Synclavier Regen - neuer Synth

Fragt sich, ob es sich zwischen Regen und Original so verhält wie zwischen Quantum und PPG Wave. Also Artefakte und der ganze analoge Krams, die eben fehlen.
 
Ich bin nicht so im Thema, sehe nur gerade diese Synclavier Go App für iPad- wäre das nicht eine Alternative?
Wenn das auf mich bezogen war....Apple kann ich nicht, aber ich habe das Arturia Teil. Und was soll ich sagen......bis auf ein paar Presets nie benutzt weil´s mir relativ schwierig/ mühsam aussah.

Nachtrag : o.k. so schwierig ist es dann doch nicht. Vermutlich hat der Regen schon noch mehr Samples und Möglichkeiten, aber auf jeden Fall doch ganz nett und vielleicht kann es auch ausreichen für Sounds in diese Richtung.
 
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Fragt sich, ob es sich zwischen Regen und Original so verhält wie zwischen Quantum und PPG Wave. Also Artefakte und der ganze analoge Krams, die eben fehlen.
Die fehlen ja nicht, sondern sind allenfalls nicht zu hundert Prozent authentisch umgesetzt.
Laut dem Artikel finden ja viele der Artefakte auf der digitalen Ebene statt (Rundungsfehler etc., ich bin aber kein Techniker!) und konnten daher relativ authentisch nachgebildet werden. Und auch das Verhalten der Ausgangsstufen des originalen Synclaviers, der Filter (ich weiß noch nicht mal, ob das Synclavier überhaupt Filter, analog oder nicht, hatte!) und anderer analogen Bausteine sollte heutzutage eigentlich emuliert werden können (letztlich ist ja sogar der Vintage-Knopf moderner Analogsynthesizer eine digitale Emulation eines analogen Verhaltens).
Anfang Dezember werde ich Gelegenheit zu einem A/B-Test unter der Aufsicht und Leitung eines erfahrenen Synclavier-Users (es ahnt wohl jeder, wer das sein wird) haben und bin sehr gespannt darauf.

Und auch auf die Bedienbarkeit des Regen bin ich gespannt.
Mein Exemplar befindet sich schon länger nicht bei mir, aber ich habe mir inzwischen den "Knob" bestellt und das kürzlich verlinkte Video mehrfach angeschaut, und ich hoffe, dem Regen mehr als "nur" DM-Sounds entlocken zu können, wenn ich das Instrument erstmal begriffen habe.
Auch die zukünftige Möglichkeit, den Regen via Interface mit einem Original-Synclavier-Keyboard (beide Varianten) steuern zu können, finde ich faszinierend und habe das Interface schon mal vorbestellt - allerdings ohne zu wissen, ob ich jemals ein bezahlbares Keyboard in gutem Zustand finden werde und es dann auch unterbringen kann...

Übrigens wird Cameron Jones versuchen, zur nächsten Superbooth zu kommen - wir können also schon mal anfangen, uns schlaue Fragen an ihn zu überlegen!

Schöne Grüße
Bert
 
Dann bin ich gespannt auf den Vergleich Alt vs Neu.
Ich auch - allerdings kann ich mir vorstellen, dass meine Ohren (58 Jahre alt und mit schlimmer Metal-Vergangenheit in den 80ern) die Unterschiede gar nicht mehr hören, oder dass mir ein etwaiger "Hifi-Charakter" beim Regen sogar eher besser gefällt als das Original.
Schaumermal, dann sehmerscho.

Schöne Grüße
Bert
 
Wenn das auf mich bezogen war....Apple kann ich nicht, aber ich habe das Arturia Teil. Und was soll ich sagen......bis auf ein paar Presets nie benutzt weil´s mir relativ schwierig/ mühsam aussah.

Nachtrag : o.k. so schwierig ist es dann doch nicht. Vermutlich hat der Regen schon noch mehr Samples und Möglichkeiten, aber auf jeden Fall doch ganz nett und vielleicht kann es auch ausreichen für Sounds in diese Richtung.
Ah okay. Das war auch mehr eine allgemeine Frage bzw. Lautes Nachdenken. Die App scheint ja sehr leistungsfähig zu sein.
 
Das Interessante ist ja, dass mit Cameron Jones einer der Entwickler aus der Anfangszeit mit dabei ist, der die Plattform somit sehr gut kennt 🙂 und vielleicht kommt da noch die eine oder andere Weiterentwicklung dazu. Nicht revolutionär, aber evolutionär.
 
