Warum grade 5 Pin DIN für MIDI?

Dieses Thema im Forum "Controller, Kabel, MIDI / CV" wurde erstellt von [Artinus], 14. März 2019.

  1. [Artinus]

    [Artinus] ||||

    Ich bin gerade dabei mich tiefer mit MIDI zu beschäftigen und schaue ein paar Videos dazu. Da ist mir was komisches aufgefallen. Wie kann es sein das grade ein deutscher Stecker Standard für MIDI benutzt wird? Warum nicht eine andere Art von Stecker, den MIDI wurde afaik zwar von div Firmen international entwickelt aber das waren doch primär eher amerikanische und japanische Firmen. Warum sind die grade auf den DIN stecker gekommen?
     
  2. blauton

    blauton 6 von 5

    DIN war damals im Home-HiFi Bereich eigentlich Standard.
     
  3. Jenzz

    Jenzz ||||

    Moin .-)

    Eine gute Frage.... War halt günstig, weit verbreitet, brauchbare 'Steck-Sicherheit'. Technisch wäre noch ein Vorteil, das man Signalmasse und Schirm getrennt halten kann.

    Jenzz
     
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  4. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

    Dave Smith hatte sich selber darüber geäußert, die Frage wurde ja immer wieder mal gestellt. Die Gründe nennt Jenzz. Wenn du Originalton Smith brauchst, dann google mal, das findet sich in einem der zahlreichen Artikel über MIDI hier und dort. Aus heutiger Sicht war das ein glücklicher Zufall, denn einen Standardanschluss durchzusetzen ist nicht einfach. Auch noch einen, der zwar fragil aussieht, es aber gar nicht ist.
     
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  5. [Artinus]

    [Artinus] ||||

    War DIN zu dem Zeitpunkt im amerikanischen und japanischen Raum so weit verbreitet? Ich kenn da eher deutsche Geräte, z.b. von dynacord oder schaller welche DIN Anschlüsse haben.
     
  6. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

    Man kann den Verbreitungsgrad damals nicht mit heute vergleichen. Aber dennoch, viele HiFi Receiver damals hatten unter anderem eine 5-Pol-DIN Buchse, mein Pioneer SX424 von 1974 hat die und wenn du mal bei springair.de die alten Teile anschaust, wirst du diese Buchse immer wieder vorfinden. Aber das war es nicht unbedingt, Roland hatte mit DCB ein eigenes System, das war aber teurer und Kakehashi stimmte letztlich Smith zu, sich auf die 5-Pol einzulassen. Im Grunde lag es an den drei SCI, Roland und Yamaha und dass die sich ganz simpel einig wurden. Der Vorschlag wurde Ende 1982 dann offiziell unterbreitet und jeder schloss sich dem dann einfach an. Der Rest ist Eigendynamik.
     
  7. Max

    Max ||

    nachvollziehbar, der Stecker ist wirklich an fast jeder Stereo-Anlage aus der Zeit - aber trotzdem tut's mir immer etwas weh, wenn ich darüber nachdenke, dass 2 Pins unbenutzt sind
     
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  8. ganje

    ganje Fiktiver User

    Ändert sich vielleicht mit MIDI 2.0
     
  9. sbur

    sbur Na ja, egal...

    Ich dachte immer, dass die DIN-Steckverbindung mit DIN-Sync ohnehin in dem Bereich als bekannt galt und man deshalb den gleichen Stecker verwendet hat. Schließlich wurde MIDI auch von Roland mitentwickelt. Allerdings ist dann auch die Verwechselung möglich.
     
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  10. Max

    Max ||

    Ja? Weiß man denn schon mehr über den/die Stecker für MIDI 2.0 oder vermutest du das selbst? Ich hab - eher gerüchteweise - gehört, dass USB (neben DIN und Klinke) unterstützt werden soll..
     
  11. microbug

    microbug ||||||||||

    Man wollte etwas haben, was man nicht mit Anderen verwechseln konnte und billig zu haben war. DIN erwies sich daher als ideal, weil in USA eher exotisch, also nahm man dieses. Die Vorgängerschnittstelle bei Dave hatte bereits eine ähnliche, ebenfalls runde Buchse.
     
