Synth Identifikation - Spliff

Re: AW: Synth Identifikation - Spliff

Zu Reinhold fällt mir ein, dass ich ihn mal persönlich in Berlin im Soundland getroffen hatte.Er hatte sich da gerade den VS angesehen und das ganze Personal stand um ihn rum.Ich war da mit ein Kumpel da gewesen und wir hatten uns damals den Casio sk1 angesehen.Als er dem Laden verlassen hatte, bin ich gleich hinterher wegen ein Autogramm und das geile daran war,dass ich nur ein Prospekt von Korg hatte.War mir ihn gegenüber irgendwie peinlich.
Ich fragte ihn ganz höflich “können sie mir bitte ein Autogramm geben?“und er antworte nur lächelnd zu mir “kannst ruhig du zu mir sagen.So alt bin ich noch nicht “.
Spätestens an den Tag hatte er für mich damals gottähnlichen Status.
Das geile war allerdings wie er den VS getestet hatte.Ein Preset gewählt, kurz geklimpert und zum nächsten gesprungen aber immer dabei irgendwie leicht gelangweilt.
Naja, auf der darauf folgenden Cosa Rosa hatte er ihn dann benutzt (laut Cover).
 
Das müßte ja dann das letzte Cosa Rosa-Album gewesen sein, welches einfach nur "Cosa Rosa" hieß. Muß ich direkt mal nachschauen, hab die Platten halt nimmer im Schrank stehen :)
 
microbug schrieb:
So, mal nachgeschaut. Auf der Innenhüle des Albums ist Rosa ebenfalls mit einem CS-01 zu sehen und es gibt bei der Synth-Hardware ein Dankeschön an Yamaha Europe und Matten & Wiechers. Also war Heil da schon Yamaha-Endorser gewesen würde ich denken. Demnach wird das von Dirk auf Seite 1 genannte Zeug zu hören sein: Oberheim-System (OB-Xa, DMX, DSX). PPG, Jupiter 8 und Fairlight. Zusätzlich wahrscheinlich mindestens der DX7 oder gar schon der DX1. Reinhold besaß damals aber auch noch einen Minimoog und den CS-80, die man ebenfalls hört, wenn auch nicht unbedingt auf diesem Song.
PPG und Fairlight kommen auf den beiden späteren Cosa Rosa-Alben wesentlich mehr zu Einsatz als auf dem Ersten.

Hab die Innenhülle des Albums gerade in der Hand. Zumindest bei EINEM Stück - "Bebop ex machina" - wirds ein wenig konkreter: "Yamaha CE 20, Yamaha GS 2, Oberheim Drumcomputer". Vorne steht dann da auch noch "Simmonsdrums". Fairlight würde ich für diese Platte noch ausschließen. Die Basssequencerlinie könnte vom JP8 kommen. Die Marimbas sind eindeutig GS 2. Die Drums sind vom Oberheim. Bei den Bläsern ist ebenfalls FM (DX1, GS 2, CE 20 o.ä.) mit im Spiel (vielleicht gestackt mit JP8). Insgesamt sind die Sounds recht FM-lastig. Reinhold war nach eigener Aussage damals sehr begeistert von dem Zeug.
 
Re: AW: Synth Identifikation - Spliff

Passt vielleicht nicht ganz hier rein aber da cbs ja zu dumm war Cosa Rosa als CD raus zu bringen wollte ich mal anfragen ob die einer mal von einer lp rippen kann.Bitte jetzt keine Diskussionen wegen Raubkopien aber wenn mir jemand ein legalen Link schicken kann, wo ich die CD bzw die als mp3 kaufen kann, her damit.
 
Achguck, das hatte ich überlesen, danke. Ach, und der CS-01 ist ja auch auf dem Titelbild drauf, ebenso wie auf etlichen anderen Bildern, zB der Singleauskopplung "Rosa auf Hawaii".

Das mit dem Fairlight glaube ich auch nicht, siehe oben, der dürfte erst ab dem 2. Album dabeisein, ebenso der PPG.

Den Oberheim DMX hört man quer durchs Album sehr deutlich raus (ebenfalls auf dem danach), ebenso die Simmons Drums und den ganzen FM-Kram. Die Simmons sind von Reinhold selbst eingespielt, steht auch auf dem Album und daß er Schlagzeug spielen kann, hat man bei Spliff-Liveauftritten ja schon gesehen (zB bei "Notausgang").

Was mir gerade eben auffiel: auf der "Special long version" von "Rosa auf Hawaii" spielt er eine "Gitarre" auf dem DX7 (ab 4:10 im Video), und dieses Agpeggio-Riff kann man später beim Spliff-Song "Radio" fast 1:1 wiederfinden.

