Wiedererkennungswert

Du könntest auch in jedem Track eine Signatur hinterlassen, ähnlich wie die Unterschrift eines Malers auf seinem Bild. Zum Beispiel in Form eingestreuter Sprachsamples Deines Projektnamens ("This is RDO667!").
 
Das ist ja das Problem. Ich möchte schaffen, dass es wirklich nach mir klingt. Ich stecke sehr viel Gefühl in meine Musik, was vielleicht nicht so deutlich wirkt aufgrund der Ergebnisse (bzw mangelnden Talent), aber es bedeutet nicht, dass ich mir keine Mühe gebe.
 
ich kann mir nur in sofern wiederholen als dass ich glaube, dass das mit der Zeit automatisch kommt. Man hat ja doch bestimmte Vorlieben und entwickelt auch produktionstechnisch mit der Zeit gewisse Vorgehensweisen, die sich ähneln.
Was auch nicht schaden kann: So viel wie möglich selbst einspielen (kommt natürlich auf das Genre an: Bei Minimal Techno hört man das vielleicht jetzt nicht so raus), das hebt die persönliche Note auch hervor.
 
Es gibt eine ebmeske Band namens Die Selektion ("Zeuge aus Licht"), die in fast jedem Stück eine Trompete haben. Relativ untypisch für EBM, und daher definitiv hoher Wiedererkennungswert.
Ich weiß nicht, ob das als Marketing/Wiedererkennungszwang gedacht war (was ich ein wenig albern fände) oder als musikalisches Statement, oder weil einer in der Band halt gern Trompete spielen wollte (was ich ziemlich cool fände), also hab ich da keine ausgeprägte Meinung dazu.

Schöne Grüße
Bert
 
Die Band kenn ich sogar. Ja, weiß auch nicht wie es bei denen zu der Sache mit der Trompete kam, aber stimmt, sie stechen damit raus aus der Masse :)
 
Ein kurzes knackiges Intro indem du den Chorus anspielst, kann Wunder wirken. Ansonsten muss es heutzutage alles sehr kurz und knackig sein, am besten nicht länger als 3 Minuten, eher kürzer.
 
Hmmmm, ich sehe da keinen Widerspruch drin.
Wenn beispielsweise Carlos Santana die ersten drei Töne anspielt, muss man nicht lange über den Interpreten nachdenken.
Das bedeutet aber nicht, das er grundsätzlich immer gegen den Strom schwimmt.

klar, 0,1% der produzenten kann man sofort raushören, wenn man sie gut kennt und insgesamt so wenig sachen hört, dass man sie mit nichts verwechseln kann.

aber so einen ganz, ganz eigenen sound, der man sofort "wiederkennt" und zuordnen kann, meine ich bei maximal 5-10 leuten zu hören... darunter christian vogel, ben watkins - und natürlich ott (twisted).

ist aber alles auch nicht wirklich nur auf den "sound" zurückzuführen, sondern schlichtweg auf das gesamtpaket.

und auch da gibt es ausnahmen... wer weiß, vielleicht haben die auch alle schon mal etwas für sich selbst total untypisches gemacht und ich habe es dann doch nicht gehört? :)

versuch mal bei house oder black metal jemand zu finden, den man am sound sofort wiederkennt.

ich denke man kann machen was man will, man wird immer so klingen wie jemand anders auch. irgendwo auf der welt gibt es immer noch jemand, der auch brennendes benzin auf ein blechdach schüttet und das mit einem kassettenrecorder aufnimmt.

immerhin wird er großteil der musik überhaupt nicht veröffentlicht und das, was "man" so kennt ist entsprechend wenig.


ich würde übrigens dem threadstarter nicht dazu raten, nicht krampfhaft etwas eigenständiges hinbekommen zu wollen.
das kann schon auch ein weg sein, um überhaupt etwas aufs band zu bekommen.

man sollte nur nicht die ewartung haben, dass das mit dem eigenen sound dann klappt oder von anderen auch so gesehen wird. der prozess ist alles.
 