Laut dem Artikel finden ja viele der Artefakte auf der digitalen Ebene statt (Rundungsfehler etc., ich bin aber kein Techniker!) und konnten daher relativ authentisch nachgebildet werden. Und auch das Verhalten der Ausgangsstufen des originalen Synclaviers, der Filter (ich weiß noch nicht mal, ob das Synclavier überhaupt Filter, analog oder nicht, hatte!) und anderer analogen Bausteine sollte heutzutage eigentlich emuliert werden können (letztlich ist ja sogar der Vintage-Knopf moderner Analogsynthesizer eine digitale Emulation eines analogen Verhaltens).

Das Original hatte nur schaltbare Trackingfilter (High, Low, und Off) und Offlinefilter, die man sich im SFM designen konnte. Insofern ist der Regen wie in vielen anderen Punkten eher eine Weiterentwicklung.

Was den Sound betrifft: Das Original arbeitete mit variabler Samplerate, der Regen mit festen 50kHz. Ich würde daher ein anderes Verhalten insbesondere bei den FM Voices erwarten, weil die sehr viel Bandbreite brauchen. Beim Synclavier VST war es mir jedenfalls nicht möglich, unfallfrei einen additiven Sound über die gesamte Klaviatur zu spielen - geschweige denn einen additiven Sound mit FM obendrauf und/oder mit Pitch Modulation. Oberhalb von ~C4 ist beides in inharmonischen Aliasing versumpft. Was sich mir eigentlich nur dadurch erklärt, dass darin als Basis der Originalcode werkelt und dieser eben auf ein System mit variabler SR ausgelegt ist. Es gibt zumindest im VST kein Oversampling (das was dort Oversampling heißt, verändert nur die Auflösung der Lookup - Tables) und offenbar auch kein Mip-Mapping.

Hinzu kamen einige Artefakte, die ich schon bei anderen Arturiasynths vernommen habe (der Klang fängt an zu "blubbern" und zu hoplern, wenn man hohe Noten mit obertonreichen Sounds spielt). Zumindest letzteres sollte beim Regen nicht auftauchen.

Insofern bin ich sehr darauf gespannt, was ihr nach dem Dezember aus erster Hand berichten könnt. Vielleicht habt ihr ja Gelegenheit, o.g. Verhalten mal am Rande zu beleuchten. Ich habe schon versucht, dass in anderen Foren zu erfagen, aber da bekomme ich nur Sprechblasen aus dem Marekting, ein Video mit drei Noten "Beat it" oder PMs von Fanboys, die mich darin zum Idioten erklären. Mir geht es aber nur um eine Info, ob der Regen ähnliche akustische Freiheitsgrade bietet wie sein Urahn.
 
Ah okay. Das war auch mehr eine allgemeine Frage bzw. Lautes Nachdenken. Die App scheint ja sehr leistungsfähig zu sein.
Danke auf jeden Fall für die Anregung. Die Auswahl an Mod-Zielen finde ich zwar erstmal relativ bescheiden (im Vergleich zu modernen Softies), aber sicher lohnt sich eine etwas genauere Beschäftigung damit. Bei den Samples sind jedenfalls auch nützliche Sachen für Ambient dabei. Und natürlich die tatsache dass man problemlos eigene Samples laden kann und die "FM-en" kann :huepfling:
 
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Wenn das auf mich bezogen war....Apple kann ich nicht, aber ich habe das Arturia Teil. Und was soll ich sagen......bis auf ein paar Presets nie benutzt weil´s mir relativ schwierig/ mühsam aussah.

Nachtrag : o.k. so schwierig ist es dann doch nicht. Vermutlich hat der Regen schon noch mehr Samples und Möglichkeiten, aber auf jeden Fall doch ganz nett und vielleicht kann es auch ausreichen für Sounds in diese Richtung.
Die App ist "ok" aber nutzt die Vorteile der Bedienung nicht, man hat diese "Ein Fader" Bedienung da konsequent eingebaut - das ist ein NACHTEIL.
Das Ding benötigt viel Zeit - obwohl es besser ginge. Ich bin immer erstaunt, wenn Retro-Sachen quasi auf Retro bestehen und sehr wenig auf dem Nutzen der verwendeten Technik.
Da muss man schon aufpassen. Die Idee das aufs iPad zu bringen hingegen war gut.

Aber ich würde dem Coder erst einmal dringend empfehlen ins Jahr 2023 zu kommen ;-)
Der Vergleich dazu wäre - du hast ein Gerät mit Knöpfen und es wird nur einer genutzt. Obwohl es da ist. Das ist hier nicht genutzt worden, machen kann man aber erinnert an Poly800 Bedienung.

