Buchla 200e talk

Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

serge schrieb:
Nein, das ist nicht nötig. Speicherplatz auswählen, speichern, fertig. Auf Wunsch Namen eingeben. Nur die Module, bei denen "Remote Enable" aktiviert wurde (kann auf Wunsch auch global für alle Module auf einmal aktiviert bzw. deaktiviert werden), nehmen am Speichern bzw. Laden von Presets teil.

So kann man z.B. bequem für Modul A das Preset X laden, ohne dass bei Modul B das bereits geladene Preset Y überschrieben wird. Sehr hilfreich, wenn man beispielsweise die Sequenz aus Preset 3 mit dem Klang aus Preset 24 kombinieren möchte.
Für mich ein großer Nachteil bei den Presets vom Buchla ist, daß man keine Chance hat zu sehen was man mal gesichert hat. Es gibt keine Möglichkeit herauszufinden welche Module mit welchen Parametern gespeichert wurden. Auch gibt es nicht so was wie "man dreht am einem Poti und eine LED leuchtet, sobald man den gespeicherten Wert erreicht hat". Man kann also nicht die Oberfläche mit dem geladenen Parametern in Sync bringen.

Wenn man Presets benutzt, geht ein sehr große Motivation für Modular Systeme verloren: Man kann den Sound nicht mehr "sehen".
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

nanotone schrieb:
Für mich ein großer Nachteil bei den Presets vom Buchla ist, daß man keine Chance hat zu sehen was man mal gesichert hat. Es gibt keine Möglichkeit herauszufinden welche Module mit welchen Parametern gespeichert wurden.
Das hängt vom Modul und dessen Parametern ab, denn so entsprechende Anzeigemöglichkeiten existieren, sieht man schon, was man abgespeichert hat, so beim 210e, 251e, 222e/223e, 256e, 291e und 296e – und natürlich bei allen Schaltfunktionen aller Module, die über Taster bedient werden und über LEDs verfügen, wie beispielsweise die gewählte Verknüpfung von Modulation- und Principal-Oscillator.

Auch gibt es nicht so was wie "man dreht am einem Poti und eine LED leuchtet, sobald man den gespeicherten Wert erreicht hat". Man kann also nicht die Oberfläche mit dem geladenen Parametern in Sync bringen.
Wenn Dir das wichtig ist, schreib' einen Verbesserungsvorschlag an B&A oder im entsprechenden Muffwiggler-Thread: Wenn man den "Remote Enable"-Knopf eines Modules gedrückt hält und dabei an einem Parameter-Regler dreht, wird der Parameter-Wert nicht geändert, sondern die "Remote Enable"-LED blinkt, wenn Parameter-Regler-Position und -Wert übereinstimmen.

Wenn man Presets benutzt, geht ein sehr große Motivation für Modular Systeme verloren: Man kann den Sound nicht mehr "sehen".
Reicht's denn nicht, ihn hören zu können?

Im Ernst: Die "Sichtbarkeit" eines Klanges ist keine Motivation für "Modular Systeme" als solche, sondern für nicht-speicherbare Synthesizer.

Da es bis jetzt keinen kleinen Roboter gibt, der beim Preset-Wechsel in Windeseile alle Kabel neu steckt, muss man entweder mit einer festen Verkabelung vorlieb nehmen, oder die feste Verkabelung über programmierbare Mischer in deren Grenzen variabel und speicherbar gestalten. Im Fall von Buchla kann man dazu den 210e (Control & Signal Router) nutzen. Dieser zeigt aber über die beiden LED-Matritzen auch beim Aufruf gespeicherter Presets zweifelsfrei und unmittelbar an, welche Routings das aufgerufene Preset hat. Sprich: Gerade für die Verkabelung gilt das von Dir gebrachte Argument der "Unsichtbarkeit" nicht.

