OnTopic Live-Konzept für eine One Man EBM Performance

Beitrag Nr. 4 wurde als beste Antwort markiert.

Schneefels
Schneefels
(-_(-_(-_-)_-)_-)
Man trug an mich heran, das Zeug aus deinem EBM-Projekt hört sich doch klasse an, willst du das nicht mal live performen (oder was heute so live heißt). Also bin ich am überlegen, wie sich dass denn im Rahmen einer One Man Show realisieren liesse. Weil ich mich live auf die Vocals konzentrieren würde, wäre es nicht drin, dass ich gleichzeitig noch an irgendwelchen Synths o.ä. schraube. Ich würde also die Beats und die Sequencer-Lines in irgendeiner Weise als Halbplayback einspielen und dazu brüllen. Dann brauche ich nur am Anfang jedes Songs das Halbplayback starten und es am Ende des Songs wieder stoppen. Und in welcher Form ich das Playback einspiele, darum kreisen meine Gedanken im Moment. Es gibt im Wesentlichen 3 Ansätze, die ich gerne mal mit euch erörtern würde - Vorteile und Nachteile, hauptsächlich technisch.

1. Laptop auf die Bühne, Playback direkt aus der DAW einspielen.

2. Playback aus der MPC One. Alle Songs auf der MPC vorbereiten und während des Gigs von dort aus einspielen.

3. Playback von einem Digitalrecorder aus einspielen. Entweder eine fertig abgemischten und gemasterten Stereo-Mix oder aber Einzelspuren auf Einzelausgängen ausgeben (so dass der Mann am Mixer ggf. noch Details richten kann).

Variante 3. wäre mir persönlich eigentlich am liebsten, weil ich da mit dem geringsten Gepäck unterwegs bin und glaube ich auch am wenigsten schiefgehen kann. Hab aber noch keine Band gesehen die das so praktiziert. Hab allerdings schon ne Menge Bands gesehen wo man gar nicht so wirklich sehen kann wo bei denen der Sound herkommt, weil auf der Bühne nur irgendwelche flachen Tischaufbauten stehen. DAF - und die sind für mich durchaus sowas wie eine Referenzgröße - waren an sich nicht so weit davon entfernt. Da kam ja nur Gesang und Schlagzeug live, der Rest kam von Tonband.

Wisst ihr von Künstlern, die das heute noch so machen, Beats & Sequenzen von einem Digitalrecorder aus einspielen und dann live nur noch den Gesang drüberbraten? Ist ja irgendwie auch die radikalste Variante, man verabschiedet sich von der Idee dem Publikum zeigen zu wollen mit welchen Klangerzeugern der Sound erstellt wurde. Und ich persönlich finde es keinen großen Unterschied, ob der auf der Bühne nun auf einem Recorder oder auf einem Sequencer Start/Stop drückt.
 
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Schneefels
Schneefels
(-_(-_(-_-)_-)_-)
Ein wenig Bewegung auf der Bühne hebt ganz ohne Frage die Stimmung. Mir ging es aber darum, wie das Playback bzw. die Instrumentalparts während des Gigs eingespielt werden.
 
Feinstrom
Feinstrom
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Soweit ich das von befreundeten EBM-Bands/Projekten weiß und von einem Freund, der regelmäßig Veranstaltungen wie den Stomp in Kassel mischt, ist die Kombination Vocals live und Playback vom "Band" eher die Regel als die Ausnahme.
Er selbst erntet gerne mal hochgezogene Augenbrauen, wenn er mit mehreren DAW-/Synthesizerspuren ankommt (oder wie in seinem derzeitigen Projekt einem akustischen Schlagzeug) - letztlich kann der Mixer dann aber mehr am Sound und für den Sound tun.

Als Zuschauer finde ich es natürlich deutlich spannender, wenn im Hintergrund jemand an irgendwelchen Synthis schraubt und man auch hören kann, was der macht (es sei denn, er ist betrunken und spielt E-Drums, was im EBM-Bereich in dieser Kombination häufig ist).
Und genau den Job (Synthesizer! NICHT betrunkene E-Drums!) hatte ich auch mal bei einem (dem!) Auftritt von RiskRisk (eigentlich ein Ein-Mann-Projekt, wir waren aber zu dritt auf der Bühne) in Belgien. Großer Spaß.

