich arbeite daran :mrgreen:
 
Also erstmal: Da muss nix stinken, denn ich finde Dein Album auch gut (du hast es vor ein oder zwei Wochen mal erwähnt, und seitdem ist es in meinen Bookmarks).
Und was die Selbstmotivation angeht, ich habe zwei Eigenmotivationen:
1.) Erfolgserlebnisse wie eine sechs Stunden zu unserer (absolut nicht innovativen) Musik abtanzende und johlende Meute. (*)
2.) Ich finde einige (nicht alle) meiner eigenen Stücke unglaublich gut. Die kann ich hundertmal hören - auch wenn andere sie langweilig finden mögen. Ich steh drauf. Natürlich gibts sehr viele Aufnahmen von mir, die ich nicht so toll finde (vermutlich sogar mehr schlechte als gute). Aber die Freude über die aus meiner Sicht guten Stücke wiegt den Frust über die schlechten bei weitem auf. Sonst würde ich nicht Musik machen.


(*) Dazu gibt es dann noch eine ganz wichtiges Initialerlebnis bei mir. Ich war 16 oder 17 (also ca 1976) und ich hab in der Schülerband in unserer Schule gespielt. Beatles-, Stones- und Chuck Berry-Cover und so Zeugs. Es gab das übliche Schulsommerfest mit Pary in der Turnhalle. Aber die Schülermitverwaltung fand uns doof, und deswegen durften wir nur in einer Ecke im Pausenhof spielen. Es hat dann auch immer wieder leicht genieselt und es standen grade mal zehn Leute um uns rum. Dann fiel die Anlage des DJs in Turnhalle irgendwie komplett aus - jedenfalls standen 400 tanzwütige Schüler ohne Musik in der Turnhalle rum. Nach einer halben Stunde hat sich der SMV'ler doch durchgerungen, ist zu uns in den Hof gekommen, und hat gemeint, wir könnten doch in der Turnhalle spielen, bis die DJ-Anlage wieder ginge. Also alles abgebaut, runtergeschleppt, auf die Bühne (400 Roadies erledigen sowas recht schnell), einstöpseln, los gings. Das erste Stück war "A Hard Days Night". Beim Anfangsakkord kreischten vierhundert Kids vor dem Bühnenrand auf und ab ging die Tanzpost. Und dann mussten wir unser aus sieben Stücken bestehendes Set dreimal spielen und jedes Stück wurde ausgedehnt soweit es ging, bis dann die Polizei kam, und meinte, dass es jetzt für eine Schulparty doch recht spät sei.
Dieser Jubel von den Leuten, auf die Tatsache hin, dass wir einfach einen C-9 in die Tasten/Saiten klopfen, hat mir für immer gesagt, dass das mit dem Musikmachen gut ist.
 
Zolo schrieb:
Das passt ja quasi hier rein: gerade gestern habe ich wieder so den ein oder anderen Song angehört und DJ Feedbacks gelesen.

Egal was (und wie schlecht) man etwas macht: heutzutage gibts immer mindestens (!) einen dem es gefällt. Es ist unglaublich...



das ist dann wahrscheinlich der urherber selber, seine freundin oder sein bester kumpel - oder im schlimmsten fall jemand aus der marketingabteilung
 
mich motiviert mein können, ich weiss das wenn es sein muss, dass ich dann was hin legen kann.

hm neben mir sitzt keiner, aber es stinkt, habe wohl gefurtzt.
 
Zwei Gedanken dazu:

1. Eigenlob stinkt
Gestern Abend habe ich eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema "Glück" gelesen, der von einer Pädagogin verfasst wurde. Darin ging es u. a. auch um das Thema "Stärken-Orientierung". Das geläufige Sprichwort "Eigenlob stinkt" wurde in dem Kontext in "Eigenlob gibt Kraft" umgewandelt. Damit soll sozialen Hemmungen begegnet werden, die aufgrund von Sozialisationserfahrungen aufgebaut wurden. Die Argumentation lautet: Die einseitige Fremdbeurteilung, die zudem durch soziale Rankings verfälscht wird, bedarf stetig der Befreiung, so dass die Freude an Entwicklungen emotional verbucht werden kann und nicht ihr Entwicklungspotzenial verliert. Ich finde den Gedanken wirklich interessant.