Damit bleibt das Problem fehlender Übereinstimmung von gespeichertem Parameterwert und physischer Reglerposition, und das ist wiederum nichts, was spezifisch für modulare Synthesizer wäre, im Gegenteil: Das Problem hat jeder speicherbare Synthesizer, ob modular oder nicht. Die Hersteller haben hier verschiedene Lösungswege beschritten, so den Endlosregler mit LED-Kranz, den motorisierten Regler und verschiedene Wertausleseverfahren (Snap, Relative, Compress/Expand) für herkömmliche Potentiometer. Jedes dieser Verfahren hat in Abhängigkeit von dem Anwendungsfall (Klangerstellung, Aufnahme im Studio, Live-Spiel, schlechte Lichtverhältnisse) eigene Stärken und Schwächen.

Kurz: So dies – einen gespeicherten Klang "sehen" zu können, womöglich noch mit Verkabelung, und jederzeit eine Übereinstimmung von Reglerposition und gespeichertem Wert zu haben – das oberste Gut für den Anwender eines Modulsynthesizers ist, bleiben zur Zeit nur noch computergestützte Hardware-Systeme wie Clavia Nord Modular G2 und dergleichen.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Man sollte die Speicherbarkeit nicht überbewerten oder mit den "Presets" anderer Synthesizer gleichsetzen. Für jemand, der live oder im Stusio mal eben zwischen zwei oder drei Patches umschalten möchte, ist das sicherlich eine tolle Sache, das wars aber dann schon. Man hat ja meist auch garnicht genug Module, um eine Presetschleuder daraus zu machen.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Bernie schrieb:
Man sollte die Speicherbarkeit nicht überbewerten oder mit den "Presets" anderer Synthesizer gleichsetzen. Für jemand, der live oder im Stusio mal eben zwischen zwei oder drei Patches umschalten möchte, ist das sicherlich eine tolle Sache, das wars aber dann schon. Man hat ja meist auch garnicht genug Module, um eine Presetschleuder daraus zu machen.

Ich glaube hier wird übersehen, dass auch mit dem Sequenzer blitzschnell Presets umgeschaltet werden können. Das ist sowas von geil und klanglich ein echter Mehrwert.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Das find ich jetzt aber auch ganz schön cool.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Q960 schrieb:
Ich glaube hier wird übersehen, dass auch mit dem Sequenzer blitzschnell Presets umgeschaltet werden können. Das ist sowas von geil und klanglich ein echter Mehrwert.

@Q960: +1 für den Spitzen-Hinweis

Das wird ja immer besser.

Danach, welche immensen Möglichkeiten des Buchla hier in ein paar Posts angekratzt werden, kann ich mich dem GAS (ausser finanziell) kaum noch entziehen. Nachdem ich heute mittag ein bisschen nach Serge-Systemen recherchiert habe und von diesen auch sehr angetan war (ausser finanziell), bin ich jetzt wieder voll auf Buchla.

Warum stellen die Ihre Bedienungsanleitungen eigentlich nicht online? Möchte B&A nicht, das man die Systeme vorher kennenlernen kann? (Ausführliche) Bedienungsanleitungen werden aber ja wohl bei einer Bestellung mitgeliefert?

Bei der Packungsdichte (und den Preisen) wird es wohl für den Anfang für mich möglicherweise ein 4 Powered Boat mit den dreien vom Kollegen "Serge" vorgeschlagenen Modulen und vllt. einem vierten, das aber noch ermittelt werden will. Als volle Ausbaustufe (wenn's wirklich passt) genügt dann vllt. eher ein Skylab-System (natürlich mit dem coolen Controller). Ich könnte mir gut vostellen, dass das ausreichend komplex ist/Möglichkeiten bietet/Geld kostet. Gebraucht wär' schon gut...

