GeoTeknique
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Charly Lownoise & Mental Theo - Where It All Begun (1996) - Das Album hab ich mir damals sogar gekauft.
Wunderschön ist der SuperSaw-Part ab 1:32 der dann butterweich in eine ambiente trancoide Form abdriftet mit den wunderschönen Jupiter-8 Strings gepaart mit der herrlichen repititiven Stimme von Ellen Kuiper. Und hier wird ganz wunderbar mit gegensätzlichen Harmonien gespielt: auch hier gibt die Gooogle-KI wieder wichtige musiktheoretische Auskunft:
Der melancholische Eindruck in "Where It All Begun" ist ein faszinierendes Beispiel für die emotionale Dualität im Happy Hardcore. Obwohl das Stück auf einer energetischen Dur-Basis steht, wird die Wehmut durch gezielte kompositorische und inhaltliche Kniffe erzeugt:
1. Nostalgischer Textinhalt
Die Melancholie rührt primär aus der retrospektiven Perspektive des Textes. Zeilen wie "And I can still remember the days it all began" oder "When I think about the fun we've had" blicken wehmütig auf eine vergangene Zeit zurück. Das Gefühl des Vermissens ("My baby I miss you so why did you go away") bildet einen direkten emotionalen Gegenpol zum schnellen Rave-Beat.
2. Harmonische Ambivalenz (Moll-Parallelen)
Der Song nutzt die für das Genre typische I-V-vi-IV-Folge (oder ähnliche Variationen). Der Einbau des Moll-Akkords der 6. Stufe (vi) – in C-Dur wäre das A-Moll – erzeugt innerhalb der Dur-Struktur einen kurzen Moment der Schwere und Sehnsucht. Diese "Achsenfolge" ist bekannt dafür, sowohl triumphale Euphorie als auch tief sitzende Nostalgie gleichzeitig zu transportieren.
3. Melodische Linienführung
Die Melodien sind oft so gestaltet, dass sie auf den instabilen Tönen der Tonleiter verharren oder Seufzer-Motive imitieren. In Kombination mit den hohen, fast kindlichen Vocals (High-Pitched Voices) entsteht eine Zerbrechlichkeit, die an Unschuld und deren Verlust erinnert – ein klassisches Stilmittel, um Melancholie in einem fröhlichen Kontext zu erzeugen.
4. Das "Trance-Element"
Die flächigen Synthesizer-Pads im Hintergrund, die oft langgezogene Akkorde halten, erzeugen eine Atmosphäre der Weite. Diese klangliche Tiefe wirkt auf den Hörer oft eher nachdenklich oder sehnsüchtig als rein "party-orientiert".
Zusammengefasst entsteht der Eindruck nicht durch eine reine Moll-Tonart, sondern durch den Kontrast: Die Musik feiert (Dur/Beat), während der Inhalt und die harmonischen Nuancen um das Vergangene trauern (Nostalgie/vi-Stufe).
Punkt 2 überfordert mich als Laie dann irgendwie doch ein wenig. Aber ich kann als 'semi-professioneller' Hörer das ganze sehr wohl als toll und schön bewerten. Und ich erkenne, dass dahinter oft mehr steckt als eine billig produzierte Techno-Nummer. Das sind genau die Nuancen, die eine Produktion von damals auch heute noch schön erscheinen lassen, während viele andere aus der Zeit doch irgendwie blass(er) wirken - 30 Jahre später. Wenn das mit Liebe gemacht ist wie hier, dann übersteht es auch längere Zeit und kann als Inspiration für Neues dienen.
Der Track ist vom Wesen her im Prinzip genau so aufgebaut wie der hier:
D-Jumpmaster - Dance 2 Da Bells (1995)
Hier gründet sich der Fröhlich/Melanchonisch-Dualismus auf einer rein instrumentalen Ebene. Aber er spielt mit genau den gleichen Gegensätzen und Motiven. Das ist wirklich fazinierend, wie sehr sogar Künstlerübergreifend die Sachen damals eng miteinander verwoben waren.