versuch mal bei house oder black metal jemand zu finden, den man am sound sofort wiederkennt.

ich denke man kann machen was man will, man wird immer so klingen wie jemand anders auch.
Ist das nicht irgendwie auch logisch, wenn man immer nur bestrebt ist, wie X oder Y zu klingen?
House ist vielleicht auch nicht die Musikrichtung, wo man jetzt besonders viel Spielraum hat, im Jazz sieht das schon ganz anders aus.
 
das ist ungefähr der film, der hier bei mir läuft: der threadstarter ist wenigtens kein epigone. das hat jede unterstützung verdient. :P

aber man kann werke schöpfen, ohne gleich stilbildend zu sein.
 
Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert ist nicht das Gleiche.

Um einen gewissen Wiedererkennungswert zu erlangen braucht man ein entsprechendes Maß an Erfolg.
Sprich: Die Leute, die einen wiedererkennen sollen muss man erstmal nachhaltig erreichen.

Mit "Wiedererkennungswert" ist hier mutmaßlich eigentlich "Eigenständigkeit" gemeint.
Und Eigenständigkeit würde ich jetzt mal als nur eine Teilbedingung von musikalischem Erfolg (Reichweite) sehen.

Beim Thema Eigenständigkeit fallen mir dann zwei Sachen ein:
Zum einen Gesang. Gesang, bzw die individuelle Stimme macht Musik eigentlich immer automatisch eigenständig.
Zum anderen Musik/Produktion. Da gilt es vor allem, bereits vorhandenes nicht zu kopieren. Also neue Wege zu gehen.
Klingt nach Floskel und ist auch leichter gesagt, als getan. Aber isso.
 
Zuletzt bearbeitet:
das hat bestimmt überhaupt noch nie jemand zuvor gemacht. :)
Doch, das machen Viele, sogar sehr sehr Viele. Und genau an der Art, wie sie das mit genau welchem Sound machen, erkennt man sie wieder :cool:

Ich habe z.B. seit gut 30 Jahren ein Standard Drumset, hauptsächlich 707 clean (Samples vom MKS7), dazu die 505 claps und dann diverse überteuerte Sounds, die alle durch genau dieselbe Ensoniq Effect-Chain mit genau denselben Settings resampled wurden(Auto-Wah mit Dist etc.) bzw. durch denselben Mackie 1202 Gain übersteuert wurden. Das Ganze in Summe sind weniger als 300kB an Sampledaten, nicht alles auf bester Sample Rate. Alles der Tatsache geschuldet, dass die EPS 16+ Flashbank nur 1MB hatte und der Platz ja auch noch für das OS und die anderen 10-15 Standerdsounds reichen musste.

Das ist alles heute immer noch die erste Wahl, bevor ich mich überhaupt in den Sumpf von Samplebibliotheken begebe, den es früher in der Form noch nicht gab. Durch das Auto-Wah+Dist.+Feedback haben die eigenen Sounds einen Reso/Flange-ähnlichen Klang, den man immer heraus hört und den ich heute noch genau so liebe wie vor dreißig Jahren :)
 
Ansonsten muss es heutzutage alles sehr kurz und knackig sein, am besten nicht länger als 3 Minuten, eher kürzer.

Also ich ärger mich in letzter Zeit öfters mal daß mir ein guter Song zu kurz ist. Ich mag auch schnelle Nummern, aber mindestens 3 Minuten muß sein. Alles darunter mache ich selbst nur als Intro.
Leute macht nicht den Fehler die Projekte aus bequemlichkeit oder zweifelhaftem Trend zu frühzeitig zu beenden.:opa:
 
Also ich ärger mich in letzter Zeit öfters mal daß mir ein guter Song zu kurz ist. Ich mag auch schnelle Nummern, aber mindestens 3 Minuten muß sein. Alles darunter mache ich selbst nur als Intro.
Leute macht nicht den Fehler die Projekte aus bequemlichkeit oder zweifelhaftem Trend zu frühzeitig zu beenden.:opa:
Das kommt für mich drauf an, was der Song will. Manchmal ist das für mich wie bei Witzen oder Geschichten. Dann leben die von der Kürze, da würde mehr davon das einfach verwässern. Aber das sind Songs, die primär eine Aussage treffen wollen und eher Ausnahmen. Ansonsten sehe ich es wie du. Da gibt es viele Songs und Tracks, da würde ich gern mehr von haben.
 
