Analoge Bandmaschinen

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von disco dieter, 13. Mai 2010.

  1. Mich würde mal interessieren, wer hier seine Tracks noch mit analoger Bandmaschine aufnimmt. Habe selber mit Bandmaschinen keine Erfahrung. Allgemein finde ich vor allem die alte analoge Produktionsweise bei frühem Techno und House faszinierend, wo die Aufnahmen ja meistens praktisch Live-Mixe sind.

    Also wer benutzt noch Bandmaschinen? Welche Modelle in den verschiedenen Preisklassen sind zu empfehlen? Von welchen ist abzuraten? Und was meint ihr wieviel Unterschied klangtechnisch die analoge Bandsättigung macht?
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Tipp: Such mal hier nach Bandmaschine oder Bandmaschinen. Gab einige ähnliche Threads in der Vergangenheit.
    Ich glaube bei der heutigen Verfügbarkeit von Recording diese nicht notwendig sind. Es ist jedoch, wie immer, Geschmackssache. Bandsättigung und ähnliches. Bandmaschinen kann bedeuten 2 Spur oder Mehrspur. Das ist auch finanziell ein Unterschied. Dazu kommt die Pflege und Wartung. Das würde ich mir also nur ans Bein binden, wenn es wirklich wichtig ist. Die ARBEITSWEISE ist auch mit heutigem Gear machbar, der Klang bis zu einem gewissen Grade auch. Das ist allerdings meine pers. Ansicht dazu. Du interessierst dich ja genau dafür. Aber wichtig wäre: Willst du den Sättigungssound oder willst du eigentlich eher die Arbeitsweise? Was vom Aspekt der Bandmaschine suchst du wirklich? Das wäre entscheidend bei der Frage, ob sich das lohnt.

    Ich überlasse das Feld den Bandmaschinologen, wollte das nur generell mal rüberfunken. Als Antwort formuliert: Nein, wirklich lohnen tut sich das nur im Ausnahmefall. Sättigung und dadurch bedingte Effekte sind natürlich ein Faktor. Bei der Besorgung kommt es oft auf eine gehörige Portion Gelegenheit und Glück an. Es gibt heute kaum noch Studios die die ausmustern. Man hat sich eher heute schon entschieden, ob man sie drin lässt oder nicht. Deshalb wird das mit der Wahl etwas schwerer als zur Zeit der Umstellung.

    Bessere Tipps erhältst du jetzt von den echten Nerds.

    Dein Nick gefällt mir übrigens!
     
  3. Naja, Band zu verwenden oder analog zu arbeiten ist mehr als nur Saettigung, der ganze Sound und das Handling, also auch der kreative Prozess ist ein anderer. Mit Deiner Begruendung waeren auch analoge Synthies ueberfluessig, auch die kann man mit heutigem Gear simulieren. Oder Schallplatten. Aber wie Du schon ganz richtig schreibst, es ist Geschmackssache. Band macht deutlich mehr Arbeit und ist deutlich teurer. Heisst aber nicht, dass man es nicht machen sollte, wenn man es mag. ;-) @Dieter: Guenstige Revox B77 High Speed (etwa 500 EUR) zulegen und ab die Post.
    Roadrunner
     
  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    Ich formuliere um: Willst du den Klang oder die Arbeitsweise?
    Der Rest ist zwischen Geschmack und Ideologie zu platzieren. Es ist vollkommen ok, wenn man es deshalb will. Die Legitimation ist nicht durch mich vorgegeben ;-)
     
  5. ossi-lator

    ossi-lator aktiviert

    bandmaschinenarbeit und -klang haben schon ihren reiz. uneingeschränkt kann an die revox b77 maschinen mit highspeed = 38 cm/sec (15 inch) oder direkt die für studios gebauten revox pr99 mk I bis III empfehlen sowie dann alle größeren studer studiomaschinen - da machste nix verkehrt.

    eine gut eingemessene und mit gutem kopfspiegel ( um 2 mm) ausgestattete revox hat schon satten klang und je nachdem was du produzierst kannst du natürlich in die bandsättigung gehen, als mehr als +3 db und höher - ob dir dann das klangergebnis gefällt ist eine andere sache.