Bis auf den Gastsaxofonisten war das erste Album ja ausschließlich von Reinhold und Rosa eingespielt, ab dem 2. kamen dann Curt Cress und Peter Weihe dazu, sowie natürlich George Kochbeck, beim 3. Album gar ein gewisser Ken(neth) Taylor am Baß, der besonders in der Frankfurter Musikszene nicht unbekannt ist (Supermax, Tokyo).

Das zweite Album, was wie das Dritte auch als CD zu haben ist, macht zumindest im CD-Booklet garkeine Angaben zu den Instrumenten, das Dritte und letzte hingegen geht zumindest bei einigen Songs ins Detail, zB findet man da so Angaben wie cmi-drums, dx-Gitarre, Wave, Jupiter, dx. Aber auch Prophet (wird wohl der VS sein, siehe Beitrag vom Berliner). Für die silbergraue Schrift auf weißem Grund gehört der Albumdesigner allerdings heute noch gehauen, das kann man kaum lesen! :opa:

@berliner: gibts leider nicht, weder als CD noch als mp3, hab ich auch schon versucht. Man findet allerhöchstens eine Band mit gleichem Namen aus der Italo-Disco-Ecke von 1986, das hatte aber nichts miteinander zu tun.
 
Re: AW: Synth Identifikation - Spliff

Ich weiß.habe auch schon gesucht.hatte mal die lp aber die ist leider bei meiner ex geblieben und jetzt weg :twisted:
 
RH hatte einen Fairlight und einen DX1 mit auf der letzten Spliff-Tour. War im Dez 1984 in Freiburg auf dem letzen Spliff-Konzert überhaupt. Da waren die Geräte schon dabei. Cosa Rosa war ja Richtung 85. Dann passt das schon.
 
micromoog schrieb:
RH hatte einen Fairlight und einen DX1 mit auf der letzten Spliff-Tour. War im Dez 1984 in Freiburg auf dem letzen Spliff-Konzert überhaupt. Da waren die Geräte schon dabei. Cosa Rosa war ja Richtung 85. Dann passt das schon.

Das Projekt Cosa Rosa startete 1982, die erste LP "Traumstation" (auf dem das angesprochene "Her mit dem Kindergeld" veröffentlicht wurde) kam 1983 heraus.
 
Ok, dann habe ich mich vom Cover der KB Ausgabe 85 ablenken lassen :mrgreen:
Anfang 83 hatte RH definitiv noch keinen CMI
 
Re: AW: Synth Identifikation - Spliff

micromoog schrieb:
Ok, dann habe ich mich vom Cover der KB Ausgabe 85 ablenken lassen :mrgreen:
Anfang 83 hatte RH definitiv noch keinen CMI
Dass war übrigens meine erste KB Ausgabe.Jaja.Sex sells.Kann mich dunkel daran erinnern, dass RH mal eine Art Testbericht zum CMI 3 in keyboards hatte oder täuscht mich da mein Gehirn?
 
War auch meine erste Ausgabe, endeckt als 15 jähriger Teenie auf dem Weg in den Urlaub auf einer Schweizer Autobahnrastätte südlich von Basel.
Erst hatte ich den Reinhold um seine Synths beneidet, dann um seine Lebensgefährtin :mrgreen:
 
Er ist kurz nach ihrem Tod in die USA gegangen, iirc. Kann ich gut verstehen. Läßt sich aber regelmäßig in seinem hessischen Heimatort blicken wg Familie und so.

Ich hab hier irgendwo noch seine Demo des VP-1 für die Keys oder Keyboards, die war ziemlich geil.

Die Jungs haben sich selbst damals ziemlich auf die Schippe genommen:





(Sprecher: Arnold Marquis, die deutsche Stimme von John Wayne, leider auch schon tot)

Hab ich damals im TV gesehen und mich köstlich amüsiert :)
 
Re: AW: Synth Identifikation - Spliff

Ich hatte ihn ein oder zwei Jahre nach ihren Tod noch mal im Quasimodo in Berlin gesehen.sah irgendwie leicht fertig aus und war in Begleitung einer schwarzen Schönheit.
 
Auszug aus einem Interview um 2008:

...
Hallo Reinhold, Du wohnst seit 1997 in den USA und hast dort ein eigenes Studio. Wie kam es zum Umzug in die Staaten?

