Zu den Wurzeln – WDR Studio für Elektronische Musik oder Musik mit „Test Equipment“ wie Cluster und Co.

SonicLab Fundamental

Damit haben von Stockhausen bis Cluster Musik gemacht. In den 50/60ern gab es auch nur diese Option. Die ersten Oszillatoren und auch Filter sahen so aus und waren eben Testgeräte / Messgeräte und Eicheinrichtungen für Elektronik zum wobbeln (also Frequenzen durchfahren). Wie sah sowas aus? WDR Studio für Elektronische Musik – Na, ungefähr so:

Hier siehst du Oszillatoren (die Großen in der MItte und rechts), unten ein B(and)P(ass)F(ilter) und unten links ein Impulsgeber – der für uns heute bei Physical Modeling wichtig ist. Das war alles schon da – und Tonband gab es auch. Also Pulse aufnehmen – schnell abspielen – Filtern – ging alles – Schneiden per Band .. Alles das war nicht wirklich komplex, aber es gab auch nur das. Zunächst. Experimentelle Dinge waren zwar bekannt, aber niemand hatte wirklich Zugang oder Möglichkeiten zB ein Theremin zu kaufen und zu spielen oder den 1955 gebauten RCA Synthesizer zu benutzen oder ähnliches. Kommerziell und auf für Nichtmillionäre für „Jeden“ war das jedenfalls einfach nicht erreichbar. Harald Bode hatte bereits das Konzept eines Synthesizers grob in den Vierzigern akademisch umgesetzt, aber sowas stand ebenfalls faktisch niemandem / Nichtakademikern zur Verfügung. Anhören oder ausprobieren war nur theoretisch möglich – per Buch. Informationen mussten ja auch erst einmal an alle gelangen, dass es so etwas überhaupt gibt. Es begann also eher einfach mit etwas, was Geräusche machen kann oder diese bearbeitet. Eine der Mögichkeiten (EINE!) sind Messgeräte der 50&60er Jahre, Radios, Orgeln, Verstärker und Filter. Alles nicht dazu gedacht „Musik“ zu machen. Und natürlich nicht mit „Tastatur“ – Hier die WDR Studio für Elektronische Musik Vintage-Abteilung von Messgeräten – die wurden von Leuten die Zugang hatten verwendet und man brauchte auch im Kopf noch sehr viel mehr Vorstellungsvermögen, wie und das man so überhaupt zu Klängen kommt und diese per Bandmaschine aneinanderreihen könnte.

 

Wieso nicht selbst mal probieren?

Es gibt mehrere Optionen: 1) der Hainbach Weg mit SonicLab Fundamental – kostet max. 70€, aktuell etwas günstiger 50€ – aber mit komischem Kopierschutz (wie eigentlich meist).

 

Es gab auch mal Berna, ein ähnlich angelegtes Tool. Aber das gibt es leider nicht mehr.

Natürlich ist das Besondere auch mit jedem Modulsystem zu simulieren – es ist nur anders. Also dann mal so.

Du kannst auch das WDR Studio besuchen oder Willem Twee in NL. Dazu gibt es etliche Videos, ich war mehrmals im Kölner Studio des WDR, dort lernt man viel und man hat idR den „Neue-Musik“-Hintergrund – also mehr dazu findest du hinter dem Link hier: WDR Studio f.EM.

Wie gut und wie LANGE dieses Tool funktioniert – weiss ich nicht. Man kann natürlich auch wie die Leute im Willem Twee (Video Link)Studio oder wie Dennis Verschoor „Mono-Poly“, der sich den Kram einfach selbst gekauft hat. So wie Hainbach auch.

Die Musik damit? Naja, wer es nicht den klassischen oder akademischen Weg tun will kann sich doch einfach mal Cluster und Co anhören. Die haben genau wie Kraftwerk und andere in Teilen so begonnen – als Mix mit irgendwelchen Amps und Orgeln und eben allerlei Sauriergezumpels™. Nicht nur Synthesizer – nicht immer auch Messgeräte, aber allerhand sonderbare Apparaturen.

Mal eins von sehr vielen Beispielen

Weniger Drogen – und eigentlich hochspannend weil wirklich elektronische Musik wo andere Peter Alexander hörten – Der Karlheinz: Das hier ist sein Hit.

Er kann es auch ein bisschen erklären

Gemacht wurde es dann hier in so einem Aufbau – natürlich ohne Rechner und Emulator II – die grünen Geräte beachten..

Willst du es mal versuchen so zu denken?

Einstiege gibt es hier und Erklärung zum Video und was dort passiert hier WDR Studio für Elektronische Musik

Was haben wir später draus gemacht? Wir haben die Synthese in Gehäuse gebaut und es Synthesizer genannt, wir haben ähnliche Geräte in Normgrößen gebaut und nennen es Modular Synthesizer System und wir haben natürlich auch digital daran gearbeitet- Die Anfänge dazu sind hier. Nur ein Ansatz, wir haben mehr. ZB gibt es ja diese Syntheseformen alle in Synths.
Die Zukunft könnte auch so aussehen.

Synthesebegriffe Sound Synthesis – Synthesizer & Synthese (LFO, VCO, FM, Filter..)

Wie Synthesizer begannen: Synth History und natürlich eine Übersicht über aktuelle Fragen zu verschiedenen Synthesizer-Typen.
und eine Liste der Synthesizer bis 2016 findest du natürlich hier.

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6 Kommentare

  1. meine fresse, 50 affen um wie opa 8 Sinusse aufeinander zu stapeln. ^^
    mit stockhausen kann man mich auch nicht mehr hinterm Ofen hervorlocken,
    ne halbe stunde fx sounds sind ganz schon blutarm, ne. ;)

    1. Es gibt noch eine sehr große Menge anderer Musiker, die so begonnen oder generell so gearbeitet haben. Vielleicht ist es eine Art von Einstieg, der interessant sein kann. Für viele ist das nicht so ersichtlich WIE man mit Musik beginnen kann und wie man sein persönliches Atom der Elektronischen Musik nutzen kann, um die ganze Welt zu schaffen die man benötigt.