Ich spreche nur von der App fürs iPad / iOS.IMG_0401.png
 
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Das ist imho nicht ganz richtig, denn man kann jede Harmonische, die sich ja pro Stützpunkt verändern kann, praktisch wie einen parallelen Operator sehen.
ja, parallel - das ist am Ende keine FM sondern nur ein weiterer Strang - breiter - beschrieb ich weite oben und ein paar Seiten zuvor. Da hatte ich nicht erwartet, dass ausgerechnet du als FM Pro drüber stolpern würdest. Siehe auch ALG mit parallelen Strängen und verstimmen etc.
 
ja, parallel - das ist am Ende keine FM sondern nur ein weiterer Strang - breiter - beschrieb ich weite oben und ein paar Seiten zuvor.
Wenn du z.B. zwei Harmonische als Modulator hast, ist es das selbe wie zwei Modulatoren mit der jeweiligen Frequenz der Harmonischen die parallel den jeweiligen Träger modulieren, also praktisch vergleichbar wie 3 Operatoren (2 Modulatoren -> Träger) und anders als bei einem FM Synth der mit additiven Wellenform bei Operatoren arbeiten kann - z.B. Ableton Operator, lassen sich die Lautstärkenverhältnisse genau wie bei getrennten Operatoren durch die Stützpunkte im Verlauf verändern. Ein weiterer Strang ist was anderes.
 
und dann noch die Frames, da haben sie ja fast noch ein bißchen Wavestate reingepackt.
Ist schon ein paar Jahre her dass ich mir das Synclavier V angeschaut hab', aber afair ist es das was ich von div. additiven Synths als Stützpunkte kenne und das war schon beim Original möglich, müssten von daher auch Regen und IOS Version können.
 
Anfang Dezember werde ich Gelegenheit zu einem A/B-Test unter der Aufsicht und Leitung eines erfahrenen Synclavier-Users (es ahnt wohl jeder, wer das sein wird) haben und bin sehr gespannt darauf.
Ebenso, bitte berichten.

Was den Sound betrifft: Das Original arbeitete mit variabler Samplerate, der Regen mit festen 50kHz.
Vor allem auch mit einem Wandler und analoger Nachbearbeitung pro Voice. Da wird es sicher Unterschiede geben.

Es bleibt interessant.
 
Ob Arturia dann die bessere Soft-Variante ist ?

:banane:und dann noch die Frames, da haben sie ja fast noch ein bißchen Wavestate reingepackt.
Für mich ja - aber ich hätte unterwegs gern lieber Hardware - und iPad - aber keinen Rechner - deshalb nutze ich das live nicht. Und es macht schlicht keinen Spaß an der App - das ist halt vermurxt - aber deshalb auch die Idee - wieso nicht die Taster halten und schieben - wie das sonstwo auch geht und mit Grafik und so - das hat Arturia um LÄNGEN besser gemacht. Anschaulich! also wenn du mich fragst - nimm das. Und der Regen ist auch cool - ich finde schon, dass das attraktiv und cool rüber kommt. Bei Starsky zumindest. Da kommt ja noch der HW Charme dazu und diese Wandler/Sound/Konversion-Ästhetik - das ist super.
Ich finde auch das diese "alten HiEnd Sounds" schon eine schöne Sache ist. Aber man kann das natürlich auch mit FM Synths oder mit anderen Softwares bauen, wenn man nur die Idee haben will - aber - es ist ein bisschen wie einen Con Brio zu haben - schon cool.

Und früher war HiEnd auch diese höheren Frequenzen mit drin zu haben - beispiel für so einen Sound kann man auch bei Numan und Sharpe in Change your Mind hören, obwohl der wohl aus dem Fairlight kommt - dieses Britzelding wirkt auch HiTech.
Daher - nicht vergessen.. das ist manchmal auch nicht nur die Technik sondern auch andere Dinge, die man heute auch anders herstellen kann oder könnte.
Aber deshalb mögen eben viele den Emulator II, Drumulator oder sowas - das klingt eben cool, oder Linndrum.
Einer der coolsten Hersteller die das ernst genug umgesetzt hat war auch Jomox

Nur als Anekdote, will nicht zu weit weg vom Regen - denn der ist zu spannend um zu viel Pseudophilosophie dazu zu setzen.
Ich find es auch bezahlbar - es ist ja durchaus erreichbar und nicht absurd, was der Regen so kostet.
 
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Die sind ja auch weitgehend "fest" und es gibt eine kleine Matrix, wenn ich das richtig gesehen habe - aber das meiste ist wie man das damals immer machte - es ist vorgegeben und du weisst dass es so ist und nutzt es so. Wenn irgendwas wirklich da gut rein passt - damals machte man erstmal Technik und der User muss sich anpassen, nicht umgekehrt.
 
Bei den Sounds geht er sicher darauf ein. Tausche GM-Expander gegen Synclavier!
 
