Gabi Delgado gestorben

Kann auch aus erster Reihe berichten, dass je besser die Musiker, desto schrecklicher die Musik war, ist und evtl bleibt.
siehe Klassik, Jazz und Pop (oder können die auch nix?!) - auch einer der Gründe warum Punk so durchstarten konnte ...
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: oli
DAF haben ja mit vielen Musikern begonnen um festzustellen, dass das alles Kappes und Egokram ist, wenn man das machen wollte, was sie als Vision hatte musste man die Leute rauswerfen und die Sache maschinell und mit weniger Leuten bedienen bzw anweisen. Das ist ja auch nichts Neues mehr - aber in den 70ern war es das noch.

Bei Trio gab es noch jene einfachen akustischen Geräte, aber die Musik wurde erst spannend, weil man dieses Gedudel und die ganzen Solo-Verzierungen endlich weggelassen hat. Das war richtig neu und frisch danach. Was hätt der Gitarrist gern mehr "gedudelt" und mehr Töne gespielt und bei den Drums nur noch BD und SD.

Anna, Anna.. lass mich rein lass mich raus.

Das jetzt noch nur mit Elektronik? Nein, das war da nicht die Idee - aber konsequenter waren DAF nunmal schon.
Aber auch minimal - was übrigens per se noch lange keine Qualität ansich darstellt. Es ist nur ein Teil davon.

Was DAF machen oder machten hätte man auch sehr sehr viel schlechter machen können, auf vielen Ebenen.
Und deshalb ist es eben schon wieder keine Frage von Gear und Co aber von der Summe der Dinge, die DAF spannend machten. Dazu muss man keine anderen altmodischen Bands hassen, die sind vielleicht echt gut auf ihrem alten Zeug, so wie heute Leute super sind auf uralten Synths mit alten Kondensatoren drin. Oder auf alten Apple Rechnern mit alten Prozessoren. *G*

Es ist nicht immer so einfach eine Sache zu nehmen - mehr oder weniger Zeug, Noten, Musiker, Instrumente, aber die Idee dazu RICHTIG zu machen - das kann es sein in der Summe mit den richtigen Leuten, egal wie viel die mechanisch tun oder elektrisch.
Egal - das Thema ist Gabi D. und DAF. Da find ich sind das eher schwache Gegenwellen. Und eher theoretisch.

Tanz!!

Achja, zur gleichen Zeit gab es Keyboardburgen mit Leuten mit Glitzerumhang, die so was mit Fusion und Klassik und Märchengestalten als Thema hatten. ... Kann man machen, aber ...
 
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Meiner Meinung nach kann man bei DAF zwei Phasen beschreiben:

Die Innovative Phase: 1.LP - Ein Produkt der ...
2.LP - Die Kleinen und die Bösen

Die erfolgreiche Phase: Alles was danach kam und poppiger und eingängiger/tanzbarer wurde.

Da sollte man Innovation nicht mit Erfolg verwechseln.
 
Im November 19 noch gesehen... ich dachte noch bei mir, man kann ja nie wissen, wie lange es DAF noch gibt... und hab dann Karten gekauft...

Ruhe in Frieden und vielen Dank!
 
Ich würde Gaby Delgado nicht als großen Musiker ausmachen wollen. War er nicht. Er war aber ein sehr prägnanter Texter und verstand die Kunst der Provokation, regte damit andere Musiker und Texter an. Das Parolenhafte, die Verwendung des Imperativs stand für seinen Stil.
Für das musikalische hatte er auch immer mehr oder weniger kompetente und versiertere Mitmusiker und Komponisten, wie auf seinem ersten Soloalbum.


https://www.youtube.com/watch?v=f7KC9ba_u_E


Der musikalischere von DAF ist Robert Görl. Aber DAF brauchte beide Pole, um sich zu drehen.
 
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Bei Synthesizern und Sequencern brauchte man im Gegensatz zu Gitarren im Prinzip nichts zu können, was dann eine Unmenge an musikalischem Unsinn hervorbrachte. Bin Zeuge aus der ersten Reihe.

Das ist doch Unsinn waste da erzählst. Oder soll das ein Witz sein? Klar man muß kein Genie sein. Aber ...sag mal bist du ein Denuziant?
 
´ne nette Beobachtung von mir, aber natürlich rein subjektiv:

Unter den Modular - Kollegen sind einige, die so einen Punk/Hardcore/Noise - Background haben, z. B. auch Toni Ronaldo von MN - Die Radikalität der Klangmöglichkeiten vermag vielleicht zu faszinieren?!
 
Kann auch aus erster Reihe berichten, dass je besser die Musiker, desto schrecklicher die Musik war, ist und evtl bleibt.
siehe Klassik, Jazz und Pop (oder können die auch nix?!) - auch einer der Gründe warum Punk so durchstarten konnte ...
ist das provokation? verstehe ich da was nicht? das ist doch quatsch...

Sorry, zu DAF hab ich nicht allzuviel beizutragen. Mochte sie sehr, hab sie aber erst wirklich spät(2015) entdeckt.
 
Instrumentelle handwerkliche Fähigkeit hat nichts aber auch garnichts mit Musikalität oder künstlerischer Qualität zu tun. Weder in der einen noch in der anderen Richtung, weder in postiver noch negativer Konnotation.
 
ist das provokation? verstehe ich da was nicht? das ist doch quatsch...
Nee - kein Quatsch, eher Musikgeschichte: Wenn man die Zeit damals alterstechnisch nicht miterleben konnte, kann man das auch in jeder Musikdoku erfahren: Die (Alt-) Hippies und Rockstars verloren sich in endlosen Gitarrensoli, Orgel -Gedudel und Drumsoli ohne Ende - Langeweile, gähn und so ...

