Aufgeräumter Mix?

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von dns370, 21. April 2009.

  1. dns370

    dns370 Tach

    Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt, nämlich wie erreiche ich das?!

    EQing spielt da gewiss eine große Rolle! Allerdings habe ich auch schon in diversen Postings gelesen, dass beim Abmischen und hier speziell bei perkussiven Elementen es offensichtlich angemessen ist Mono reinzugehen (bislang verwendete ich immer Stereo und habe die Verteilung der Elemente im Drum-Synth gemacht)

    Ich frage deshalb weil ich mir kürzlich ein Interview von Eroc am WDR reingezogen habe und ich hier des Meisters Arbeit an Beispielen hören konnte. Obwohl das Genre Rock/Pop/etc. war klang alles ziemlich transparent und verdammt sauber aufgeräumt, also zutiefts angenehm und nicht aufdringlich. Da hatte jedes Instrument seinen fixen Platz. Er selbst meinte dazu dass der Mix vor dem eigentlichen Mastering sehrwohl eine gewaltige Rolle spielt. Natürlich hat er aus der Sicht eines Mastering-Profis gesprochen der dann den Rest oder den Feinschliff macht.

    Nur mal vorweg ein gedachtes Schema:

    Mono: Percussions
    Mono: Bass-Line (Sequenzen)
    Mono: Lead (oder Stereo?)
    Stereo: Flächen
    Stereo: FX oder extrem abgedrehte Sounds

    Ich weis nicht ob das Schema so richtig ist oder eine gute Faustregel darstellen kann?

    Ich habe bei diversen Klang-Experimenten zu dieser Mono/Stereo-Thematik sehrwohl einen Unterschied gemerkt ob ich nun beispielsweise eine Base-Drum in Stereo (klingt als ob sie überall im Mix ist ohne Panning) reinschicke oder eben Mono (da ist sie dann wirklich in der Mitte aber etwas ohne räumliche Dimension).


    Robert
     
  2. tobytek

    tobytek Tach

    Ist meines Erachtens nach abhaengig von dem Material das verwendet wird. Dort sollte auch angesetzt werden, um einen guten Mix zu erzielen, schon bei der Soundauswahl, bzw bei der Aufnahme. Die Sounds sollten schon so gewaehlt werden, dass sie sich in den Frequenzen nicht im Weg stehen. EQ sollte dann nur noch zum Abstimmen der Feinheiten sein, manche legen so viel Wert auf die Aufnahme, dass sie schon ohne EQ in den Mix passt, wenn nicht wird so lange rumprobiert bis es passt.
    Auf youtube gibt es Mixing Tutorials von verschiedenen Produzenten (Mixing With The Pros), die ihre Tricks zeigen, hat mir sehr geholfen, was das mixing angeht...
     
  3. more house

    more house Tach

    vor dem eqing steht klar das mixen, lautstaerken fahren und eventuelles panoramaverschieben
    noch davor das sounddesign
    wenn die beiden stimmen dann wirds glasklar

    und man sollte seine abhoere kennen, dh. es soll auch "ungemastert" auf andren anlagen die selbe richtung sound haben, zb club, autoradio etc.
     
  4. intercorni

    intercorni aktiv

    Subbässe und die Bassdrum mache ich Mono, der Rest darf dann im Stereo-Bild verteilt werden.
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    mache ich auch so
    bass, bassdrum und sonst tieferes mono
    der rest stereo
    zuerst sounddesign, lautstärke mix, panning, compressing einzelner kanäle (für den sound)
    dann eqing und compressing einzelner kanäle (für den mix)

    kenne deine monitore (auch wie sich tracks von anderen da anhören), höre die tracks über andere hifi boxen, auto etc. und so lernst du deine monitore auch noch mal besser kennen und hast einen vergleich.

    so grob, bin aber immer noch am lernen und verbessern...habe bspw. gerne ab und zu mal noch zu viel oder zuwenig bässe oder einen verschliessenden sound beim vergleichshören, hauptsache man merkts!
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Du musst die entscheidenden Frequenzen trennen.

    Bei einem Clubtrack wäre das Bass, Bassdrum, Geraffel, Flächen, Rest
    Kommt noch ein Bass oder ne tiefe Tom vor,dann sollte die gestaffelt sein.

    So kannst du dann auch bei anderen Sachen vorgehen, es kommt halt drauf an, was da ist und wo es liegt und welche Funktion es hat. Sprich: Trenne die funktionalen Gruppen und es klingt aufgeräumt!
     
  7. gringo

    gringo Tach

    Generell gilt wie immer:
    Weniger ist mehr. Man muss soweit reduzieren, wie es geht.

    Dann sollte es auch weniger Frequenzprobleme/ -überlagerungen geben.

    .
     
