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Tips zum Entlöten

Wellenschlag

Press the Eject and Give Me the Tape
Ich muss den Lautstärke Regler von meinem Alesis Micron tauschen und dafür erstmal den alten "auslöten". Leider gelingt mir das nicht.

Ich habe eine regelbaren Lötkolben mit feiner Spitze und den auch mal über 400° gedreht. Leider waren die Ergebnisse mit Entlötpumpe und Entlötlitze sehr schlecht und es hat sich noch nicht viel getan. Flußmittel war leider eingetrocknet, ist aber neu bestellt.

Hat jemand einen guten Tip für mich?
 
Es kann hilfreich sein die Beinchen vom Poti abzuschneiden und sie dann einzeln auszulöten. Dann fließt die Wärme nicht mehr so schnell ab und die einzelnen Entlötpunkte werden heiß genug.
 
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M.i.a.u.: fcd72, ganje, lowcust und 2 andere
Das Flussmittel ist eher unerheblich.
Feine Lötspitze ist allerdings schlecht. Kräftige Lötspitze ist angesagt. (2mm Keil)
Zudem hilft es für die Arbeit mit der Entlöpumpe oft, wenn man die bestehende Lötung erstmal nochmal mit neuem Lötzinn aufdickt und durchmischt.
Falls Du verbleites Lötzinn hast -> mach das mit dem verbleiten Lötzinn.
Bleifreies Lötzinn und Entlötlitze ist mühsam.

Notfalls: Platine komplett ausbauen, sich auf den Boden vor den Tisch hocken, Platine knapp über der Tischkante halten mit der Lötseite nach unten, Lötung von unten erhitzen und dann die Platine auf den Tisch klopfen (Schwerkraft rulez!).

Der Tipp von @binary_idol ist natürlich auch ok, hilft aber nicht, wenn das Potigehäuse auch verlötet ist.
 
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M.i.a.u.: binary_idol, microbug, Miks und 5 andere
Notfalls: Platine komplett ausbauen, sich auf den Boden vor den Tisch hocken, Platine knapp über der Tischkante halten mit der Lötseite nach unten, Lötung von unten erhitzen und dann die Platine auf den Tisch klopfen (Schwerkraft rulez!).
Das kannte ich noch nicht. Hört sich nach der Chuck-Norris-Entlötmethode an. Sollte man da nicht auch einen Schutzhelm anziehen? 😂
 
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M.i.a.u.: Wellenschlag
Sollte man da nicht auch einen Schutzhelm anziehen? 😂
Man muss tatsächlich aufpassen, dass einem das nicht in die Augen spritzt. Ich bin eh Brillenträger.

Ich benutze die Methode tatsächlich relativ oft. Je größer die Kontaktfläche am Bauteil und der Platine um so nötiger kann es sein. Besagte Gehäuselötfahnen und die entsprechend großen durchkontaktierten Löcher in den Platinen sind da typische Kandidaten.

Wenn man Angst hat die Platine zu zerbrechen, kann man die Platine auch auf eine Schaumstoffmatte klopfen; die ist aber relativ schnell voller Zinn.
 
Besorge Dir für etwas mehr als EUR 100 eine Entlötstation.
Dann bitte unbedingt darauf achten, dass man Ersatz-Spitzen, bzw Ersatzansaugrohre bekommt. Wenn man nicht aufpasst, dann setzen sich die Spitze und/oder das Ansaugrohre schnell zu. Wenn man das Ansaugrohr dann nicht tauschen kann, ist das gesamte Ding hinüber.
Ständiges und sofortiges Reinigen des Ansaugrohrs mit dem beigefügten Reinigungsdraht nach dem Entlötvorgang ist 100%ige Pflicht.
 
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M.i.a.u.: microbug und Miks
Jo, diese neuen bleifreien Lötzinnsorten nerven ohne Ende. Wohl dem, der sich noch ordentliches verbleites Lötzinn sichern konnte. Ich konnte das nur mit erhöhten Löttemperaturen kompensieren.