Ich stelle mir vor, dass Buchla-System dann mit meinem Cwejman S1 zu koppeln. Allein schon mit dem 4 Powered Boat zusammen = "Pure sonic bliss".
Was Audio angeht sollte das ja kein Problem sein. Für die CV-Übertragung (mit 1V2/Oct nach 1V/Oct und umgekehrt) sollte sich doch wohl auch irgendwie ein Lösung finden lassen, oder? Kann man zum Anpassen der Pegel vllt. das 210e - Control and Signal Router "missbrauchen"? (Das würde natürlich noch nicht die Bananenstecker/Miniklinke-Signalmasse-Problematik lösen.) Dazu dann noch ein wenig Octopus oder RS7000 zusammen mit dem Multi-Dimensional Kinesthetic Controller - voilà.

Können der Buchla-Controller oder die Buchla-Sequencer eigentlich ihre Daten über MIDI übertragen? Hat der Buchla überhaupt einen MIDI-Out?

Wird der Buchla über eine Kaltgerätebuchse mit Strom versorgt?
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

j[b++] schrieb:
@Q960: +1 für den Spitzen-Hinweis

Das wird ja immer besser.

Danach, welche immensen Möglichkeiten des Buchla hier in ein paar Posts angekratzt werden...
Ja klaro, JEDES Modularsystem wird mit den steigenden Möglichkeiten aber auch immer teurer!
Im Skylab ist natürlich noch kein Sequenzer drin, da kämen zu den 15.000 noch mal 1700 Dollar dazu. Für so viel Geld bekomme ich ein richtig phattes Modularsystem in 3HE, das wesentlich leistungsfähiger ist und viel viel mehr bieten kann, als so ein kleines Skylab.

Man sollte immer den recht hohen Preis der Buchlas in Relation mit den klanglichen Möglichkeiten stellen, denn diese kann man meist mit 3HE Systemen deutlich preiswerter erreichen. Dazu kommt noch eine eher mittelmäßige Verarbeitungsqualität bei Buchla und Probleme mit den älteren Betriebssystemen beim Gebrauchtkauf, denn manche Module müssen zum Updaten erst nach USA eingeschickt werden.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Bernie schrieb:
...
Im Skylab ist natürlich noch kein Sequenzer drin, da kämen zu den 15.000 noch mal 1700 Dollar dazu. Für so viel Geld bekomme ich ein richtig phattes Modularsystem in 3HE, das wesentlich leistungsfähiger ist und viel viel mehr bieten kann, als so ein kleines Skylab....

Im Skylab ist mit dem 251e ein vierstimmiger Sequencer mit jeweils 50 Steps für CV und Gate und Masterclock drin! Die Sache mit dem Preis und dem phatten 3HE System stimmt aber!

Allerdings bleibt nach meinen Erfahrungen mit einem 3HE-System (das ich auf ein Monster abgespeckt immer noch habe und nutze) das Problem, dass man kein in sich stimmiges einheitliches System hat. Mal sind die Abschwächer bei den Eingängen, mal bei den Ausgängen, mal gibt es sie nicht, und so weiter. Persönlich würde ich dementsprechend (und aus Gründen des tollen Services und der in Deutschland konkurrenzlos günstigen Preise) inzwischen zu einem Doepfer System raten, das - wenn nötig - nur durch andere, von Doepfer nicht verfügbare Module erweitert wird. Die evtl. leichten klanglichen Einbußen gegenüber optimalen Modulen werden durch den Systemcharakter weit überwogen! Wenn man es denn perfekt will, kann man auch ein Cwejman-Komplettsystem nehmen, das aber viiiiieeeel teurer ist und wegen fehlender Lieferbarkeit auch nicht so einfach gekauft werden kann.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

j[b++] schrieb:
...

Ich stelle mir vor, dass Buchla-System dann mit meinem Cwejman S1 zu koppeln. Allein schon mit dem 4 Powered Boat zusammen = "Pure sonic bliss".
Was Audio angeht sollte das ja kein Problem sein. Für die CV-Übertragung (mit 1V2/Oct nach 1V/Oct und umgekehrt) sollte sich doch wohl auch irgendwie ein Lösung finden lassen, oder? Kann man zum Anpassen der Pegel vllt. das 210e - Control and Signal Router "missbrauchen"? (Das würde natürlich noch nicht die Bananenstecker/Miniklinke-Signalmasse-Problematik lösen.) Dazu dann noch ein wenig Octopus oder RS7000 zusammen mit dem Multi-Dimensional Kinesthetic Controller - voilà.