Dann kam Punk: 3 Akkorde, rotziger Sound, rotzige Typen, Provokation, Chaos und Power ohne Ende - also genau das Gegenteil.

Ein neue Zeit hatte begonnen.
 
Es ist doch egal wie gut oder wie schlecht man in einem Instrument ist... Wenn man kreativ etwas schafft, was als Ganzes einschlägt wie eine Bombe im Verbund mit Synth, Gitarre und Sprache...Dann ist es doch ok... Ich bin klassich erzogen worden und spiele selber viele Instrumente... Klarinette, Sax, verschiedenste Flöten... Geige hab ich gelernt und Piano usw... Egal; Das ist Handwerk...
Kreativ ein Werk zu erstellen, zu komponieren und mit den Möglichkeiten, die man hat, neues zu erschaffen, ist für mich etwas ganz anderes, als jetzt Jahre lang Instrumente gelernt zu haben...
Wenn man das Handwerk beherrscht, macht es einiges leichter, aber es ist nicht die Voraussetung schlechthin... Nehmen wir mal J M Jarre her... Die Kompositionen sind teilweise so derbe einfach gestaltet, daß man sich am liebsten auf dem Kopf greifen möchte... Dennoch; Sie funktionierten damals und heute ist er Kult...
Ich bin dankbar für meine klassische Ausbildung, da sie mir hilft meine Musik zu verwirklichen... Aber sehen wir es doch mal so... Wieviele elektronische Künstler haben sich wirklich mal mit dem gesamten Werk der Harmonielehre auseinandergesetzt... Wieviele kennen die Kirchentonarten oder wissen um die Neumen der Gregorianik oder haben sich informiert über die Anfänge der Polyphonie usw. usw.
 
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An der Stelle sei erwähnt, dass DAF auch die Erfinder des iPhone-Retina-Display waren. Siehe Video.
 
Ich bin dankbar für meine klassische Ausbildung, da sie mir hilft meine Musik zu verwirklichen... Aber sehen wir es doch mal so... Wieviele elektronische Künstler haben sich wirklich mal mit dem gesamten Werk der Harmonielehre auseinandergesetzt... Wieviele kennen die Kirchentonarten oder wissen um die Neumen der Gregorianik oder haben sich informiert über die Anfänge der Polyphonie usw. usw.

Das kann ich verstehen und respektiere das auch.

Andererseits müssen die ausgebildeten Musiker auch respektieren, daß es auch die `Anderen´gibt.

Es geht ja nicht nur darum Musik zu machen, sondern auch darum Musik zu hören - will sagen, ich mache Musik in dem Stil, den ich auch selber höre. Und glaube mir, ich habe noch nie freiwillig Musik gehört, wo die Aspekte, die Du genannt hast, eine Rolle gespielt haben. Die Geschmäcker sind halt unterschiedlich.

Für die Modular Systeme die ich präferiere haben Begriffe wie Harmonielehre, Kirchentonarten, Neumen der Gregorianik und meist sogar Polyphonie keinerlei Relevanz.

Das ist nicht bös gemeint - soll nur zeigen, das Musik nicht nur Theorie und Handwerk ist, sondern vermutlich reine
Emotion ...
 
Andererseits müssen die ausgebildeten Musiker auch respektieren, daß es auch die `Anderen´gibt.

Ich kenne keinen, der das nicht tut. Und ich kenne viele.
Ich habe eher gegenteilige Erfahrungen gemacht.
Studierte Musiker haben höchsten Respekt vor Leuten, die das autodidaktisch machen.

Bitte in Betracht ziehen, dass sich diese Mutmaßung aus einem unnötigen Mangel an Selbstbewusstsein nährt.
Aus dem Respekt dem "Profi" gegenüber unterstellt man diesem quasi automatisch oder unterbewusst Disrespekt dem Laien, ungelernten, oder autodidaktischen Musiker (einem selbst)
 
Ich kenne keinen, der das nicht tut. Und ich kenne viele.
Naja, das findest Du aber eigentlich überall wo es um experimentelle Musik geht. z.B. der Modular Fraktion wird doch oft unterstellt, sie würden nur so komische Geräusche mit ihren Kisten machen, weil sie halt nicht richtig spielen könnten ...
 
z.B. der Modular Fraktion wird doch oft unterstellt

Kannst du das mal konkretisieren. Also wer unterstellt das genau?
Wer hat da wo so was gesagt? Gab es da irgendwo z.B. den Konzertposaunisten, der gesagt hätte: "Also diese Modular-Fraktion, also die, dooooooo…"

Ich unterstelle dieser Argumentation, dass das alles einzig aus der eigenen Sicht kommt. Mir ist nämlich so ein konkreter Fall nicht bekannt.
 
Ich unterstelle dieser Argumentation, dass das alles einzig aus der eigenen Sicht kommt. Mir ist nämlich so ein konkreter Fall nicht bekannt.
Ich meine das Genre abhängig: Eine sich, aus was weis ich nicht für Gründen elitär verhaltende Musikergruppe, wird z.B. Punk/HC/Noise grundsätzlich verunglimpfen - halt 3 Akkorde Trash. Das hatten wir doch auch bei diesem Thema hier:
Musik für den Pöbel.
Ich kenne das gar nicht anders :harhar:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne das gar nicht anders

Aus dem echten Leben oder aus einer öffentlich generierten Meinung durch ein Forum?
(Genauer gesagt einer durch das Forum generierten vermeintlichen öffentlichen Meinung.)

Frage dich, was du wirklich kennst.
Eine öffentliche Meinung oder eigene Erfahrungen.
 


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