Fragen zum Einstieg in die Musikproduktion

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von ObitNet, 15. Juli 2011.

  1. Hallo zusammen,
    ich nutze aktuell Ableton Live. Das gefällt mir als solches schon erstmal ganz gut. Nur brauche ich ja noch die richtigen "Klangerzeuger". Zwar bietet die Suite schon einiges, aber irgendwie weiß ich gerade nicht, ob mich die reine Softwareproduktion auf Dauer glücklich machen wird. Mein ihr es lohnt sich noch einen Hardware-Synth dazu zu holen?

    Ich bin noch neu in der Klangsynthese und noch nicht wirklich gut darin, zielgerichtet Sounds zu erstellen. Aber das kommt sicher mit der Zeit noch. Ich liebäugel ja ein wenig mit einem Waldorf Blofeld. Meint ihr, das wäre sinnvoll? Ein Midikeyboard, Ableton Live, etc. hab ich ja schon. Wie würdet ihr das machen? Kleines Problem dabei: Ableton bietet ja eigentlich schon viele Möglichkeiten. Da muss ich auch noch deutlich tiefer einsteigen. Alternativ würde mich mal interessieren ob man irgenwo / irgendwie seine Presets von z.B. Operator austauschen kann? Ich will ja nicht 1:1 Sounds von anderen Leuten nutzen. Sondern mir erstmal eineN Grundstock aufbauen, mit dem ich dann weiter verfahren kann.

    Vielleicht noch meiner Musik. Ich mache meistens TripHop, Electro (wobei ich noch nicht wirklich gut in den "knarzigen" Sounds bin). Im Moment versuche ich mich auch ein wenig in DeepHouse, wobei es mir dort noch an einigen percussions fehlt, aber da finde ich sicher auch noch brauchebare Samples.....

    Danke schon mal für Eure Meinugnen & Hilfen.
     
  2. Üb erst einmal fleißig, reize deine Arbeitsweise aus bzw. versuche das, arbeite gemeinsam mit anderen - und probiere neue Arbeitsweisen aus. Eventuell fliegt dir ja ein Fruity Loops zu oder du kniest dich mal so richtig tief in ein gutes Trackerprogramm rein. Klar, es gibt schöne Klangerzeuger als Hardware. Aber, man kann da auch viel Geld versenken - und gerade am Anfang ist die Gefahr groß, ins Klo zu greifen. Bleib ruhig erst einmal bei Software bzw. Plugins - aber baller deine DAW nicht mit irgendwelchen Plugin-Müll zu! Mit zwei guten klangerzeugenden Plugins, die man gut kennt bzw. deren Möglichkeiten, kommt man weiter als mit Halden von mittelmäßigem Kram.

    Vielleicht aber wäre die Einarbeitung in einen Sampler (kann auch Software sein) ein guter Tipp für dich, um dein Klangspektrum bedarfsgerecht zu erweitern. Als Hardware bekommt man z.B. einen Akai S2000 oft schon für 20 Euro oder einen EMU Esi-32 für 40 bis 50 Euro. Da ist dann das Risiko eines Fehlinvestments überschaubar. Und, wie gesagt: Mit Samplern kommt man schon sehr weit.

    Wenn du als Typ ein geduldiger Tüftler sein solltest, dann könntest du mal schauen, ob du irgendwo ein Reaktor (ab Version 5) für 100 Euro bekommst. Aber auch als bloßer Ensemble-Nutzer (Nutzer der User- und Factorysounds) lohnt sich das. Aber wie gesagt: Versuch erst einmal deine Arbeitsweise mit der vorhandenen Software zu verbessern/erweitern.
     
  3. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Falls dich die vorhandene Software nicht zum zielgerichteten Klangdesign
    verleitet, wird es mMn auch keine Hardware können, die mit Menüs und Matrix
    bedient wird.

    Ich würde daher sowohl aus pädagogischer als auch aus musikalischer Sicht ein
    komplett analoges Gerät holen und als erstes Qualitätsmerkmal die Anzahl der
    Potis betrachten. Vieleicht ein gebrauchtes Basis-Modularsystem?

    Wobei ich mich davor immer noch erfolgreich rumdrücke. Habe Angst in einen
    Modulwahn zu geraten...
     