Können der Buchla-Controller oder die Buchla-Sequencer eigentlich ihre Daten über MIDI übertragen? Hat der Buchla überhaupt einen MIDI-Out?

Wird der Buchla über eine Kaltgerätebuchse mit Strom versorgt?

EIn paar kurze Antworten:

Es gibt kein MIDI-Out (nur MIDI-In!). Aber da der Controller und der 251e auf Volt-Werte programmiert werden, kann man damit über CV/Gate an andere Geräte gehen, wobei das Gate etwas heiß für manche Geräte ist.

Netzteil ist eine Art Notebook-Netzteil!

Die CV-Übertragung von 1V auf 1,2V ist nicht ganz ohne und für stimmreine Ergebnisse reicht ein 210e nicht aus!!! Dazu kommt bei Modulationen das Problem, dass in der Buchla Philosophie keine negativen Spannungswerte existieren. Man müsste also etwa -5V bis +5V auf 0-10V skalieren und umgekehrt. Ansonsten gibt es für die Verbindung Klinke/Banane so nette Hilfe wie den Makenoise Format Jumbler, der auch das Masse Problem über eine Bananensteckverbindung von der Hinterseite des Buchlas regelt! Mit Octopus und RS7000 kannst Du aber alles über den 225e mit MIDI ansteuern!

Audio stellt kein Problem dar. Es gibt zwar Pegelunterschiede, aber die sind kein großes Problem! Zudem funktionieren die 3,5mm Klinkenkabel im Notfall auch (ich nehm nichts anderes!).
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

j[b++] schrieb:
Warum stellen die Ihre Bedienungsanleitungen eigentlich nicht online?
Das musst Du B&A fragen.

(Ausführliche) Bedienungsanleitungen werden aber ja wohl bei einer Bestellung mitgeliefert?
Ja, wobei der Grad der Ausführlichkeit von Modul zu Modul variiert.

Für die CV-Übertragung (mit 1V2/Oct nach 1V/Oct und umgekehrt) sollte sich doch wohl auch irgendwie ein Lösung finden lassen, oder?
Das hier wird für Abhilfe sorgen (mehr auf http://synovatron.blogspot.de/).
3633_1st_production_cvgt1_1.jpg
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Bernie schrieb:
…Probleme mit den älteren Betriebssystemen beim Gebrauchtkauf, denn manche Module müssen zum Updaten erst nach USA eingeschickt werden.
Nur die Preset-Manager-Module (also 225e [MIDI-Interface&Preset-Manager] oder 206e [Mixer&Preset-Manager]) müssen zu B&A eingeschickt werden, um für die 3x-Firmware vorbereitet zu werden. Dabei wird ihnen für 200 USD eine neue, leistungsfähigere CPU verpasst und die 3x-Firmware aufgespielt. In meinen Augen ein recht anständiges Angebot.

Alle anderen Module können, sofern im System ein 225e oder 206e mit neuer CPU vorhanden ist, vom Anwender daheim von 2x- auf 3x-Firmware gebracht werden. Einzig der 259e (Twisted Waveform Generator) scheint dabei bei mehreren Kunden einzufrieren, was entweder ein Einschicken zu B&A erforderlich macht. Man munkelt, dass alternativ auch ein technisch überaus versierter und freundlicher 200e-Anwender um Hilfe gebeten werden kann.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