Beim Entlöten benetze ich die zu entlötende Stelle mit etwas frischem heißem Lötzinn, um die Wärmeübertragung in der Fläche zu optimieren. Am besten geht das natürlich mit verbleitem Lotzinn. Etwas Flußmittel kann nicht schaden, früher hatte man hierzu immer ein Klümpchen Kolophonium parat - das erleichert auch das Entlöten bzw. Abfließen. D.h. gerade bei Entlötlitze muss das Lötzinn auch ordentlich flussfähig sein. Das Ganze sollte zügig passieren, bevor das Flußmittel verdampft ist. Lötzeiten sind sowieso minimal zu halten.

Bei der Schütteltechnik muss ich etwas warnen. Ich habe es erlebt, wie sich ein Kollege durch Schütteln heißes Lötzinn auf dem Auge platzierte. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber man kann es nicht ausschließen. Verletzungen der Hornhaut sind sehr sehr schmerzhaft und brauchen auch eine Weile bis sie verheilt sind. Außerdem hinterlassen sie Narben.


Falls hier jemand noch Bezugsquellen für verbleites Lötzinn kennt, wäre es total nett, wenn er diese hier kundtun könnte. Vielen Dank im Voraus :)
 
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M.i.a.u.: fcd72
ich habe neulich erst über die bucht verbleites lötzinn bekommen
(gebrauchte elsold rolle)
auch bei kleinanzeigen ist mal was drin...
(man muss halt etwas suchen)
 
  • #10
Danke für Deine Antwort.
In der Bucht hatte ich vor längerer Zeit schonmal gesucht, damals aber nix gefunden bzw. waren manche Bezeichnungen irreführend. Die gaben nur vor bleihaltig zu sein.
Hier ist auch so einer: https://www.ebay.de/itm/317438795194
Die schreiben zwar SnPb, darf man hierzulande theoretisch auch nicht mehr in Umlauf bringen, aber es könnte trotzdem welches sein, oder auch nicht. Mmh ...
 
  • #11
ich habe auch so ein Problem mit einem Schalter, der ausgewechselt werden muss. Der hat sechs Kontaktpunkte. Im Internet sah ich einen Video, der vielversprechend ist: ein Stück dicker Kupferdraht, oder U-förmig zwei Kupferdrähte nebeneinander zwischen die Kontaktpunkte legen, und alle Stifte mit dem Kupferdraht dazwischen grosszügig verzinnen. Dann mit einem starken Kolben mit breiter flacher Lötspitze alles erhitzen, und das Bauteil fällt von selbst heraus.

Es geht ja nur darum, alle Kontaktpunkte gleichzeitig zu erhitzen. Da ist die Idee mit dem dicken Kupferdraht naheliegend. Werde ich nächstens mal ausprobieren.
 
  • #12
Für kleines Geld gibt es Lötkolben mit eingebauter Entlötfunktion:
https://www.amazon.de/dp/B08NXJ8X61/

Das ist keine Alternative zu einer professionellen Entlötstation, aber wer als
Bastler 2 mal im Jahr ein Bauteil auslöten muss, kommt damit klar.

Profis nehmen eher sowas, zahlen aber auch einen anderen Preis dafür:
 
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M.i.a.u.: microbug und Phil999
  • #13
  • #16
Habe gerade nochmal nachgeschaut. Hatte vor einiger Zeit mal was bei ebay gekauft. Wurde als 60/40 angeboten, steht auch auf der Rolle, ist aber keins. Fließt nicht. Lötet sich wie bleifrei.
Ich meine sowas hier: https://www.ebay.de/itm/317392147579?var=615935839172

Ich meine, jetzt kann man das deutsche SnPb-Lötzinn von Stannol oder Weller aus Frankreich und den USA ordern - für Versandkosten, die den eigentlichen Verkaufspreis abbilden sollten. Irrsinn das alles, vor allem für den Privatverbrauch, EU sei dank.
 
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M.i.a.u.: VEB Synthesewerk
  • #17
yap,
dewegen schaue ich meistens nach gebrauchten rollen/spulen,
auch gerne mal bei kleinanzeigen.

denke aber bei loet-shop wird das schon seine richtigkeit haben.
 