  4. Hol dir doch einfach einen gebrauchten Dark Energy (ca. 300,-). Und dann arbeitest du halt viel mit Overdubbing. Jedenfalls, die sog. Halbmodularen (z.B. Microzwerg) bieten viel Gegenwert fürs Geld - und sind insofern wirtschaftlicher als ein Modularsystem. Bevor zu z.B. in einem Modularsystem die Möglichkeiten hast, die du aus der Kombination von DE, Microzwerg und Nanozwerg schöpfen kannst, hast du bei einem Modularsystem schon ganz lockere 2.000 Euro ausgegeben - und der Wahnsinn nimmt von dort an erst seinen Anfang...

    (andererseits: Modularisten sind i.d.R. glückliche Synthesisten)

    Oder aber, wenn du ein geübter und lernfähiger Bastler sein solltest, dann baust du dir aus einem Haufen Elektroschrott, Sperrholzplatten, einem Doepfer-DIY-Kit, einem Doepfer Dark Link und zwei gebrauchten Korg Monotrons für unter 350 Euro ein eigenes Modularsystem.

    (bis es dann läuft, dürfte jeglicher Modularwahn im Keim erstickt sein ;-))
     
  5. snowcrash

    snowcrash aktiviert

    wichtig ist: zu verstehen. mit der ableton suite kannst du grundsaetzlich eigentlich mal wirklich ALLES machen, der rest sind feinheiten, arbeitsweisen etc... insofern bietet da ableton bei aller intuitivitaet natuerlich eine sehr hohe einstiegskurve. bevor du aber anfaengst verstaendnis mit geld erkaufen zu wollen wuerde ich dir raten das ableton manual mehr als zwei mal durchzuackern und vor allem tutorials und ableton workshops auszuprobieren. da gibts auf youtube einiges.

    wenn dir der software ansatz allerdings so gar nicht zusagt wuerde ich dir bei deinen zielvorstellungen eher zu einer groovebox raten, die bietet einen guten einstieg und schnelle ergebnisse. nachhaltiger ist allerdings sicher wenn du ableton lernst.
     
  6. Als relativer Anfänger, der aber ein paar kleine Schritte - und Investitionen - weiter zu sein scheint, finde ich die bisherigen Antworten hilfreich und möchte sie dir ans Herz legen. Mit Live kannst du quasi (fast) alles machen, erst recht, wenn du es über M4L erweiterst.

    Ich würde (auch) nicht zum genannten Blofeld neigen, sondern mir einen kleinen Vollanalogen besorgen, und die oben angesprochene Sache mit der Anzahl der Potis ist für mich wahr. Ich entschied mich also vor einiger Zeit für den Nanozwerg von MFB, der ist kostengünstig, klingt gut, lädt zum spontanen Experimentieren ein und ist (in Grenzen) erweiterbar. Über die Verarbeitung mag man streiten, ich finde ihn aber zumindest schick.
    Dann kaufte ich mir einen Dark Energy dazu, die Reihenfolge hat letztlich der Preis bestimmt. Aus dem Dark Energy kann man wiederum ganz andere Sounds rauskitzeln, und beide ergänzen sich prima. Mittlerweile habe ich ein paar Kästchen mehr (z.B. den Mikrozwerg), aber ich hänge immer noch am DE und am Nano - soviel kann man da raus holen und sich immer wieder überraschen und entsprechend lernen. Es ist ja nichts speicherbar, und entweder ich fotografiere die Potis ab, oder ich merke mir halt und versuche, frühere Ergebnisse aus der Erinnerung zu replizieren.
    Das Prinzip hat mir dann auch bei der Bedienung von Softwaresynthies (z.B. Operator) durchaus geholfen.

    Live bringe ich mir nach wie vor allmählich bei - häppchenweise und durch Selbsteinschränkung. Wenig Spuren, knapp gehaltene Effekt- und Instrumentenanzahl, 1 oder 2 Looper mit Fußtaster zum Aufnehmen usw. Denn am Anfang bin ich komplett untergegangen und hätte es fast in die Ecke gepfeffert.
     