    über die anschaffungskosten für ordentliche bänder und gelegentlichen service muss man sich im klaren sein, ebenso, dass man keinen schnellschuss macht und eine abgerockte und verqualmte maschine kauft.

    als alternative kann man z.b. auch einen spl charisma in den aufnahmeweg vom mischpult und aufnahmerechner/cd-recorder oder dat schleifen um ÄHNLICHE bandmaschinensättigungseffekte auf der aufnahme zu haben. und grundrauschen hat man bei verwendung von bestimmten analogen synths sowieso (chorus am juno-60 und entsprechend laut in den signalweg einspeisen). ;-)
     
  6. j-lite

    j-lite aktiviert

    Um drums dreckiger zu machen und anzudicken kann man auch das gute alte Tapedeck nehmen, ist weit aus billiger und weniger aufwendig in der wartung. um deine summe auf band aufzunehmen würde ich auch die revox b77 oder die revox pr99 empfehlen. wenn du deinen kompletten track auf band aufnehmen möchtest sollte dies gut überlegt sein. erstmal kostet das band etwas und dann ist das bestimmt auch nen riesen zeitaufwand.

    aber bevor du dir eine bandmaschine zulegst informiere dich genau über die vor und nachteile. evtl. auch mal in einem bandmaschinen forum reinschauen die werden bestimmt 1000 gute gründe kennen warum man unbedingt eine bandmaschine braucht.
     
  7. Phil999

    Phil999 aktiviert

    eine Anwendung ist auch, dass man das Signal sogleich wieder aufnimmt. Also ein Send geht in das Tonband, und per Hinterbandkontrolle direkt wieder zurück in das Audiointerface des Computers. Dann muss man halt von Hand das Wavefile ein wenig nach links verschieben, damit es synchron ist.
     
  8. ...wir experimentieren zur Zeit bei den Aufnahmen unserer Songs damit, alles auf einer Bandmaschine - Tascam MSR-16S, welche ich hier im Forum eingetauscht habe - jeweils in einem Durchgang pro Instrument aufzunehmen...

    ...die Maschine habe ich hier immer wieder mit aufgenommen ;-) :



    ...diskutieren tue ich das z.B. in diesem Thread: viewtopic.php?f=54&t=45124 ...
     
  9. Neo

    Neo aktiviert

    Wenn du die Tascam mal nicht mehr brauchst, sag bescheid. :)
     
  10. Phil999

    Phil999 aktiviert

    könnte ich mal ausprobieren, obwohl alle meine Bandmaschinen ziemlich eiern. Von Hand verschieben ist aber kein Problem.
     
  11. ;-)

    ...aaaachhh...ich bin so ein schlechter Mensch: ich werd' die Filmchen der anderen Tage auch noch zusamenschneiden und extra-viel-Bandmaschine reinpacken :cool: ...aber ernsthaft: wer hier mal vorbeischauen möchte und das mal ausprobieren will kann sich gerne melden; und: Anfang des Jahres gab es ein ziemlich interessantes Angebot einer MSR-16S in Berlin...ich weiß allerdings nicht, ob die nicht inzwischen verkauft wurde...

    ...einer der Hauptaspekte, den man sich klar machen muß: die Arbeit mit der Bandmaschine ist komplett anders als am Rechner - es ist z.B. viel - sehr viel - langsamer, für mich dadurch aber auch ungleich bewußter...wenn man wenig Zeit hat, vor Ideen übrsprudelt oder sich auch nicht die Zeit für das Erarbeiten von Songs nehmen möchte, ist das Band definitiv nicht zu empfehlen...
     
  12. ...sowas hatte ich vor, ja - gemacht habe ich es noch nicht, aber daß Du es so machst ermutigt mich ;-) ...

    ...ich würde allerdings (bei Bedarf) alle 16 Spuren nutzen wollen...also mit bis zu 16 Spuren wieder rein in den Rechner und dann von dort Stereo (oder was auch immer) raus...
     