Schöne Grüße,
Bert
 
betadecay
betadecay
Dronemaster Flash
Ich habe mal bei einem Konzert (irgendeine amerikanische Vorband, den Namen habe ich vergessen) einen Blick auf den Laptop werfen können: das sah aus wie lauter fertige Audiofiles. Dazu ein kleines Keyboard zum Klimpern (oder um nur so zu tun...?) und Gesang, der war wirklich live.
 
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spurkopf
spurkopf
┏(-_-)┛┗(-_- )┓
Finde ich jetzt witzig, ich bastel momentan an sowas wie deine Lösung 2. Lösung 3 wäre zusätzlich als Backup gedacht. Wichtig finde ich live als Sänger dass man sich auf die Technik verlassen kann und man bei den ersten Gigs nicht zuviel wegen der Technik im Hinterkopf haben muß. Später kann man den Schwierigkeitsgrad höher schrauben.
 
Schneefels
Schneefels
(-_(-_(-_-)_-)_-)
Sehr gute Gedanken und Anregungen! Und schön differenziert. Ich danke euch recht herzlich :nihao: Das ist Input mit dem ich richtig was anfangen kann. Ich werde das mal sacken lassen und in meine Überlegungen mit einbeziehen.
 
Lauflicht
Lauflicht
x0x forever
Schlagzeuger ist auch immer gut. Gibt neben Sänger maximal Bewegung. Siehe DAF.
 
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freidimensional
freidimensional
Tastenirrtuose und Beste Antwort auf keine Frage
Ich würde auch dazu raten, die one man Show auf twoo or three auszuweiten. Reines Playback plus Gesang wirkt für nen Zuschauer eher befremdlich, hat ein bisschen was von Karaoke...außerdem macht es mit mehreren immer mehr Spaß auf ner Bühne, Auf und Abbau, man kann sich das Lampenfieber teilen, und sich nachher gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, oder für den geglückten Auftritt gratulieren
 
fanwander
fanwander
*****
Ein weitere +1 für eine/n zusätzliche/n Mitmusiker/in. Sobald Deine Musik längere Instrumentalparts hat (und lass es nur Intros oder Interludes sein) ,ist es komisch wenn so garnichts auf der Bühne dazu beigetragen wird. Jemand, der da dann mal eine Hookline auf nem Keyboard (sei es gefaked oder echt) spielt, ist Gold wert. Wenn dabei noch eine zweite Stimme oder Backingvocal für den einen oder anderen Refrain rausspringt - um so besser. Zudem ist es für Dich auf der Bühne auch emotional leichter, wenn Du neben Dir noch einen Mitspieler hast, mit dem Du kommunizieren kannst, wenn das Publikum noch nicht so recht anspringt.

Ich hab das eine Zeitlang mit einem Freund gemacht. Wir hatten ein Vierspurplayback aus einem Alesis HD24 (Drums und Bass jeweils Mono und Stereo-Rest). Es gab einen Synth auf der Bühne, um eben Hooklines mitzuspielen. Die Hooklines kamen auch etwas leiser gedoppelt vom Band, aber auch real aus dem Synth. Es macht auf jeden Fall einen super Eindruck, wenn man zwischen zwei Stücken hört, dass da auch wirklich was aus dem Instrument auf der Bühne rauskommt.

Ach ja: wir hatten ein Mischpult auf der Bühne und Delay und Hall für den Gesang. Die Effekt Returns konnten separat zum FrontOfHouse-Pult gegeben werden, aber wir konnten so unseren eigenen Monitor Mix machen. Bei großen Events mit FOH-Mix waren wir so sehr schnell beim Aufbau, bei kleinen Events lieferten wir selbst einen Stereo-Mix ab.