  8. BBC

    BBC Tach

  9. Moogulator

    Moogulator Admin

    Och, minimal ist aber schon überschätzt. Es geht auch komplex und aufgeräumt. Oder "normal", es muss nicht immer nur aus 3 Sounds bestehen, KANN aber.
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich empfehle da immer wieder "Mischen wie die Profis" von Bobby Owsinski. Kann man komplett durchlesen oder einfach mal wieder was nachschlagen. Das Beste dran ist, dass lauter verschiedene Tonleute zu Wort kommen und jeder seine Rezepte preis gibt. Daraus lernt man, dass es auf den eigenen Style ankommt. Und ein paar Grundregeln.
     
  11. gringo

    gringo Tach

    Ja, es sollte nicht heissen, dass alle nur noch minimal fahren sollen. ;-)
    Habe selbst vor 7 Jahren ohne Prinzip ein ganzes Album voller Überlagerter und penetrant bearbeiteter Musik gemacht und es hat
    auch ohne das Wissen über Frequenzen usw. irgendwie gepasst.

    Der Mischvorgang kann sich aber mit der Komposition ergänzen bzw. war für mich immer mit ihr verbunden. Und somit sollte man sich schon früh Gedanken machen, was man da wie wo will bzw. einfach laufen lassen und später nach und nach rauswerfen, was stört - nicht mit Zwang versuchen, unterzubringen (dann lieber austauschen). 5 Flächen werden eher Probleme bereiten, als 2.

    Das Achten auf Frequenzbeschaffenheit der Quellen von Anfang an kann das Herumfuchteln mit EQs im Mix vereinfachen oder sogar eliminieren.
    In der Box hilft da ein Frequenzanalisator.

    .
     
  12. Gute Abhöre, akustisch guter Raum, gute Wandler, dann geht da schon sehr viel. Und Stereo würde ich erst mal völlig weglassen, der mix muss Mono schon transparent und sauber klingen.
     
  13. Psychotronic

    Psychotronic aktiviert

  14. Anonymous

    Anonymous Guest

    Und noch ne Binsenweisheit, die gerne übersehen wird: Gut arrangieren! Ergo: Was spielt wann welche Noten in welcher Range, Voicings und Umkehrungen bei Akkorden beachten. Dann macht der Mix nur noch halb soviel Arbeit.
     
  15. dns370

    dns370 Tach

    Danke für die Rückmeldungen


    Ich habe damit angefangen jede einzelne Spur mal für sich anzuhören und mit dem ParametricEQ von FL (neutrale Einstellung) die Frequenzbereiche der einzelnen Spuren zu untersuchen bzw. mir mal überblicksmäßig Notizen gemacht wo etwas liegt. Ist wirklich sehr hilfreich. Ich möcht es aber auch nicht übertreiben, sonst wird das ganze zu technologisch und der Spass geht verloren.

    Funktionale Einheiten, so wie es Moogulator genannt hatte, werde ich versuchen sauber zu trennen bzw. mache ich das auch schon zT.

    Soundshaping mache ich ohnedies noch während des Abspielens da oft gewisse Eigenheiten eines Patches den Pegel sprunghaft ansteigen lassen. Besonders charakteristisch ist das beim RackAttack. Da muss ich besonders vorsichtig sein. Der drückt nach unten unheimlich viel raus bzw. lässt den Pegel selbst bei einem Spiel im höheren Oktavenbereich extrem rasch anschwellen. Das liegt vermutlich auch an den Eigenheiten der Hüllkurven - die ziehen nämlich ordentlich.

    Akkustik: Da habe ich mir nun längere Kabel gekauft damit ich mit meinen Monitoren in einen anderen Teil des Raumes wandern kann. In der kleinen Ecke (Raumvertiefung) auf dem Tisch ist die Akkustik wirklich suboptimal, das reicht gerade mal fürs Arrangieren und fürs Erstellen von Sounds allemal. Wenn ich mit den Monitoren wandere kann ich die theoretisch geforderten Mindestabstände ziemlich knapp einhalten.

    Wandler: Ich bin mir nicht sicher, lt. einem Review auf Amazona.de sind die Wandler meiner Terratec Phase88 FW - Batterie nicht mehr die modernsten (schon zum Zeitpunkt des Release-Datums) aber immerhin brauchbar. Vergleiche habe ich leider keine.

    Abhöre: Mit meinen HS80 bin ich, so glaube ich, trotz unterem Preissegment ganz gut versorgt. Dies wurde in diesem Thread

    https://www.sequencer.de/synthesizer/viewtopic.php?t=12165

    ausführlich diskutiert. Ganz zu beginn meiner Forumszeit wurden mir diese auch Empfohlen.

    Gruß

    Robert
     
  16. ESQ

    ESQ Tach

    Stereodrums kommen mir grundsätzlich auch nicht in den Mix.

    Alles bleibt schön Mono und wird anschließend FX und PAN im Stereobild verteilt.
    Bei Stereodrumsounds kriege ich immer die Krise, weil da meistens schon Effekt draufgemanscht ist.
     

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