  13. Ich hab mit Papas Telefunkenstereomaschine angefangen und bin übers 4Spurcassettendeck bis zu zwei synchronisierten Studer A800 24Spur gekommen. Danach ein paar Jahre ADATs und dann eine zähe Durststrecke nur mit Logic Audio. Jetzt hab ich einen Alesis HD24, und damit arbeite ich beim Aufnehmen wie mit einer Bandmaschine. Dann rutscht das Zeugs ggf kurzfristig zum umarrangieren auf Logic rüber, kommt dann aber zum Mischen wieder auf den HD24. Der Mix selbst wird auf zwei Spuren im HD24 aufgenommen, dadurch kann man den Mix per DropIn Schritt für Schritt auch ohne Automation machen.
     
  14. Es hat ueberhaupt nichts mit analog oder digital oder mythischen Klangeigenschaften zu tun. Es geht einzig und allein um den Workflow. Es geht darum, dass ich linear echt spielen muss, dass ich einfach wieder einsteige, wenn ich mich verspiele, dass ich nicht die Zeit damit vertrödle irgendwelche Latenzen auszugleichen, und dass ich mich nicht im Rumschieben von Audioschnippseln verliere.

    Eine Bandmaschine oder der HD24 bedeutet: jetzt und hier spielen und sich um nichts anderes kümmern.

    Ob das Audio analog oder digital, ob mit 24Bit/96kHz oder auf einem verrauschten Cassetten Vierspurtape aufgenommen wurde, ist mir dabei ziemlich scheissegal. Wenn es ein Hit wird, dann wird es ein Hit, weil es auch noch auf einem Monoküchenradio geil kommt, selbst wenn die Spülmaschine und der Staubsauger nebenbei laufen. In so einer Hörsituation kann dann keiner mehr beurteilen, wie es aufgenommen wurde.
     
  15. Ich arbeite zum Teil mit Ableton Live und zum Teil mit meinen zwei MPCs. Jeweils in Kombination mit ein, zwei analog Synths (Polysix + Pro One,...). Insgesamt habe ich nicht so viel Equipment, aber aus finanziellen und Platzgründen muss ich mich beschränken, was ich jedoch als förderlich für meinen kreativen Output empfinde. Gerade mache ich viel mit der MPC500. Die ist schon ziemlich eingeschränkt, wegen kleinem Bildschirm und etlichen Bugs etc., aber die Einschränkungen fordern auf jeden Fall heraus. Kurzum, ich dachte daran das Summensignal vom kleinen Mackie-Pult auf Bandmaschine aufzunehmen. Anschaffung sollte natürlich gut überlegt sein, daher erstmal die Frage nach Erfahrungen von anderen.

    Schonmal vielen Dank fürs Feedback!
     
  16. Anonymous

    Anonymous Guest

    Die technischen Klangeigenschaften von Bandmaschinen sind eher mittelmäßig - allerdings für Popmusik mehr als ausreichend.
    Die Dynamik ist recht klein. Die A807 (das modernste Studer-Modell) hat laut Hersteller 62dB, durch erhöhen der Bandgeschwindigkeit (auf 78cm/s) und stärker magnetisierbares Bandmaterial lassen sich da noch ein paar dB schinden, Fabelwerte von deutlich über 70dB (ohne Dolby) halte ich allerdings für audioesoterisches Wunschdenken.
    So eine Bandmaschine hat also Effektiv zwischen 10 und 12Bit Wortbreite - nicht mehr. (Und ja, das ist gleichwertig. Die Vorstellung, die digitale Wortbreite würde die Auflösung reduzieren ist nur dann richtig, wenn man sich bei der Wandlung absichtlich dumm anstellt. )

    Von daher ist der genannte "Vorzug", das man "auch mal leicht übersteuern kann" im Vergleich zur DAW ein rein psychologischer - stellt den Pegel am Wandler 20dB kleiner, und ihr habt sowohl 20dB besseren Störabstand als das Tonband - und sagenhafte 20dB Headroom.