2. Motivation
Wenn es mir darum geht, ein neues elektronisches Musikstück zu "komponieren", dann ist das ein kreativer Prozess. Den möchte ich nicht erzwingen, da es für mich eine Freizeitbeschäftigung ist. Stattdessen lasse ich mich vollständig von meiner Lust dazu leiten. Für mich ist dies die optimale Art meine Freude zu erhalten. Die Erfahrung zeigt mir, dass meine intrinsisch vorhanden Motivation ausreicht, zumal ich es als Luxus empfinde, Musik nicht am Fließband produzieren zu müssen.
Wenn es mir darum geht, das Musikstück über die Komposition hinaus hörbar zu machen, d. h. insbesondere zu Mischen und zu Finalisieren, dann motiviert mich der Gedanke, dass nicht nur ich Freude daran finden werde, sondern auch andere Menschen. Am Ende ist das geteilte Glück mindestens doppeltes Glück.
Wenn es mir hingegen darum geht, ein Instrument zu erlernen, dann reicht meine intrinsische Motivation nicht aus. Das zigfache Wiederholen empfinde ich als anstrengend und Anstrengung möchte ich irgendwie meiden. Als Strategie gebrauche ich allerdings den "Umweg" über den Sinnzusammenhang. Statt mich auf die Unlust während der Übungsstunde zu konzentrieren, denke ich daran, dass ich das Erlernen des Instruments gewollt habe und das dazu eben die Übung zählt. Damit dies funktioniert, muss es überhaupt erst zur Übungsstunde kommen. Das geht bei mir nur über Planung und Regelmäßigkeit, damit der innere Schweinehund verstummt.
 
Komisch dass anscheinend wirklich niemand aus Freude am eigenem Sound Musik macht sondern scheinbar eher aus so einer abstrakten Faszination des Musikmachens an sich.
Also quasi so ein bisschen rumspielen an Instrumenten aus rein technischer Begeisterung ohne musischen Anspruch.
Dabei sollte es doch gerade Im Sinne von dass-mir-meine-eigene-Musik-ins-Herz-und-in-die-Beine-geht geschehen. Hallo ?? :floet:
ich finde das ist doch der normalste Antrieb beim Musizieren dass einem die Eigene Musik glücklich macht und einen evt einen Tanzkick verpasst ..
ansonsten kann ichs doch auch gleich bleiben lassen 8)
 
PanKowski schrieb:
Komisch dass anscheinend wirklich niemand aus Freude am eigenem Sound Musik macht sondern scheinbar eher aus so einer abstrakten Faszination des Musikmachens ( rumspielen an Instrumenten aus rein technischer Begeisterung ohne musischen Anspruch )
Dabei sollte es doch gerade Im Sinne von dass-mir-meine-eigene-Musik-ins-Herz-und-in-die-Beine-geht geschehen.
ich finde das ist doch der normalste Antrieb beim Musizieren dass einem die Eigene Musik glücklich macht und einen evt einen Tanzkick verpasst ..
ansonsten kann ichs doch auch gleich bleiben lassen 8)
es gibt ja auch musik die nicht zu tanzen ist, und die wird ja auch gemacht aus Freude
 
dbra schrieb:
Aber mit der Zeit verzettelt man sich in irgendwelchen Sachen und man hört es wieder und wieder. Dann hängt es mir selbst auch zum Hals raus.

Ja dieses Verzetteln kennt wohl glaube ich jeder .. aber da gibt es Tricks und Kniffe das einzudämmen bzw vorher fertig zu werden 8)
Übrigens wenn jemand GENAU weis Wie .. bitte bescheid sagen :mrgreen:


Siticritix schrieb:
es gibt ja auch musik die nicht zu tanzen ist, und die wird ja auch gemacht aus Freude

ja na klar.. Tanzbarkeit ist natürlich nur ein Aspekt der Freude
Musik kann auch ne Art Eigentherapie sein. In jedem fall sollte sie gutes bewirken. ;-)
 
PanKowski schrieb:
Komisch dass anscheinend wirklich niemand aus Freude am eigenem Sound Musik macht sondern scheinbar eher aus so einer abstrakten Faszination des Musikmachens an sich.
Also ich muss sagen dass ich oftmals beim Musikmachen selbst so ein Flash hab das nur so die Endorphine fliegen. Da ist dann aufeinmal so heile Welt und alles im Lot. So auch voll Esoterikmäßig. Aber seltsamerweise ist dieser magische Moment am nächsten Tag kaum noch rauszuhören. Das scheint mal irgendwie nicht so richtig festhalten zu können... Was ich eigentlich auch ok finde. Aber trotzdem scheint ja was von der "eingebildeten" Magie am Ende durch ...Hoffe ich zumindest.
 
Zolo schrieb:
Aber seltsamerweise ist dieser magische Moment am nächsten Tag kaum noch rauszuhören. Das scheint mal irgendwie nicht so richtig festhalten zu können... Was ich eigentlich auch ok finde. Aber trotzdem scheint ja was von der "eingebildeten" Magie am Ende durch ...Hoffe ich zumindest.

Aber ist das nicht auch ein Stück weit normal ? Es geht doch live (ob allein oder auf der Party) auch um dieses unwiederbringliche Tranzendente beim Jammen.
Während eines magischen Live Gigs zum Beispiel gehen die Leute ab und wenn sie das selbe Set später als Mitschnitt hören würden wäre es nur halb so spannend.

Klar im Studio für eine Produktion peitschen sich die Musiker zum end mix bis sie es nicht mehr hören können .. Da ist es quasi umgekehrt .. aber nach ein paar Wochen Abstand .. wenn es vielleicht ein Hit wird hören sie es mit neuen frischen glücklichen Ohren ..