      Affen kamen sehr selten in diese Studios.

      1. Daphne Oram oder Delia debishire tönen da doch bedeutend interessanter für meinen Geschmack. Viel von der akademischen Musik ist ein Haufen Müll der mal nötig war um von der westlichen Harmonielehre wegzukommen, aber wer will sich das heute noch freiwillig anhören?
        (Affen = €)

        1. Würde ich so nicht teilen. Es geht aber auch um „Jedermensch™“, wie die damaligen Bands – also auch jene Urwurzeln um Cluster und auch viel in der „Krautrock“ genannten Szene bis hin zu den Anfängen von Kraftwerk, die auch diverse Apparate (vielleicht nicht speziell Messequipment) verwendeten und auch Leute die heute Experimente damit machen. Der Szene-Mensch dafür ist Dennis / MOno_Poly und Hainbach.

          Ah, das ist Geld – das wusste ich nicht.Also du meinst das dir das zu teuer ist. Wobei so physik. Gerätschaften von „kein Geld“ über „viel Geld“ kosten. Sowas muss man quasi einfach so einsammeln. Es muss nicht immer das sein, was zB da steht. zB Heathkit https://www.google.com/search?q=heathkit&oq=heathkit+&aqs=chrome..69i57j0l7.13111j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8 oder natürlich auch B&K https://www.google.com/search?q=bruel+kjaer&sxsrf=ALeKk00Q_A2RUulAW99uoWjjMmJJw767cg:1592760376492&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwiAy8_jtpPqAhVj16YKHQTtANgQ_AUoAHoECDMQCA&biw=1747&bih=1200. – So ein Mouth Simulator von Bruel & Jkear kostet dann schonmal 400 „Affen“ (das könnten auch Flazappen oder von mir aus auch „Euronen“ sein). Ein Mic Preamp liegt gerade bei 600-700€ https://www.ebay.de/itm/Bruel-Krer-Bruel-Kjaer-Microphone-Amplifier-Type-2603/114260154384?hash=item1a9a6f9810:g:a~MAAOSwGVVeafQg – es kann auch ein Anzeigeverstärker für 19€ sein https://www.ebay.de/itm/Rohde-Schwarz-Anzeigeverstarker-mit-Klemmung-zu-SWOB-III-f-Bastler/322651476775?hash=item4b1f86d327:g:y6EAAOSwRYBZkIr0 und ja – es ist vielleicht nicht „billig“. Ich habe dieses Bandpassfilter was im WDR Studio steht gehört – das Teil basiert auf Röhren und klingt unfassbar gut. Ich bin sicher, du würdest es mögen. Ich bin absolut kein Fetischist und habe auch eher weniger Klassiker und sowas – bin kein Sammler – aber diese Sache ist merkbar etwas wertiges und das KANN man für Musik verwenden. Es gibt wie gesagt mehr als die akademischen Leute und die, die bei den Anstalten quasi den Klang verwalteten. Mein Artikel ist dazu da diese Idee ansich zu verstehen. Dazu muss man nicht unbedingt etwas „kaufen“, aber man kann sie zB auch mit Modulen oder existierenden Geräten nachvollziehen und auch kann man dann sehen wie man so arbeiten konnte und musste. Ich bin nicht sicher, ob ich das „rüber kriege“. Aber es ist nicht wenig faszinierend, wenn man das alles mal genau anschaut und die Ergebnisse die damit gemacht sind ebenso. Ich allerdings finde Telemusik zB von Stockhausen superinteressant oder auch John McGuire – Pulse Music, auch im WDR Studio gemacht. Allerdings ist das eher „Synthesizer“ und nicht so sehr die frühe Elektronik. Aber ich find es per seh spannend, mit dieser Elektronik zu arbeiten. Ich empfehle auch das, was Peter Zinovjeff https://www.sequencer.de/blog/8-7-koln-peter-zinovieff-ems-founder-lucy-railton-matt-wand/26683 der über die frühen Computer zur Musik kam. Das ist total krass. Hier der Vortrag dazu, falls das interessant ist – https://www.sequencer.de/blog/peter-zinovieff-about-ems-klanglabor-khm-koln-cologne/26704 Ja, ich weiss, unser aller ZX81 konnte mehr als die Rechner jener Zeit. PZ ist Gründer von EMS, also steht hinter den EMS Synths. Auch ein spannender Weg.

          1. Ah, ok. Es ging dir mehr um Konzepte in die man mal ausprobieren könnte …
            Naja, das macht man einmal ( sich die obertonreihe selbst mit Sinussen zusammenbauen) und dann sieht man sich nach was effektiveren um? (Ich nehm dann einmal Sinus und ein paar wavefolder und n bissl modulations gedöhns danke ;) )
            Zinovieff hat immer interessante Geschichten zu erzählen. Vielen Dank dafür. :)

          2. Ich habe einfach Lust Leute zu inspirieren bzw. das zu geben, was sie dazu bringt. Das macht irre viel Spaß und ich sehe, du hast verstanden was ich meine. Es gibt noch andere Ansätze dazu. ZB Peters Computer-Herkunft als Alternative. Und natürlich gibt es noch mehr. Im Forum gibt es da auch einige Ansätze wie zB „Klangkomposition“ der Obertöne etc. Und eben auch die Freiheit von dem was schon da ist – das ist ein leeres Blatt aber auch eine Chance für eigene Ansätze. Da kommt man auch mal auf anderen Planeten „raus“.

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