    Die viel gerühmte Bandsättigung reduziert den Crestfaktor des Signals. D.h. das Verhältnis von Spitzenwert zu Effektivwert wird kleiner, nach "Normierung" hat das Signal einen höheren Pegel. Das ist heute extrem wichtig (eine der wichtigsten Eigenschaften einen Mixes bei der klanglichen Beurteilung ist heute einfach das er "laut" ist, ob einem das nun passt oder nicht) und Band macht das wirklich gut.

    Band verändert den Frequenzgang auch - und nicht wenig - im Bass. Bei auf 78cm/s umgebauten Maschinen stärker, die Tonköpfe & Co. sind auf 38cm/s ausgelegt. Das führt dazu, dass bei den üblichen "halbblindtests" der heilige Analogklang natürlich besser abschneidet, auch wenn er nur anders klingt.

    Geräte wie der SPL-Charisma haben mit Bandsättigung sehr wenig zu tun. Als Röhrenklirrgeneratoren verzerren die das Signal asymmetrisch, das bringt weniger Pegelgewinn. Ansonsten ist die Kiste ein brauchbarer Klirrgenerator - wenn man das denn braucht. Auf manchen Signalen passt es, auf anderen hört man das zugefügte Störgeräusch unangenehm heraus.

    Kassettenrekorder sind ziemlicher Murks. Deren Klangmängel sind schon recht gut zu hören, sowohl Rauschen als auch die zerlegten Höhen. Der Bandlauf ist einfach nie exakt und das ist in den Höhen immer zu hören. Übrigens kann man im Hörtest die Gleichlaufschwankungen *jeder* Bandaufzeichnungen raushören - aber natürlich nicht mit der Esoterikermethode "Lieblings-CD einlegen und feste dran glauben", dafür muss man schon früher aufstehen.

    Bandmaschinen sind nicht billig. Gerade im budgetlimitierten Homestudio frisst so ein Teil natülich Kohle weg, die dann wo anders fehlt. Mich würde die oft zu sehende Kombination aus Blindflugmonitoren und Wunderkisten, die den Klang richten sollen, jedenfalls zum Wahnsinn treiben.


    Ansonsten sind das einfach tolle Maschinen, und wenn jemand damit lieber arbeitet als mit der DAW, dann ist das viel wichtiger als o.g. technischer Kleinkram. Der wird *massiv* überbewertet. Den Klang macht derjeninge, der die Apparate bedient, nicht die Apparate.
    Wobei ich Kassette grenzwertig finde - ein toller Take bleibt ein toller Take und ist besser als Hai-Ent produzierter Mist, aber da wird man sich schon an den Mängeln stören.
     
  17. Anonymous

    Anonymous Guest

    Scheiß Audioesoteriker, die einem immer unterstellen, man würde die Klangeigenschaften negieren, nur weil man ihr pseudotechnisches Bullshitbingo nicht mehr hören kann.

    Da spricht doch nichts gegen. Was mich stört ist einfach diese esoterische Gefasel von Klangverbesserung: der Klang wird verändert, die Kette wird zum Effektgerät und man muss entscheiden, ob einem das passt oder nicht.
    Im Falle von guten Bandgeräten ist das wohl recht oft der Fall, davon sind ja viele begeistert.

    Im Falle des Kassettenrekorders kann ich das nicht so recht nachvollziehen, für echtes LoFi zu wenig, für HiFi zu kaputt. Das ist schon sehr speziell. (Wobei eben gutes Tape Deck immer noch ok ist, besser als den ultimativen Take gar nicht zu haben. )

    Und der Charisma hat einfach nicht diese Universalität - der passt verdammt oft einfach auch mal nicht auf ein Signal. Und er bringt eben auch kaum Pegel.

    Doch doch. Aber das ist im Rahmen so eines kurzen Abschnittes nicht unbedingt sinnvoll unterzubringen. Vor allem, da der Bandklirr weit komplexer ist, wenn man nur etwas K3 zubasteln müsste, um den Spitzenpegel kleiner zu bekommen, täte es auch ein VST.

