Naja, der Q hatte weniger aber nicht keine Artefakte - man hat einfach zu der Zeit oft mit dem Rechenfenster gearbeitet - mein Beispiel dazu wäre Korg Z1, den ich für einen sehr flexiblen Synth halte - mit heutiger Engine und Rechentiefe wäre der sicher heute eine weitere Qualität an Synths.
Natürlich ist aber der Virusklang insgesamt oder der des Z1 total anders und das war nicht gemeint - es sollte nur sagen - 90er Engine vs 2000er vs 2024er Engine ist einfach ein Unterschied, da würde man den älteren Synths nicht ganz fair begegnen, ebenso wenn man heute den VL1 und VP1 von Yamaha neu mit ARM Power aufdrehen könnte - das sind immerhin über 20 Jahre Technik dazwischen.
Fans hat das alles jeweils natürlich trotzdem.
Der andere Aspekt - der Zugang ist verschieden - so ist für mich Andromeda 2000 ein sehr guter Versuch gewesen analog und Modulatoren-Rechnung mit dem Coldfire Prozessor zu verwalten - konnte also echt viel - aber musikalisch ist das mit dem Muse von
Moog auf der FM Ebene und mit schnellen Mod-Quellen dann doch besser - oder alternativ auch mit dem schon 10 Jahre alten Prophet 12-Zeitfenster wieder anders gelöst, dort konnten die 4 OSCs FM miteinander aufbauen. Auch der SOlaris ist ein sehr vielseitiger Synth - also Prophet 12 und Bowen Solaris wären natürlich auch sehr offene mittelalte Synths.
Es wäre also wichtig, welcher Schwerpunkt da unterliegt - denn analog etwas umzusetzen ist schwerer aber kann mehr gelingen und dann kommt noch der klangliche Vorliebe-Faktor obendrauf.
Es gibt nämlich viele Sachen - die Ansätze sind sehr verschieden aber wenn man jetzt jedes Klanglabor benennt wird die Liste lang.
Einfach weil viel passiert ist.
Der Q und heute der Quantum / Iridium - ist bei Modquellen gut und der Q konnte 2.6kHz LFOs mit Keytrack - damit hattest du enorme Modulationsmöglichkeiten nahe der FM zu den OSCs zusätzlich. Das zusammen mit den Filtern und FX ist das, was heute im Iridium quasi noch mal versucht etwas oben drauf zu setzen, allerdings sind die LFOs dafür wieder nur 100Hz schnell (das ist nicht lahm aber nicht ideal wenn man offene Labore will wie ich)
Aber es gibt eben 6 LFOs - ab so eine Zahl kann man schon sagen - ja, das ist ausreichend, so wie auch beim Hydrasynth, der aber in der Art was er macht nicht so grundlegend woanders als Wavemorph und Mutants untergebracht wurde ggü dieser Synthese-Sammlung im Iridium - also total andere Welt -
Kyra - war klanglich sehr hochwertig, aber die Features nicht so dick - aber der konnte 8fach Multimode - und 9 FX - und das ist so als Basis gut, dafür ist er aber eher "gewöhnlich" im Sound und passt in der Idee in die Mitt-80er aber mit heutiger Technik (FPGA) .. und das konnte Waldorf wohl nie vermitteln - die Engine hätte das schon verdient.
Der Vergleich mit dem Virus war schwierig, weil er zwar auch "alles" Synth ist, aber anders klingt -
und Fans des Virus werden nicht automatisch Kyra lieben - aber könnten sie .. weil da diese Schwurbelaspekte nicht mehr vor kommen - und das gilt aber für nahezu alle Synths heute - die Sache was besonders Thema war für den Entwickler ist aber schon wichtig - idR lohnt sich das auch auszutesten und ob das musikalsich weiter bringt.
Mich hätte es nicht so stark weiter gebracht - aber was ich liebe - die Engine hochwertig aufzubohren - sowas höre ich und mag das.
ein Microkorg zB ist ja auch sehr sehr flexibel - glaubt man nicht - aber die Klangvielfalt mit Standards und DigitalOSC ist breit - deshalb ist das als Konzept schon irgendwie weiter zu führen - aber niemand würde das als Klanglabor brandmarken -
es ist der Volkssynth wegen des Formats gewesen und das auf Basis des MS2000 ..
Das nur so als historischer Rahmen für die ganze Sache.
Ich hab zu allen auch ein Urteil für mich und meine Ziele, bei dir würde ich fragen wo du hin willst und ob diese Denkweise passt.
Das finde ich heute auch wichtig.
Zudem gibt es ja sehr irre starke Unterschiede im Ansatz und man kann aus einigen davon jahrelang neue Sounds holen-
Wavestate odeR Opsix sind solche Synths, aber auch fast alle die sonst genannt wurden, natürlich die neuen Waldorf-Serien usw.
MD900 hat viel Potential nicht von anderen eingenommen zu werden, weil der ein Exot ist und nicht so günstig.
Der Klang ist daher auch weit zu formen und mit FXen zu unterlegen, der hört auch sehr auf seine User.
Aber da hat man sich viel mehr auf Wave-Manupulation gesetzt - und gar keine Granular-Engine.
Hydrasynth und Co sind auch nicht ausgeträumt, das ist ein sehr sehr dickes Paket. Quasi der digitale Xpander, aber mit total anderen Ergebnissen.