  12. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

  13. ganje

    ganje Fiktiver User

    Viel mehr als Gerüchte werden momentan nicht im Umlauf sein... Nichts Genaues weiß man nicht..
    USB-MIDI gibt es ja schon, darum wird das bestimmt ein Teil von 2.0 sein. Ich hoffe, dass der DIN-Stecker beibehalten wird und es somit auch mit MIDI 1.0 irgendwie kompatibel wird.. Bei den rein digitalen Synths dürfte es durch die Firmware zumindest machbar sein die Kompatibilität herzustellen.
    Aber das ist ja ein anderes Thema.. Hier mehr Infos:
    https://www.sequencer.de/synthesizer/threads/midi-2-0-kommt-midi-hd-midi-updaten.10186/
     
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  14. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    meine universum kompaktanlage aus den 80ern hatte auch din Anschluss.
     
  15. Summa

    Summa hate is always foolish…and love, is always wise...

    Mein Universum EQ auch ;-) genau wie mein erster Mixer.
     
  16. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

    Weil es eben eine deutsche Buchse war, Universum ist ja Ostprodukt via Quelle im Westen vermarktet. Nahezu alle deutschen Audiogeräte hatten die seit Mitte der 50er, und daher waren insbesondere Audiogeräte aus Japan, die nach USA und Deutschland verkauft wurden, sowohl mit den in USA üblichen Cinch-Anschlüssen als auch mit der DIN-Buchse ausgerüstet. Bei späteren US Geräten ist nur noch Cinch dran.
     
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  17. Jenzz

    Jenzz ||||

    Dito hier! Habe hier in der Werkstatt einen Pioneer SX-440 Reciever auch aus der Zeit, der hat für die Tapes auch beides vorgesehen (DIN + Chinch).

    Jenzz
     
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  18. blauton

    blauton 6 von 5

    Und Geräte Made in Germany, die damals™ international verkauft wurden.
    All die Marken die es nicht mehr gibt. Uher etc.
     
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  19. Feinstrom

    Feinstrom |||||

    Ich hab schon VIELE MIDI-Stecker plattgelatscht, ich Depp...

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  20. Bernie

    Bernie ||||||||||||||||||||||

    Roland DIN Sync gab es ja auch noch, übrigens auch mit DIN-Steckern, ebenso die Modulverbindungen am System 100M.
    Das war einfach gängiges Material, zu der Zeit gab es kaum billige Steckverbindungen mit mehreren Polen.
     
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  21. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

    Von Feinmotorik leben ganze Kabelherstellergenerationen :)
     
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  22. VEB Synthesewerk

    VEB Synthesewerk Thomas B. aus SAW

    Nicht ganz.
    Universum war die Technik Eigenmarke von Quelle.
    Es wurde von zig verschiedenen Herstellern zugekauft und umgelabelt.
    Nur ein recht kleiner Teil kam aus dem Osten.
     
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  23. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    da kam so einiges aus der ddr bei allen Versandhäusern. vermarktet jeweils unter privileg, universum, palladium, etc.
     
  24. VEB Synthesewerk

    VEB Synthesewerk Thomas B. aus SAW

    Aber gerade bei Universum war es gar nicht so viel.
     
  25. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

    Das mit Eigenmarke ist mir bekannt, nur nicht dass es verschiedene Hersteller waren. Habe kürzlich eine Dokumentation drüber gesehen, da wurde das einigermaßen ausführlich dargelegt, aber vielleicht nicht vollständig. Die Geräte selber kenne ich ja aus den 70ern.
     
  26. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    Bei neckermann dafür umso mehr.
     
  27. microbug

    microbug ||||||||||

    Zum Glück gibts ja auch MIDI Kabel mit Metallsteckern, die bekommst so leicht nicht platt.
     
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  28. Max

    Max ||

    Die da sind der Hit: https://www.lumberg.com/de/produkte/produkt/SV

    Wenn man noch die passende Buchse dazu hat, sogar verschraubbar...

    (aber mir ist glaub ich auch noch nie ein MIDI-Kabel kaputt gegangen, weder billig, noch teuer)
     
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  29. microbug

    microbug ||||||||||

    Das ist aber doch schon Tuchel, oder nicht?

    Ich nehm immer die der Thomann Hausmarke mit Metallstecker. Nicht für feste Aufbauten, da hab ich immer noch meine umgebauten Projektorkabel aus den 80ern, sondern für live oder Testsetups.
     
  30. Max

    Max ||

    Gut beobachtet, ich hab den falschen erwischt, gibt's aber auch als DIN... ;-) - finde ihn allerdings gerade nicht.

    Die meisten MIDI-Kabel sind bei mir von Cordial. "Verschraubbar" ist wohl auch eher ein netter Gimmick, hab mir da nur ein paar Kabel gelötet für DIY-Projekte bei denen ich die passenden Buchsen mit Gewinde verbaut hab - aber auch bei normalen Kabeln kann ich mich nicht erinnern, dass mal eins rausgeflutscht wäre.