    Die Harmonischen zählt man ab der Grundwelle mit 1. (K1 ist also die Grundwelle).
    K2 ist die doppelte Frequenz. Die erste Oberwelle = ungeradzahlige Oberwellen, asymmetrische Kennlinie, das macht z.b. eine Röhre. D.h. die Kennlinie ist für postive und negative Signalverläufe unterschiedlich. (Siehe meinen obigen Hinweis auf den Charisma. )

    K3 ist die dreifache Frequenz, die zweite Oberwelle =geradzahlige Oberwelle. Die Kennlinie der Übertragung ist hier für positive und negative Signalanteile gleich.
    Symmetrisches Begrenzen gibt es sowohl beim Band, bei clippenden (symmetrischen=viele Transitorschaltungen) Verstärkern, als auch bei übersteuerten Wandlern.
    Bei Wandlern (generell in der Digitalen Domäne) entsteht dabei zusätzlich Aliasing, "bretthart" clippen die meisten Verstärker allerdings auch.

    Band hat da einen "weichen Waveshaper", je härter der Waveshaper, desto mehr höhere Obertöne werden erzeugt. Der Knick in der Kurve wird eben immer eckiger und um das zusammenzubauen braucht man immer höhere Frequenzen. Dieser weiche Waveshaper fügt vor allem niedrigzahlige Harmonische hinzu.

    Das nutzt auch jeder bessere Masterlimiter. Basiert auf eine ganzen handvoll psychoakustischer Effekte:
    Pegelspizen sind kurz - und damit breitbandig. Damit fällt einen Menge des erzeugten Störgeräuschs (Clippen ist psychoakustisch "hinzufügen", weglassen kann man in der Audiotechnik prinzipiell nur etwas im linearen Bereich ) in die Verdeckung durch das Nutzsignal und wird daher nicht gehört.
    Außerdem braucht man für kurze Signale recht hohe Pegel um sie zu hören.

    Hartes Clippen erzeugt ja immer gleich breitbandigen Rotz, das fällt bei etwas muffeligen Signalen blöd auf. Wird eher weich geclippt, entstehen zwar schon sehr viel früher Verzerrungen, die sind allerdings nicht so hochfrequent - und fallen damit weniger auf.

    Bei so manchem Signal hat mir recht hartes Clippen übrigens besser gefallen als übertrieben weiches. Wenn nur sehr kurze Impulse (z.B. Snare-Attack) übersteuern erzeugt man insgesamt eben weniger Störgeräusch - und ob in so einem breitbandigen Klick noch ein paar Oberwellen mehr dazu kommen, fällt eben gar nicht so auf.

    Nein. Das erscheint dir nur so, weil du das nicht verstanden hast.
    Die Vorstellung begrenzter digitaler Auflösung ist zwar ein beliebtes Mem der Audioesoterik, aber dennoch falsch. ("ich verstehe das nicht" ist eben nur bei den Esos eine gültige Widerlegung eines beweisbaren Sachverhalts. )
     
  18. fab

    fab -

    es geht ja gerade um die halbtechnischen "erklärungen" für die subjektive wahrnehmung. die führen auf falsche fährten und meist ist die konsequenz, man solle sich irgendwelche maschinen kaufen ohne zu wissen warum - oder aus völlig unhaltbaren gründen.

    fetz' ansatz, die gehörten klangunterschiede auf nachvollziehbare technisch relevante unterschiede zurückzuführen, finde ich sehr informativ. außerdem regt das oft zum ausprobieren an.
     
  19. Phil999

    Phil999 aktiviert

    ich sehe das ganz simpel. Wenn ein Effekt den Klang verbessert, dann verwende ich ihn. Ob das ein simpler VST-Effekt ist oder ein Tonbandgerät ist mir egal. Ich habe ein paar Tape-Saturation-VST's getestet, und sie sind ganz nett, aber im Alltag kommen sie nicht zum Einsatz. Wenn ich Tape-Saturation will, dann nehme ich ein Tape. In meinem Falle mit meinen eiernden Maschinen ist eine Anwendung z.B. für Hi-Hats nicht empfehlenswert, da wie erwähnt in den höheren Frequenzen die Geschwindikeitsschwankungen deutlich zu hören sind. Für Kick und Snare geht es aber gut, das klingt dann ähnlich wie aus einer Aufnahme von 1960. Sehe keinen Anlass, Esoterik oder Physik zu bemühen für eine Erklärung. Niemandem käme in den Sinn, geniale Elvisaufnahmen als schlecht zu bezeichnen weil sie nur 10 oder 12 Bit Wortbreite haben. Solche Argumente sind technisch interessant, aber musikalisch irrelevavant.