Beide Varianten sind auf ihre art vollkommen.
 
fanwander schrieb:
2.) Ich finde einige (nicht alle) meiner eigenen Stücke unglaublich gut. Die kann ich hundertmal hören - auch wenn andere sie langweilig finden mögen. Ich steh drauf.

Das ist der Geist! :phat:
 
Bevor mich interessiert, wie andere meine Sachen finden, hab' ich die sowieso schon mindestens hundertmal gehört ;-)
 
fanwander schrieb:
Also erstmal: Da muss nix stinken, denn ich finde Dein Album auch gut (du hast es vor ein oder zwei Wochen mal erwähnt, und seitdem ist es in meinen Bookmarks).

Das freut mich zu hören :) Du meinst sicher mein Vorschauthread zum Destroid Technoid Album, oder? (Kann ja auch sein das du mein mini Album Dark Letters meinst)

The German Model schrieb:
Gestern Abend habe ich eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema "Glück" gelesen, der von einer Pädagogin verfasst wurde. Darin ging es u. a. auch um das Thema "Stärken-Orientierung". Das geläufige Sprichwort "Eigenlob stinkt" wurde in dem Kontext in "Eigenlob gibt Kraft" umgewandelt. Damit soll sozialen Hemmungen begegnet werden, die aufgrund von Sozialisationserfahrungen aufgebaut wurden. Die Argumentation lautet: Die einseitige Fremdbeurteilung, die zudem durch soziale Rankings verfälscht wird, bedarf stetig der Befreiung, so dass die Freude an Entwicklungen emotional verbucht werden kann und nicht ihr Entwicklungspotzenial verliert. Ich finde den Gedanken wirklich interessant.

Das klingt interessant. Von so einem Standpunkt aus kann man das natürlich auch betrachten. Es gibt doch auch bei Menschen mit echten Minderwertigkeitskomplexen die Methode das sie verordnet bekommen sich selber jeden Tag zu loben um so das Ego auf zu bauen, was angeblich auch helfen soll. Da hatte ich auch mal was gesehen im TV.

PanKowski schrieb:
Komisch dass anscheinend wirklich niemand aus Freude am eigenem Sound Musik macht sondern scheinbar eher aus so einer abstrakten Faszination des Musikmachens an sich.

Sicher macht man auch wegen dem Sound Musik. Allein die Tatsache das man sich für das Instrument XY entscheidet ist doch schon so ein Soundding, weil man eben mit den Sound Musik machen will. Wenn ich aus abstrakten Faszinationen Musik machen würde, wäre mir das Instrument ja recht egal und ich könnte auch durch nen Kamm blasen :mrgreen:

Zolo schrieb:
Da ist dann aufeinmal so heile Welt und alles im Lot. So auch voll Esoterikmäßig. Aber seltsamerweise ist dieser magische Moment am nächsten Tag kaum noch rauszuhören. Das scheint mal irgendwie nicht so richtig festhalten zu können...

Das kenn ich nur zu gut :) Beim jammen denk ich oft: "Ey, von den Loop geht noch ne Runde, und noch eine, und noch eine, weils grad fetzt und cool passt."
Aber hör ich mir das 30 Minuten später an, denk ich so: "Na toll, das is ja voll öde!" :selfhammer:
Da sieht man mal wieder wie wichtig auch der Moment als solches ist und die Tatsache sich im Moment des Schaffensprozesses fallen zu lassen.

The German Model schrieb:
Bevor mich interessiert, wie andere meine Sachen finden, hab' ich die sowieso schon mindestens hundertmal gehört ;-)

:supi:
 
etwas zum grundsätzlichen:

der spruch ist (dessen bin ich mir relativ sicher) protestantischer natur und findet sich so auch nicht im englischen, im italienischen oder auch nicht im lateinischen (bei diesen sprachen kenne ich mich gut bis sehr gut aus)

und am ende ist der spruch auch inhaltlich blöd - denn wenn man was gutes gemacht hat ist es auch keine schande sich darüber zu freuen.

vielleicht ist es auch eine veralltäglichung einer chrsitlich dogmatischen ablehnung von eitelkeit - aber eitelkeit und gerechtfertigtes eigenlob sind nicht das gleiche... ganz davon zu schweigen dass die meisten solcher dogmen von jenen geprädigt werden die sich gar nicht daran halten.

was ich damit sagen will - nur weil es eine spruch gibt heisst das ja nicht dass der inhalt deswegen relevant ist
 
the acid test schrieb:
[ Es gibt doch auch bei Menschen mit echten Minderwertigkeitskomplexen die Methode das sie verordnet bekommen sich selber jeden Tag zu loben um so das Ego auf zu bauen, was angeblich auch helfen soll. Da hatte ich auch mal was gesehen im TV.:

laut Bodo Schäfer reicht dank Autosuggession aus:

Ein Klebezettel am Spiegel, wo drauf steht "ich bin Millionär"

Wenns das Unterbewusstsein dann irgendwann mal gefressen hat, arbeitet es auch unbewusst stehts drauf hin ;-)

nur wer ist Bodo Schäfer :mrgreen:
Ot off
 


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