PS: Und mach Dir auch immer Gedanken, dass auch optisch was geboten ist. Meist sorgt der Veranstalter dafür. Aber es ist nicht falsch, notfalls einen Laptop mit iTunes Visualizer und einen Beamer mitzunehmen.
 
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Schneefels
Schneefels
(-_(-_(-_-)_-)_-)
Sehr schöne Anregungen! Ich liebäugele jetzt mit dem Cymatic Audio LP-16, um bei der Umsetzung ein wenig Flexibilität zu haben - also auch die Möglichkeit, einzelne Spuren des Halbplaybacks nach und nach durch in Echtzeit via Midi angesteuerte Synth-Hardware zu ersetzen.
 
ARNTE
ARNTE
Ureinwohner
2. Mann / Frau mit auf die Bühne solltest Du machen. Sehr gut wäre, wenn da dann auch tatsächlich ein paar Live Elemente tatsächlich beigetragen werden könnten. Ein paar Pads, Effektsounds oder Live Vocoder dazu kommt immer gut und macht tatsächlich einen Unterschied. Ansonsten muss das Playback aber am besten als Stereospur an den FOH gehen. Also auf keinen Fall irgendwie Stems oder so an den FOH schicken. Das geht ganz sicher schief, es sei denn, Du hast einen eigenen Live Mischer dabei, der die Songs kennt und weiß, wie es klingen soll.
Vocals natürlich live. Ich weiß nicht genau wie Dein Sound ist. EBM wird ja breit ausgelegt... Falls da viel mit Effekten gearbeitet wird - sei es auch nur Delay (was immer sehr effektiv ist) - bereite das am besten komplett selber vor und mach alles selbst. Das geht mit HW Effektkisten oder aber einfacher und flexibler in der DAW. Hier kannst Du dann auch prima alles über das ganze Set automatisieren.
Playback, Vocals und ggfs. extra Synths und Sounds/Vocoder/whatever von der 2. Person sollten je separat an den FOH. Speziell bei den Vocal Effekten kommt es drauf an, wie gut Du es drauf hast. Wenn Du Dir sicher bist, Du kannst daheim alles so vorbereiten, dass es live klingt, kann alles auf einen Kanal. Ansonsten ist es keine schlechte Idee, die Vocal Effekte auch nochmal separat an den FOH zu geben.
Das Playback muss knallen! Aber übertreib es nicht mit der Kompression. Grundregel sollte sein, dass die Live Backingstracks immer mehr Dynamik haben als auf Platte. Aber ganz ohne geht es auch nicht, da es sonst halt nicht richtig klingt. Die Voclas müssen aber dagegen ankommen und zwar am besten in den Gesamtmix integriert. Live Vocals kann man aber nur begrenzt in der Dynamik begrenzen, da es sonst Feedback gibt ohne Ende. Gute Vocal Technik hilft dabei natürlich auch. Laut schreien ist diesbezüglich jedenfalls die bessere Idee als zu flüstern ;-)

Und denke über das Monitoring auch! Auch hier meine Empfehlung: Alles selber machen! Am besten InEar. Geht im Grund auch einfach. Du musst nur Deine Signale alle splitten bevor Sie FOH gehen und dann einen eigenen kleinen Mischer fürs Monitoring mitnehmen. Beim splitten kannst Du auch gleich eine Kombination aus DI Box und Splitter nutzen, dann bist Du nicht auf die (eventuell bescheidene) Technik des Haus Technikers angewiesen, sondern kannst dem einfach gleich fertige Signale an die Stagebox liefern.
 
Schneefels
Schneefels
(-_(-_(-_-)_-)_-)
Das sind jetzt zwei gegensätzliche Empfehlungen... einmal "Playback besser als Stereosumme an den FOH" vs. "Besser Stems an den FOH, dann kann der noch mehr für dich rausholen". Das muss ich erstmal gegeneinander abwägen. Auf jeden Fall super Anregungen!

@ARNTE hab dir ne PM geschrieben, wenn's Recht ist.

Das Playback muss knallen!
Unbedingt! Das ist für mich eine der wichtigsten Anforderungen an das Playback :phat:
 
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