    Bei einer Neuanschaffung würde ich nur darauf schauen, dass das Gerät Hinterbandkontrolle hat. Cassettendecks der gehobenen Klasse haben das auch. Natürlich gilt es all die anderen Faktoren auch zu berücksichtigen, die wurden aber schon erwähnt.
     
  20. ...aber bitte nicht diesen hier! - ich fand Fetzens Ausführungen sehr interessant, gerade auch vor dem Hintergrund der vorletzten SOS, in welchem über viele Seiten beschrieben wurde, warum es 'analog'-Sound gibt und wie man ihn herstellt (z.B. eben auch mit Hilfe einer Bandmaschine)...

    ...weitermachen - bitte...
     
  21. ...Sound-On-Sound...ja...ich melde mich bei Dir...heute nicht mehr, bin leider richtig platt...
     
  22. mikesonic

    mikesonic Moderator

    @DamDuram: pmed
     
  23. seit ich auf einer Telefunken M15A 1/4" Stereo aufnehme klingts bei mir auf jedenfall bestens, mein Workflow wurde schneller, direkter, und ich hab eine Menge Spass daran. kann jedem der auf "Live-Takes" steht nur wärmstens empfehlen sich damit zu befassen... aber: ob es die beste Lösung in punkto Audioesotherik, Dynamik etc ist weiss ich nicht. Bandsättigung ist so ein mystisches Wort... Nur: ich hab seither NIE mehr mit Pegelspitzen, komischen Auslöschungen, merkwürdigen "AHA-Erlebnissen" nach dem Digitalen Stereo-Mitschnitt (Summierung etc) zu kämpfen gehabt. also in meinem Studio stehts 10:0 für die Telefunken.

    und zum Thema Wartung/Material/Pflege: sicher ist so ein Teil etwas teurer, etwas wartungsintensiver etc. aber das macht die Soundqualität absolut wieder wett. :cool:
     
  24. Naja nö, ich hab die gar nicht zerlegt. :cool: :cool: Ich hab die genau so gekauft, von einem Tontechniker vom Rundfunk, der die wohl immer sehr pfleglich behandelt hatte; Die gute "Dame" war top in Ordnung, eingemessen auf PER 528 und gar nicht mal teuer.

    für dich als tip falls du den beitrag noch nicht kennen solltest: die basic-wartungs-steps für die M15A:
    http://www.analog-forum.de/wbboard/inde ... adID=17859

    :arrow: Ich kann nur jedem empfehlen der eine zuverlässige und unglaublich gut klingende Studio-Bandmaschine haben will, sich die Telefunken M15A anzusehen. sie ist das Pendant zur wesentlich rustikaleren Studer A80, die jedoch lange nicht so Fortschrittlich war damals (zb. noch keine langlebigen Vacodour-Tonköpfe hatte), und IMHO stellt sie jede Revox PR99 (und die kleineren Amateurmaschinen B77 & co sowieso) in punkto Langlebigkeit und "Bedienfreundlichkeit" in den Schatten, da eben nur die wesentlichen Funktionen integriert sind - und Elektronik aus dieser Zeit geht eben schnell mal kaputt und führt dann wie bei der M21 oder der Studer A810 / 807 zu einer Aufwändigen Ersatzteilsuche und hohen Wartungskosten; Und zum anderen weil Sie klanglich fast unerreicht ist - da kommen sicher nur die Studer-Maschinen und einige wenige und rare Japaner mit, die aber allesamt schwieriger zu bekommen und teurer sind...
    und last but not least kauft man mit einer Telefunken ein Stück deutsche Industriegeschichte :cool: Wir haben die Tonbandtechnologie ja immerhin erfunden bzw. massgeblich dazu beigetragen:
    http://tonbandgeschichte.studerundrevox.de/index.html
     