  • #18
Profis nehmen eher sowas, zahlen aber auch einen anderen Preis dafür:
Die geht ja noch. Ich hab mir in 2016 die große Xytronic/ELV LF-D 8800 angeschafft, das ist eine Kombistation und etwas teurer, aber jeden Cent Wert. Inzwischen gibts da wohl noch ein Modell obendrüber. Meine ist sogar dafür vorgesehen, eine SMD Zange anschließen zu können, wäre also nach Loriot ein Heinzelmann :)
 
  • #19
Nochmal eine kurze Rückmeldung von mir.

Geholfen hat die Anschaffung einer Entlötstation. Damit ist das Entfernen des Lotes super einfach, schnell und bisher ohne Nebenwirkungen. War nicht ganz billig, aber da warten noch einige ausgeleierte Taster auf Austausch.
Meine Empfehlung daher, nicht rumkrepeln und kaputt reparieren sondern gleich eine Entlöstation kaufen.
 
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M.i.a.u.: microbug und VEB Synthesewerk
  • #20
Meine Empfehlung daher, nicht rumkrepeln und kaputt reparieren sondern gleich eine Entlöstation kaufen.

Naja mit 5€ Entlötpumpe, temperaturgesteuerten 30€ Chinakolben und gutem bleihaltigem Flußmittel, ordentlichen Lötspitzen und der richtigen Technik um altes Lot wieder zum fliessen zu bringen bekommste das auch mit etwas Übung elegant gebacken inkl. bleifreien Lötzinn ohne das du Boards auf den Tisch schlagen musst und mit Lötzinn rumspritzt wie vorgeschlagen wurde :connect:

3 Videos von jungen Elektroniktypen mit aktuellen Wissensstand und einem alten weißen Mann mit großem Erfahrungsschatz als Praktiker und sogar ich habs dann gebacken bekommen...
 
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  • #22
Was hier immer gerne übersehen wird: die Lötstelle muss auf die passende Temperatur kommen, dafür hats einen ausreichende Wäremefluss nötig und um den zu erreichen braucht man als erstes mal ausreichend Leistung. 80W sind das bei mir und damit kann ich notfalls auch schonmal auf einer Massefläche ohne Thermals was auslöten. Die Temperatur zu erhöhen hilft natürlich bei der initialen Wärmemenge aber wenn die Kühlleistung der Lötstelle zu gross ist nutzt das irgendwann auch nichts mehr. Naja, schon, irgendwann schmilzt halt das PCB, dann ist das Poti auch draussen aber irgendwie ist das Ergebniss dann vermutlich irgendwo knapp außerhalb des Zielbilds. Jetzt darf ich Songtexte schreiben!
 
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M.i.a.u.: microbug
  • #23
Ich muss den Lautstärke Regler von meinem Alesis Micron tauschen und dafür erstmal den alten "auslöten". Leider gelingt mir das nicht.

Ich habe eine regelbaren Lötkolben mit feiner Spitze und den auch mal über 400° gedreht. Leider waren die Ergebnisse mit Entlötpumpe und Entlötlitze sehr schlecht und es hat sich noch nicht viel getan. Flußmittel war leider eingetrocknet, ist aber neu bestellt.

Hat jemand einen guten Tip für mich?
Feine Lötspitze ist schon mal nicht gut. Zum Entlöten willst du mindestens eine große meissel- oder keilförmige. Handbetriebene Entlötpumpe und Litze sind eher zum säubern gedacht als dazu geeignet, gröbere Bauteile (wie die Fixierbleche eines Sliders) auszulöten. Mit viel Geduld kann es manchmal auch so gehen. Aber wenn sich da oben Zinn an einem großen Blech befindet, kannst du von unten heizen bis die Leiterbahn futsch ist, ohne dass sich was löst.

Je nach Ausgangslage kommt man da mit einem einzigen Werkzeug nicht ohne Schäden ans Ziel, manchmal setze ich eine Kombination aus Vorheizplatte oder Heißluft und Entlötpistole ein. Falls du keine entsprechenden Tools hast, wirst du ggf den alten Slider verloren geben und mit dem Seitenschneider stückweise demontieren müssen, um wenigstens die Platine zu erhalten. Oder halt das Problem einem Profi überlassen.
 
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M.i.a.u.: microbug

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