1994 heiratete ich eine Amerikanerin aus Südkalifornien. Sie lebte insgesamt fünf Jahre lang in Berlin und hatte dann die Nase voll von der Deutschen Kultur und dem schlechten Wetter. Das war der oberflächliche Grund. Professionell ging es mir nicht sehr gut. Ich hatte wenig Perspektive. Keine Lust mehr, andere Musiker zu produzieren. Wenig Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten als Komponist und Texter. Schlechte Technomusik verfolgte einen wo man auch hinging, etc. Allerdings hatte ich auch schon die ersten Theater- und Filmmusiken gemacht, und Gefallen daran gefunden. Das erste Projekt mit Tom Tykwer und Johnny Klimek war "Winterschläfer", im Sommer 1996. Danach fing ich an, mein Studio zusammenzupacken. Tom Tykwer gab mir zum Abschied im Januar 1997 das Drehbuch zu "Lola Rennt", damit ich nicht ganz wegdrifte. Der größte Teil der Musik zu diesem Film wurde dann auch ein Jahr später bei mir in Santa Barbara geschrieben und produziert. Und das Resultat war eine Art kreativer Durchbruch in Hollywood, der Johnny und mir dort ein paar Türen öffnete.

Bist Du noch öfters in Deutschland oder sind die Besuche hier eher selten?

Die längste Strecke ohne Deutschlandtrip war zwischen Februar 2000 ("Der Krieger Und Die Kaiserin") und Februar 2005 (Premiere von "Sophie Scholl"). Danach arbeitete ich an der Musik zu "Das Parfum", was zum größten Teil in München, aber auch in Berlin stattfand. Seit fast drei Jahren bin ich also regelmäßig wieder in Deutschland. Auch in 2008 werde ich für ca. 5 Monate da sein, für Toms nächsten Film, "The International".
...
 
Re: AW: Synth Identifikation - Spliff

Passt ja.Um Reinhold in Aktion zu hören kann ich auch “between the lines“von Curt Cress sein Album Sing empfehlen.Sehr geil.
 
Ich hol' den Thread hier nochmals hervor: Nicht zuletzt wegen Euren Posts habe ich mir auf Ebay die "Traumstation"-LP geschossen - und muss schon sagen: Ist seeeehr geil. Ziemlich FM-lastig, aber eben gekonnt. Am stärksten finde ich Rosa Prechts "Im freien Fall". Da gibt es so fast vocoderartiges - wohl DX1? Eher kaum GS2?

Und etwas vom schrägsten was ich je gehört habe ist "Bebop ex machina". Wenn ich mir das anhöre stellt sich sofort ein Dauergrinsen ein - swingiejazziegroovie auf CE20 und GS2, und das Hochgeschwindigleits-"Schlagzeug"solo auf'm DMX... :phat: Wusste gar nicht dass Reinhold Heil auch Jazzer ist.

Ein Jammer dass es dieses Album nicht auf CD gibt.
 
Habs jetzt nur im Gedächtnis und aufgrund nicht angeschlossenem Plattenspieler kann ichs gerade nicht nachhören, daher: DX1 kann eigentlich nicht sein, der kam erst 1984 raus, das Album aber schon 1983. Das Vocoderartige (was genau meinst denn?) muß also was Anderes sein.
 
Gibt den Song leider nicht auf YT - ich meine die Refrain-Parts mit den glockenartigen FM-Pads (erinnern stark an "Rosalie") und eher bassigen, sehr groovigen vocodermässigen Synth-Einsätzen (sorry, sehr schwierig zu beschreiben). Vergleichbare (ähnliche, wahrscheinlich sogar die selben) Synths gibt es auch beim "Kindergeld". Für Jupiter 8 sind die irgendwie zu blechig... Vielleicht doch PPG?

Die übrigen GS2-Parts meine ich mit dem bambusartigen Klang mittlerweile recht gut heraushören zu können.
 
Murano schrieb:
IWusste gar nicht dass Reinhold Heil auch Jazzer ist.
Er war in der Tat ein Jazzer (oder eher Fusionjazzer?) und hat Ende der 70er mit der Band Bakmak (wie ich damals fand) ganz ordentliches Zeug abgeliefert.
Habe leider bei YT fast nix gefunden, es gab aber zumindest zwei Platten bei denen er mitgespielt hat.

 
Bei "Kindergeld" sind die Bässe durch einen Flanger geschickt worden. Die Glocken beim Refrain von "im freien Fall" müßten von einem Analogsynth stammen, kann aber auch der PPG sein. Rosalie war AFAIK ein DX1-Patch.

An Synthies hatte er ja mehr Zeug zur Verfügung als auf der Bühne zu sehen war: CS-80, Minimoog, OB-Xa, Jupiter-8, CS-30, GS-2, CE-20, CS-01, Juno-60 und das PPG-System. Später kamen dann noch DX1 und Fairlight dazu.

Ich muß am Wochendende mal den Plattenspieler wieder anschließen und mein Gedächtnis auffrischen. Ich meine nämlich, daß der Baß bei "im freien Fall" vom Juno stammen könnte, so wie bei "das Blech", vergleiche mal den Sound.
 
microbug schrieb:
Ich meine nämlich, daß der Baß bei "im freien Fall" vom Juno stammen könnte, so wie bei "das Blech", vergleiche mal den Sound.