  25. ja, den hätte ich auch sehr gerne gelesen, falls also jemand scannen kann und ihn zur verfügung stellt wärs super :)

    bzgl. fetz´aussagen und dem audioesotherik-denken:
    natürlich ist das theoretisch richtig was du sagst, und ich würde weder den technischen fortschritt heutiger technik verleugnen wollen noch die vielfach einfach falsche auslegung von analog/vintage etc. als den heilbringer im studio unterschreiben; aber es ist doch mit professionellen bandmaschinen die korrekt eingesetzt werden (richtig angeschlossen (impendanzen etc.), band einmessen, korrekte pegel etc.) wie mit alten mikrofonen und den guten alten v276 PreAmps und vielem mehr: wenn man auf den charakter und die eigenheiten des sounds steht, dann bringt es einen zu einem ergebnis das gewünscht und keinesfalls esotherisch herbeigehudelt ist.
    wie bei vielen analogen instrumenten (gitarre/bass, geige, klavier) geht es ja nicht um das theroetische besser klingen, sondern um den charakter den ein gewisses instrument (und eben auch ein gerät) hat. wenn wir das alles negieren dann frag ich mich warum wir alle die buden voller analoger rauschetechnik und obskuren schaltungen in modularsystemen haben, anstatt uns mit VAs und Software zufrieden zu geben...? :roll: :roll:
     
  26. Anonymous

    Anonymous Guest


    manche sind eben traditionsbewusst!

    zb sonntags die lederhosen an und mit den pferden über den marktplatz kutschiert.
    mit dem fahrrad oder dem bus würde das auch gehen..und viel rationeller!

    aber es ist ok, man bewahrt sich die vergangenheit. man muss nur ein gleichgewicht herstellen. aus bewahren und zeugen.
    sonst artet das in sammelwut aus und verliert jegliche schöpferische kraft.
    wobei,als musiker/studiomensch verwendet man in der regel ja seine traditionellen instrumente.... oder etwa nicht? ;-)
     
  27. Das ist nun wirklich ein unzulaessiger Vergleich. Die Dynamik von 12bit-Sampling mag zwar 72 dB Dynamik entsprechen, umgekehrt kann man es aber nicht gleichsetzen, denn das, was das mit dem Eingangssignal anstellt, ist etwas voellig anderes. Analog hast Du unten zufaelliges Rauschen, digital hast Du regelmaessige Sampling-Artefakte. Klingt voellig anders, ist auch mathematisch etwas voellig anderes. Aber davon abgesehen wuerde ich die Relevanz in Frage stellen, ich kenne wenige Leute, die die Dynamik ihrer digitalen Aufnahmesysteme ausnutzen. Mehr als 40 dB brauchen wenige, insofern fuehrt das nicht unbedingt weiter. Ebensowenig wie gegenseitiger Vorwurf von Messfanatismus und Esoterik, der OP hatte hier nicht nach Weltanschauungen gefragt. :mrgreen:

    Die ganze Messtechnik finde ich zum Musikmachen aber eigentlich irrelevant, der Hauptunterschied sind Kosten, Arbeitsweise und Hoereindruck, das sind die Dinge, die ausschlaggebend fuer eine Wahl der Mittel sein sollten.
     
  28. ...nöh!...

    ...nicht...äh, gar nicht...um nicht zu sagen: überhaupt nicht...
     
  29. Anonymous

    Anonymous Guest

    Nur, wenn man sich bei der Wandlung vorsätzlich unzweckmäßig anstellt. Macht seit Ende letzten Jahrtausends keine halbwegs kompetent entworfenen Audiotechnik mehr so.
    DamDuram hatte oben ja schon gefragt, ich hatte mal einen Thread gemacht in dem es letztlich genau darum ging: viewtopic.php?f=7&t=21785#p248096
     

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