Wunderschön ist der SuperSaw-Part ab 1:32 der dann butterweich in eine ambiente trancoide Form abdriftet mit den wunderschönen Jupiter-8 Strings gepaart mit der herrlichen repititiven Stimme von Ellen Kuiper. Und hier wird ganz wunderbar mit gegensätzlichen Harmonien gespielt: auch hier gibt die Gooogle-KI wieder wichtige musiktheoretische Auskunft:
Der melancholische Eindruck in "Where It All Begun" ist ein faszinierendes Beispiel für die emotionale Dualität im Happy Hardcore. Obwohl das Stück auf einer energetischen Dur-Basis steht, wird die Wehmut durch gezielte kompositorische und inhaltliche Kniffe erzeugt:
1. Nostalgischer Textinhalt
Die Melancholie rührt primär aus der retrospektiven Perspektive des Textes. Zeilen wie "And I can still remember the days it all began" oder "When I think about the fun we've had" blicken wehmütig auf eine vergangene Zeit zurück. Das Gefühl des Vermissens ("My baby I miss you so why did you go away") bildet einen direkten emotionalen Gegenpol zum schnellen Rave-Beat.
2. Harmonische Ambivalenz (Moll-Parallelen)
Der Song nutzt die für das Genre typische I-V-vi-IV-Folge (oder ähnliche Variationen). Der Einbau des Moll-Akkords der 6. Stufe (vi) – in C-Dur wäre das A-Moll – erzeugt innerhalb der Dur-Struktur einen kurzen Moment der Schwere und Sehnsucht. Diese "Achsenfolge" ist bekannt dafür, sowohl triumphale Euphorie als auch tief sitzende Nostalgie gleichzeitig zu transportieren.
3. Melodische Linienführung
Die Melodien sind oft so gestaltet, dass sie auf den instabilen Tönen der Tonleiter verharren oder Seufzer-Motive imitieren. In Kombination mit den hohen, fast kindlichen Vocals (High-Pitched Voices) entsteht eine Zerbrechlichkeit, die an Unschuld und deren Verlust erinnert – ein klassisches Stilmittel, um Melancholie in einem fröhlichen Kontext zu erzeugen.
4. Das "Trance-Element"
Die flächigen Synthesizer-Pads im Hintergrund, die oft langgezogene Akkorde halten, erzeugen eine Atmosphäre der Weite. Diese klangliche Tiefe wirkt auf den Hörer oft eher nachdenklich oder sehnsüchtig als rein "party-orientiert".
Zusammengefasst entsteht der Eindruck nicht durch eine reine Moll-Tonart, sondern durch den Kontrast: Die Musik feiert (Dur/Beat), während der Inhalt und die harmonischen Nuancen um das Vergangene trauern (Nostalgie/vi-Stufe).
Punkt 2 überfordert mich als Laie dann irgendwie doch ein wenig. Aber ich kann als 'semi-professioneller' Hörer das ganze sehr wohl als toll und schön bewerten. Und ich erkenne, dass dahinter oft mehr steckt als eine billig produzierte Techno-Nummer. Das sind genau die Nuancen, die eine Produktion von damals auch heute noch schön erscheinen lassen, während viele andere aus der Zeit doch irgendwie blass(er) wirken - 30 Jahre später. Wenn das mit Liebe gemacht ist wie hier, dann übersteht es auch längere Zeit und kann als Inspiration für Neues dienen.
Der Track ist vom Wesen her im Prinzip genau so aufgebaut wie der hier:
D-Jumpmaster - Dance 2 Da Bells (1995)
Hier gründet sich der Fröhlich/Melanchonisch-Dualismus auf einer rein instrumentalen Ebene. Aber er spielt mit genau den gleichen Gegensätzen und Motiven. Das ist wirklich fazinierend, wie sehr sogar Künstlerübergreifend die Sachen damals eng miteinander verwoben waren.
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