Gute Idee, ich versuche dieses Wochenende nach den Weihnachtseinkäufen mal den "Im freien Fall"-Bass mit meinem Juno nachzuspielen.
 
microbug schrieb:
Ich meine nämlich, daß der Baß bei "im freien Fall" vom Juno stammen könnte, so wie bei "das Blech", vergleiche mal den Sound.

Ich glaube, Du hast recht! Danke für den Hinweis, da wäre ich nicht darauf gekommen. Geschätze 20 Sekunden am Juno rummachen und ich hatte den Sound praktisch 1:1. Da bin ich mit der FM-Schiene auf Irrwegen geraten :selfhammer:
Auch das Synthpad am Schluss ist sicher Juno mit ein bisschen PWM.

Bei den Glockensounds tippe ich mal auf PPG, mit meinen Kisten lässt sich das v.a. mit dem ESQ-1 schön nachbauen. DX7 geht wohl auch, ist halt einfach komplizierter.
 
Ich hab den Plattenspieler mal entstaubt, angeschlossen und in die Platte reingehört.

Neben dem instrumentalen Refrain, der aus einem rhythmischen Synthbass, einer elektronischen Westminsterglocke und einem Chorsound besteht, gibt's im Song einen durchgehenden Synthbasston und einen bundlosen Baß.

Stephen sagt zwar, daß RH Anfang 83 noch keinen CMI hatte, es sprechen beim Hören des Albums zumindest für mich ein paar Indizien dagegen:

1. die Chöre bei "im freien Fall" sind sehr eindeutig Fairlight, hört man am Ende des Stückes sehr deutlich.
2. das Marimba-Geklimper beim gleichen Song ist sequenzt. Da der Oberheim keine Marimbas kann und keiner seiner Geräte zu dieser Zeit MIDI besaß (das Oberheim-System hatte einen Digitalbus), und ich nicht glaube, daß er selbst Marimbas gesamplet hat (die PPG Soundlibrary erschien erst 1985)
3. die geblasenen Glasflaschen bei "na komm schon" klingen ebenfalls nach CMI
4. die Bläser bei "die Frau ist ein Kerl" sind ebenfalls gesamplet (das Saxophon dagegen ein Echtes)

Was das Vocoderartige angeht, so ist auf diesem Album definitiv einer im Einsatz, schön zu hören bei "Alligator". Ab der zweiten Hälfte von "im freien Fall" wird er rhythmische Baßsynthi ebenfalls durch den Vocoder geleitet, was man deutlich hört. Zu Beginn des Songs hört man eine Synthfläche mit sich öffnendem Filter, die ebenfalls durch einen Vocoder geleitet wurde. Könnte vom CS-80 sein.

Der rhythmische Baßsynthi ist jedenfalls nicht sequenzt (was man an einem kleinen Verspieler hört), sonst wäre er vom OB-Xa.

Bei den Westminsterglocken bin ich mir nicht sicher, woher die stammen. Sind offenbar Samples, denn bei einem der Instrumental-Refrains spielt er diesen Klang als hohes Arpeggio, da hört man dann die mittransformierten Formanten.

Als hier ein paar Leute schrieben, das Album "Traumstation" wäre sehr FM-lastig, dachte ich mir, ich muß das mal wieder hören, denn das hatte ich im Gegenteil als sehr analoglastig im Gedächtnis, und genau das bestätigt sich mir nach dem mehrfachen Hören gerade wieder. FM kam bei den beiden späteren Alben wesentlich mehr zum Einsatz.
 
microbug schrieb:
1. die Chöre bei "im freien Fall" sind sehr eindeutig Fairlight, hört man am Ende des Stückes sehr deutlich.
Nein, ganz und gar nicht. Klingt eher nach selbstgesungenen Chören a la 10 CC "I'm not in love".
 
Danke für die Analyse - zumindest beim Synthbass kommt Juno + Vocoder wohl hin. In jedem Fall ein Klassealbum für Syntheasten!
 
serge schrieb:
Nein, ganz und gar nicht. Klingt eher nach selbstgesungenen Chören a la 10 CC "I'm not in love".

Hm. Du meinst sicher selbst gesungen und dann gesamplet? Echt sind die ja auf keinen Fall, bei genauem Hinhören gegen Ende meine ich auch leicht eiernde Loops hören zu können, war aber bisher einfach zu faul, den Kopfhörer aufzusetzen.

Was mir auch noch auffiel: keiner der Synthbässe auf diesem Album klingt nach einem Moog, dabei meine ich, bei RH live mal einen Minimoog gesehen zu haben. Möglich aber, daß es nicht seiner war, gab ja später einen Source auf der Bühne (siehe weiter vorne), der aber direkt vor Herwigs Drumset stand.
 


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