  7. also Ableton gefällt mir in der Tat sehr gut. Habe mir auch DAWs wie Cubase oder Fruity angeschaut. Finde aber das Handling von Live irgendwie sympathischer und werde wohl auch dabei bleiben.

    Ich werde noch verstärkt die Augen nach Tutorials etc offen halten und die mal nachbauen. macht ja auch mal Spaß ;-)
     
  8. Nichts für ungut aber für etwas knarziges braucht man Hoch- und Bandpassfilter und ich befürchte, dass es gerade Anbetracht des anvisierten Musicstyles als Empfehlung eher auf
    einzelne Doepfer Module hinauslaufen würde.
     
  9. powmax

    powmax aktiviert

    Blofeld = Rausch Generator... pure Geldverschwendung !
    Modularsystem(e) = klingt alles nach Conrad Elektronik und am Ende kommt meißt nur Kling, Klang, Klong mit Bling raus !

    1) Studio Electronics ATX Xi Quad, diskret, deckt mit seinen Filtern alles ab was rummst und knarzt... zudem ist jedes Preset speicherbar und realtime über Midi CC's manipulierbar.

    2) Roland XV Serie (xxxx) - preiswert, gute Sound Quali - sollte für jedes Genre was dabei sein.

    3) Gescheite DAW, gutes Audio Interface mit geringer Latenz und ein paar Ideen...

    Summa Summarum 2.1/2 Scheine und Du bist ganz weit vorne im Bus...

    grüsslies
    powmax
     
  10. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    ...ja genau, und die Welt ist eine Scheibe! :selfhammer:
     
  11. powmax

    powmax aktiviert

    - mehr kugelförmig ! :lol:
     
  12. Moogulator

    Moogulator Admin

    Mal generell: Synthesizer sind enorm Geschmackssache, es ist also gut, wenn du dir ein paar Demos und am Gerät mal was anhörst, was man halt so im Laden testen kann. Wenn dir ein Teil zusagt, hast du ja schon einen guten Anhaltspunkt. Der Blofeld kann recht viel, wenn du es bewusst einfach halten willst, ist ein NordLead oder MS2000, Radias oder ein Analoger gut, letzterer fügt natürlich auch die typischen Vorteile von Analogen hinzu. Ansonsten ist der Blo schon gut, sehr vielseitig.

    Presets sind oft nicht perfekt, weil sie von Moden und anderem bestimmt sind. Finde die von Novation recht zielgerichtet, die vom alten Microkorg auch irgendwie für damalige Zeit, aber du wirst eh bald mit Basteln anfangen und dann sind die mehr zum mal reinschauen. Repräsentativ für den Synth sind sie leider eher nicht oder gibt nur Ausschnitte des Könnens preis oder sind voll mit Effekten (Hall und so), damit es besser klingt, obwohl die Klangengine, also der Kern der Synthese ansich nicht so gut klingt.

    Ohne rumhören gehts schwer, aber so richtig doof klingen sie nicht. Nur kann es genau das Gegenteil von dem sein, was dich "anmacht". Deshalb ..
    reinhören ist erstes Gebot.
    Für Triphop brauchste du ja mehr so organische Sounds, für House ansich auch, da sind aber auch viele Samples im Spiel, sowas kann der Blofeld auch. Ansonsten mal ausprobieren.
     
  13. Mal ehrlich: Bei der gebotenen Qualität einiger moderner Software-Plugins "braucht" heutzutage niemand mehr Hardwaregeräte. Ich denke, es sind eher Vorteile bezüglich der Haptik, aber auch das gelebte gute Gefühl, einen fetten, optisch ansprechenden Kasten im Studio stehen zu haben, welche Nutzer heutzutage weiterhin zum Kauf von Hardware antreibt!
    Es gehört eben einfach zum Hobby, zum Lifestyle, aber ganz sicher ist Hardware keine Voraussetzung zum ernsthaften, erfolgreichen Produzieren, geschweige denn zum Verstehen von Synthesizern.

    Dass ein voll ausgestattetes Hardwarestudio natürlich erheblich cooler wirkt als ein gut bestückter Plugin-Ordner, steht hier nicht zur Debatte und sollte auch jedem klar sein;-)
     

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