serge schrieb:
Bernie schrieb:
…Probleme mit den älteren Betriebssystemen beim Gebrauchtkauf, denn manche Module müssen zum Updaten erst nach USA eingeschickt werden.
Nur die Preset-Manager-Module (also 225e [MIDI-Interface&Preset-Manager] oder 206e [Mixer&Preset-Manager]) müssen zu B&A eingeschickt werden, um für die 3x-Firmware vorbereitet zu werden. Dabei wird ihnen für 200 USD eine neue, leistungsfähigere CPU verpasst und die 3x-Firmware aufgespielt. In meinen Augen ein recht anständiges Angebot.
Trotzdem ist das immer ein riesiger Aufriss beim Zoll und birgt ewige Diskussionen, wenn die Brocken wieder zurückgeschickt werden. Mein Freund hat gerade seinen defekten Eventide Eclipse aus der Reparatur von den Amis wieder zurückbekommen zum Neuwert verzollen müssen, weil die Sturköppe vom Zoll es mal wieder nicht raffen wollten. Für die Kosten der Reparatur, den versankosten und dem Zoll, hätte er hier locker einen anderen bekommen können. Macht keinen Spaß....
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Bernie schrieb:
zurückgeschickt werden. Mein Freund hat gerade seinen defekten Eventide Eclipse aus der Reparatur von den Amis wieder zurückbekommen zum Neuwert verzollen müssen, weil die Sturköppe vom Zoll es mal wieder nicht raffen wollten. Für die Kosten der Reparatur, den versankosten und dem Zoll, hätte er hier locker einen anderen bekommen können. Macht keinen Spaß....

Aber das hat doch nur peripher etwas mit Buchla zu tun, sondern ist ein ganz anderes Problem.
Wollte nicht Schneiders Buchla ins Programm aufnehmen?
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

In Frankfurt hiess es, dass man daran arbeite, einen deutschen Vertriebspartner zu finden.

Bis ein solcher gefunden ist, muss man sich im Reparatur-/Upgrade-Fall durch das Zoll-Verfahren der "passiven Veredelung" arbeiten, um eine erneute Verzollung bei der Wiedereinfuhr zu vermeiden.

Ich weiss nicht, ob Bernies Freund dieses Verfahren genutzt hat. Erstaunlich, dass Eventide keinen deutschen Vertrieb hat, der Bernies Freund diese Arbeit abgenommen hätte.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Sound Service scheint den Vertrieb allerdings auf "Eventide Stompboxes" zu beschränken (auf der Startseite Deutschland auswählen, dann sieht man rechts nur das "Eventide Stompboxes"-Logo, ein Click darauf führt zu einer nicht mehr ganz aktuellen Übersicht über diese).
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

Bernie schrieb:
Man sollte die Speicherbarkeit nicht überbewerten oder mit den "Presets" anderer Synthesizer gleichsetzen. (…) weil es eben stark eingeschränkt ist, es sei denn. das man ein Monstersystem hat.
Meinst Du mit der "stark eingeschränkten Speicherbarkeit", dass sie weniger sinnvoll sei, wenn man nur wenige Module hat?

Das stimmt so nicht, man braucht bei Buchla kein "Monstersystem", um von der Speicherbarkeit zu profitieren. Die meisten Module sind so reich an Parametern, dass man die Speichbarkeit schnell zu schätzen weiss. Selbst das auf den vorhergehenden Seiten vorgestellt Mini-System aus 225e (MIDI-Interface & Preset-Manager), 259e oder 261e (Waveform-Generatoren) und 291e (Triple Morphing Filter) profitiert enorm von der Speicherbarkeit. Nur zwei Beispiele:
- Beim MIDI-Interface kannst Du einstellen (und abspeichern), auf welche MIDI-Controller die Steuerspannungsausgänge J bis P lauschen sollen – oder ob sie doch besser zur MIDI-Clock synchrone Clocks mit einstellbaren Teilerverhältnissen ausgeben sollen.
- Der 291e beherbergt – wie schon beschrieben – 3 jeweils in Frequenz, Amplitude und Bandbreite einstellbare Bandpassfilter, deren Parameter über einen achtstufigen Sequener gesteuert werden können. 8 Schritte mit jeweils 3 Parametern für jeden der 3 Filter macht allein schon 72 Parameter, die Parameter, ob der Übergang zwischen zwei Schritten geglättet oder gestuft erfolgen soll, noch nicht mitgezählt.