Dann leben die von der Kürze
"In der Kürze liegt die Würze" sagt man ja schon seit Urzeiten. Da ist natürlich etwas dran aber wie gesagt...3 Minuten (Single Spielzeit) akzeptiere ich, genieße ich. Und 3 Minuten ist schon kurz.
Um Aufbau, Vorderteil ,Mittelteil, Hinterteil und mindestens 2x Refrain zu gewähren sind 3 Minuten schon eine Herausforderung. Ich geb dir Recht bei einem Song der monoton und ohne Struktur ist. Da reichen auch 2 Minuten.
aber bei klassischer Songstruktur...naja Regeln gibts natürlich keine und soll es auch nicht geben. Jedoch ärgert es mich maßlos bei manchen Songs wenn mein Kopf gerade in fahrt kommt, der Spuk schon wieder zu Ende ist.
Also zu meiner Herausforderung in Sachen Musik gehört immer auch die Annehmbarkeit der Reise insgesamt. Ich denke da perfektionistisch, aber es muß am Ende natürlich nur mir gefallen. Wenn jemandem aber etwas
auffällt dann überdenke ich das gerne. Oft war ich Dankbar und änderte es. Mitlerweile arbeite ich an Tracks aber so lange daß ich genügend Abstand habe und merke wenn zu viel Euphorie da war während
des Schaffensprozesses. Ich kann und will mitlerweile erst mit diesem Abstand meine Tracks vollenden. Das bedeuted ich laß sie immer mal Ruhen und arbeite erst dann wieder weiter. In den Geist des Tracks bin ich direkt wieder drinn, nur halt dann mit zusätzlicher Objektivität. Will sagen...ich merke nur mit dieser Objektivität ob zu lang oder zu kurz. Es gibt bei mir während des Schaffensprozess viel was ich verwerfe bzw. wegradiere, aushöhle
aber auch dazupinsel. Genauso malt man ja auch ein Bild. Es wächst und wächst. Es gab Menschen die haben Jahrelang an einem Bild gemalt. Aber das kann und wil jeder anders tun. Wichtig ist es ,angefangene Werke zu
vollenden. Es ist da manchmal schon anstrengend zu sagen "Hey ,ich erfinde noch was dazu" anstatt zu sagen "och, du, das reicht doch vollkommen aus 1:20min" :cool: Man kanns nicht pauschalisieren aber man sollte es bedenken, immer bedenken daß "wenn schon denn schon". Ich hasse z.B. wenn Tracks/ Songs auf eine lieblose Art und Weise enden. Das war bei Electronica und idm mal Mode einfach vom Sequenzer ganz stupide
die Stop Taste zu drücken. Bäh ,ich hasse das :mad: ;-) Ich finde auch ,oder gerade das Ende eines Songs soll gut überlegt sein. Eine Tugend war es in den frühen 80er Jahren als man versuchte Songs auf eine besonders
spannende und gewaltige Art und Weise starten zu lassen. Ich weiß noch wie wir damals mitte 80er Jahre immer nach solchen Songs gefiebert haben. Es gab da auf manchen Compilations Songs bei denen
die Dj's die diese Songs ineinander gemixt haben -also die Übergänge- ganz besondere Neuartige Anfänge zu den Songs dazugedichtet haben. Ein Beispiel wäre C.O.D. "In The Bottle" ...wer den original Song kennt
wird merken daß folgende Version einen sehr interessanten Anfang mit coolen Effekten hat. Das gibt es so nur auf einem bestimmten Streetsounds sampler:
 


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