Hm, Oscar Peterson war eben Oscar Peterson, der hätte für solche groovigen Akkorde mit Sicherheit nicht diesen (in diesem Fall wirklich eher mediokren) Synclavier-Sound gebraucht, wenn man mal ehrlich ist.
Das benutzte ORK ist nicht anschlagdynamisch, Dynamik holte er nur aus dem "Swell", also der langsamen natürlichen Attackzeit des Samples durch kurzes und langes Gedrückthalten.
Ich spekuliere mal, dass der "natürliche" Sound des Samples ihn, den alten Jazzer, an echte Bandsituationen erinnert und entsprechend inspiriert hat.
Ob ihn die ganze Synthese des Synclaviers überhaupt interessiert hat?

Überhaupt stelle ich fest, dass viele der damals sehr angesagten reinen Synclavier-Produktionen (ich habe mir gerade zwei Platten von Eddie Jobson bzw. Patrick O'Hearn diesbezüglich angehört) sehr mit den damals völlig neuen Möglichkeiten spielen und sich davon gefangen nehmen, was dann oft zulasten der musikalischen Qualität geht (einzige mir bekannte und persönlich empfundene Ausnahme: Depeche Mode).
Ist natürlich eine gewagte These, denn so wahnsinnig viele dieser Platten kenne ich gar nicht bewusst.
Jedenfalls werden heutige Synclavier-Nutzer (und auch Regen-Nutzer) ganz anders an das Instrument herangehen als damals. Denke ich.
Wäre auf jeden Fall mal eine Überlegung/Diskussion wert.

Schöne Grüße
Bert
 
also der langsamen natürlichen Attackzeit des Samples durch kurzes und langes Gedrückthalten

Das hört sich für mich sehr nach FM an, also so ein Sound den man beim Durchsteppen am DX7 schnell gerne überspringt :)

einzige mir bekannte und persönlich empfundene Ausnahme: Depeche Mode
+1

Ist natürlich eine gewagte These, denn so wahnsinnig viele dieser Platten kenne ich gar nicht bewusst.
Jedenfalls werden heutige Synclavier-Nutzer (und auch Regen-Nutzer) ganz anders an das Instrument herangehen als damals.

Das Synclavier war ja Mitte der 80er (im Schwerpunkt ab 9600) die erste ernstzunehmende DAW und 16 Bit Sampler (neben Fairlight III als Sampler).
Mit wachsenden und günstigeren MIDI-Studios hat das ja dann auch recht schnell in der Breite an Magie verloren.

Trotzdem war es immer noch den MIDI-Studios weit überlegen.
Ich erinnere mich gerne an eine Vorführung auf der Frankfurter Musikmesse so anno 90/91.
Da wurden die Timing-Vorteile gegenüber der seriellen MIDI-Schnittstelle noch mal eindrucksvoll demonstriert. Es wurden 16 identische Spuren (Sound/Sequenz) gleichzeitig abgespiegt, von 1 bis 16 immer eine weitere Spur zugeschaltet. Das Ergebnis war exakt auf den Punkt und wurde Spur für Spur nur lauter.

Dann das Ganze mit einem Midi-Sequenzer. Von Spur zu Spur erhöhte sich nur ein phasend/flangender Soundmatsch.

Wer das nötige Kleingeld hatte war wohl schnell überzeugt.
 
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...unabhängig davon, ich habe von dem Synclavier Regen bisher nicht ein einzigen Sound / Yt /Demo Video oder sonstwas gehört, was ansatzweise interessant inspirierend oder sind was war. Null. Nüscht. Niente.

Jedes Gammel Video von alten Synclavier und sogar das von Oscar Peterson ist besser und interessanter.

 
...unabhängig davon, ich habe von dem Synclavier Regen bisher nicht ein einzigen Sound / Yt /Demo Video oder sonstwas gehört, was ansatzweise interessant inspirierend oder sind was war. Null. Nüscht. Niente.

Jedes Gammel Video von alten Synclavier und sogar das von Oscar Peterson ist besser und interessanter.

Geschmackssache, würde ich sagen. Das Inhalt-Demo (von dem sind auch viele Presets) finde ich hervorragend.

Schöne Grüße
Bert
 
Vielleicht ist es auch so, dass das was HEUTE sonst möglich ist - nämlich FM Klänge schichten ja auch schon da ist - das macht den Regen nicht unmöglich - es ist nur nicht mehr dieses unerreichbare niegehörte. Aber schlecht ist das nicht - diese Ästhetik ist durchaus berechtigt.
 
Ist der Regen mehr für Soundbastler gedacht oder für Presetplayer - das frage ich mich dabei immer wieder. Im ersten Fall fehlen im aber vielleicht Bedienelemente und Mod-Möglichkeiten, oder es ist wieder dieses "bewusst einfach gehalten" was nicht meins ist.
 
beides - glaube am meisten für Individualisten und Retro-Nerds, die das Ding einfach genau so wollen wie es mal war mit neuer Bedienung.
 


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