Was man – auch in kleinsten Systemen – mit der Speicherbarkeit anfangen kann, wurde ja schon von anderen hier angesprochen:

(1a) Man kann die Sequenz aus Preset 17 mit dem Klang aus Preset 22 kombinieren.

(1b) Allgemeiner: Man kann Presets auch nur in bestimmte Module laden. So kann man sich beispielweise für die Waveform-Generatoren ein Preset mit der perfekten Empfindlichkeit des Steuerspannungseingangs für chromatisch gestimmte Musik anfertigen und dieses bei Bedarf in beliebige andere Preset einladen. Man muss also nur einmal stimmen. Ähnliches gilt für die "Sensortastaturen" der 222e/223e: Man stellt sich Tastaturbelegungen für verschiedene Skalen oder Melodien zusammen, die man dann mit dem Klang anderer Presets kombinieren kann.

(2) Man kann die Presets von den verschiedenen Sequenzer steuern lassen, also die Klangfarben automatisch umschalten. Wenn es sein muss, kann jeder Ton der Sequenz eine andere Klangfarbe haben. Oder man "durchfährt" die Speicherplätze in Echtzeit über einen "Fader" des 222e/223e. Oder mal lässt bei jedem dritten Ton, den man per MIDI spielt, die Klangfarbe per Zufall wechseln. Oder doch besser per Velocity? Such es Dir aus.

(3) Jeder kennt das: Man kann sich beim Schrauben an einem Klang und/oder einer Melodie auch mal in die falsche Richtung bewegen. Nur, wenn einem dies auffällt, hat man sich möglicherweise schon soweit von der letzten "geilen" Stelle entfernt, dass es sorgfältigster Rekonstruktion bedarf, um wieder zu dieser zurück zu finden. Gelingt nicht immer. Beim Buchla legt man eine "geile" Stelle einfach als Preset ab – und wenn man sich dann später irgendwo wiederfindet, wo man gar nicht hin wollte, da es dort ganz kläglich tönt, genügt es, beim Navigationssystem auf den "Home"-Button zu drücken, will sagen, das letzte Preset wieder zu laden.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

serge schrieb:
Sound Service scheint den Vertrieb allerdings auf "Eventide Stompboxes" zu beschränken

Gibt dort scheinbar auch nur Vertrieb im engeren Sinne. Mit Reparaturen der Stompboxes möchte man dort nicht all zu viel zu tun haben. Ich musste meinen defekten TimeFactor, nachdem Soundservice kurz reingschaut und mir das Gerät mit dem Kommentar "Können wir hier nicht reparieren" wieder zugesand hatten, selbst zu Eventide schicken und wegen Reparatur mit dem dortigen Service-Mitarbeiter korrespondieren.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich Sound Service etwas engagierter zeigen würden ...
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

In der Tat. Schade, liebäugele seit langem mit einem "Space", aber bei so einem schwachen Vertrieb…

Hast Du mal Eventide selbst angeschrieben und gefragt, ob die Abwicklung solcher Reparaturen nicht eigentlich eine vereinbarte Aufgabe ihres deutschen Vertriebspartners gewesen wäre?
 
ich finde die teile schon sehr überteuert,(so schön diese auch sind),

hatte auf der musikmesse mal dran rumgeschraubt.....

diese wackelpoties! :shock:

, da verging mir die lust am schrauben.... :sad:
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

serge schrieb:
In der Tat. Schade, liebäugele seit langem mit einem "Space", aber bei so einem schwachen Vertrieb…

Hast Du mal Eventide selbst angeschrieben und gefragt, ob die Abwicklung solcher Reparaturen nicht eigentlich eine vereinbarte Aufgabe ihres deutschen Vertriebspartners gewesen wäre?
Der deutsche Vertrieb lehnte die Reparatur leider ab, da das Gerät ursprünglich mal in den USA gekauft wurde. Für "Grauimporte" sei man nicht zuständig, trotz Restgarantie. Dieses Verhalten verstehe ich nicht, denn gerade Musiker sind doch öfter mal rund um den Globus unterwegs.
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

serge schrieb:
...Jeder kennt das: Man kann sich beim Schrauben an einem Klang und/oder einer Melodie auch mal in die falsche Richtung bewegen. Nur, wenn einem dies auffällt, hat man sich möglicherweise schon soweit von der letzten "geilen" Stelle entfernt, dass es sorgfältigster Rekonstruktion bedarf, um wieder zu dieser zurück zu finden. Gelingt nicht immer. Beim Buchla legt man eine "geile" Stelle einfach als Preset ab – und wenn man sich dann später irgendwo wiederfindet, wo man gar nicht hin wollte, da es dort ganz kläglich tönt, genügt es, beim Navigationssystem auf den "Home"-Button zu drücken, will sagen, das letzte Preset wieder zu laden.
Das geht aber aus anders 'rum: Man hat einen super geilen Patch gemacht und möchte am nächsten Tag daran weiterarbeiten. In der Freude hat man doch glatt vergessen zu speichern.
Beim nächsten Einschalten wird der letzte aktive Patch geladen und man wundert sich warum es überhaupt nicht mehr so klingt wie Gestern.
Selbst wenn die Module nicht am Presetmanager hängen ("Remote enable" off) nutzt das hier nichts, da in diesem Fall diese Module ihren "Default Preset" laden.

OT: Gesten ist bei meinem 266e eine LED "gestorben". Leider habe ich bei Muff's gelesen, das die Probleme bei diesem Modul bekannt sind und nur ein kompletter Austausch aller LED's hilft. :selfhammer:
 
Mein Beileid.

Wir können beide nicht sagen, dass wir nicht gewarnt worden wären…
 
Re: Buchla 200e talk aus Modular Gearporn…

nanotone schrieb:
OT: Gesten ist bei meinem 266e eine LED "gestorben". Leider habe ich bei Muff's gelesen, das die Probleme bei diesem Modul bekannt sind und nur ein kompletter Austausch aller LED's hilft. :selfhammer:
Schlechte Qualität muß nicht billig sein!


Sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen...

Oh Mann, so ganz normale LEDs haben doch schon eine ewige lange Lebensdauer, jedenfalls liegen die meist deutlich jenseits der 100.000 Stunden.
Da hat man entweder ein Spannungsproblem im Modul oder echten Billigrotz verarbeitet. Da sowas auch noch ein "bekanntes Problem" darstellt ist ein Armutszeugnis für Buchla, solche Sachen dürfen in dieser Preisklasse wirklich nicht vorkommen.
 
serge schrieb:
Mein Beileid.

Wir können beide nicht sagen, dass wir nicht gewarnt worden wären…

wer ein amerikanisches Motorad kauft und sich danach wegen der ständigen Pannen ärgert, ist ja auch selber Schuld.
Man befindet sich aber zusammen mit den anderen Usern in einer Leidensgemeinschaft, das tröstet dann etwas. Bei Buchla isses auch nicht anders
*tätschel, tätschel, tröst*
 
Bernie schrieb:
Leidensgemeinschaft, das tröstet dann etwas.
Yeah, Baby, weißt Du noch, wie wir früher mit unserem Lötkolben bei nem guten
alten Laphoaig die Platine auslöteten und die abgekackten LEDs ersetzten.
Und ich behaupte heute noch, dass das Ding hinterher eine Spur besser klang!
Mann, waren das Zeiten! ;-)
 
serge schrieb:
...Wir können beide nicht sagen, dass wir nicht gewarnt worden wären…

Das möchte ich für meinen Fall (so ich denn wirklich mal einen Buchla besitzen sollte) jetzt schon von ganzem Herzen unterschreiben.
 


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